GORE Wear Fahrradbekleidung im Test: Ein umfassender Überblick

Funktionsbekleidung ist für Radfahrer unerlässlich, um bei unterschiedlichen Wetterbedingungen optimalen Komfort und Schutz zu gewährleisten. Die Möglichkeit, die neue POWER TRAIL Kollektion von GORE Wear vorab zu testen, war daher eine willkommene Gelegenheit.

Die getesteten Produkte

Die getesteten Artikel umfassen:

  • POWER TRAIL Shorts+
  • POWER TRAIL GT AS Jacke Gore-Tex®
  • POWER TRAIL GT AS Shorts Gore-Tex®
  • POWER Trail Jersey

Die Artikel wurden in Größe L bei einer Körpergröße von 1,81m und 80Kg in der Farbvariante Schwarz getestet.

Anforderungen an Funktionsbekleidung

Funktionsbekleidung soll vor Wind und Regen schützen, Wärme halten und Feuchtigkeit abtransportieren. Zusätzlich sind ein guter Schnitt und ausreichend Bewegungsfreiheit wichtig, damit die Kleidung auf dem Trail nicht stört. Nicht zuletzt spielt auch das Aussehen eine Rolle.

POWER TRAIL Kollektion im Detail

POWER TRAIL Shorts+

Die POWER TRAIL Shorts+ zeichnen sich durch ihre Unauffälligkeit und den hohen Tragekomfort aus. Sie bieten die nötige Bewegungsfreiheit und sind extrem leicht. Ein elastischer Bund und Klettverschlüsse ermöglichen die Anpassung an die Bundweite. Der gummierte Innenbund verhindert ein Verrutschen. Zwei Seitentaschen mit Reißverschluss bieten Stauraum für Kleinigkeiten. Ein Spritzschutzeinsatz schützt effektiv vor Nässe. Die Hose wird mit einer gepolsterten Innenhose geliefert, die fest verbunden werden kann.

POWER TRAIL GT AS Shorts Gore-Tex®

Bei nassem Wetter kommt die Überhose zum Einsatz. Sie wird über Schuhe und Knieschützer gezogen und bietet dank Gore-Tex® Active einen angenehm trockenen Tragekomfort. Ein elastischer Bund mit rutschfestem Gummi sorgt für einen perfekten Sitz. Die Serienversion verfügt zusätzlich über eine Weitenregulierung mittels einer Kordel. Die Überhose hat keine Durchreichen zu den Taschen der darunterliegenden Hose, verfügt aber über eine kleine Innentasche am Bund.

POWER TRAIL GT AS Jacke Gore-Tex®

Die Jacke ist dank Gore-Tex® Active absolut wasserdicht und atmungsaktiv. Sie besitzt zwei nützliche Taschen: eine auf Brusthöhe und eine am linken Ärmel. Der Schnitt ist am Gesäß weiter, um auch in gebückter Haltung optimalen Nässeschutz zu bieten. Die Beschichtung an der Innenseite verhindert ein "Ankleben" der Jacke auf der Haut. Sie lässt sich auf ein kleines Packmaß zusammenfalten und ist auch im Alltag tragbar. Einziger Nachteil ist, dass die Jacke nicht mit Schützern kombinierbar ist, da sie eng anliegen muss.

ENDURE Regenbekleidung von GORE Wear

Ziel des Tests war es, passend zur herbstlichen Jahreszeit ein Regen-Set, bestehend aus einer hochwertigen Regenjacke und einer Regenhose, auf dem Mountainbike auszuprobieren. Die Jacke wurde in der Farbe „grau“ und die Regenhose in „schwarz“ ausgewählt. Bei einer Körpergröße von 179 cm und normaler Statur (78 kg) wurde die Jacke in Größe M und die Hose in Größe L getestet.

Erster Eindruck und Design

Die Regenbekleidung sah nicht nur fantastisch aus, sie saß auch perfekt. Die hochwertige Verarbeitung wurde von meinen Arbeitskollegen ebenso gelobt wie die erstklassige Passform und der ansprechende Schnitt.

ENDURE Regenjacke

Die Jacke verfügt über die GORE-TEX PACLITE® PLUS Technologie. Dadurch ist die Endure-Jacke zu jeder Zeit wasser- und winddicht sowie extrem leicht. Ganz oben an der Innenseite der Kapuze befindet sich eine gummierte Einlage, die dafür sorgt, dass die Kapuze am Helm haften bleibt und nicht bei jedem Windstoß sofort abrutscht. Die Jacke sitzt auch mit Rucksack sehr gut, die Ärmel sind ausreichend lang und der Rücken ist verlängert. Die integrierte Reißverschlussgarage verhindert jedes Scheuern am Hals.

