Für viele Action Cams ist die Befestigung am Helm eine Paradedisziplin, für die es unterschiedliche Lösungen gibt. Um spannende Aufnahmen zu machen, können Sie Ihre Action Cam am Helm befestigen. Dafür stehen Ihnen unterschiedliche Möglichkeiten zur Auswahl.
Besonders gut für die sichere Befestigung an einem Helm eignen sich leichte Action Cams wie zum Beispiel die GoPro. Doch natürlich lassen sich auch andere Modelle problemlos mit der richtigen Halterung am Helm sichern: Achte auf deinen GoPro- oder Actioncam-Typ, deinen Helmtyp und die von dir gewählte Halterung. Dennoch entscheiden sich viele MTB-Fahrer dafür, ihre Kamera am Fahrradhelm zu befestigen.
Überblick: So befestigen Sie die Action Cam am Helm
Möchten Sie Ihre Action Cam am Helm befestigen, haben Sie dafür drei Möglichkeiten:
- Klebepads
- Vented Helmet Strap
- Kopfband-Halterung
Klebepads
Sie können Klebepads nutzen, um leichte Kameras ganz einfach festzukleben. Damit die Pads gut sitzen, sollten Sie darauf achten, dass möglichst die gesamte Klebefläche plan auf dem Helm aufliegt. Schlitze oder Auswölbungen des Helms könnten verursachen, dass sich die Klebepads lösen. Deshalb sind sie vor allem für kreisrunde Helme sehr gut geeignet. Klebepads gibt es in unterschiedlichen Ausführungen: flach und gebogen. Da Helme in der Regel rund sind, eignen sich gebogene Klebepads meist besser.
Vented Helmet Strap
Manche Helme haben Lüftungsschlitze, wodurch eine passende Klebestelle für Pads meist schwer zu finden ist. Haben Sie einen Helm mit Atemschlitzen, benutzen Sie einen Vented Helmet Strap. Diesen Gurt können Sie zwischen den Schlitzen hindurchziehen und an gewünschter Stelle die Kamera sichern. Bei den meisten Helmen lässt sich jedoch die Action Cam nur oben auf dem Kopf anbringen.
Kopfband-Halterung
Für den Fall, dass Ihr Helm weder genügend Auflageflächen für Klebepads, noch gut positionierte Lüftungsschlitze aufweist, können Sie auch auf eine Kopfband-Halterung zurückgreifen. Diese müssen Sie sich nicht nur über den Kopf ziehen, sondern auch über den Helm. Diese Befestigungsmöglichkeit ähnelt einer Stirnlampe. Die meisten Kopfbänder sind so groß, dass sie sich problemlos auch auf großen Helmen anbringen lassen.
Position der Kamera und Perspektive
Ob Sie die Action Cam mittig am Helm, auf Stirnhöhe oder auch seitlich des Helms anbringen hängt von Ihrem Geschmack ab. Bedenken Sie, dass auf den Videos je nach Position ein anderer Blickwinkel zu sehen sein wird.
Ein Nachteil dieser Methode ist, dass man mit der Kamera leichter stecken bleiben kann, wenn man zum Beispiel unter einem tief hängenden Ast radelt.
Sicherheitshinweise
In den letzten Jahren verbesserte sich nicht nur die Qualität von Action-Kameras enorm. Gleichzeitig wurden sie auch immer häufiger bei BBC Produktionen für Point-of-View-Aufnahmen verwendet - vor allem bei bewegungsreichen Sportarten wie Felsklettern, Mountainbike oder Ski fahren.
Obwohl offenkundig zur Befestigung auf Helmen entwickelt und vermarktet, geben die Hersteller der Kameras ihren Kunden folgenden Hinweis: Wer die Kameras am Helm montiere, tue dies auf eigene Gefahr und solle sich an die Anweisungen des Helmherstellers halten. Andererseits - im Bewusstsein dieses potenziellen Sicherheitsrisikos - weisen sie auch daraufhin, dass bei einem Zusammenstoß die Befestigung einfach abbrechen und somit die Schutzwirkung des Helms nicht beeinflusst werden würde.
Die Helmhersteller wiederum raten deutlich davon ab, irgendetwas anderes, als ihre eigenen, geprüften Produkte - wie Stirnlampen - auf ihren Helmen zu befestigen. Dieses Hin und Her zwischen Kamera- und Helmproduzenten hilft aber dem Anwender nicht weiter.
Im Sommer 2015 beauftragte BBC Safety das Transport Research Laboratory (TRL) mit einer Untersuchung zu diesem Thema. Die Ergebnisse waren ein wenig überraschend. Tatsächlich wurden in keinem der über 70 Tests mit verschiedenen Helmtypen, Befestigungsarten oder -positionen die Grenzwerte durch die Kamera überschritten.
