Shimano 105 Gruppe: Gewicht, Funktionen und Technologien

Da ist sie nun - die lang erwartete Einsteiger 12-fach-Road-Gruppe im mechanischen Gewand. Nach Einführung der 105 Di2-Revolution Ende 2022 bahnt sich nun der nächste große Schritt an. Shimano bringt eine mechanische Road-Bike-Schaltgruppe als ultimative Wahl für Einsteiger. Nahezu abgeschrieben, erlebt die mechanische Roadbike-Schaltung eine Wiederbelebung. Parallel zur neuen GRX entfaltet sich nun die mechanische Gruppe von Shimano und verspricht mit der 105er-Serie eine Schalt-Performance, die ihresgleichen sucht.

Shimano 105 ist als Schaltgruppe der Massen eine echte Institution und bringt nach dem Schalten auf Knopfdruck nun auch zuverlässige mechanische 12-fach-Antriebe unter die Leute. Die 12-fach-Performance für Jede und Jeden sieht dabei äußerst vielversprechend aus, und dank übergreifender Kompatibilität zwischen den Shimano-Road-Gruppen lassen sich Upgrades einfach durchführen.

Zum 40. Jahrestag ihrer Markteinführung (1982 unter dem Beinamen Golden Arrow) spendiert Shimano der Rennrad-Gruppe 105 ein elektronisches Upgrade. Die neue Shimano 105 Di2 mit dem Kürzel R7100 wird es damit erstmals als elektronische Schaltung geben. Bisher war die Di2-Technologie (”Digital Integrated Intelligence”) seit ihrer Einführung im Jahre 2009 alleine den Top-Rennrad-Gruppen Dura-Ace und Ultegra vorbehalten. Ab 2023 wechselt erstmals auch die 105er-Shimano-Gruppe die Gänge nicht mehr mechanisch, sondern elektronisch. Und sogar kabellos. Denn die neue 105 Di2 erbt die drahtlose Kommunikation zwischen Schaltern und Schaltwerk, die Shimano im vergangenen Jahr bei der Top-Gruppe Dura-Ace R9200 und der aktuellen 12fach-Ultegra Di2 präsentierte.

Außerdem bekommt die Shimano 105 ein Ritzel an der Kassette dazu und reiht sich damit in Riege der 12fach-Rennrad-Schaltungen ein. Gleichzeitig treibt das Di2-Upgrade aber auch den Preis in die Höhe. Denn in der Vergangenheit war die Shimano 105 immer die Rennrad-Schaltung der Japaner, die hochwertige Technik zum fairen Preis lieferte und deshalb an vielen Einsteiger-Rennrädern verbaut war.

Das preiswerte mechanische Ensemble soll laut Shimano aber bis auf Weiteres als Elffach-Schaltung weiter gebaut und angeboten werden.

105 Di2: Mischung aus Funk und Kabel

Wie die anderen Elektro-Schaltgruppen von Shimano setzt auch die neue 105 Di2 nicht komplett auf wireless, wie es beispielsweise die Sram Elektro-Schaltungen (eTap AXS und XPLR) tun. Stattdessen kommt ein kombiniertes System zum Einsatz: Die Schalthebel kommunizieren per Funk mit Schaltwerk und Umwerfer, den Strom bekommen Umwerfer und Schaltwerk aber per Kabel aus einem zentralen Akku, der meist im Sattelrohr untergebracht ist. Die neue 105 Di2 dürfte also ähnlich schnell und präzise schalten wie die Ultegra Di2 R8100 im TOUR-Test beweisen konnte.

Zentrale Komponente der 105 Di2 ist das Schaltwerk. Das empfängt nicht nur die Funksignale der Schalthebel und gibt sie auch an den Umwerfer weiter. Zudem wird das Ladekabel direkt am Schaltwerk angeschlossen. Wie bei den anderen Shimano Di2-Antrieben lässt sich das System per E-Tube-App nach den eigenen Vorlieben konfigurieren (z.B. Anzahl der Schaltvorgänge bei gedrückt gehaltener Taste oder Synchro-Shift-Funktion). Auch die Schalt-Bremshebel bekommen bei der 105 Di2 das überarbeitete Design der Top-Gruppen. Höher gezogene Hörnchen und eine ergonomischere Hebelform sollen dafür sorgen, dass man sie leichter und intuitiver bedienen kann und eine weitere Griffposition hat.

