GoPro Hero 11: Optimale Einstellungen für Motorradaufnahmen

Die GoPro ist bekannt für ihre Leistungsfähigkeit als Action-Cam. Um jedoch das Optimum aus jeder Aufnahme herauszuholen, ist es entscheidend, die richtigen Einstellungen zu wählen. Dieser Artikel erklärt die verschiedenen Einstellungsoptionen und gibt konkrete Empfehlungen, um die Bedienung der Kamera zu vereinfachen und sich auf das Filmen zu konzentrieren.

Die Bestandteile der GoPro Einstellungen

Um die Frage nach der richtigen Einstellung zu beantworten, ist es wichtig, die verschiedenen Stellschrauben zu kennen. Eine typische GoPro Videoeinstellung besteht aus folgenden Elementen:

  • Auflösung & Seitenverhältnis: z.B. 1080p
  • Bildrate: z.B. 50fps
  • Bildwinkel: z.B. Wide
  • Sonderfunktionen: z.B. Protune, Auto Low Light, Spot Meter, GPS, Bildstabilisierung

GoPro Auflösung

Die Auflösung gibt an, aus wie vielen Bildpunkten (Pixeln) ein Bild besteht. Die Angabe erfolgt in der Form „Breite*Höhe“ (z.B. 1920×1080). In der gekürzten Variante „1080p“ wird nur die Höhe angegeben.

Je höher die Auflösung, desto schärfer und detailreicher ist das Bild. Die 4k Auflösung ist beispielsweise knapp 4mal so groß wie 1080p.

Hier ein Überblick über gängige Auflösungen:

Bezeichnung Auflösung Seitenverhältnis
4k 4:3 3840×3072 4:3
4k Cin 4069×2160 17:9
4k 3840×2160 16:9
2,7k 4:3 2704×2028 4:3
2,7k 2704×1520 16:9
1080p 1920×1080 16:9
720p 1280×720 16:9

Hinweis: Nicht jede Einstellung ist bei jedem Modell verfügbar.

GoPro Seitenverhältnis

Das Seitenverhältnis der Aufnahmen ändert sich je nach gewählter Auflösung. In der Regel hat man die Wahl zwischen dem 16:9 und dem 4:3 Format.

Empfehlung - 16:9 oder 4:3?

  • 16:9: Gängiges Videoformat, passt perfekt auf die meisten Bildschirme.
  • 4:3: Vorteilhaft, wenn man nicht genau sieht, was man filmt, da man in der Nachbearbeitung den Bildausschnitt anpassen kann.

Wenn man in 4:3 filmt, hat man den Vorteil, dass man nicht so genau „zielen“ muss. Mit einem Videobearbeitungsprogramm kann man 4:3 nämlich auf 16:9 bringen und dabei das Unwichtige einfach wegschneiden.

GoPro Bildrate (FPS)

Die Bildrate (Frames per Second, FPS) gibt an, wie viele Einzelbilder pro Sekunde aufgenommen werden. Je höher die Bildrate, desto flüssiger ist das Video.

Für normale Aufnahmen reichen 25-30fps aus. Für Zeitlupenaufnahmen sollte man höhere Bildraten (z.B. 60fps, 120fps oder 240fps) wählen.

Wichtig ist, die Bildrate passend zur Fernsehnorm zu wählen. In Europa ist PAL (25fps, 50fps) üblich, in den USA NTSC (30fps, 60fps).

GoPro Bildwinkel

Die GoPro bietet verschiedene Bildwinkel zur Auswahl: Weit, Medium, Linear und Eng.

  • Weit: Typisch für Action Cams, erzeugt einen extremen Weitwinkel mit Verzerrungen (Fischaugeneffekt).
  • SuperView: Fängt einen noch größeren Bereich ein als "Weit".
  • Linear: Korrigiert den Fischaugeneffekt und bietet einen natürlicheren Bildwinkel.

GoPro Zusatzfunktionen

GoPro Kameras bieten verschiedene optionale Zusatzfunktionen:

  • Protune: Ermöglicht manuelle Anpassung von Farbe, Schärfe, ISO-Werten und Belichtung.
  • Bildstabilisation: Reduziert Verwacklungen und sorgt für ruhigere Aufnahmen. Moderne GoPros bieten eine elektronische Bildstabilisierung (EIS), wie z.B. "Hypersmooth".
  • Auto Low Light Modus: Passt die Bildrate automatisch an, um bei wenig Licht eine bessere Belichtung zu erzielen.
  • Spot Meter: Ermöglicht die Belichtungsmessung auf einen bestimmten Punkt im Bild.
  • Zoom: Ermöglicht das digitale Vergrößern des Bildausschnitts.
  • GPS: Zeichnet GPS-Daten auf, die in der Nachbearbeitung (z.B. mit GoPro Quik) eingeblendet werden können (Geschwindigkeit, G-Kräfte).

