GPS Diebstahlschutz Fahrrad Test: Die besten Tracker im Vergleich

Die Diebstahlszahlen bei Fahrrädern und E-Bikes sind weiterhin sehr hoch. Elektronische Systeme können im Falle eines Diebstahls helfen.

Der Schweizer Mobilitätsverband TCS hat die gängigsten Systeme untersucht und die Ergebnisse dazu veröffentlicht.

Vorneweg: Ein gutes Schloss ist für die Diebstahlsicherung für Fahrrad oder E-Bike unabdingbar.

Kommt es jedoch trotzdem zu einem Diebstahl, können Tracking-Systeme bei der Wiederauffindung helfen.

Funktionsweise von GPS-Trackern

Der Verband TCS hat neun unterschiedliche Tracking-Modelle getestet, die per GPS oder via Social GPS Tracking funktionieren.

Kurz erklärt: Ein GPS-Tracker kann durch einen GPS-Empfänger Signale von Satelliten empfangen und somit seine Position bestimmen.

Er ist mit einer SIM-Karte ausgerüstet und mit einem Mobilfunknetz verbunden.

Darüber werden die Standortdaten an das Smartphone geschickt, das per App anzeigt, wo sich das Rad befindet.

Bei einigen Trackern ist die jährlich anfallende Gebühr für eine gewisse Zeit im Kaufpreis enthalten.

Social GPS Tracking funktioniert nicht via Satelliten, sondern über das Erkennen von „Tags“ durch zufällig in der Nähe vorhandene Telefone mit aktivem Bluetooth-System (Bluetooth Low Energy, BLE).

Durch die Abhängigkeit der Tags von anderen Telefonen funktioniert das Tracken in dicht besiedeltem Gebiet zwar recht gut, befindet sich ein Tag aber in einer Tiefgarage oder in sehr dünn besiedeltem Gebiet, ist nicht mit erfolgreichem Tracken zu rechnen.

Relevant war beim TCS-Test, ob und wie genau ein Tracker die Position senden kann.

So wurden die Testprodukte im Keller eines Wohnhauses, im Untergeschoss einer Tiefgarage, entlang einer Hauptstraße, auf einer Autobahnraststätte und schließlich in einem Handy-Funkloch getestet.

Testergebnisse und Empfehlungen

Die Modelle „BikeTrax“ von Powunity und „ConnectModule“ von Bosch eBike Systems wurden mit «hervorragend» bewertet.

Überzeugt haben sie vor allem, weil die Ortung in jeder Testsituation sehr zuverlässig war und diese im Motorengehäuse kaum enttarnt werden können.

Auch das Modell „Track and Protect“ von It's my bike erzielte eine “sehr empfehlenswerte“ Bewertung.

Social GPS Tags, wie der Apple AirTag oder der SmartTag2 von Samsung erreichen in besiedeltem Gebiet zwar akzeptable Resultate, versagen aber komplett an Orten, wo nur selten Menschen hinkommen.

Die schlechteste Ortung ergab sich beim «Bike-Tracker» von Invoxia.

Das Modell erhält aber gesamthaft immer noch ein «empfehlenswert», ist es doch immerhin einfach zu montieren und zu nutzen.

Zwei der ursprünglich neun in den Test aufgenommenen Trackern - "Tk906" von Tkstar und "GPS Fahrrad Tracker" von Swisstrack - konnten nicht in Betrieb genommen werden, da diese nur über das in der Schweiz abgeschaltete GSM-Netz funktionieren.

Für Schweizer Kunden sind diese damit keine empfehlenswerte Wahl.

Detaillierte Betrachtung einiger GPS-Tracker

BikeTrax von PowUnity

Der PowUnity BikeTrax GPS-Tracker für E-Bikes bietet eine Vielfalt an Funktionen, die uns im Vergleich überzeugt hat.

Neben der Live-Tracking-Funktion und dem Diebstahlalarm verfügt er auch über ein Routen-Tagebuch und eine Standortbestimmung.

Besonders positiv hervorzuheben sind der Spritzwasserschutz und die zusätzlichen Features wie die SOS-Notfalltaste, der Bewegungs- und der Geschwindigkeitsalarm.

Das Gerät ist ein guter Begleiter für E-Bike-Fahrer, die sich mehr Sicherheit und Kontrolle wünschen.

