Ghost Fahrrad 28 Zoll Test: Ein umfassender Überblick

Ghost steht für ein vielfältiges Sortiment an Tourenrädern und Mountainbikes - Hardtails wie Fullys.

Ghost ASKET Advanced: Ein puristisches Gravel-Bike für Abenteuer

Das GHOST ASKET Advanced ist ein erschwingliches und robustes Gravel-Bike, das aufs Wesentliche reduziert ist. Es ist genau das Richtige für alle, die die Lösung „keep it simple“ verfolgen. Das GHOST ASKET Advanced ist ein einfaches, unkompliziertes und robustes Bike, was man ihm auch ansieht.

Das Design kommt komplett ohne Glamour aus. Anders gesagt, ist es einfach ein richtig ehrlicher Look, der gar nicht erst versucht, den verhältnismäßig günstigen Preis von 2.199 € zu verstecken. Dicke Schweißnähte, fette Schrauben in den Ösen, keine filigranen Designdetails, keine Cockpit-Kabelintegration: einfach ein funktionales Erscheinungsbild.

Immerhin gibt es den ASKET-Signatur-Knick in den Sitzstreben, der den langen Radstand noch ein wenig mindert. Auch die Lackierung wirkt wenig glamourös. Der Farbton „Metallic rusted dark red“ weckt wenig Emotionen, kann aber Kratzer und Dreck gut verstecken.

Anschraubpunkte und Komponenten

Richtig glänzen kann das GHOST ASKET Advanced allerdings bei den Anschraubpunkten. Davon gibt es nämlich eine ganze Menge: drei für Flaschenhalter (zwei im Rahmen, einer am Tretlager), auf dem Oberrohr und darunter sowie an der Gabel. Sogar eine Ständer- und Gepäckträgermontage ist damit möglich.

Die Komponenten preist GHOST beim ASKET Advanced als „High-End-Ausstattung“ an. In Wirklichkeit ist es aber eine wilde Mischung verschiedener Gruppen der Shimano GRX-Serie. Die hydraulischen Shimano GRX BR-RX400-Scheibenbremsen beispielsweise sind gemixt mit Shimano GRX ST-RX600-Bremshebeln. Kurbelsatz und Schaltwerk kommen hingegen aus der Shimano GRX 800er-Familie. Auch der Laufradsatz ist „bunt“ gemischt. Dieser besteht aus einer Shimano 105er-Nabe - die ja eigentlich zur Road-Sparte gehört - und einer günstigen WTB ST i25-Mountainbike-Felge. Irgendwie nicht ganz stimmig, aber vor allem nicht High-End.

Viel wichtiger als das Label sollte aber natürlich die Funktion sein, die bei der gesamten Shimano GRX-Familie gegeben ist. Die restlichen Anbauteile sind, ebenso wie der Rahmen, aus Alu und kommen entweder direkt von GHOST oder sind ohne Label. Dabei sticht besonders der Lenker mit einer Breite von 480 mm heraus. Die Drops sind dabei extrem tief und unergonomisch, da sie nicht waagerecht, sondern schräg nach unten auslaufen.

Mit 10,98 kg ist das GHOST ASKET Advanced das schwerste Bio-Bike im Test bei einem Kostenpunkt von 2.199 €.

Fahrgefühl und Einsatzbereich

Auf dem GHOST ASKET Advanced sitzt es sich sehr komfortabel und entspannt. Das lange Steuerrohr und der kurze Vorbau laden zum Cruisen ein. Das sorgt für ein richtig entspanntes Fahrgefühl und vermittelt gute Laune beim Dahinrollen. Überraschenderweise ist das Gravel-Bike dennoch sehr wendig. Biegt man auf den Trail ab, sind auch schnelle Rides kein Problem. Die aufrechte Sitzposition in Verbindung mit dem breiten Lenker und kurzen Vorbau resultiert in viel Kontrolle ergo einem großen Sicherheitsgefühl, fast wie auf einem MTB.