Da die neue 105 Di2 nicht mehr mit elf, sondern 12 Ritzeln an der Kassette kommt, schließt sie zu Shimano Top-Gruppen und dem aktuellen Stand der Technik auf. Wie bei der Ultegra gibt es in der 105er Di2-Serie nur noch zwei Ritzelpakete: Die Abstufungen sind allerdings etwas “zahmer” und liegen bei 11-34 und 11-36 Zähnen. Auch bei der 12fach-Kurbel der neuen Shimano 105 gibt es nur noch zwei Varianten: Die Kompakt-Version mit 50/34 Zähnen und eine sportlichere 52/36-Abstufung. Im Hinblick auf die Laufräder sind die 12fach-Komponenten abwärtskompatibel. So können vorhandene Rennrad-Laufräder mit 11-fach Freilauf auch mit den neuen 12fach-Kassetten genutzt werden.

Was passiert mit der mechanischen Shimano 105?

Mit der Einführung der neuen Di2-Version der 105 stellt sich natürlich die Frage: Verschwindet die mechanische Version? Nein! Die bestehende, mechanische Shimano 105 R7000 wird es auch weiterhin geben. Die Rennrad-Gruppe läuft als mechanische 11fach-Schaltgruppe weiter und dürfte damit weiterhin an vielen Einstiegs-Rennrädern zwischen 1000 bis 2000 Euro zu finden sein.

Die Gewichte der Shimano 105 Di2 im Überblick

In Summe soll die neue Shimano 105 Di2 als Komplettgruppe mit Scheibenbremsen 2743 Gramm auf die Waage bringen. Im TOUR-Testlabor haben wir für die Ultegra Di2 R8100 etwa dieses Gewicht ermittelt. Da die einzelnen Komponenten der 105 Di2 alle einige Gramm schwerer sind als die der Ultegra, dürfte sich das reelle Gewicht am Ende um die 3000 Gramm einpendeln. Damit würde das Mehrgewicht der 105 Di2 im Vergleich zur Ultegra Di2 etwa bei 300 Gramm liegen. Damit wäre der Unterschied in etwa so groß wie von der Dura-Ace (2435 Gramm/TOUR-Messung) zur Ultegra (2789 Gramm/TOUR-Messung).

Komponente Gewicht (Gramm)
Schaltwerk 302
Umwerfer 142
Kurbelgarnitur (50/34 Zähne/172,5 mm) 766
Kassette (11-34) 361
Kette 252
Schalt-Bremshebel (Paar) 423
Scheibenbremsen (Paar) 392
Bremsscheiben (Paar) 286
Akku 53
Kabel/Kleinteile 19

Die Gewichte sind Herstellerangaben.

Das kostet die neue Shimano 105 Di2

Shimano hat UVP-Preise für die neuen Di2-Komponente der 105er genannt. Zum Vergleich: Die mechanische Elffach-Version der 105 kostet aktuell bei Online-Shops etwa 700 Euro.

  • Kassette CS-R7100: 79,95 Euro
  • Umwerfer FD-R7150: 164,95 Euro
  • Kurbelgarnitur FC-R7100: 184,95 Euro
  • Schaltwerk RD-R7150: 284,95 Euro
  • Kette CN-M7100: 38,95 Euro
  • Schalt-Bremshebel inkl. Scheibenbremse (einzeln): 359,95 Euro
  • Bremsscheibe SM-RT70: 36,95 Euro
  • Akku BT-DN300: 194,95 Euro
  • Kabel: 35-40 Euro

Als erster Komplettradhersteller nannte Cannondale bereits Preise für seine Modelle mit der neuen Shimano 105 Di2. So soll das SuperSix EVO 4.299 Euro kosten, das Marathon-Modell Synapse LE liegt bei 4.699 Euro.

