Gore-Tex Fahrradjacke im Test: Alles, was Sie wissen müssen

Der diesjährige Sommer birgt so manche regnerische Überraschung. Gut, wenn da auf Tour eine Regenjacke in der Trikottasche Platz findet, um vor unliebsamen Wetterkapriolen geschützt zu sein. ROADBIKE hat 15 Modelle zwischen 90 und 300 Euro getestet. Dank einer kleinen Material-Revolution sind High-End Regenjacken echte Alleskönner geworden. ROADBIKE hat weitere 6 Top-Modelle für Rennradfahrer getestet.

High-End Regenjacken im Test

Als starker Alleskönner zeigte sich die Gore Race/C7 Gore-Tex Shakedry Stretch Jacke und sichert sich den Testsieg dank perfektem Klima, guter Ausstattung und komfortablem Sitz. Leider nicht ganz billig. Den Kauftipp sichert sich die Löffler Hr./Da. Bike Jacke GTX Shakedry. Sie überzeugt mit maximalem Regenschutz und sehr guter Ausstattung.

Testergebnisse im Detail

Hier eine detaillierte Übersicht der getesteten High-End Regenjacken:

  • Assos Schlosshund Équipe RS: Mit ihrer super Passform funktioniert die Schlosshund Équipe RS als angenehmer Wind- und Regenschutz. Das Material ist fester, in der Trikottasche sperriger und weniger atmungsaktiv als Shakedry, funktioniert aber dennoch bestens. Mit umfangreicher Ausstattung und Top-Verarbeitung ein starker Alleskönner. Wertung: SEHR GUT (73 Punkte)
  • Castelli Idro 2 Jacket/Idro W Jacket: Der Purist unter den Minimalisten überzeugt - auch als Windjacke - mit perfekter Passform und perfektem Wetterschutz bei hervorragender Klimatisierung. So klein packbar und so leicht ist sonst kaum eine Jacke. Punktabzug gibt es, weil sich nach nur drei Wäschen an einer Stelle die Nahtverklebung innen löste. Wertung: SEHR GUT (86 Punkte)
  • Gore Race/C7 Gore-Tex Shakedry Jacke (Testsieger): Perfektes Klima und Schutz gegen Regen und Wind, durch Stretch-Einsätze extrem bequem und beweglich, gute Ausstattung: Die C7 war im Praxistest der Liebling aller Tester. Durch den Materialmix ist die Rennrad-Regenjacke aber schwerer als andere Shakedry-Jacken, zudem kann bei Starkregen an einer nicht getapten Naht seitlich am Bund etwas Nässe eingesaugt werden. Dennoch: ein starker Alleskönner. Testsieg. Wertung: SEHR GUT (88 Punkte)
  • Löffler Hr./Da. Bike Jacke GTX Shakedry (Kauftipp): Funktional überzeugt die Shakedry-Jacke voll - maximaler Regenschutz bei bestem Binnenklima. Auch die Ausstattung mit Rückentasche und Reflektoren gefällt. Allerdings fällt die Jacke viel zu groß aus. Ärgerlich ist auch das sich nach nur vier Wäschen lösende Tape auf einer Innennaht. Wertung: SEHR GUT (85 Punkte)
  • Mavic Cosmic Ultimate GTX Jacke: Die Cosmic Ultimate ist eigentlich die rundum perfekte Alleskönner-Jacke: sehr leicht, sehr klein zu verpacken, absolut dicht, top sitzender Schnitt, Reflektoren rundum an Armen und um die Hüfte, tadellose Verarbeitung. Nur leider ist der Kragen deutlich zu weit geschnitten, so kann hier Wasser viel leichter eindringen als bei allen anderen Jacken im Test, auch der Windschutz ist hier nicht optimal. Wertung: SEHR GUT (86 Punkte)
  • Sportful Stelvio Jacket: Die Stelvio besteht aus einer absolut dichten Membran, die noch ordentlich atmet - allerdings funktioniert Shakedry in Sachen Klimatisierung nochmals deutlich besser. Der sehr enge Schnitt passt Rennfahrern perfekt, daher funktioniert die Jacke auch als Windschutz bestens. Das Material ist robust, aber recht sperrig, starr und nicht sehr leicht. Extras gibt es bei Sportful keine, nicht einmal Reflektoren. Wertung: SEHR GUT (81 Punkte)

Alternative Jacken

Auch wenn die Jacken im Test überzeugen, gibt es Alternativen mit anderen Stärken.

