Das Giant Trance mit Maestro-Hinterbau ist ein echter MTB-Klassiker, seit fast 20 Jahren kennen Mountainbiker diesen Namen. X-fache Testsiege begründen seinen guten Ruf, zuletzt im All-Mountain-Test 2022. Mit von uns gemessenen 144 Millimetern am Heck liegt es - ganz klassisch - mittendrin in der Kategorie der All-Mountain-Bikes.
Giant Trance X 2: Klassische All-Mountain-Qualitäten
Ausgewogene Fahreigenschaften und Sitzposition
Wie bereits beim Vorgängermodell ist die Sitzposition des Traditionsmodells sehr ausgewogen. Ein kurzes Steuerrohr und der Lenker mit wenig Rise bringen im Sitzen viel Druck auf das Vorderrad. Zusammen mit dem steilen Sitzwinkel drängt das Giant förmlich vorwärts. So geht es in der Ebene zügig voran. Auch im Wiegetritt wippt der Hinterbau nur wenig und lässt sich mit dem Plattformhebel des Dämpfers komplett ruhigstellen. Steile Rampen und ausgedehnte Touren bewältigt das Giant mit am besten.
Sicherheit bergab
Bei hohen Geschwindigkeiten bergab sorgt vor allem der lange Reach des Trance X 2 für Sicherheit. Wird der Trail eng und verwinkelt, wirkt sich der lange Radstand eher sperrig aus und verlangt nach Körpereinsatz vom Fahrer. In der Praxis fiel die moderate Steifigkeit des relativ leichten Rahmens nicht negativ auf. Tretlager sowie Schwerpunkt liegen niedrig und betten den Fahrer tief ins Bike ein. Der feinfühlige Hinterbau hält gut gegen und sackt auch in Kurven nicht weg.
Ausstattung mit Verbesserungspotenzial
Leider kann die einfache Rockshox-Gabel mit dem Heck nicht mithalten. Sie zeigt sich wenig sensibel und schmatzt zudem bei schnellen Schlägen laut. Die gruppenlosen Shimano-Stopper bieten gerade noch genug Bremskraft für den All-Mountain-Einsatz. Etwas unpräzise wechselt die günstige Sram-SX-Eagle-Schaltung die Gänge. Der komplette Antrieb ist online schon für 240 Euro zu haben und bringt an ein Bike für 3300 Euro nur wenig Glanz. Als einziger Hersteller im Test liefert Giant sein Bike tubeless aus. Vor allem der breite Maxxis Minion DHF an der Front bietet damit viel Grip.
Technische Daten und Noten
Hier eine Übersicht der technischen Daten und Noten des Giant Trance X 2:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Preis | 3299 Euro |
| Rahmenmaterial | Alu |
| Gewicht o. Pedale | 15,28 kg |
| Federweg vorne/hinten | 148/144 mm |
| Schaltung | Sram SX Eagle 1 x 12 |
| Bremsanlage | Shimano BL-MT 401 / Shimano BR-MT 420 |
| BIKE-TESTURTEIL | gut - 169,8 von 250 |
GIANT Trance X Advanced E+ Elite 0 V2: Leicht und kraftvoll
Einleitung
GIANT vollführt mit dem Trance X Advanced E+ Elite 0 V2 eine Gratwanderung in unserem Vergleichstest und paart den hauseigenen SyncDrive Pro2 MG Full-Power-Motor mit einem kleinen 400-Wh-Akku. Mit einem Gewicht von 19,5 kg und ungedrosselter Motorpower soll es für ordentlich Trail-Performance sorgen. GIANT, der größte Fahrradhersteller weltweit, zieht nun auch mit einem leichteren E-Mountainbike nach.
Technische Details und Ausstattung
GIANT geht die Sache anders an und verpasst dem Trance X Advanced E+ Elite 0 den GIANT SyncDrive Pro2 MG-Full-Power-Motor mit 85 Nm, in Kombi mit einem kleinen 400-Wh-Akku. Trotz großem Motor kommt das GIANT Trance X Advanced E+ Elite 0 auf schlanke 19,5 kg in Größe L. Bei den Light-E-MTBs kann es in Sachen Gewicht nicht ganz mit den anderen Modellen im Test mithalten. Vergleicht man es mit den Full-Power E-MTBs, ist es das leichteste im Test. GIANT setzt dabei auf 150/140 mm Federweg (v/h) und rollt auf Mullet-Laufrädern - gemischten Laufradgrößen mit 29” vorne und 27,5” hinten. Mit 11.999 € gehört es in das obere Preissegment im Test.