Wie bei den im Vorjahr vorgestellten Shimano-Gruppen kommt auch die neue 105 mit überarbeiteten und verbesserten hydraulischen Scheibenbremsen. Sie sollen kraftvoller, weniger anfällig für Geräusche und leichter zu entlüften sein als die Vorgänger-Version. Sie dürften damit ähnlich bissig zupacken und feinfühlig zu dosieren sein wie die Scheibenbremsen der Dura-Ace, die TOUR bereits getestet hat.

Zur Markteinführung der 105 Di2 präsentiert Shimano erstmals auch zwei neue Carbon-Laufräder im mittleren Preisniveau, die an keine Gruppe gebunden sind. Wie bei den Schaltgruppen transformieren die Japaner dabei die Technologien von den Top-Produkten auf preiswertere Komponenten. Das niedrigere C32-Laufrad soll sich durch sein geringeres Gewicht an Kletterer richten, das neue Allround-Modell C46 orientiert sich an den bekannten C50-Laufradsätzen von Dura-Ace und Ultegra.

Mechanische Shimano 105 R7100-Serie

Mit den neuen mechanischen zwölffach-Komponenten der Shimano-105-R7100-Serie bringt das japanische Unternehmen ein preislich attraktives Schaltsystem auf den Markt. Eine der wichtigsten Neuerungen der neuen mechanischen Shimano 105 mit Zwölffachantrieb ist das RD-R7100-Schaltwerk mit Shadow-RD-Technologie. Mit dem Schritt zu einem Zwölfachantrieb erhält die mechanische Shimano 105 die großen und kleinen Gangstufen, die Rennradfahrern ein sehr breites Einsatzspektrum ermöglichen.

Die neuen ST-R7120-Schalt- und Bremshebel wurden so konstruiert, dass Menschen mit großen und mit kleinen Händen gleichermaßen von der veränderten Ergonomie profitieren können. und geringen Handkräften ermöglichen soll. Die modernen Bremssättel bieten im Vergleich zu früheren Modellen zehn Prozent mehr Freiraum zur Bremsscheibe, wodurch Schleifgeräusche verhindert werden. beim Entlüftungsprozess, auszeichnen. Shimano gibt das Gewicht und die Preise nur für die einzelnen Bauteile der neuen mechanischen 105-Komponentengruppe an. Die Komplettgruppe kostet demnach rund 1150 Euro.

Shimano 105: Wie ein Uhrwerk

Zuverlässige Technik, einwandfreies Schaltverhalten, Top-Ergonomie: Mit der 105-Gruppe bietet Shimano eine preiswerte Alternative zu teurer Elektronik.

Eine durchsichtige Mechanik hat bestechende Vorteile. Sie ist unabhängig von Akkus oder Batterien und man kann sehen und fühlen, was passiert. Wenn doch etwas hakt, lässt sich meist leicht erkennen, woran es liegt. Kein Wunder also, dass die rein mechanisch betätigte Kettenschaltung am Rennrad auch im Zeitalter elektronisch angetriebener Schaltwerke und Umwerfer noch eine Menge Fans hat.

Die können seit Kurzem aufatmen: Shimano bringt die mechanische Version der 105 als Getriebe auf dem neuesten technischen Stand auf den Markt, das ohne Akkus, Funksignale und sonstigen elektronischen Firlefanz funktioniert.Neuester technischer Stand heißt: Mit zwölf Ritzeln am Hinterrad bietet sie ein Gängespektrum, das bislang deutlich höherpreisigen Rädern vorbehalten und fast flächendeckend von Elektroschaltungen geprägt ist. Inwieweit das Ensemble eine Alternative für moderne Rennräder sein kann, klärt unser erster Test.

Neu an der Gruppe sind genau genommen nur wenige Teile: Schalthebel, Schaltwerk und Umwerfer. Antrieb und Bremsen entsprechen der 2022 vorgestellten 105 Di2, die als elektronisch betätigter Zwilling im Shimano-Portfolio bleibt. Dennoch waren wir auf das Update aus mehreren Gründen besonders gespannt: Zum einen ist es Tradition, dass Shimano technische Verbesserungen zunächst in den teuersten Gruppen einführt und später an die günstigeren weiterreicht. Da die teureren Ultegra- und Dura-Ace-Schaltungen aber schon seit spätestens 2017 nur noch als elektronische Varianten entwickelt wurden, gibt es im Grunde kein “Vorbild”, und es wird zur spannenden Frage, ob Shimano der Mechanik überhaupt noch Verbesserungen entlocken kann.