  • Rapha Pro Team Lightweight Shadow Jacket: Wer nicht bei Dauerregen unterwegs ist, braucht keine Membran: Diese Jacke ist sehr elastisch, trägt sich daher trotz sportlichem Schnitt sehr bequem. Außerdem ist das Material höchst atmungsaktiv. Der Windschutz ist top, vor Sprühregen schützt die Imprägnierung allemal ausreichend.
  • Löffler WPM Pocket: Wer maximalen Regenschutz sucht, kommt an einer Jacke mit Kapuze nicht vorbei - nur so bleibt der Kopf trocken, und Nässe kann nicht über den Kragen eindringen. Die WPM Pocket sitzt körpernah, die Kapuze unter dem Helm stört im Wind nicht übermäßig, Wetterschutz, Packmaß, Gewicht und Klima sind sehr gut.

Materialrevolution bei Rennrad-Regenjacken

Das neue Material von Gore ist unglaublich leicht, dünn, dicht - und atmungsaktiv. Keine andere Membran vereint diese teils konkurrierenden Anforderungen so überzeugend. Der Trick: Gore verzichtet auf die äußere textile Lage, das wasserabweisende PTFE liegt außen - ist allerdings auch kaum geschützt. Wer damit leben kann (also ohne Rucksack fährt) und bereit ist, mindestens 250 Euro zu investieren, sollte sich die vier Shakedry-Modelle im Test genauer ansehen.

Alternativen zu Shakedry

Aber es gibt nach wie vor gute Alternativen zu Shakedry: Die Jacken von Assos und Sportful im Test sind aus nicht ganz so atmungsaktiven und weniger klein zu verpackenden Membranen gefertigt, dafür aber robuster. Stichwort robust: An zwei der Shakedry-Jacken (von Castelli und Löffler) löste sich bereits nach wenigen Wäschen das Tape, mit dem innen die Nähte verklebt werden - ein ärgerlicher Verarbeitungsfehler, zumal Gore für Shakedry häufiges Waschen empfiehlt.

Wichtige Aspekte beim Kauf

Überzeugenden Allwetterschutz gibt’s nur bei perfekter Passform. Sowohl beim Starkregentest als auch bei den Testfahrten punkteten die Modelle mit körpernahem Schnitt am meisten. Deshalb gilt: Beim Anprobieren auf jeden Fall auch mal die typische Rennradhaltung einnehmen. Und bereits im Vorfeld darüber nachdenken, ob man Extras wie eine Tasche braucht. Reflektierende Elemente sollten auf jeden Fall Pflicht sein.

Generell gilt für alle Jacken im Test: Weniger Material und Ausstattung kosten mehr. Dafür gibt es wahrlich revolutionären Schutz: Jacken für alle Wetter.

Funktionsweise einer Membran

Um bei Regenkleidung den Abtransport von Schweiß zu ermöglichen, setzen viele Hersteller auf eine einlaminierte, mikroporöse Membranschicht. Sie sitzt an der Innenseite des Oberstoffes, besteht meist aus PTFE (Teflon) und besitzt pro cm² rund 1,4 Milliarden Poren, jede 20 000-mal kleiner als ein Wassertropfen. So bleibt Regen draußen, die erheblich kleineren Wasserdampfmoleküle können aber durch die Membran nach außen entweichen.

