Ihr wollt in Google Maps die Fahrrad- und Laufgeschwindigkeit für die Navigation einstellen? Wir verraten, ob das geht. Wenn ihr die Google Maps-Navigation für Fahrrad-Touren, zu Fuß oder mit dem Auto nutzt, ist die geschätzte Ankunftszeit von besonderer Bedeutung. Um pünktlich anzukommen, müsst ihr entsprechend zeitig aufbrechen.
Google Maps schätzt beim Fahrrad fahren und zu Fuß gehen die Ankunftszeit auf Basis der Geschwindigkeit. Ab Werk werden 3 bis 6 km/h für Fußgänger und 16 km/h für Fahrradfahrer angesetzt. Lassen sich diese Werte individuell einstellen? Wir verraten es euch.
Wie Google Maps die Fahrradgeschwindigkeit berechnet
Wenn ihr die Google Maps-Navigation zu Fuß oder mit dem Rad nutzt, könnt ihr dabei auf langen Strecken möglicherweise eine deutliche Abweichung von der vorhergesagten Ankunftszeit feststellen. Abhängig von Wegbeschaffenheit und Steigung liegt die Laufgeschwindigkeit ungefähr zwischen drei und sechs Kilometern pro Stunde. Eine für die ganze Wegstrecke festgelegte Laufgeschwindigkeit gibt es nicht. Gleiches gilt auch für die Fahrrad-Navigation. Hier legt Google Maps auf ebener und asphaltierter Strecke eine Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 16 Kilometern pro Stunde zugrunde. Abhängig von Faktoren wie Steigung, Wegbeschaffenheit, Kreuzungen aber auch Messwerten für Fahrrad-Strecken anderer Google Maps-Nutzer wird die erwartete Geschwindigkeit auf bestimmten Wegabschnitten entsprechend nach unten oder oben angepasst.
Nutzt ihr die Navigation im Auto-Modus, spielt letzterer Faktor eine besondere Rolle. Google misst anhand der Daten zahlreicher Nutzer die aktuelle Geschwindigkeit der Fahrzeuge auf einzelnen Streckenabschnitten und bezieht auch Geschwindigkeitsbegrenzungen, Ampeln, Unfälle, Staus und andere Behinderungen mit ein. Der Ex-Google-Techniker Richard Russel hat daher mal ein wenig Licht ins Dunkel von Google Maps gebracht, denn die Berechnung der Zeiten ist ein recht komplexer Vorgang. Zu aller erst bedarf es einer großen Menge an verschiedener Daten, die je nach Start- sowie Zielpunkt in Sachen Umfang und Detailgenauigkeit variieren können. Darunter fallen unter anderem Geschwindigkeitsbegrenzungen, Baustellen oder die Durchschnittsgeschwindigkeit anderer Verkehrsteilnehmer. Insofern kann die riesige Rechner-Farm von Google hinter Google Maps für eine solch hohe Genauigkeit sorgen.
Anbieter klassischer Navigationsgeräte machen es übrigens ähnlich: Crowdsourcing ist für das Berechnen wahrscheinlicher Fahr- und Ankunftszeiten unerlässlich, um möglichst genaue Vorhersagen treffen zu können. Insofern ist die Vorhersage am Genauesten bei denen, die auf eine große Datenmenge zugreifen können und da ist Google nun mal federführend.
Google Maps als Fahrrad-Navi nutzen
Google Maps eignet sich hervorragend als kostenloses Navigationssystem fürs Fahrrad. Im Gegensatz zu vielen kommerziellen Navis könnt ihr mit Google-Maps Fahrrad-Touren unternehmen. Die App kann eine spezielle Fahrrad-Route berechnen, die euch über Wege führt, die ihr mit dem Auto nicht befahren könnt. Allerdings solltet ihr vorher einige Einstellungen vornehmen, um die Google Maps-Fahrrad-Navigation zu optimieren.
- Offline-Karten: Google Maps als Fahrrad-Navi funktioniert, wie andere Navigationsgeräte auch. Ebenso wie bei der normalen Autonavigation, berechnet die App nach Möglichkeit mehrere Touren und überlässt euch die Auswahl, welche ihr nehmen wollt.