Obwohl die Grenzwerte nicht überschritten wurden, verursachten die Kamera und ihre Halterung einen leichten Anstieg bei der Kraftübertragung auf den Kopf. Das ist zum Beispiel beim Sturz eines Kletterers der Fall, wenn sich die Kamera am Fels verfängt und der Kopf dadurch zurückgestoßen wird, ehe sich die Kamera wegdreht oder abbricht.
Aus diesem Grund ist es nicht ohne weiteres möglich, aus dieser einen Studie den Schluss zu ziehen, dass die Sicherheit mit einer am Helm befestigten Mini-Kamera in jeder Situation gegeben sei. Aber die Studie gibt zumindest ein gewisses Maß an Zuversicht, dass eine Kamera auf dem Kletterhelm nicht notwendigerweise bedeutet, einen Kompromiss in Sachen Sicherheit schließen zu müssen - zumindest bezüglich der Szenarios, die in dieser Studie untersucht wurden.
In jeder Situation, in der es der Kamera prinzipiell möglich ist, unter den Rand des Helms zu schwenken - ob sie nun mit einer langen Stange oder direkt am Rand befestigt ist -, würde jeder frontale Aufprall (wie z. B. ein Sturz auf Felsen oder auf den Boden) die Kamera ins Gesicht drücken.
Alternativen zur Helmbefestigung
Hast du dich entschieden und wirst dir eine GoPro kaufen? Dann könntest du sie wahlweise an deinem Lenker oder Sattel befestigen.
Am Lenker zu Hause: Actioncams sind etwa häufig an Mountainbikes unterwegs. Auch normale Smartphones eignen sich natürlich grundsätzlich für Videoaufnahmen, sind aber eher zweite Wahl, wenn es nicht gerade ein recht günstiges oder für den Alltagsbetrieb ausgemustertes Geräte ist.
"Smartphones sind deutlich weniger robust als eine Actioncam, sie sind teurer und bei einem Schaden ist der Aufwand für die Neubeschaffung deutlich höher, weil ja auch Dinge wie die Datenübertragung und Installation hinzukommen", meint Bischoff.
Ähnlich sieht es bei Motorradfahrern aus. Geht es um besonders spannende Bilder während der Fahrt, sollten Zweiradfahrer auf die Perspektive achten, wenn die Actioncam zum Einsatz kommt, rät Maximilian Heller vom Fachmagazin "Tourenfahrer". "Allgemein gilt: Je tiefer die Kamera angebracht ist, umso dynamischer wirken die Aufnahmen." Wer eine spannende Geschichte erzählen möchte, sollte die Kamera daher nicht nur einfach auf den Helm kleben und losfahren.
Gute Actioncams sind bereits ab rund 200 Euro erhältlich. Verwackelte Videos muss dabei niemand befürchten. "Eine Bildstabilisierung ist bei den meisten Modellen Standard", sagt Bischoff. Neue Modelle bieten zudem oft 4K-Auflösungen und erlauben extreme Zeitlupeneffekte. Es gibt auch Actioncams, die mit mehreren Linsen ein 360-Grad-Panorama liefern.
Eine weitere Möglichkeit seine Tour filmisch festzuhalten, sind Drohnen. Mit den Luftaufnahmen ergebe sich noch eine weitere, sehr spannende Perspektive, zumal auch der Fahrer selbst hierbei gut ins Bild gerückt werden könne, sagt Maximilian Heller. Mittlerweile gebe es Drohnen in Getränkedosen-Format, die eine erstaunliche Bildqualität lieferten. "Preislich liegt der Einstieg für brauchbare Drohnen bei etwa 400 Euro", sagt Heller.
Allerdings gibt es bei der Verwendung von Drohnen deutliche Einschränkungen, denn längst nicht überall dürfen sie gestartet werden. Zudem ist meist ein Kenntnisnachweis erforderlich.
Und auch bei den bewegten Bildern befinden sich Zweiradfahrer, egal ob Fahrrad oder Motorrad, unter Umständen in einem rechtlichen Grenzbereich, etwa bei Dashcams.
Verwandte Beiträge:
- GoPro am Motorrad: Zulassung & Befestigung
- GoPro Motorradhalter: Die besten Halterungen für Actioncams im Test
- GoPro Motorrad Einstellungen: Tipps & Tricks für perfekte Aufnahmen
- GoPro Halterung Motorrad Spiegel: Beste Modelle & Montagetipps
- Honda Motorrad Anzugsdrehmoment Tabelle: Übersicht & Download
- Motorrad Werkzeugtasche richtig packen: Unverzichtbare Inhalte & Tipps für jede Fahrt
Kommentar schreiben