Schichtaufbau

  • 3-Lagen-Material: Außen eine abriebfeste, meist DWR-(durable water repellent)-imprägnierte Lage, welche die Membran schützt. Eine dritte, körpernahe Schicht bewahrt die Membran vor aggressivem Schweiß, saugt diesen auf, verteilt ihn und sorgt für ein angenehm trockenes Gefühl.
  • 2,5-Lagen-Materialien: Besitzen statt des Innenfutters einen Schutzfilm - dieser macht die Jacke leichter und kompakter, fühlt sich aber oftmals etwas feuchter an.
  • Shakedry: Gore verzichtet auf die äußerste Schicht - die Membran liegt ohne schützendes Gewebe darüber offen, dafür ist das Material extrem leicht und dünn.

Wichtige Funktionen einer Regenjacke

In erster Linie sollten Regenjacken effektiv das Wasser draußen halten und dementsprechend wasserdicht sein. Die Atmungsaktivität spielt eine entscheidende Rolle, da die Feuchtigkeit schnell durch die verwendeten Textilien abtransportiert werden sollte. Auch die Isolierung vor Wind und Kälte ist wichtig.

Gerade bei Regen sollte auf gute Sichtbarkeit Wert gelegt werden. Reflektierende Stoffe oder Einsätze sind deshalb sehr sinnvoll.

Die richtige Pflege

Auch die beste Membran einer Regenjacke kann versagen, wenn Dreck und Schweiß die Poren verstopfen. Da hilft mit der Zeit auch kein Abwischen mehr, sondern ein vorsichtiges Waschen bei niedrigen Temperaturen in der Waschmaschine. Unbedingt die Wasch- und Pflegeanleitung der Hersteller lesen und befolgen!

Niemals Weichspüler, Bleichmittel oder Waschpulver benutzen! Damit schädigt man den Jacken nur! Es gibt spezielle Waschmittel für Outdoor-Bekleidung, die die Regenjacken imprägnieren.

Fahrrad Regenjacke: Kaufaspekte 2025

Auch wenn Mode bekanntlich Geschmackssache ist, kommt es bei der Auswahl der richtigen Fahrradjacke nicht nur auf die Optik an. Die Funktion steht dabei im Fokus. Auch 2025 ist dabei vor allem der Unterschied zwischen Wasserdicht und Wasserabweisend wichtig.

Fahrrad Regenjacke mit oder ohne Futter

Wer sich eine Fahrrad Regenjacke zulegen möchte, der sollte sich grundlegend entscheiden ob er eine gefütterte Jacke möchte oder eine Fahrradjacke die „nur“ trocken hält, jedoch keine oder nur kaum eine wärme haltende Funktion mit sich bringt. Bei der gefütterten Variante wird neben der Schutzfunktion gegen Regen auch der Wärmeerhalt gewährleistet. Eine zweite Jacke wird dabei nicht benötigt und die Regenjacke kann als normale Ausgehjacke genutzt werden.

Überzieh-Jacke

Bei einer dünnen Überzieh-Jacke sieht dies anders aus. Diese besteht meist aus nur sehr dünnem Material und ist dafür gedacht, dass man unter ihr noch eine normale, richtige Jacke trägt. Eine solche dünne Fahrradjacke kann z.B. auch in einer Satteltasche ihren Platz finden. Es gibt durchaus Regenjacken für Damen, Regenjacken für Herren und Regenjacken für Kinder die sich unterscheiden. Bei den Fahrrad Regenjacken für Frauen ist oftmals der Schnitt der Jacke etwas taillierter umgesetzt.

Atmungsaktivität

Eine gute Fahrrad Regenjacke ist Atmungsaktiv und lässt von der Außenseite kein Wasser durch. Von innen kann jedoch die Luftfeuchtigkeit, die beim Schwitzen entsteht, abgeführt und nach außen getragen werden. Gerade bei körperlicher Anstrengung produziert der Körper Wärme und hat eine erhöhte Transpiration.

Materialien, Verbindungen und Nähte

Je mehr Verbindungsstellen eine Jacke hat, umso mehr Schwachstellen gibt es und bietet Möglichkeiten, das Regenwasser eintreten kann. Bei der Wahl der Fahrrad Regenjacke sollte darauf geachtet werden, dass das Material der Jacke bereits wasserundurchlässig ist. Ähnlich wie bei wasserdichten Fahrradtaschen werden die Verbindungen hier nicht genäht sondern verschweißt oder geklebt.