Die Jacke hat sogar starkem Wind standgehalten, meine zusätzliche Windjacke benötige ich ab sofort nicht mehr. Auf dem Trail habe ich festgestellt, dass mich nichts an der Jacke stört. Perfekter Sitz, kein Ziehen oder Drücken am Oberkörper oder an den Armen auf dem Sattel oder im Wiegetritt. Das liegt auch an der vorgeformten Ellbogenpartie.

Die Kapuze benutze ich auf solchen Strecken nicht, da bei höheren Geschwindigkeiten auch mehr Luft in die Kapuze strömt und es mir unangenehm wird (Windgeräusche und Kapuzenrascheln an den Ohren), selbst wenn die Kapuze eng am Gesicht anliegt. Ich benutze lieber einen Helmüberzug.

Alles in allem ist dies eine leichte Regenjacke, die gegenüber anderen Regenjacken mit vier Funktionen glänzt:

  1. Absolut winddicht, also auch als Windjacke geeignet.
  2. Absolut regendicht, da kommt kein Wasser durch.
  3. Sowohl für MTB-Touren als auch für Wanderungen geeignet.
  4. Immer dabei, durch das geringe Gewicht und das kleine Packmaß passt die Jacke sogar in eine Hüfttasche.

ENDURE Regenhose

Die ENDURE Regenhose verfügt über die gleiche GORE-TEX PACLITE® PLUS Technologie wie die ENDURE Regenjacke. Die einzige Reißverschlusstasche auf der rechten Seite ist weiter hinten angebracht, damit Smartphone oder Portemonnaie beim Treten nicht stören. Sie dient aber auch als integrierte Packtasche. Dazu zieht man die Tasche heraus und stopft die ganze Hose hinein.

Die Regenhose in Größe L passt gut. Das Silikon-Gripper-Band am Bund reicht für meinen Hüftumfang bereits aus. Wer will, kann noch mit dem Kordelzug am Bund nachhelfen. Die reflektierenden Elemente befinden sich hauptsächlich an den Seiten der Hose. Positiv aufgefallen sind mir die Druckknöpfe zum Verstellen der Unterschenkelweite und der großzügige lange Reißverschluss der Regenhose.

Wie bei der Regenjacke wurde ich auch bei einigen Regenschauern nie nass und spürte auch keinen kalten Wind an den Beinen. Bis auf die fehlende linke Reißverschlusstasche hat mich die GOREWEAR Endure mit GORE-TEX PACLITE® PLUS Technologie und abriebresistentem Sitzpanel voll überzeugt. Sie bietet auch mit Knieschonern eine gute Passform, eine einfache Anpassung und hervorragenden Schutz vor Regen und Wind beim Radfahren.

Die Hose hat dicht gehalten und es hat sich, trotz den, für diese Jahreszeit, recht hohen Temperaturen, kein Kondenswasser in der Hose gebildet.

Die Gore Membran und die gute Verarbeitung ist die Hose absolut wind- und wasserdicht - da hat Gore nicht zu viel versprochen. Die Hose hat meine Beine immer trocken gehalten, wobei die Knöchel von den Überschuhen und der Reißverschluss der hinteren Tasche von der Jacke überdeckt wurden.

Gorewear Distance Bib Shorts+ 2.0 im Detail

Gorewear hat seine Long Distance Bib Shorts überarbeitet und auf den aktuellen Stand der Hosentechnik gebracht. Um ganze 50 Prozent soll dabei der Anteil der Nähte verringert worden sein. Auch das Sitzpolster wurde in Zusammenarbeit mit Elastic Interface erneuert und soll nun noch besseren Support auf langen Strecken bieten. Ein etwas höherer Bund und neue Beinabschlüsse ohne Nähte sollen die Passform verbessern und den Komfort erhöhen.Unter den nahtlosen Bündchen stecken Silikonprints, um den Halt am Oberschenkel zu verbessern. Die Träger der Gorewear Distance Bib Shorts+ 2.0 sind komplett aus einem Netzgewebe gefertigt, kommen ohne Nähte aus und sollen Schweiß schneller vom Körper abtransportieren. Große Reflex-Prints an den Oberschenkeln sorgen für gute Sichtbarkeit im Verkehr.

