Den meisten Fahrern und Fahrerinnen ist die Automatik bei Autos bekannt. Doch wie sieht es bei Motorrädern aus? In den letzten Jahren hat die Verbreitung von Automatikgetrieben bei Motorrädern zugenommen, und viele Hersteller bieten nun Optionen für Fahrer an, die ein automatisches Schaltgetriebe bevorzugen. Mittlerweile werden von vielen Herstellern zahlreiche Schaltgetriebsysteme angeboten.
Mit nur einem Knopfdruck bist du in der Lage, von der Automatik in den manuellen Modus zu wechseln. Eine technische Alternative stellt die Halbautomatik dar. Bei dieser Variante verfügt das Motorrad über ein herkömmliches Schaltgetriebe mit einer Kupplung, die elektronisch gesteuert wird. Hierbei schaltest du selbst in jeden einzelnen Gang.
Verschiedene Automatikgetriebe-Systeme
Variomatik
Bei der Variomatik hast du die Wahl aus drei Modi: „Sport”, „Touring” und „Rain”. Bei der Variomatik wird die Motordrehzahl gleichbleibend gehalten, indem ein stufenloses Getriebe die Übersetzung ändert. Ein stufenloses Riemengetriebe mit Fliehkraftkupplung hilft dir beim Anfahren. Während der Fahrt hingegen wird der Abstand der Riemenscheibenhälften und damit auch die Übersetzung von einem Stellmotor kontrolliert.
Schaltassistent
Der Schaltassistent wurde eher für Sportmaschinen entwickelt. Hier ist zwar kein Schalten ohne Kupplung möglich, dafür aber ein rasanter Wechsel zwischen den Gängen ohne eine Unterbrechung der Zugkraft. Am Schalthebel ist ein Sensor angebracht, der auf Druck reagiert und den bevorstehenden Wechsel registriert. Nur für eine Zehntelsekunde wird dann die Zündung unterbrochen. Du kannst die Gänge gerade so durchreißen, ohne den Gashahn schließen zu müssen.
Modelle mit Automatikgetriebe
Unter den Automatik-Motorrädern gibt es eine Vielzahl verschiedener Modelle. Hier sind einige Beispiele:
- Honda Africa Twin DCT: Die Honda Africa Twin ist eine beliebte Adventure-Bike-Option mit dem Dual Clutch Transmission (DCT) System von Honda.
- BMW F 850 GS Adventure: Die BMW F 850 GS Adventure ist ein vielseitiges Adventure-Bike, das mit dem BMW Motorrad Automatic Stability Control (ASC) System ausgestattet ist.
- Yamaha FJR1300AE: Die Yamaha FJR1300AE ist ein Sporttourer-Modell mit dem Yamaha Chip Controlled Shift (YCC‑S) System.
- Aprilia Mana 850 GT: Die Aprilia Mana 850 GT ist ein Naked Bike mit einem Continuously Variable Transmission (CVT) System. Allerdings kannst du sie auch in sieben Stufen mit Hand oder Fuß bewegen, ohne zu kuppeln. Ein nicht gerade herkömmliches Getriebe heißt aber auch, dass du im Stand keinen Gang einlegen kannst.
- Suzuki Burgman 650 Executive: Der Suzuki Burgman 650 Executive ist ein Maxi-Scooter mit einem stufenlosen Automatikgetriebe.
- Honda DN-01: Im Jahr 2008 erschien die DN-01 von dem Hersteller Honda. Sie ist eine Mischung aus Roller und Cruiser und besticht besonders mit ihrer Haifisch-Optik. Statt über ein Zahnrad-Getriebe verfügt das Bike über eine hydraulische Kraftübertragung mit Kardan-Einarmschwinge. Die Honda DN-01 überzeugt damit, dass sie keine Probleme beim Anfahren mit Fliehkraftkupplung aufweist. Dieses Modell fasziniert vor allem mit dem ausgeklügelten Antriebskonzept. Ein ruckfreies Schalten ohne eine Zugkraftunterbrechung ist hiermit möglich. Vor allem auf längeren Touren macht dieses Bike dank rasanter Beschleunigung Spaß. Der Motor des Bikes ist ein Erbe eines Großrollers plus Fliehkraftkupplung und Variomatik.
- Yamaha MT-09 Y-AMT: Mit dem Y-AMT folgt Yamaha dem Trend, Schaltgetriebe mit Motoren zu automatisieren. Erstes Modell mit Automatik ist die MT-09. Die neue MT-09 Y-AMT ist das erste Modell von Yamaha mit der neuen Automatik.
Yamaha Y-AMT im Detail
Yamaha nennt für die beiden zusätzlichen Stellmotoren samt Steuergerät ein zusätzliches Gewicht von 2,8 Kilogramm. Abzüglich der wohl komplett entfallenden Kupplungs- und Fußschalthebel dürfte sich das Mehrgewicht im Rahmen von 2,2 bis 2,5 Kilo bewegen, was vergleichbar ist mit den bereits genannten Systemen von BMW (ASA) und KTM (AMT).
3 Fahrmodi für die Automatik
Insgesamt 3 Fahrmodi, besser Schaltmodi, bietet das neue Y-AMT. Darunter ein manueller Modus (MT), der die Gänge per Knopfdruck an der linken Schalterarmatur wechselt. Interessant: Es gibt zwar je einen Knopf zum Hoch- und Herunterschalten, jedoch wirken die auf denselben Sensor. Das erlaubt beim sportlichen Fahren das Bedienen mit dem Zeigefinger per Zug oder Druck, ohne den Daumen vom Lenker nehmen zu müssen.
D und D+ heißen die beiden reinen Automatik-Modi, die das Schalten und Kuppeln komplett selbst übernehmen. D+ ist für den sportlichen Einsatz gedacht, während D weiche Schaltvorgänge und niedrige Drehzahlen ermöglichen soll. Integriert ist der zusätzliche Schalter in die aktuelle Schalterarmatur der 900er-Reihe um die MT-09 und Tracer 9.
Weitere Automatik-Systeme im Überblick
- Platzhirsch DCT von Honda: Bereits seit 2010 bietet Honda das Doppelkupplungsgetriebe, kurz DCT an. Heute setzt Honda das DCT mit 6 oder 7 Gängen in 7 unterschiedlichen Modellen ein. Nachteile: Das DCT-Getriebe wiegt 10 Kilo und kostet 1.100 Euro Aufpreis.
- E-Clutch von Honda: Einen Schritt unterhalb des DCT rangiert bei Honda seit 2024 die E-Clutch. Das System wiegt nur knapp über 3 Kilo und kostet für die beiden 650er-Modelle CB 650 R und CBR 650 R jeweils 400 Euro Aufpreis.
- BMW mit neuer Automatik ASA: Zum Modelljahr 2024 brachte BMW für die neuen 1300er-Modelle das optionale ASA-System, das für Automated Shift Assistant steht. Das Gewicht hält BMW mit knapp über 2 Kilo erwähnenswert im Zaun. Den Preis leider nicht: Das Upgrade auf das ASA kostet zwar nur 865 Euro, es ist aber nur in Verbindung mit dem Dynamik-Paket für 1.695 Euro zu haben.
- KTM mit neuem AMT: Kurz nach BMW stellte KTM ein vergleichbares System vor. Stand Ende Mai 2025 ist das AMT bei KTM nicht verfügbar.
Wichtiger Hinweis
Es ist wichtig zu beachten, dass die Verfügbarkeit von Motorrädern mit Automatikgetriebe je nach Markt und Hersteller variieren kann.
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