Wasserabweisend vs. Wasserdicht

Stoffjacken haben dabei oftmals das Problem, dass der Stoff nie zu 100% Wasserdicht ist. Hier heißt es in der Beschreibung dann „Wasserabweisend“. Die Poren der Jacke (des Materials) sind so fein, dass der Regentropfen an sich nicht eindringen kann. Die Höhe des Wasserdrucks wird in mm Wassersäule angegeben. Ab einem Wert von 1300 mm Wassersäule spricht man von Wasserdicht.

Wassersäule:

Wert Eigenschaft
Unter 1300 mm Wasserabweisend
Ab 1300 mm Wasserdicht (laut EU-Norm)
Ab 4000 mm Sicher wasserdicht (Empfehlung EMPA)

Größe der Regenjacke

Wer sich eine Regenjacke als Überziehjacke kaufen möchte, der sollte diese in einer Nummer größer wählen. Zieht man z.B. im Winter noch eine Winterjacke an, nimmt diese recht viel Platz ein. Die Fahrrad Regenjacke muss hier noch drüber passen.

Signalfarben und Reflektoren

Wenn es regnet ist es meist etwas dunkler draußen. Wer sich jetzt optisch mit einer auffälligen Fahrradjacke abhebt, der wird besser gesehen. Reflektoren an der Jacke unterstützen den Effekt.

Worauf man 2025 vor dem Kauf achten sollte

  • Das Material sollte bereits wasserundurchlässig sein, z.B. Polyester.
  • Die Nähte der Fahrradjacke sollten geklebt oder geschweißt sein.
  • Die Regenjacke sollte auffällig in der Farbgebung sein.
  • Die Belastung nach mm Wassersäule ist im Idealfall größer als 3000-4000 mm.
  • Taschen und Reißverschlüsse sollten ebenfalls wasserdicht verschlossen werden können.
  • Die Kapuze sollte evtl. über den Fahrradhelm passen.

Die Norrona Falketind Gore-Tex Paclite Jacke im Detail

Die Norrona Falketind Gore-Tex Paclite Regenjacke ist ein Paradebeispiel für hochwertige Outdoor-Bekleidung aus dem Hause Norrona. Sie bietet leichten, hochwertigen Wetterschutz und minimales Packmaß.

Erster Eindruck und Design

Die Falketind Jacke hinterlässt schon beim ersten Kontakt einen hochwertigen Eindruck. Durch den Einsatz der Paclite-Membran kann auf eine zusätzliche Innenschicht verzichtet werden, was Gewicht und Packmaß reduziert. Der technische Schnitt bietet genügend Platz für Isolationsschichten, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken.

Die Kapuze ist helmtauglich und kann mit einem Kordelzug fixiert werden, die Frontscheibe ist mit einem Draht verstärkt.

Erfahrungen aus dem Praxistest

In der Praxis zeigt die Falketind Jacke ihre Stärken. Sie ist großzügig geschnitten und deckt den unteren Rücken auch beim Radfahren gut ab. Die verlängerten Ärmel schützen vor Regen und Wind, der hochgezogene Kragen ist angenehm weich. Die Kapuze sitzt fest über dem Helm und bleibt auch bei schneller Fahrt an ihrem Platz.

In Sachen Atmungsaktivität stößt die Jacke bei intensiver Nutzung an ihre Grenzen, obwohl eine Belüftungsöffnung vorne Abhilfe schafft. Allerdings ist der Reißverschluss schwergängig, was das Öffnen während der Fahrt erschwert. Die Position der Belüftungsöffnung ist nicht optimal, da der Wind direkt auf den Oberkörper trifft.

Die Wasserdichtigkeit ist ausgezeichnet, was die Falketind im Duschtest bewiesen hat.

Fazit

Mit einer Gesamtnote von 79% und einem Preis-Leistungs-Verhältnis von 75% ist die Norrona Falketind Gore-Tex Paclite eine hervorragende Wahl für alle, die bei jedem Wetter draußen sein wollen.

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