Die viel zu geringe Bandbreite der Schaltung mit einer 11-42-Kassette und 40er-Kettenblatt machen steile Anstiege schnell zur Schiebepassage, was natürlich auch mit dem hohen Eigengewicht zu tun hat. Schnallt man nun noch Gepäck ans Bike, wofür es ja eigentlich prädestiniert ist, werden selbst leichtere Steigungen zur Challenge. Eine Mullet-Schaltung wäre hier ein ideales Match für das GHOST ASKET Advanced.

Überraschend gut ist hingegen die Compliance. Die Kombination aus Rahmen und breiten Felgen dämpft ganz ordentlich, trotz mit 40 mm relativ schmalen MAXXIS Ravager EXO-Reifen. Gut, dass noch 10 mm mehr Reifen in den Rahmen passen. Die Ravager rollen auf der Straße eher schlecht, im Gelände dafür ziemlich gut.

Es vereint Abenteuer-Bereitschaft für Erkundungstouren sowie Bikepacking-Abenteuer mit allem möglichen Equipment und über alle möglichen Untergründe. Dazu ist es noch ziemlich robust, wodurch es absolut alltagstauglich wird. Das reicht vom Pendeln bis zur Mitnahme im Zug.

Ghost Road Rage Advanced: Gravel-Bike für Einsteiger

Das Ghost Road Rage gibt es in verschiedenen Ausführungen und Ausstattungsvarianten. Insgesamt gibt es sieben Modelle. Die Modelle „Road Rage“, „Road Rage Base“, „Road Rage Essential“ und „Road Rage Advanced“ kommen ohne diese Extras und unterscheiden sich in Farbe und Ausstattung. Preislich beginnt das bei 1.099 Euro (Road Rage Base) und geht hoch bis 2.099 Euro (Road Rage Essential). Unser Testbike schlägt mit 1.999 Euro zu Buche, ist also das zweitteuerste Modell. Trotzdem kann man insgesamt festhalten, dass sich die Ghost-Gravelbikes eher im preisgünstigen Segment bewegen.

Ausstattung und Details

Für dein Geld bekommst du im Falle „Road Rage Advanced“ eine grundsolide Ausstattung, die im Wesentlichen aus einer Shimano GRX-Gruppe, ein paar Ghost-Anbauteilen sowie Laufrädern und Reifen von WTB besteht. Das Rad rollt auf 700C Reifen, die 37 mm breit sind. Alle Leitungen und Züge sind sauber im Rahmen verlegt und es ist sogar die Nachrüstung einer Dropper-Post möglich.

Ansonsten kommt das Ghost eher schnörkellos daher. Der voluminöse Alurahmen wirkt weder super fancy noch besonders filigran. Dafür macht er einen absolut soliden Eindruck und ist sicher auch mit für den güsntigen Preis verantwortlich.

Hier nochmal die Highlights des Ghost Road Rage Advanced im Überblick:

  • robuster Alurahmen
  • innen verlegte Züge
  • Flatmount-Scheibenbremsaufnahmen
  • verschiedene Flaschenhalteraufnahmen, u.a. am Oberrohr und an der Gabel
  • 700C Laufräder
  • Shimano GRX Gruppe
  • 12-mm-Steckachsen

Fahrgefühl und Testeindrücke

Über fehlende Stabilität braucht man sich bei dem robusten Bike keine Sorgen zu machen. Zumindest nicht „obenrum“. Unten bei den Reifen sah ich das Übel jedoch kommen: Den WTB Riddler Reifen hatte ich noch nie als besonders pannensicher wahrgenommen. Und so dauerte es auch keinen Tag, bis ich den ersten Platten flicken durfte. Vom Standardschlauch habe ich dann auf einen Aerothan von Schwalbe umgerüstet - und so hatte ich zum Glück für den Rest des Trips Ruhe.