Komfort und Passform

Der fein gestrickte und leichte Stoff der Gorewear ist schon fast unverschämt angenehm und fühlt sich an wie eine zweite Haut. Die einzige Naht an den Beinen wird unauffällig an der Innenseite der Oberschenkel geführt. Die breiten Träger legen sich sauber über die Schultern, ohne dass man sie groß ausrichten müsste, und sie verteilen den Zug auf eine verhältnismäßig große Fläche. Während unseres Tests trug sich die Gorewear überaus bequem, ohne dass sich Material schoppte oder Nähte zwickten.

Auch beim Treten bleiben die Hosenbeine gut in Form. Die Konstruktion der Gorewear verhindert zudem, dass sich Material in der Beinbeuge staut und zwickt. Die luftigen Träger halten das Sitzpolster sauber in seiner Position.

Sitzpolster

Das Polster selbst fährt sich ebenfalls angenehm, nicht zu dick, dafür aber schön straff. Gelungenes Detail: An der Intimzone verhindert ein Besatz aus Windstopper-Material, dass der Fahrer auf langen Abfahrten auskühlt.

Details und Preis

Die Gorewear Distance Bib Shorts+ 2.0 ist ein Hautschmeichler und eine unserer Favoriten-Hosen für lange Touren.

Eigenschaft Wert
Preis 199,95 Euro
Gewicht (L) 181 Gramm
Größen S - XXXL
Made in China
Ausstattung nahtlose Mesh-Träger; nahtlose Bündchen; Reflex; Windschutz
Besonderheiten Windschutz-Cup
Polster Länge/Breite/Härte 24 / 14 /mittel - hart
Beinlänge (ab Trochanter Major) 33 cm

Bewertung & Fazit

Die Gorewear liefert über Stunden exzellenten Tragekomfort, das Sitzpolster könnte etwas breiter ausfallen.

Gorewear schneidert seine Distance Bib Shorts+ 2.0 aus super bequemem Material mit angenehmer Spannkraft und hervorragendem Schnitt. Selbst nach langem Tragen sind keinerlei Nähte oder Abschlüsse spürbar. Die luftigen Mesh-Träger sind ausreichend straff. Das Sitzpolster liefert gute Dämpfung, fällt aber etwas schmal aus. Große Reflex-Prints und Windschutz im Intimbereich.

Winterbekleidung von Gore Wear im Test

C5-Thermo-Winterjacke

Die C5-Thermo-Winterjacke bietet durch das weiche, gebürstete Fleece-Innenmaterial eine sehr starke Wärmeisolierung. Zugleich ist der Wetterschutz sehr stark. Das außen verwendete Material Gore-Tex Inifinium hält aufgrund der Gore-Windstopper-Technologie kühlenden Wind komplett vom Körper ab und ist langanhaltend und sehr stark wasserabweisend.

Die Passform ist radsportspezifisch, sportiv und enganliegend. Aufgrund der Stretch-Einsätze war die Jacke jedoch nie beengend. Die Ärmel sind - passend für eine sportive Sitzposition auf dem Rennrad - lang. Sie verhindern auch durch ihre enganliegende Passform, dass an den Ärmeln kühle Luft unter die Jacke eindringen kann. Am Hals und am Nacken wärmt der hohe Stehkragen effektiv.

Sehr gut: Die C5-Jacke ist in auffälligen Signalfarben erhältlich und verfügt zudem über Reflektoren, die die Sichtbarkeit im Straßenverkehr weiter erhöhen.

C5-Thermo-Langarmtrikot

Das C5-Thermo-Langarmtrikot überzeugte insbesondere im Temperaturbereich zwischen fünf und 15 Grad Celsius. Am Rumpf ist vorne ein effektiv wärmesiolierendes Thermo-Material verarbeitet. An den Seiten und auf der Rückseite der Arme kommt ein dünneres und noch atmungsaktiveres Material zum Einsatz.

Die Flexibilität ist durch den hohen Stretch des Materials hoch. Dies ermöglicht die sehr körpernahe, aber nicht beengende Passform.

Gore Wear Torrent Jacke

Weniger als 200 Gramm in der Größe S und voller Wetterschutz: Die Gore Wear Torrent überzeugte als absolut wind- und wasserdichte Jacke - sowohl in der Kombination mit dem C5-Thermo-Langarmtrikot als auch mit der C5-Gore-Tex-Infinium-Winterjacke und damit bei allen kühlen Herbst- und Wintertemperaturen. Auch bei langanhaltendem starkem Regen nahm das Gore-Tex-Material keine Nässe auf, sondern ließ sie an der Außenschicht abperlen.