Design und Besonderheiten
Auf den ersten Blick fällt die unverwechselbare organische Formensprache mit bewährtem Maestro-Hinterbau auf - beides steht für GIANT. Es kommt mit einem Vollcarbon-Rahmen mit Flip-Chip in der Dämpferwippe, womit Fahrer die Geometrie des Bikes an sich und an unterschiedliches Gelände anpassen können. Im Unterrohr kombiniert GIANT den kleinen Akku mit dem kraftvollen SyncDrive Pro2 MG-Motor. Mit seinen 85 Nm bringt der Motor ordentlich Power mit, ist aber im Vergleich zu den Light-E-Bikes ziemlich wuchtig im Design - als Full-Power-Modell aber auch leistungsfähiger.
Akku und Reichweite
Der 400-Wh-Akku ist fest verbaut und falls ihr keine Steckdose in der Garage habt, müsst ihr das Bike zum Laden mit in die Wohnung nehmen. Dafür ermöglicht GIANT beim Trance, einen 1,2 kg schweren und 499,90 € teuren Range Extender mit 200 Wh im Trinkflaschenformat nachzurüsten. Mit insgesamt 600 Wh steht dann das Bike auch für längere Touren bereit und kommt so auf insgesamt 20,7 kg Gewicht - damit ist es das leichteste Fullpower E-MTB in unserem Testfeld.
Komponenten und Ausstattungshighlights
Highlights der Ausstattung sind unter anderem das FOX Factory-Fahrwerk, bestehend aus der FOX 36 Factory-Gabel mit GRIP2-Dämpfungskartusche und dem FOX FLOAT X Factory-Dämpfer. Beide bieten eine vielfältige Einstellbarkeit und eine top Trail-Performance. Optisch passend ist die Kashima-beschichtete FOX Transfer Factory-Sattelstütze verbaut, die sich komplett im Sattelrohr versenken lässt. Ganz oben ins Regal greift GIANT auch bei der Schaltung und verbaut die elektronische SRAM XX Eagle AXS Transmission, die sehr robust ist und direkt am Rahmen befestigt ist. Die kraftvollen SRAM CODE RSC-Vierkolbenbremsen sollen für ordentlich Bremspower sorgen.
Fahreigenschaften und Performance
Wer sich auf das GIANT Trance X Advance E+ Elite 0 schwingt, wird durch die hohe Front mit einer bequemen Sitzposition abgeholt. Mit dem 200 Wh starken Range Extender auf dem Unterrohr und den schnell rollenden MAXXIS-Reifen, die durch ihren geringen Rollwiderstand selbst wie ein Range Extender fungieren, sind lange Touren möglich - ähnlich wie mit einem Full-Power E-MTB mit großem Akku. Im Power-Modus erfordert es einen geübten Fahrer, um das GIANT zu bändigen, denn es sprintet selbst bei kleinstem Pedalkontakt mit einem Satz nach vorne. Durch die schiere Kraft aus dem Motor allein kann sich das GIANT gegen jedes Light-E-MTB im technischen Uphill behaupten.
Einsatzbereich
Wie für alle Light-E-MTBs auch ist die Paradedisziplin für das GIANT Trance X Advanced E+ Elite 0 die Abfahrt über gut geshapte Flowtrails, gespickt mit Features wie Anliegern oder Absprungkanten. Hier kann man entweder durch Pushen über Roller oder durch ein Paar Pedaltritte in den kraftvollen Motor schnell wieder Geschwindigkeit aufbauen. Das GIANT Trance X Advanced E+ Elite 0 ist ein Bike für alle, die ein leichtes Full-Power-E-MTB suchen, mit einem kleinen Akku, aber der Möglichkeit eines Range Extenders. Es bietet eine attraktive Option für sportliche Fahrer, die auf flowigen Trails unterwegs sind und gelegentlich eine längere Tour unternehmen möchten.