Der PowUnity BikeTrax GPS-Tracker lässt sich nicht nur für Ihr Fahrrad, sondern auch für Autos, Personen und Haustiere nutzen.

Ja, der PowUnity BikeTrax GPS-Tracker ist einfach zu installieren und wird direkt mit dem Batteriemodul des E-Bikes verbunden.

Die Installation ist unauffällig, sodass der Tracker im Motorraum versteckt werden kann.

Der PowUnity BikeTrax GPS-Tracker kann in geschlossenen Räumen ein Signal senden, jedoch kann die Signalstärke je nach Gebäudestruktur variieren.

Ähnlich verhält es sich mit dem Power Finder von Paj Gps, dessen Signal in dichten Gebäuden ebenfalls beeinträchtigt sein kann.

Die Datenübertragung erfolgt beim PowUnity Bike Trax Tracker mittels der inkludierten SIM-Karte.

Diese ist im 1. Jahr kostenfrei, danach ist diese ohne Bindung monatlich aktivierbar.

Das Standorttracking erfolgt ganz bequem über das Smartphone oder die Web-Plattform per PC.

Die Akkulaufzeit des PowUnity BikeTrax GPS-Trackers beträgt bis zu 30 Tage.

Dies ist vergleichbar mit dem GPS-Gerät von Tkmars, das ebenfalls eine Akkulaufzeit von etwa 30 Tagen bietet.

MM7E1A von IIIONI IIIOTO

Der GPS-Tracker MM7E1A von Illoni Illoto ist ein vielseitiges Gerät, das nicht nur für Fahrräder, sondern auch für Motorräder oder Autos genutzt werden kann.

Dank der bereits enthaltenen SIM-Karte ist keine zusätzliche Anschaffung erforderlich.

Die Steuerung erfolgt über eine App, die vorher heruntergeladen werden muss.

Das Modell befindet sich im höheren Preissegment.

Ja, der GPS-Tracker der Marke Iiioni Iiioto funktioniert mithilfe einer SIM-Karte, die bereits im Lieferumfang enthalten ist.

Nein, im Gegensatz zu den meisten Geräten in unserem Vergleich verfügt der GPS-Tracker der Marke Iiioni Iiioto über keinen Tempo-Überschreitungsalarm.

Ja, der GPS-Tracker der Marke Iiioni Iiioto ist staubdicht sowie spritzwassergeschützt, sodass er auch bei schlechten Wetterverhältnissen genutzt werden kann.

Ja, der GPS-Tracker aus dem Hause Iiioni Iiioto verfügt über keine Spionagefunktion, sodass die Anwendung völlig legal ist.

Ja, sobald Ihr Fahrzeug ohne gekoppelten Schlüssel bewegt wird, erhalten Sie innerhalb von einer Minute eine Benachrichtigung.

Tracker von Invoxia

Überraschenderweise bietet der GPS-Tracker von Invoxia aus unserer Sicht viele nützliche Funktionen, die ohne eine Sim-Karte auskommen.

Die Steuerung erfolgt über die Invoxia-App, während Sigfox auf dem PC oder Laptop installiert sein muss.

Besonders hervorzuheben sind für uns auch die individuell definierbaren Alarmzonen und der Bewegungsalarm, die in dieser Preisklasse selten sind.

Ideal für Anwender, die auf präzise Ortungsdienste ohne Entfernungslimit angewiesen sind.

Nein, der GPS-Tracker der Marke Invoxia eignet sich für Autos, Motorräder, Personen oder Gegenstände.

Wenn Sie nach einem Produkt für Ihr Haustier suchen, sollten Sie sich das Modell 99959 des gleichen Herstellers aus unserem Vergleich anschauen.

Nein, im Gegensatz zu den meisten Trackern in unserem Vergleich ist das Modell der Marke Invoxia nicht spritzwassergeschützt.

Der PAJ GPS Tracker benötigt zum Betrieb eine Lithium-Polymer Batterie, die im Lieferumfang enthalten ist.

Beim Kauf eines PAJ GPS Trackers profitieren Sie von einer einfachen Installation: Er wird etwa eine Stunde mit dem mitgelieferten Micro-USB-Kabel aufgeladen, mit Ihrem Smartphone gekoppelt und ist dann sofort einsatzbereit.