Zum anderen hat sich das Rennrad seit der letzten Generation der Shimano 105, die 2018 auf den Markt kam, stark verändert. Kabel und Leitungen verlaufen heute auch bei preiswerten Rennrädern fast ausschließlich an oder im Cockpit und von dort direkt in den Rahmen. Solche verwinkelten Leitungsführungen können die Funktion von Bowdenzügen aber erfahrungsgemäß stark beeinträchtigen. Auf die reibungslose Funktion der Schaltung haben wir deshalb auch bei den Fahrten mit unseren Testrädern besonders geachtet.

Ergonomie der Shimano 105

Eine erste positive Überraschung erleben wir aber schon, ohne einen Meter gefahren zu sein: In Sachen Ergonomie sind die neuen Hebel der 105 der Konkurrenz weit überlegen. Die Hände finden eine üppige Auflagefläche auf den Griffgummis; gleichzeitig sind die Griffkörper schlank genug, damit auch kleine Hände sie gut umgreifen können. Zwischen Hebel und Lenker ist am oberen Ende viel Platz und im Wiegetritt stört keine Kante; weiter unten nähert sich der Bremshebel schwungvoll dem Unterlenker und auch kurze Finger können ihn dort gut fassen.

Auch in Bremsgriffhaltung ist der Bremshebel sehr gut erreichbar und bietet eine große Fläche für die Finger. Auch eine Griffweiteneinstellung ermöglicht der Hebel, wegen der ausgefeilten Form ist sie aber eigentlich gar nicht notwendig.

Schnelle und präzise Gangwechsel

Auch von den Testfahrten können wir überwiegend Gutes berichten. Mit den zur Seite leicht ausgestellten Hebeln können auch mehrere Gänge gleichzeitig gewechselt werden, ohne sich groß die Hände zu verrenken. Vor allem das Schaltverhalten des vorderen Umwerfers finden wir im positiven Sinne bemerkenswert: Beim Wechsel aufs große Kettenblatt muss zunächst ein angenehm definierter Widerstand überwunden werden - danach geht alles rasend schnell und die Kette rastet in Sekundenbruchteilen sauber auf dem benachbarten Blatt ein. Es fühlt sich an wie das Umlegen eines hochwertigen Schalters - bis auf ein vernehmbares “Klick” fast lautlos, ohne Schleifen, ohne Klemmen, egal, wie viel Druck auf dem Pedal lastet.

Auch umgekehrt fällt die Kette stets sicher. Die Gänge hinten wechseln etwas weniger definiert, aber, wie von Shimano gewohnt, geschmeidig und tadellos - zumindest, sofern die korrekte Kassette montiert ist. Für die mechanische Variante musste Shimano die 105-Kassette gegenüber der Di2-Version leicht anpassen, erkennbar ist sie an der Bezeichnung R7101 (statt R7100). Ansonsten ist optisch kein Unterschied auszumachen, doch man sollte sich an die Empfehlung halten. An einigen Testrädern war, vermutlich aufgrund von Lieferproblemen, die Di2-Kassette CS-R7100 montiert. Sie tendiert unter viel Kettenspannung zu etwas lauteren, knackenden Schaltgeräuschen beim Wechsel auf größere Ritzel, funktioniert ansonsten aber reibungslos. Das dürfte auch bei Kassetten aus den anderen Zwölffach-Gruppen Dura-Ace und Ultegra der Fall sein.

Shimano 105: Reibung

Die angesprochene Leitungsintegration scheint für die mechanische Shimano 105 indes kein Problem darzustellen. An unseren Testrädern sind, wenn überhaupt, nur marginale Unterschiede im Schaltverhalten auszumachen. Die Bedienkräfte sind bei allen niedrig und auch die sensible Schaltung hinten arbeitet über alle zwölf Ritzel präzise und ohne Verzögerungen. Das ist insofern bemerkenswert, als wir noch vor wenigen Jahren von der Kombination aus mechanischen Schaltgruppen und innenverlegten Zügen eher abraten mussten: In vielen Fällen war die Reibung so hoch, dass das Schaltwerk nur verzögert reagierte und sich die Schaltung nicht sauber einstellen ließ.