- Routenberechnung: Eine Fahrradroute in Google Maps unterscheidet sich - außer hinsichtlich der Wege und Straßen - nicht von der Autonavigation. Ihr bekommt auf Wunsch alle Abbiegepunkte angesagt und könnt auf der Karte live euren Standort sehen - ein GPS-Signal vorausgesetzt.
So starten Sie die Fahrradnavigation
- Tippt auf den zutreffenden Ort und schon beginnt Google Maps mit der Berechnung.
- Ihr bekommt nun bis zu drei verschiedene Routen angezeigt. Allerdings befindet sich Google Maps beim Start im Auto-Modus und ihr müsst erst unterhalb der Zielangabe auf das Fahrrad-Icon tippen, um Google Maps zur Fahrradnavigation zu bringen.
- Nach einer Routen-Neuberechnung könnt ihr mit dem Finger in der Karte auf die gewünschte Route tippen, um sie auszusuchen. Unten im Fenster bekommt ihr unten die Länge und geschätzte Dauer der Route angezeigt. Außerdem eine Einschätzung des Geländes, wie beispielsweise „Überwiegend eben“. Gibt es Besonderheiten auf der gewählten Route, werdet ihr mit einem gelben Ausrufezeichen darauf hingewiesen. Das können etwa Privatstraßen sein.
- Tippt auf „Starten“, um die Tour zu beginnen.
Sprachführung und Anzeige während der Fahrt
Jetzt wird die Karte um euren Standort zentriert und eine Stimme sagt euch die nächste Kreuzung an. Wenn euch das zu nervig (oder peinlich) ist, könnt ihr in Google Maps bei der Fahrradtour die Sprachführung ausschalten. Rechts oben im Fenster befindet sich ein Lautsprecher-Icon. Tippt es an und wählt dort aus, ob der Lautsprecher stummgeschaltet werden soll.
Die Lautsprecheransage ist bei Google Maps nicht unbedingt nötig. Ihr seht auf der Karte jederzeit, wo ihr seid. Die gesamte Route ist in der Karte blau markiert. Gleichzeitig seht ihr oben eine Richtungsangabe und darunter die Richtung des nächsten Wechsels angezeigt. Uhr könnt euch die Ansage aber auch auf einen Kopfhörer liefern lassen, um nichts zu verpassen.
Alternativen zu Google Maps
Navigation auf dem Fahrrad mit Google Maps? Wie gut ist die Routenführung abseits von Auto und Straße? Kann sich Google Maps als Alternative gegen die Fahrrad-Navi Spezialisten von komoot (Praxistest), OsmAnd (Praxistest) & Co durchsetzen? Der erste große Vorteil von Google Maps ist die kostenlose Verfügbarkeit. Auf jedem Android Smartphone ist es bereits installiert und fürs iPhone kannst du es kostenlos aus dem App Store runter laden. Neben den klassischen Strecken für Autofahrer und Fußgänger kann Google Maps auch Strecken für Radfahrer anzeigen und berechnen.
Offline-Karten und Routen
Karten kannst du ja bei Google Maps grundsätzlich offline auf deinem Smartphone speichern. Das ist fürs Fahrrad identisch. Falls du also schon Karten im Speicher vom Telefon liegen hast, brauchst du nichts weiter zu unternehmen. Zum Karten-Download tippe neben der Suchzeile auf dein Profilbild um das Menü zu öffnen. Jetzt kannst du über Offlinekarten eigene Kartenausschnitte festlegen, runterladen und auch mit eigenen Namen versehen. Übrigens kannst du die Offline Karten auch auf die SD-Speicherkarte von deinem Telefon auslagern. Tippe auf der Offlinekarten Seite rechts oben auf das Zahnrad-Symbol. Dort kannst du auf die SD-Karte auslagern. Dadurch wird allerdings die offline Suche etwas langsamer.
Auch wenn du Kartenmaterial offline heruntergeladen hast, hilft dir das nicht bei einer Fahrrad Strecken Berechnung. Offline Routen gibt es nur fürs Auto. Also musst du vorher (mit Internet) die Strecke berechnen lassen und kannst dann auch durch das Funkloch mit dem Fahrrad fahren. Wenn du allerdings im Bereich ohne Internet von der geplanten Strecke abweichst, bekommst du keine Alternativroute berechnet. Sind dann offline Karten fürs Fahrrad überhaupt sinnvoll? Ja, denn die Karten im Speicher vom Smartphone senken unterwegs den mobilen Datenverbrauch.
