Harley-Davidson, gegründet 1903 von William Harley und den drei Brüdern Davidson, begann in den ersten Jahren mit kleinen Stückzahlen. Doch mit dem ersten V-Zweizylinder ging es ab 1911 steil bergauf, nach dem Ende des ersten Weltkriegs konnte man erstmals den Rivalen Indian überflügeln.
Ein wichtiger Teil der Harley-Davidson Geschichte sind die Zweitakt-Modelle, die von 1948 bis 1978 gebaut und angeboten wurden. Harley-Davidson baute eine komplette Motorradreihe um den damals sensationell guten Motor und bohrte den Hubraum 1953 sogar auf 165 Kubik auf.
Die Zweitaktära von Harley begann mit Reparationen aus dem Zweiten Weltkrieg. Aus den DKW-Werken in Zschopau wurden Pläne der RT 125 und Maschinen unter den Alliierten verteilt.
Harleys deutschstämmige Zweitakter 1948 - 1966
Harley-Davidson Model S 125
Das erste Modell war von 1948 bis 1952 das Model S 125, mit 3 PS und 3-Gang-Getriebe. Vollkommen neu für zivile Harleys war die Fussschaltung. Die kleinen Maschinen wurde von DKW entwickelt und gebaut, nach dem Krieg wurden die Rechte an die Siegermächte gegeben. So wurde die Maschine in den USA, Russland, GB, und Japan gebaut. Sie war auch das erst Motorrad von Yamaha.
Der Rahmen war starr, die Gabel eine Girder-Konstruktion mit Gummibanddämpfung. Anfangs gab's einige Probleme, so neigten die ersten Rahmen zu Brüchen, was eine Rückrufaktion zur Folge hatte. Ab 1951 setzte Harley eine hydraulische Telegabel ein. Kommerziell kann die S 125 als Erfolg gewertet werden: In den ersten 10 Monaten wurden 10.000 Stück verkauft, und die machten den meist jungen Kunden Lust auf größere Harleys.
Harley-Davidson Model 165
1953 vergrößerte Harley den RT-Motor auf 165 Kubik und steigerte die Leistung auf 5,5 PS. Das Chassis des Model 165 war gleich der S 125. Mit dem optionalen 7"-Scheinwerfer nahm das Model 165 im Ansatz die ikonische Front der Evo-Fat-Boy 37 Jahre vorweg. Das Model 165 blieb bis 1959 im Programm.
Harley-Davidson Hummer
1955 brachte Harley wieder eine 125er und nannte sie Hummer. Nicht nach dem Krustentier, sondern nach dem sehr erfolgreichen Harley-Händler Dean Hummer, der damals die meisten Zweitakter verkaufte. Optisch wurde das Model S 125 etwas aufgefrischt und bis 1959 verkauft.
Harley-Davidson Super 10
1960 stellte Harley das Model 165 und die Hummer ein und brachte die Super 10. Technisch glich sie dem Model 165, und optisch war sie eine zweifarbig lackierte Hummer mit etwas breiteren Reifen. Nur ein Jahr blieb die Super 10 im Programm.
Harley-Davidson Pacer
1962 ersetzte die Pacer die Super 10. Weiterhin im gleichen Chassis verschraubt, wuchs der Motor auf 175 Kubik und 10 PS. Für 1963 baute Harley einen komplett neuen Rahmen mit Schwinge und gezogenem Federbein unter dem Motor. Bis 1965 blieb die Pacer im Programm.
Harley-Davidson Ranger
Nur im Jahr 1962 baute Harley auf Basis der 165er-Modelle mit Starrrahmen das Offroad-Modell Ranger. Ohne Licht und Schutzbleche, dafür mit einem riesigen Kettenrad mit 84 Zähnen. Nur 186 Stück wurden gebaut. Einer Legende zufolge baute Harley-Davidson die Ranger aus übrig gebliebenen Bauteilen der Super 10.
Harley-Davidson Scat
Auf Basis der Pacer kam 1962 die Scat. Ein Dual-Purpose-Bike mit hohem Auspuff, was heute als Scrambler bezeichnet werden würde. Optional gab es eine sehr kurze Untersetzung, ob so extrem wie bei der Ranger ist nicht bestätigt. 1962 noch mit Starrrahmen, ab 1963 ebenfalls mit Schwingenrahmen. Bis 1965 war die Scat im Programm. Es wurden zwischen 4.000 und 5.000 Stück produziert.