Auch reibungsarm beschichtete Innenzüge sind bei der neuen 105 nicht mehr notwendig. Sie arbeitet mit den mitgelieferten einfachen, unbeschichteten Zügen völlig fehlerfrei. Eine geänderte Zugführung am Schaltwerk, an dem der Zug jetzt einen größeren Bogen beschreibt, scheint die Verluste wieder aufzufangen.

Shimano 105: Starke Leistung, hohes Gewicht

Die Gruppe bringt ansonsten alle Stärken und Schwächen mit, die auch für die Di2-Variante gelten. Kräftige und sehr gut dosierbare Scheibenbremsen sowie ein gutes Verschleißverhalten verbucht sie auf der Habenseite. Die Kette ist von der Mountainbike-Gruppe SLX entliehen und als haltbar und preiswert bekannt, ebenso wie die große 11-36-Kassette.

Ankreiden könnte man ihr das vergleichsweise hohe Gewicht, denn gegenüber der Vorgängerin sind fast alle Teile ein wenig schwerer geworden.Rennräder unter 8,5 Kilogramm sind nur mit viel Aufwand drin, die meisten Kompletträder bewegen sich eher Richtung neun Kilogramm. Auch die eingeschränkten Übersetzungsoptionen könnten bei der neuen Generation manchen Interessenten stören: Mit den Kassetten 11-34 und 11-36 bietet Shimano zwar viel Spielraum für steile Anstiege und zielt auf wenig trainierte Freizeitsportler.

Außerdem passen diese großen Ritzelpakete auf Laufräder mit Elffach-Freilauf, sodass bei einem Umbau keine neuen Laufräder angeschafft werden müssen. Allerdings sind beide Kassetten etwas grob abgestuft. Wer nur im Flachland unterwegs ist und feinere Sprünge sucht, muss auf Ultegra-Kassetten ausweichen, die, wie beschrieben, nicht ganz reibungslos funktionieren und mehr kosten. Doch diese Pillen werden Kritiker der Elektronik am Rennrad schlucken.

Räder mit Shimano 105 im TOUR-Test

Ein Erfolg dürfte die Gruppe für Shimano schon deshalb werden, weil sie im Grunde konkurrenzlos ist. Preiswerter als mit der mechanischen 105 lässt sich ein Rennrad mit diesem funktionalen Niveau nicht aufbauen. Wettbewerber SRAM konzentriert sich beim Rennrad voll auf Elektronik und bietet mit der Rival lediglich eine mechanische Schaltung, die aber für Gravelbikes konzipiert ist und beim Bedienkonzept nicht mit Shimano mithalten kann. Die Produkte von Campagnolo spielen preislich in einer ganz anderen Liga und sind an Kompletträdern kaum zu finden.

Als Resümee können wir sagen, dass elektronisches Schalten natürlich komfortabler bleibt. Doch die neue mechanische 105 wird all jene begeistern, die mit mechanischen Schaltsystemen kein Problem haben und eine preiswerte, langlebige und sorglose Alternative zu Elektroschaltungen suchen.

Die erste Shimano 105 brachte der japanische Hersteller vor genau 40 Jahren heraus. Erstmals wird diese Gruppe nun mit der elektronischen Di2-Technologie ausgestattet, die auch bei den Top-Gruppen Dura-Ace und Ultegra zum Einsatz kommt. Darüber hinaus soll sich dieses „E-Tube-System“ mit vielen Fahrradcomputern von Drittherstellern koppeln, unter anderem mit Garmin und Wahoo.