Giant XTC SLR 1: Alu-Hardtail im Preis-Leistungs-Vergleich
Einleitung
In BIKE 11/23 luden wir 11 Bestseller-MTBs zum großen Preis-Leistungs-Vergleich. Mit dabei: Das Giant XTC SLR 1 mit 100 Millimetern Federweg. Als Alu-Hardtail kann das Giant in Sachen Preis höher punkten als jedes andere Fahrrad in diesem Test. Für knapp 1800 Euro schnüren die Taiwanesen Komponenten der Marke Eigenbau und Teile von Shimano zu einem ansprechenden Ausstattungspaket zusammen.
Ausstattung und Fahrgefühl
Trotz Schnäppchenpreis lässt es sich Giant als der größte Bike-Hersteller der Welt nicht nehmen das XTC schlauchlos auszuliefern. Auch wenn die Maxxis-Rekon-Reifen nur 2,25 Zoll schmal und schwach profiliert sind, braucht sich das Giant deshalb in Sachen Grip und Komfort nicht zu verstecken. Weniger gut gefällt die Federgabel aus eigenem Haus, deren Druckstufendämpfung Gegenhalt vermissen lässt.
Performance
Talwärts hat man auf dem Giant XTC SLR 1 durch die absackende Gabel, den 70 Grad steilen Lenkwinkel und ein lang-tiefes Cockpit schnell das Gefühl zu weit vorne zu hängen. Auch der üppige Radstand kann die fehlende Souveränität in schnellen, steilen Abfahrten nicht kaschieren. Immerhin ist die starre Sattelstütze dank Schnellspanner im Nu abgesenkt. Mit ergonomischen Hebeln und guter Verzögerungs-Power liefert die einfache Shimano-Bremsanlage eine bessere Vorstellung ab als die günstige Konkurrenz von Sram.
Technische Daten und Bewertung
Hier eine Übersicht der technischen Daten und Bewertung des Giant XTC SLR 1:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Kategorie | Cross Country-Hardtail |
| Preis | 1799 Euro |
| Rahmenmaterial | Aluminium |
| Federweg (BIKE-Messung) | 102 mm |
| Gewicht ohne Pedale | 12,01 kg |
| Schaltung | Shimano SLX/XT, 1x12 |
| BIKE-Testurteil | Gut - 166,5 von 250 Punkten |
Fazit
Sparfüchse finden im günstigen Giant Hardtail ein gelungenes Gesamtpaket zum Kilometerschrubben. Am wohlsten fühlt sich das XTC auf gemäßigten Touren. In steilem Gelände leidet die Fahrperformance vor allem durch die unterdämpfte Gabel.
Giant Fathom 29 2: Spaß im Gelände zum Einstiegspreis
Preislich bewegen wir uns mit dem Giant Fathom 29 2 auch für ein 29er-Hardtail noch im Einstiegsbereich. Weiter an Attraktivität gewinnt das Rad mit der kräftigen Luftfedergabel mit 130 Millimeter Hub und zusätzlich einstellbarer Zugsstufe. 15-Millimeter-Steckachsen mit breitem Boost-Standard sorgen für präzise Laufradsteifigkeit. Um dennoch den Preis zu halten, ergänzen eine mit 1×10 Gängen etwas reduzierte Deore-Schaltung und eine vergleichsweise einfache Scheibenbremse von Tektro das technische Line-up. Der Maxxis-Reifen ist mit 2,5 Zoll reichlich breit und zudem mit ausgeprägtem Stollenprofil versehen.
Einsatzbereich und Fahrgefühl
Das Einsatzspektrum des Fathom umreißt Giant mit Cross-Country und Trail. Dass ein Hardtail nicht immer eine Marathon-Rennmaschine sein muss, beweist schon die noch moderate Sitzhaltung auf dem Fathom. Die Hände haken sich am breiten Lenker ein, der ein großes Kontrollversprechen abgibt. Allerdings dürften die Griffe gerne geklemmt sein. Während man über den Rahmen, insbesondere mit dem starren Heck, einen sehr guten Kraftfluss erzielt, greift der Reifen beherzt in den Boden, solange der nicht zu fest und zu weich ist.
Performance im Gelände
Bergab entwickelt sich schnell ein flüssiges Tempo, bei dem man die Linienführung primär über die direkte Front reguliert. Durch die Laufradgröße bleibt eine gewisse Spurtreue präsent. Die Gabel spricht richtig gut an und nimmt Unebenheiten bereitwillig auf. Für Bergaufpassagen dürften es mehr und engere Gänge sein. Das Fathom 29 2 bietet tolle Technik und viel Spaß im Gelände.
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