Ich persönlich bin zwar kein Fan von Zweifach-Antrieben, dennoch machte die GRX Schaltung einen guten Job. Die Kette klappert halt relativ viel und man muss vorn öfter hoch und runter schalten. Hätte ich die Wahl, würde ich mich immer für ein 1-fach Setup entscheiden. Der Rest der Gruppe konnte mich hingegen voll und ganz überzeugen. Vor allem die super angehemen GRX Griffe muss ich hier mal loben: Sie fühlen sich so gut an! Auf langen Etappen greife ich sie sehr gern oben, die Form passt für mich perfekt. Auch die Bremsgriffe liegen gut in der Hand. Die Bremsen selbst haben auch zuverlässig gearbeitet.

Etwas schade fand ich, dass sich am Rahmen sehr schnell Schleifspuren im Lack verewigten. Taschen und Klettbänder sind ja ein einem Gravelbike nicht wirklich außergewöhnlich. Wenn dich solche optischen Mängel stören, solltest du das Rad am besten vor dem ersten Bikepacking Einsatz an den entsprechenden Stellen abkleben.

Was die Geometrie betrifft, hat Ghost hier einen guten Spagat zwischen „flott auf der Straße“ und „handlich im Gelände“ hinbekommen. Ich fühlte mich auf dem Road Rage nirgendwo fehl am Platz. Das Bike macht alle mit, ohne eine Vorliebe für bestimmte Bedingungen zu haben. Es ist ein gutmütiger, vielseitiger Allrounder - eben das, was ich von einem Gravel Bike erwarten würde.

Der Rahmen selbst ist - typisch Alu - ziemlich steif. Dementsprechend leitet er Vibrationen und Schläge relativ ungefilter an den/die FahrerIn weiter. Hier muss man fairerweise erwähnen, dass ein moderner Hightech-Carbonrahmen sich insbesondere auf lange Etappen mitunter komfortabler anfühlen kann.

Fazit

Ghost hat mit seiner Road Rage Plattform ein vielseitiges und ausgewogenes Gravelbike im Programm, das auch auf Grund der Preisgestaltung hervorragend für Gravel-EinsteigerInnen geeignet ist. Meiner Meinung nach ist das Rad weder ein Asphalt-Rowdie noch kommen die MTB-Gene zu stark durch. Stattdessen ist es gutmütig, robust und durchdacht - perfekt für einen langen Bikepacking-Trip.

Ghost Urban Asket: Agil und robust für die Stadt

Das Ghost Urban Asket zeichnet sich durch eine sportliche Sitzposition und schnelle Lenkreaktionen aus, was es ideal für agile Fahrten in der Stadt macht. Der robuste Aluminiumrahmen mit vielfältigen Befestigungsmöglichkeiten erhöht die Praktikabilität für den Alltagsgebrauch.

Allerdings zeigt das Rad bei der Ausstattung, insbesondere bei den mechanischen Scheibenbremsen, Verbesserungspotenzial, was bei hohen Geschwindigkeiten oder schwerer Beladung zu Einschränkungen führen kann. Während das Bike für leichte Ausflüge und den urbanen Raum ausgelegt ist, stößt es in anspruchsvollem Gelände an seine Grenzen. Trotz dieser Kompromisse bietet das Ghost Urban Asket eine gute Mischung aus Agilität, Robustheit und Anpassungsfähigkeit, was es zu einer attraktiven Option für Stadtfahrer und Gelegenheitsausflügler macht.

Weitere getestete Fahrräder

Neben den oben genannten Modellen wurden auch andere Fahrräder getestet, die hier kurz zusammengefasst werden:

  • Giant AllTour SLR 1: Ein zuverlässiger, langlebiger Allrounder mit hoher Zuladungskapazität, ideal für Touren mit viel Gepäck.
  • Liv Thrive Advanced GX: Speziell für Frauen konstruiert, bietet es hohen Komfort und eine optimierte Kraftübertragung, ideal für vielseitige Performance und Sicherheit auf jeder Fahrt.
  • Koga Colmaro Sports: Ein Speedcruiser, der mit seiner leichten und reaktionsfreudigen Konstruktion sportliche Performance mit Komfort vereint, ideal für Kurztrips und die Stadt.
  • Giant Fastroad AR Advanced 1: Ein Allrounder, der Mountainbike-Robustheit mit Rennrad-Agilität und Gravel-Vielseitigkeit kombiniert, perfekt für Touren und diverse Fahrbedingungen.
  • Koga F3 5.0: Holländische Eleganz trifft auf sportliche Agilität, ideal für den Alltag und schnelle Touren, mit dem Versprechen von Langlebigkeit und modernem Komfort.
  • Diamant Rubin Legere: Vereint Sportlichkeit mit Tourenkomfort und Vielseitigkeit, ideal für dynamische Stadtflitzer und ausgedehnte Touren.
  • KTM Life Style: Ein Trekkingrad mit stilvollem Design und Komfort für lange Touren und gutem Preis-Leistungsverhältnis.
  • KTM Life Tour: Ein Damen-Trekkingbike, das Stil mit Leistung kombiniert, perfekt für komfortorientierte Touren und Fahrerinnen, die Wert auf Übersicht und Qualität legen.
  • Diamant Ubari Super Deluxe: Ein attraktives Trekkingrad, das mit seiner modernen Optik und einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt, ideal für preisbewusste Stadtfahrer und Landentdecker.

Leichte Räder im Test

Das riesige Plus der leichten Räder liegt in ihrer Dynamik, und die wiederum profitiert eben fast ausschließlich vom Gewicht der Räder und ihrer Komponenten, an das im bezahlbaren Segment sonst nur Gravel- und Rennräder rankommen. Deren Lenkerbügel ist aber nicht jedermanns Sache, gerade die Lenkerbreite um 40 Zentimeter gibt mitunter ein Gefühl von wenig Kontrolle.

Die leichten Räder im Test wiesen Lenkerbreiten von 61,2 cm beim Koga Colmaro bis 71,3 cm beim Ghost Urban Asket auf.

Vorteile leichter Räder

  • Schnelles Beschleunigen
  • Dynamische enge Kurven
  • Energiesparendes Fahren
  • Viel Kontrolle und Sicherheit auf verschiedenen Untergründen

Abnehmbare Komponenten und Zubehör

Im Test wurden auch verschiedene abnehmbare Komponenten und Zubehörteile betrachtet:

  • SKS Infinity Universal MIK & Topbag: Eine schnelle, saubere Lösung für den Transport, die auf fast jeden Metall-Hinterbau fixiert werden kann.
  • Sigma Aura 100 / Blaze link: Ein Set, das die StVZO-Anforderungen übertrifft und Leuchtstufe sowie Akkustand anzeigt.
  • Raceblades von SKS: Die derzeit schickste Lösung für Schutzbleche, die schnell montiert und abgenommen werden können.

Technische Parameter des Ghost Asket Essential EQ AL

Das Ghost Asket Essential EQ AL 28-Zoll-Gravelbike basiert auf einem entspannteren und abenteuerlicheren Aluminiumrahmen und einer soliden Carbongabel und bietet standardmäßige Maxxis Ravager 700x40c-Gravelschuhe. Dank der längeren Gabel verfügt es über einen höheren Rahmenkopf, während der hintere Teil des Rahmens deutlich geneigt ist. Seine Ausstattung besteht aus einer Shimano GRX-Schaltung und leistungsstarken Bremsen. Die EQ-Variante ist außerdem mit Lichtern, praktischen Schutzblechen und einem Gepäckträger ausgestattet.

Technische Daten

Parameter Wert
Jahr 2024
Kategorie GRAVEL / CYCLOCROSS
Radgröße 28"
Material Aluminium
Rahmen ASKET AL
Gabel GHOST Carbon
Schalthebel Shimano GRX RD-RX400 10-S
Kassette Shimano CS-HG50-10 11-36
Bremsen Shimano GRX ST-RX400
Naben Shimano HB-RS470 12x100 mm / Shimano FH-MT400 12x142 mm
Lenker Gravel Bar RA120A (verschiedene Größen)

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0