Einfache Navigation mit Google Maps
Die einfachste und von mir meistgenutzte Google Maps Navigation. Du gibst ein Ziel einund drückst auf Route. Wenn du jetzt den untern Teil hochziehst bekommst du ein Höhenprofil angezeigt. Noch auf Fahrrad umstellen und mit Starten die Navigation mit Zielführung starten. Wenn du dich verfährst rechnet Google um und führt dich weiter zu deinem Ziel. So in etwa läuft bei mir eigentlich immer die Fahrradnavigation mit Google Maps. Besonders komfortabel wird das, wenn das Ziel aus dem Kalender kommt oder ein Sonderziel (POI) aus der Google Suche angesteuert werden soll.
Zwischenziele und Routenänderungen
Wie schaut es bei Google Maps aus, wenn du die Strecke per Hand verändern möchtest oder Zwischenziele anfahren willst? Zwischenziele, bei Google Stopp einfügen genannt, sind zwar möglich aber die nutze ich eigentlich nie. Wenn ich mehrere Orte nacheinander besuchen will, gebe ich die immer Schritt für Schritt ein. Wobei das die einzige Möglichkeit ist, in die Streckenberechnung einzugreifen. Füge dazu einen Stopp ein und schiebe die einzelnen Ziele in die gewünschte Reihenfolge. Ansonsten bekommst du von Google nur bis zu drei Strecken vorgeschlagen und kannst die über antippen der geplanten Zeit auswählen. Auch Parameter um das genutzte Fahrrad einzustellen gibt es nicht. Google berechnet die Tour immer für ein Trekkingrad.
Gefällt dir die berechnete Strecke nicht, kannst du die Route nur über Zwischenziele in den gewünschten Bereich zwingen.
Navigation während der Fahrt
Wie verhält sich die Google Maps Navigation während der Fahrt auf dem Fahrrad? Zieleingabe und Bedienung sind extrem einfach. Unterwegs liegt der Fokus ganz klar auf der Navigation. Du kannst keine Datenfelder oder gar Datenseiten konfigurieren. Auch das einbinden von Fitness Sensoren wie Puls oder Trittfrequenz ist bei Google Maps nicht möglich. Lediglich Distanz und Zeit zum Ziel sowie die zu erwartende Ankunftszeit werden dir in der Fußzeile angezeigt. Deine aktuelle Geschwindigkeit siehst du in einem Krais auf der Karte.
Google Maps bietet auch auf dem Fahrrad Sprachansagen vor Abzweigungen. Die kannst du über den Smartphone Lautsprecher ausgeben, was aber schnell schwierig zu verstehen wird oder einfach nur nervt - dich und deine Umgebung. Deutlich besser ist es, die Ansagen nahe ans Ohr zu bringen. Gute Erfahrungen habe ich mit dem kompakten Avantree Apico* „Knopf im Ohr“ gemacht. Wird per Bluetooth mit dem Telefon gekoppelt und im rechten Ohr getragen. So hörst du noch genug Umgebungsgeräusche. Noch besser ist der Lautsprecher direkt im Helm. So einen smarten Helm mit Bluetooth Lautsprecher gibt es beispielsweise von Livall* (Praxistest), Sena* (Themenseite) oder Coros*.
Fazit
Google Maps Navigation für Radfahrer ist besser als sein Ruf. Gerade in der Stadt und auf gemütlichen Trekkingrad-Touren über Land liefert Google erstaunlich gute Strecken. Erst wenn du für das Rennrad Training eine geeignete Tour suchst, coole Trails mit dem Mountainbike entdecken möchtest oder spezielle Vorstellungen bei der Tourplanung berücksichtigen möchtest, kommt Google Maps an seine Grenzen.
Verwandte Beiträge:
- Google Fit Radfahren automatisch erkennen: So funktioniert's
- Google Fit Radfahren zeigt 0 km an? Lösungen & Tipps
- Google Maps Motorrad-Routenplaner: Die beste Route für Ihre Motorradtour
- Google Maps Radfahren: So finden Sie die besten Routen & planen Ihre Radtour
- Shimano Fahrradakku Test 2024: Reichweite, Leistung & Kaufberatung
- MTB Carbon Rahmen Test – Der ultimative Vergleich für maximale Performance und Leichtigkeit!
Kommentar schreiben