E-Bikes erfreuen sich großer Beliebtheit, da sie das Radfahren erleichtern, insbesondere bei Steigungen. Die ersten Elektrofahrräder wurden jedoch bereits im Jahr 1895 zum Patent angemeldet, was den Beginn des Zeitalters der Fahrräder mit "Motor" in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts markiert.
Allerdings sind viele Pedelecs mit einem Gewicht von 25 bis 30 Kilo relativ schwer. Dadurch sind sie nicht leicht zu transportieren, wenn sie zum Beispiel in den Keller gebracht werden müssen. Aber es gibt mittlerweile einen Trend, der sich immer mehr durchsetzt: die Rückbesinnung auf „weniger ist mehr“.
Wir stellen fünf spannende Modelle vor und beleuchten die Vor- und Nachteile leichter E-Bikes.
Warum leichte E-Bikes im Trend liegen
Lange Zeit drehte sich beim E-Bike fast alles um das Thema Reichweite. Kaum jemand fragte: Wie schwer ist ein E-Bike? Die 20 bis 28 Kilo eines herkömmlichen E-Bikes erschienen unwichtig. Gerade aber liegen super leichte E-Bikes im Trend und die Frage, welches ist das leichteste E-Bike, rückt in den Fokus.
E-Bikes sind bequemer und erfordern weniger Anstrengung als herkömmliche Fahrräder. Das macht sie ideal für den Arbeitsweg, da man schneller und weniger verschwitzt ankommt.
Leichte E-Bikes sehen nicht nur toll aus, sondern fahren auch agil und lassen sich ohne Motorhilfe bewegen. Wir zeigen die besten leichten E-Bikes aus unseren Tests.Minimalistisch ausgestattete E-Bikes werden häufig auch als Urban- oder Gravel-E-Bikes bezeichnet. Man könnte sie auch Pendler-Pedelecs nennen. In jedem Fall sind sie besonders leicht - jedenfalls für ein Fahrrad mit elektrischem Antrieb. Meist wiegen sie unter 20 kg. Doch dafür muss der Käufer einige Kompromisse eingehen.
Vorteile leichter E-Bikes
- Handhabung: Leichtere E-Bikes sind einfacher zu transportieren, sei es im Keller, in der Wohnung oder auf dem Fahrradträger.
- Fahrverhalten: Ein geringeres Gewicht nähert das Fahrverhalten des E-Bikes dem eines „normalen“ Fahrrads an.
- Energiebedarf: Je leichter das E-Bike, desto geringer der Energiebedarf.
- Vielseitigkeit: Leichte E-Bikes sind wendig und agil, und mit den meisten Modellen dieser Bestenliste kann man dank robuster Reifen auch einen Abstecher auf unbefestigten Wegen unternehmen.
Technische Aspekte und Komponenten
Zum einen bringen die Komponenten des Antriebs Zusatzgewicht ans Rad. Der Motor, der Akku, Sensoren, Display und Kabel - sie alle tragen ihren Teil zum höheren Gewicht bei. Motoren unterschiedlicher Bauart und verschiedener Leistungsklassen unterscheiden sich beim Gewicht.
Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Carbon-E-Bike wie das Rennrad Trek Domane+ SLR 9 oder ein Aluminium-E-Bike handelt. Die Bremsen müssen ausreichend dimensioniert sein, Laufräder und Reifen stabil und die Federelemente - falls vorhanden - an das höhere Systemgewicht angepasst sein.
Gewichtsreduktion bei E-Bikes
Um das Gewicht von E-Bikes zu reduzieren, werden verschiedene Ansätze verfolgt:
- Leichte Rahmenmaterialien: Carbon und Aluminium werden verwendet, um das Gewicht zu reduzieren.
- Kompakte Motoren: Hersteller wie Bosch bieten mit dem SX-Motor kompakte und leichtere Antriebe an.
- Kleinere Akkus: Durch den Einsatz kleinerer Akkus kann Gewicht eingespart werden, allerdings reduziert sich dadurch auch die Reichweite.