Die richtigen Einstellungen finden

Die optimalen Einstellungen hängen von verschiedenen Faktoren ab:

  1. Belichtungssituation: Bei wenig Licht sollte man die Einstellungen etwas reduzieren (z.B. niedrigere Auflösung, höhere ISO-Werte).
  2. Art der Aufnahme: Actionreiche Aufnahmen erfordern andere Einstellungen als ruhige Landschaftsaufnahmen.
  3. Verwendungszweck: Wie sollen die Aufnahmen später in einem Video verarbeitet werden?

Zuerst sollte man sich überlegen, was einem in der jeweiligen Situation wichtiger ist: Bildrate oder Auflösung? Das gleiche gilt auch für den Bildwinkel. Die Wahl hängt stark von den persönlichen Anforderungen an die Aufnahme ab.

Empfohlene Einstellungen für verschiedene Situationen

Hier sind einige empfohlene Einstellungen für verschiedene GoPro Modelle und Aufnahmesituationen:

GoPro Hero 11

  • 4k, 60/50fps, Weit, mit HyperSmooth: Bietet allerbeste Bildqualität und zur Not auch etwas Zeitlupen Potenzial (halbe Abspielgeschwindigkeit locker möglich). Mit dem Bildwinkel „Weit“ kommt zu dem ein großer Bereich aufs Bild. Zusätzlich kann man die hervorragende Bildstabilisierung „HyperSmooth“ nutzen.
  • 2,7k, 60/50fps, SuperView, mit HyperSmooth: Im Vergleich zur vorherigen Einstellung ist hier die Bildqualität etwas niedriger, dafür bekommt man mit SuperView einen noch größeren Bereich aufs Bild.
  • 1080p, 240/200fps, Weit: Diese Einstellung sollte man wählen, wenn man besonders flüssige Zeitlupen erstellen möchte. Mit 240fps ist eine 10-fache Verlangsamung der Abspielgeschwindigkeit absolut machbar.
  • 1080p, 120/100fps, SuperView: Wenn man nicht unbedingt eine 4k Auflösung braucht, eignet sich diese Einstellung aufgrund des großen Bildbereichs und des sehr guten Zeitlupen Potenzials sehr gut als Standard-Einstellung.

Achtung: Man sollte außerdem darauf achten, dass dein Computer und dein Videobearbeitungsprogramm dazu in der Lage sind, Videos mit einer so hohen Qualität überhaupt zu verarbeiten.

GoPro Hero 5

  • 2,7k, 60/50fps, Weit: Diese Einstellung ist bei der HERO5 Black der ideale Kompromiss zwischen Top Bildqualität und gleichzeitig guter Bildrate.
  • 1080p, 80/60/50fps, SuperView: Diese Einstellung eignet sich als Alternative zu der vorherigen Einstellung, wenn man einen besonders großen Bereich aufs Bild kriegen möchte.
  • 720p, 120/100fps, SuperView oder 1080p, 120fps, Weit: Diese Einstellungen sind die erste Wahl für Zeitlupen.

GoPro Hero 3(+)

  • 2,7k, 30/25fps, Wide: Diese Einstellung bietet die höchste Aufnahmequalität bei der HERO3(+).
  • 1440p, 30/25fps, Wide: Als es die SuperView Funktion noch nicht gab, musste man eine Einstellung im 4:3 Format wählen, um einen möglichst großen Bereich aufs Bild zu bekommen.
  • 1080p, 60/50fps, Wide: Die Allzweck Einstellung dieser Kamera Generation.
  • 720p, 120fps, Wide: Diese Einstellung ist bei der HERO3(+) die erste Wahl, wenn es um besonders flüssige Zeitlupen geht.

Motorradspezifische Einstellungen

Für Motorradaufnahmen sind folgende Einstellungen besonders relevant:

  • Antiflimmern: Bei Fahrvideos 60Hz einstellen, um Flimmern durch das SENA 50C zu vermeiden. Bei stationären Aufnahmen 50Hz wählen.
  • ISO-Werte: Minimum-Wert auf 100, Maximum-Wert bei Ausfahrten auf 400 begrenzen. Bei stationären Aufnahmen kann der Wert auf 800 erhöht werden.
  • Schärfe: Für ein cinematisches Ergebnis auf Mittel stellen.
  • Auflösung: 1080p ist für YouTube-Videos völlig ausreichend.
  • Objektiv: SuperView verwenden, um möglichst viel vom Blickwinkel einzufangen.
  • Bildstabilisierung: "HyperSmooth" einschalten.
  • Videokompression: H264 + HEVC verwenden.

Wenn die Hero8 am Helm betrieben und die Sprache mit der GoPro aufgenommen wird, den Mediamod nutzen. Als externes Mikrofon das Bügelmikrofon von SENA an ein Spiralkabel anlöten und in den Mediamod einstecken. Dann ist als Mikrofon "Standardmikrofon" einzustellen. Wenn der Audiorekorder an der Heckkamera über den Mediamod angeschlossen wird, muss auf "Line" umgestellt werden.

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