C5-Trägerhose

Die C5-Trägerhose überzeugte in der Kombination mit den getesteten Oberteilen der Linie von Gore Wear. Die breiten und flachen Träger und die Netz-Rückenpartie sind klar auf eine hohe Atmungsaktivität ausgelegt und beeinträchtigen die Wärmefunktion und die Atmungsaktivität der Oberteile nicht. Sie tragen dazu bei, dass Schweiß schnell vom Körper weg geleitet wurde.

Sehr überzeugend war hierbei die Gore-Tex-Windstopper-Cup-Funktion, die vor kühlendem Fahrtwind sowie vor Spritzwasser im Sitzbereich effektiv schützte.

Tempest-Winterjacke

Die Tempest-Winterjacke hält dank ihrer Außenschicht aus dem Gore-Tex-Infinium-Material mit der Gore-Tex-Windstopper-Funktion kühlenden Wind komplett vom Körper fern. Das Material ist zudem sehr langanhaltend sehr stark wasserabweisend. Bei Spritzwasser und bei Regenschauern drang im Test keine Feuchtigkeit zum Körper vor.

Die Innenseite aus wärmendem Fleece-Material sorgte für einen sehr hohen Tragekomfort und wärmte in der Kombination mit einem Thermo-Baselayer auch bei niedrigen einstelligen Temperaturen effektiv.

Stream-Jacke

Die Stream-Jacke ist durch das Gore-Tex-Material und die vollständig versiegelten Nähte absolut wasser- und winddicht. Die Passform trägt aufgrund des verlängerten Rückenabschlusses, des hohen Kragens und der ausreichend langen Ärmel zum Wetterschutz der Gore-Wear-Jacke bei.

Gore-Wear-Progress-Radhose

Die Gore-Wear-Progress-Radhose überzeugte vor allem durch ihre enganliegende und zugleich sehr flexible Passform. Diese wird durch den Vier-Wege-Stretch, den das wärmende, innen aufgeraute Fleece-Material bot, ermöglicht. Der obere Rückenbereich und die breiten, gut stabilisierenden, Träger sind perforiert und sind somit sehr atmungsaktiv. Sie leiten Schweiß effektiv vom Körper ab.

Top: Die Gore-Tex-Windstopper-Liner-Technologie im Sitzpolster und an der Vorderseite der Hose sorgte für einen effektiven Schutz vor kühlendem Fahrtwind, wodurch sich die Progress-Hose auch für längere Fahrten im einstelligen Temperaturbereich eignete.

Thermo-Handschuhe aus der C5-Serie

Die Thermo-Handschuhe aus der C5-Serie überzeugen durch ihre sinnvolle Materialkombination und die durchdachten Schnitte. Das Gore-Tex-Außenmaterial hielt Fahrtwind komplett ab und ließ auch bei Regenschauern keine Feuchtigkeit zur Haut vordringen. Die Thermo-Isolation an der Innenseite wärmte und sorgte für ein sehr angenehmes Tragegefühl.

Shield-Thermo-Überschuhe

Die Shield-Thermo-Überschuhe sind aus nur einem Stück Stretchmaterial gefertig und kommen somit mit nur einer Naht im Bereich des Rists aus. Das Material ist dünn, obwohl es effektiv vor Nässe und Wind schützt. Zudem ist die Passform am Schuh und an den Knöcheln sehr enganliegend und dadurch aerodynamisch vorteilhaft.

Top: An der Sohle sind die Öffnungen für die Pedalplatten und den Fersenbereich an den Kanten verstärkt. Außerdem besteht die Sohle aus einem sehr abriebfesten Material. Auch nach mehreren Einsätzen und vielen Geh-Passagen war keine Abnutzung zu bemerken.

Gesamtfazit zur Gore Wear Winterbekleidung

Die Gore-Wear-Sets überzeugten als Einzelstücke sowie in der Abstimmung aufeinander. Die Bestnoten vergaben unsere Tester für die wasserdichten oder wasserabweisenden, winddichten und dabei weitgehend atmungsaktiven Gore-Tex- und Gore-Tex-Infinium-Materialien. Insbesondere die Jacken und Langarmtrikots boten sowohl einen effektiven Wetterschutz, eine gute Wärmeisolation sowie teils eine durchdachte Konstruktion, die eine hohe Atmungsaktivität erlaubte. Wie von Gore Wear gewohnt fielen die Schnitte radsporttypisch sportiv, jedoch nicht beengend aus. Ihre Ausrichtung auf eine hohe Funktionalität bei Winter-Bedingungen war durchweg gelungen. Das Preis-Leistungsverhältnis war auch wegen der sehr hochwertigen Verarbeitung der robusten Materialien ordentlich.

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