- Filigrane Komponenten: Leichte Bremsanlagen, Laufräder und der Verzicht auf große Displays tragen ebenfalls zur Gewichtsreduktion bei.
Motorvarianten und ihre Auswirkungen
Die Größe des Akkus hat enormen Einfluss auf das Gewicht eines E-Bikes, nicht unerheblich sind auch die Art und Größe des Motors und damit seine Leistungsfähigkeit. Sind das Drehmoment und die Leistung des Motors geringer, kann die Kapazität des Akkus weniger groß ausfallen und damit sinkt automatisch dessen Gewicht.
Mit dem SX-Motor bietet Bosch, Platzhirsch unter den Antriebsherstellern, nun einen 55-Newtonmeter-Motor in kompakter Bauform, vollständig integriert in das Smart-System des Herstellers.
Akkukapazität und Reichweite
Der Akku hat eine Kapazität von 230,4 Wh und bietet eine Reichweite von bis zu 75 km. Er kann bequem entnommen und in der Wohnung aufgeladen werden. Zudem lässt er sich als Powerbank für Smartphones nutzen.
Unsere Übersicht zeigt, dass sich leichte E-Bikes in Sachen Reichweite nicht hinter ihren schwereren Artgenossen mit größeren Akkus verstecken müssen. Dank des geringeren Gewichts ist ihr Verbrauch geringer. Dadurch kommen sie auch mit einer Ladung vergleichsweise weit.
Natürlich lässt sich auch bei leichten E-Bikes keine Pauschale Aussage über die Leistung des Motors und die mögliche Reichweite treffen.
Ausgewählte Modelle und ihre Eigenschaften
Hier werden einige interessante Modelle leichter E-Bikes vorgestellt, die im Test überzeugen konnten:
- Fiido Air: Das Fiido Air überzeugt vor allem durch sein geringes Gewicht von unter 14 kg. Das futuristische Design des Carbon-Rahmens und die leise Motorunterstützung und der Riemenantrieb machen es zu einem guten Begleiter für den urbanen Raum.
- Engwe Mapfour N1 Air ST: Das Engwe Mapfour N1 Air ST punktet mit Carbonrahmen, nur 16,4 kg Gewicht und praktischen Smart-Features zum fairen Preis. Motor und Bremsen sind ausreichend, aber nicht überragend.
- Simplon Silkcarbon TQ: Rahmen und Gabel des Simplon Silkcarbon TQ bestehen aus leichtem und robustem Carbon, was das Gesamtgewicht des Trekking-Rads erheblich reduziert.
- Canyon Pathlite SL 6: Ausgestattet mit dem Bosch Performance Line SX Motor bietet das Pathlite SL 6 von Canyon eine Spitzenleistung von 600 Watt.
- Sushi Maki 3.0: Das Sushi Maki 3.0 ist ein minimalistisches E-Bike, das speziell für den Einsatz in der Stadt entwickelt wurde.
- Stevens E-Strada 8.3.4 FEQ: Mit einem Gewicht von nur 13,8 kg gehört es zu den leichtesten E-Bikes überhaupt.
- KTM Macina Cross SX Elite: Ein exzellentes E-Bike für sportlich ambitionierte Fahrer*innen, die Wert auf Leistung, Leichtigkeit und hochwertige Komponenten legen.
Viele Fahrradbauer nehmen vermehrt den Budget- und mittelpreisigen Sektor in den Fokus. Die größte Zahl an Testrädern sind und bleiben allerdings die Mittelklasseräder im Preissegment zwischen 3000 und 5000 Euro.
E-Bike-Neuheiten im Modelljahr 2025
Welche neuen E-Bikes kommen im Modelljahr 2025? Nachdem der Markt sehr zurückhaltend war, was Innovationen betrifft, drängen nun neue Modelle mit frischen oder komplett überarbeiteten Komponenten in den Handel. Der Jahrgang 2025 bringt einige technische Neuerungen zur Serienreife. Ganz oben auf der Innovationsliste: die Automatik-Schaltung. Gleich eine ganze Reihe an Testrädern im Großen ElektroRad-Test (GERT) 2025 sind mit den intelligenten Getrieben ausgestattet.