Ja, der GPS-Tracker der Marke Invoxia gehört zu den wenigen Geräten in unserem Vergleich, die mit einem Bewegungsalarm ausgestattet sind.

Hierbei werden Sie bei Bewegungen oder Vibrationen umgehend benachrichtigt.

Nein, für die Nutzung des PAJ GPS-Trackers benötigen Sie keine SIM-Karte.

Allerdings brauchen Sie die App "Invoxia".

GPS Gerät von TKMARS

Ob beim Radfahren in der freien Natur oder in der Stadt unterwegs - das Tkmars-GPS Gerät überzeugt mit seiner langanhaltenden Akkuleistung.

Der GPS-Tracker für das Fahrrad ermöglicht eine praktische Live-Standortbestimmung ohne Abhörfunktion und ist somit eine vertrauenswürdige Begleitung für den Fahrer.

Verglichen mit anderen Geräten besticht das Tkmars-GPS vor allem durch seine hohe Kapazität.

Für alle, die lange Touren planen oder einfach auf Nummer sicher gehen wollen, ist das Gerät uneingeschränkt zu empfehlen.

Das GPS-Gerät von Tkmars erfordert kein eigenes Abonnement, sodass Sie ohne monatliche Gebühren auf die Ortungsfunktionen zugreifen können.

Beachten Sie jedoch, dass Sie eine 4G-SIM-Karte einsetzen und aktivieren müssen, was möglicherweise zusätzliche Kosten verursacht.

Das GPS-Gerät von Tkmars ist spritzwassergeschützt, was eine zuverlässige Nutzung unter verschiedenen Wetterbedingungen und Umgebungen ermöglicht.

Das GPS-Gerät von Tkmars eignet sich für eine Vielzahl von Fahrzeugen wie Autos, Motorräder, Fahrräder und Lastwagen.

Das GPS-Gerät von Tkmars bietet eine Stand-by-Zeit von 80 Tagen im 4GLTE-Modus, was eine langfristige Nutzung ohne häufiges Aufladen ermöglicht.

Das GPS-Gerät von Tkmars verfügt über eine starke magnetische Halterung, die eine zuverlässige Befestigung an metallischen Oberflächen gewährleistet.

99959 von Invoxia

Der GPS-Tracker für das Fahrrad von Invoxia beeindruckt durch seine vielseitige Verwendbarkeit.

Er kann nicht nur für das Fahrrad, sondern auch für das Auto, Personen oder Haustiere genutzt werden.

Um das Tracking zu ermöglichen, wird eine SIM-Karte sowie eine App benötigt.

Besonders positiv ist die staub- und wasserdichte Eigenschaft des Trackers, die eine Nutzung bis zu einem Meter Tiefe ermöglicht.

Preislich liegt das Modell im mittleren Segment.

Nein, die SIM-Karte im GPS-Tracker fürs Fahrrad ist fest verlötet.

Die integrierte SIM-Karte erlaubt eine Nutzung auch ohne Smartphone.

Der Akku des Invoxia Cellular GPS-Trackers hält bis zu insgesamt vier Monaten bis eine erneute Aufladung nötig ist.

Dieser Tracker wiegt laut Herstellerangaben nur 30 g.

Er lässt sich so sehr gut etwa auch im Gepäck oder der Jackentasche transportieren.

Wie bei allen ähnlichen Geräten in unserem Produktvergleich erfolgt das Tracken dieses Modells über eine dazugehörige App.

Dieser Tracker kann genutzt werden, um den Aufenthaltsort von Fahrzeugen, Haustieren, Personen und Wertgegenständen zu ermitteln.

GPS Tracker von TKMARS

Der GPS-Tracker von Hangang überzeugte durch seine zahlreichen Funktionen, wie beispielsweise einen Geo-Zaun und einen Geschwindigkeitsalarm.

Er eignet sich nicht nur für das Fahrrad, sondern auch für das Motorrad und das Auto.

Allerdings ist das Gerät nicht spritzwassergeschützt.

Dennoch ist er eine gute Wahl für Benutzer, die auf der Suche nach einem zuverlässigen Tracker mit vielseitigen Funktionen sind.

TK913 von Winnes

Der Winnes TK913 GPS-Tracker überrascht mit seinem leichten Gewicht von nur 58 g und den gleichen Abmessungen wie der Winnes MiniTK905.