Die Schalt-Bremshebel der neuen Shimano 105 wurden hinsichtlich ihrer Ergonomie überarbeitet. Dabei floß laut Shimano auch das Feedback von Profi-Rennfahrern in die Entwicklung mit ein. Die Bremsgriffe sind nun - ähnlich wie bei den teureren Top-Gruppen - höher gezogen und die Hebelform wurde angepasst. Dies soll für mehr Kontrolle und Fahrkomfort sorgen. Auch auf 105-Niveau kommt in den neuen Di2-Hebeln der selbst entwickelte Schaltkreis zum Einsatz, der für sichere, schnelle Signalübertragung und -verarbeitung sorgt und zugleich den Energiebedarf auf ein absolutes Mindestmaß reduziert. So wird das Risiko von Störungen und Interferenzen verringert, die Schaltgeschwindigkeit weiter reduziert und die Akku- bzw. Batterielebensdauer verlängert.

Auch die Shimano 105 ist künftig mit einem Zwölffach-Antrieb ausgestattet. Anders als bei den Sram-Gruppen fügt Shimano nicht ein kleineres Zehner-Ritzel hinzu, sondern platziert den „Extra-Gang“ mittig, um kleine Gangsprünge zu gewährleisten. Die Kassetten der neuen 105 werden mit 11-34 und, erstmals, mit 11-36-Zähnen angeboten. Die Kurbelgarnituren sind weiter als Kompakt- oder Semi-Kompakt-Ausführung erhältlich. Das bedeutet, dass mit 34-36 als „kleinstem“ Gang sogar eine Untersetzung beim Antriebsstrang möglich ist. Das neue Zwölffach-System ist mit allen gängigen Laufrädern laut Shimano weiterhin kompatibel.

Auch das Bremssystem der 105 Di2 wurde neuentwickelt. Das Ziel der Entwickler: ein geringeres Schleifen der Discbrakes, sowie eine vereinfachte Wartung und eine verbesserte absolute Bremspower. Neben den Schalt- und Bremskomponenten stellt Shimano zur Markteinführung der 105 Di2 erstmals auch zwei neue Carbon-Laufräder vor. Die C32- und C36-Laufradsätze ergänzen nun den bei der Einführung der Ultegra und der Dura-Ace vorgestellten C36- und C50-Laufräder. Das C32 Modell verfügt über 32 Millimeter hohe Felgen mit einer Maulweite von 21 Millimeter; das Gewicht des Satzes soll bei 1.502 Gramm liegen. Die Felge beim C46-Satzist 46 Millimeter hoch, hat ebenfalls 21 Millimeter Maulweite und soll 1610 Gramm wiegen.

Shimano gibt nur die Preise für die einzelnen Bauteile der neuen 105-Di2-Gruppe an. Die Komplettgruppe inklusive Akku und Ladegeräten kostet demnach rund 1838 Euro. Zum Vergleich: Die neue Ultegra-Zwölffachgruppe kostet rund 2415 Euro, die Dura-Ace rund 4180 Euro.

Technologien der Shimano 105

  • Center Lock: Durch die Befestigung einer Bremsscheibe per Sicherungsring gehen Montage und Demontage schneller von der Hand.
  • Dual Control Lever (DCL): Diese Hebel dienen sowohl zum Schalten als auch zum Bremsen.
  • Hollowtech II: Fahrradkurbeln mit Hollowtech-II-Technologie haben hohle Kurbelarme und sind deshalb besonders leicht.
  • Hyperglide+ (HG+): Diese Technologie ermöglicht dem Fahrer, auch während die Kette belastet wird, schnelle und präzise Schaltvorgänge.
  • Ice Technologies Bremsscheiben: Shimano hat diese Technologie entwickelt, um das Nachlassen der Bremsleistung aufgrund der Wärmeentwicklung zu verhindern.
  • One-Way-Bleeding: Shimano hat den Bremsflüssigkeitsweg verbessert, damit sich keine Luftblasen bilden.
  • Reach Adjust: Die Griffweite des Bremshebels ist mit der Reach Adjust einstellbar.
  • Shadow RD: Aufgrund seiner ausgereiften Technik ist ein Shadow-Schaltwerk sehr robust und eignet sich ideal für eine aggressive Fahrweise.
  • SIL-TEC: Diese innovative Beschichtung verringert die Reibung im Vergleich zu anderen Schalt- und Bremszügen um bis zu 60 %.

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