Hier eine Auswahl:
- Decathlon Rockrider E-ACTV 900: Die 2700 Euro teure Version zeichnet sich durch den neuen Owuru-Motor in Kombination mit einer stufenlosen Automatikschaltung aus.
- Koga E-F3 Serie: Diese besteht aus mehreren alltagstauglichen Modellen, denen ein moderates Gewicht und ein schlankes, aufgeräumtes Erscheinungsbild gemeinsam ist.
- Swytch Go E-Bike: Ab Sommer 2025 will der britische Anbieter mit dem Go E-Bike sein Portfolio um ein elektrisch unterstütztes Komplett-Fahrrad erweitern.
- Urtopia Titanium Zero: Auf den ersten Blick sieht das Modell Titanium Zero aus wie ein klassisches Rennrad. Doch in den schlanken Rahmen sind ein Mittelmotor und eine Feststoffbatterie integriert.
Für wen lohnt sich ein leichtes E-Bike?
Alle, die Probleme beim Transport mit den normal schweren Bikes haben, werden hiermit keine Probleme mehr haben. Es ist leichter zu handhaben, wodurch vieles gleich einfacher wird.
Bei Ihrer Kaufentscheidung wird neben dem Budget, das Sie in die Hand nehmen möchten, auch das jeweilige Nutzungsszenario eine große Rolle spielen. Wenn Sie das Fahrrad innerhalb der Stadt zum Pendeln nutzen, wird die mögliche Reichweite insgesamt eine kleinere Rolle spielen.
Auch die Gegebenheiten bei Ihnen zu Hause dürften eine Rolle bei der Kaufentscheidung spielen. Wer sein Fahrrad im Keller oder vielleicht sogar in der eigenen Wohnung in einem höher gelegenen Stockwerk lagert, ist mit einem leichten E-Bike gut beraten.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Wenn Sie ein leichtes E-Bike kaufen möchten, sollten Sie folgende Aspekte berücksichtigen:
- Gewicht: Achten Sie auf das Gesamtgewicht des E-Bikes, insbesondere wenn Sie es häufig tragen müssen.
- Motorleistung: Wählen Sie einen Motor, der Ihren Bedürfnissen entspricht. Für den Stadtverkehr reichen oft weniger leistungsstarke Motoren aus.
- Akkukapazität: Überlegen Sie, welche Reichweite Sie benötigen, und wählen Sie einen Akku mit ausreichender Kapazität.
- Ausstattung: Achten Sie auf eine alltagstaugliche Ausstattung mit Schutzblechen, Gepäckträger und Lichtanlage, falls erforderlich.
- Budget: Leichte E-Bikes sind in verschiedenen Preisklassen erhältlich. Setzen Sie sich ein Budget und suchen Sie nach Modellen, die Ihren Anforderungen entsprechen.
Tabelle: Ausgewählte leichte E-Bike Modelle im Vergleich
| Modell | Gewicht (ca.) | Motor | Akkukapazität | Reichweite (ca.) | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|---|---|
| Fiido Air | 14 kg | Mivice M070 | 208 Wh | 30-60 km | 1499 Euro |
| Engwe Mapfour N1 Air ST | 16.4 kg | 40 Nm Motor | k.A. | k.A. | 1499 Euro |
| Simplon Silkcarbon TQ | 16.5-18.7 kg | TQ HPR 50 | 360 Wh | 50-100 km | k.A. |
| Canyon Pathlite SL 6 | k.A. | Bosch Performance Line SX | 400 Wh | bis zu 85 km | k.A. |
| Stevens E-Strada 8.3.4 FEQ | 13.8 kg | Mahle X20 | 236 Wh | über 100 km (mit Range Extender) | k.A. |
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