Mit seiner ausgeklügelten GPS- und AGPS-Doppelortungstechnologie kann er Ziele per SMS, APP und Internet orten.

Eine bemerkenswerte Eigenschaft ist seine Funktionalität.

Wir haben beim Vergleich festgestellt, dass der TK913 eine zuverlässige Option für Anwender ist, die einen GPS-Tracker benötigen.

Ja, der genannte Tracker sendet einen Alarm, wenn Bewegung an einem georteten Fahrzeug erkannt wird.

So wird man rechtzeitig vor der eigentlichen Fahrt alarmiert.

Ja, der Tracker ist mit einer solchen Warnung ausgestattet.

Diese sendet ein Signal, wenn starke Erschütterungen oder wenn Bewegungen im Allgemeinen am Fahrzeug erfolgen.

Der Tracker ist auf bis zu fünf Meter genau.

So kann man Fahrzeuge und zurückgelegte Fahrtwege exakt verfolgen und rekonstruieren.

Nein, der genannte Tracker wird ohne SIM-Karte ausgeliefert.

Eine solche müssen Sie separat erwerben.

Ja, das genannte Gerät ist, wie einige andere Produkte aus unserem Vergleich auch, mit einer Low-Battery-Warnung ausgestattet.

Diese signalisiert Ihnen zuverlässig, wenn der Akkustand gering ist.

TK935 von TKMARS

Der TKmars GPS-Tracker hat uns mit seiner beeindruckenden magnetischen Anziehungskraft überzeugt.

Die beiden externen Magneten bieten eine verbesserte Haftung im Vergleich zum TK905.

Mit einer Genauigkeit von 5-10 Metern ermöglicht er ein Echtzeit-Tracking über Webplattform oder Smartphone-App.

Besonders gefallen hat uns die umfangreiche historische Fahraufzeichnu...

Neben Fahrrädern eignet sich der magnetische GPS-Tracker aus dem Hause Tkmars auch für Autos und Motorräder.

Nein, der magnetische GPS-Tracker aus dem Hause Tkmars weist keinen Spritzwasserschutz auf und sollte daher vor Nässe geschützt werden.

Nein, der magnetische GPS-Tracker aus dem Hause Tkmars ist nicht mit einer Spionage-Funktion ausgestattet und daher vollkommen legal.

Der magnetische GPS-Tracker aus dem Hause Tkmars lässt sich mithilfe einer SIM-Karte einrichten.

Diese ist jedoch nicht im Lieferumfang enthalten und muss somit separat besorgt werden.

Der magnetische GPS-Tracker aus dem Hause Tkmars wird über die dazugehörige App bedient.

Diese ist Grundvoraussetzung für die Nutzung des Geräts.

Weitere smarte GPS-Tracker

  • Knog Scout: Dezentes Sicherheits-Gadget, das sich in Apples "Wo ist"-System einbinden lässt.
  • Alterlock: Funktioniert mit GPS und WLAN, um das Rad auch in Innenräumen besser zu lokalisieren.
  • fahrradfinden GPS-Tracker: Geeignet für Rennräder, integrierte Versicherung bei Diebstahl.
  • Apple Airtag: Kleiner, runder Tracker, der sich mit der „Wo ist“-App von Apple schnell lokalisieren lässt.
  • I LOCK IT mit GPS Live Tracking: Rahmenschloss mit integriertem GPS-Tracker und Alarmfunktion.
  • Eufy Security SmartTrack Link: Günstige Alternative zu Apples AirTags, kompatibel mit Android-Smartphones.
  • SBS E-Go Fahrradreflektor: Reflektor mit integriertem Apple "Wo ist" kompatiblen Tracker.

Vor- und Nachteile von GPS-Trackern

  • Vorteile:
    • Unauffällige Fahrradüberwachung.
    • Schnelle Ortung ohne Wissen des Diebes.
    • Kontinuierliche Überwachung.
    • Vielseitige Einsatzmöglichkeiten.
    • Kostengünstige und flexible Alternative zu schweren Schlössern.
  • Nachteile:
    • Bieten keinen physischen Diebstahlschutz.
    • Bei unzureichender Batterielebensdauer oder schlechter Netzwerkverbindung werden sie nutzlos.

Klassische Fahrradschlösser

So smart Airtags und GPS-Tracking beim Fahrrad ist, am effektivsten bleibt dennoch das klassische Fahrradschloss.