Harley-Davidson Bobcat/Bobtail
1966 kam mit der Bobcat oder Bobtail das letzte Modell auf Basis der alten "RT-Modelle". Das Chassis war das vollgefederte der Pacer ab 1963, der Motor der 175er-Zweitakter mit 10 PS. Die Karosse war vollständig aus Kunststoff, mit einer langen Doppelsitzbank. Die Form des Hecks nahm teilweise den Boat-Tail von 1971 vorweg. Es wurden nur 1.150 Stück hergestellt.
Zweitakter von Aermacchi
Der zweite Akt der Zweitakter-Geschichte von Harley-Davidson lief ab 1965 zeitgleich mit den RT-basierten Modellen. Zwischen 50 und 175 Kubik kamen Zweitakter auf Aermacchi-Basis als Harleys in die USA. Nach der Übernahme durch AMF kaufte Harley Aermacchi komplett und brachte ab 1970 größere Zweitakter in die USA.
Harley-Davidson MC 65
1972 begann der Einstieg in die Harley-Welt bei 65 Kubik in Form des Pocketbikes MC 65 Shortster. Der Motor stammte aus der M65 Legero von Aermacchi, der ganz im Stil einer Honda Monkey im Rahmen hing. Gut 8.000 Stück wurden gebaut.
Harley-Davidson X 90
Ebenfalls ein Pocketbike, allerdings mit mehr Hubraum und Leistung, war die X 90. Sie wurde von 1973 bis 1975 gebaut, hatte einen 90-Kubik-Motor und 8 PS. Knapp 17.000 Stück wurden gebaut.
Harley-Davidson Z 90
Ebenfalls aus dem Jahr 1972 stammt die angebotene Z90. Kein Pocketbike wie die MC 65 oder die X 90, sondern ein "echtes" Moped. Aus 90 Kubik holte die Z 90 immerhin 8 PS. Stückzahl: nicht bekannt.
Harley-Davidson SX(T) 125
Von 1976 stammt die angebotene Enduro SX 125. Sie nahm die Erfolge der reinen Sport-Enduro Baja 100 auf und brachte 13 PS aus 125 Kubik auf die Straße - oder ins Gelände.
Harley-Davidson SX 175
Zwischen 1974 und 1976 bot Harley mit der SX 175 ein nochmals stärkeres Zweitakt-Modell an. Ihr Motor leistete 17 PS, hatte 5 Gänge und brachte die SX auf 115 km/h. Geländegängig war sie mit ihren tiefen Fendern und dem tief montierten Auspuff nicht wirklich. In drei Jahren wurden 12.112 Stück produziert.
Die S-125 von 1948 - Ein persönliches Restaurierungsprojekt
Ein persönliches Restaurierungsprojekt ist eine S-125 von 1948. Meine, mit Baujahr 1948, steht seit bald 20 jahren bei mir in der Garage, stand aber seit bald etwa 30 jahren.
Der Vater hatte sie sich damals gekauft, kam jedoch bis jetzt nicht dazu, ihr neues Leben einzuhauchen. Mit etwas gut zureden konnte ich sie übernehmen. Momentan bin ich noch am Recherchieren, im Frühling geht's dann los. Sie ist Komplett, nur der originale Sitz fehlt.
Die Gabel hat einen leichten Knick, den sollte man aber richten können. Aufgebaut wird sie so Original wie möglich. Die Papiere muss ich erst noch besorgen, war jedoch schon in der Schweiz eingelöst.
Ein wichtiger Schritt ist getan. Ich konnte heute endlich meine Bücher beim Dealer abholen. Kosteten zwar ein ziemlichen batzen Geld, sind aber auch super. Ich habe nun nachdrucke vom Ersatzteilkatalog und vom Fahrerhandbuch.
Besonders das Buch "The Legend begins", in welchem alle Moppeds von 1903 bis 1969 inkl. Farben, Serien- und Sonderausstattung beschrieben sind, ist zu empfehlen.
Verwandte Beiträge:
- Welche Dreirad Roller gibt es? Test & Vergleich der besten Modelle
- Motorrad Winterreifen Test & Kaufberatung 2024: Sicherheit im Winter
- E-Bikes: Geschichte, Entwicklung & Meilensteine des Elektrofahrrads
- Welche Mountainbike Marken gibt es? Ein Überblick über die Top Hersteller
- Radfahren durch den Nördlichen Schwarzwald: Entdecke Bad Wildbad von seiner schönsten Seite!
- Fahrradhelm mit Kinnschutz Test – Ultimativer Schutz für dein sicheres Abenteuer!
Kommentar schreiben