Sie sind mehr als nur ein einfaches Sicherheitsmittel; sie sind wie ein Wächter, der dir hilft, dein liebgewonnenes Fahrrad vor unerlaubtem Zugriff zu schützen.

Nur rund 10 Prozent aller in Deutsch­land gestohlenen Fahr­räder finden ihren Weg zurück zum Besitzer.

Gleich­zeitig steigt der Gesamt­wert der gestohlenen Fahr­räder, weil Diebe insbesondere teure E-Bikes ins Visier nehmen.

Diebstahlversicherung

Mehrere Anbieter halten diese Chance zur Wiederbeschaffung für so hoch, dass sie zusammen mit dem Gerät speziell begünstigte Diebstahlversicherungen anbieten.

Bei gestohlen gemeldeten Rädern sucht dann auch der Anbieter.

Rechtliche Aspekte

Recht­lich gesehen, darf man die Stand­ortdaten eines gestohlenen Fahr­rades ohne Einschränkungen an die Polizei weitergeben.

Bei Itsmybike kontaktiere ein Mitarbeiter den Fahr­radbesitzer und biete Hilfe bei der Kommunikation mit der Polizei an, so TCS.

In der Bosch-App würde ein Link zum aktuellen Stand­ort direkt an die Polizei geschickt.

Beim Tracker von Powunity ist dies laut TCS zwar auch möglich.

Selbst­justiz sei in einem solchen Fall strafbar.

Technische Aspekte

Fast alle GPS-Tracker fürs Fahrrad funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Am oder im Bike ist ein GPS-Chip montiert.

Dieser Chip errechnet anhand von über ihm schwebenden Satelliten seine Position - genau wie bei jedem Auto-Navi oder Fahrrad-GPS.

Doch weil der Fahrradbesitzer beim gestohlenen Rad eben nicht im Sattel sitzt, muss ihm das Rad von selbst mitteilen, wo es sich gerade befindet.

An dieser Stelle kommt zusätzlich zum GPS die Mobilfunktechnik ins Spiel, denn nun muss das gestohlene Rad dem Besitzer seine Position mitteilen.

Dafür ist in Trackern eine SIM-Karte eingebaut, wie sie prinzipiell auch im Handy steckt.

Wird das Rad mit scharfgeschaltetem GPS-Tracker bewegt, wacht der eingebaute Sender auf und schickt dem Besitzer eine Nachricht ans Mobiltelefon.

Dort empfängt eine App des Geräteanbieters die Meldung und die Position des gestohlenen Rades - die Suche kann losgehen.

Doch der Teufel steckt im Detail. Eines dieser Details ist die nötige Stromversorgung.

Obwohl es sich bei den Positionsdaten um extrem kleine Datenpakete handelt, müssen die Geräte maximal sparsam mit dem Strom umgehen.

Das begrenzt die Häufigkeit der Positionsangaben.

Ein weiterer unschöner Nebeneffekt des stromfressenden Datenverkehrs: Um das Funknetz zu nutzen, wird eine Art Handy-Gebühr zwischen drei und sechs Euro monatlich fällig.

Einige Hersteller funken auch aus Kostengründen im Narrowband IOT (Internet of Things), einem Schmalbandnetz, das für die Kommunikation zwischen Maschinen verwendet wird.

Eine folgenreiche Grundsatzentscheidung: Denn während man im normalen Handy-Netz in Echtzeit die Position des Rades verfolgen kann, aktualisieren die meisten Geräte im IoT höchstens einmal pro Minute ihren Standort.

Bei einem getrackten Schiffscontainer ist das okay, bei einem gestohlenen Fahrrad verhindert es zumindest eine direkte Verfolgungsjagd.

Zudem sind die Datenfunknetze nicht überall so gut ausgebaut wie das Handy-Funknetz.

Für die Stromsparfunktechnik spricht dagegen ihre Fähigkeit, auch tief in Gebäuden zu funktionieren.

Der Markt ist derzeit im Umbruch: In Ländern wie der Schweiz wird schon jetzt das alte 2G-Handy-Netz abgeschaltet - bis 2025 soll das in allen europäischen Ländern der Fall sein.

Dann funktionieren die entsprechenden Tracker nicht mehr.

In anderen Ländern ist wiederum das IoT-Datennetz noch sehr dünn - es ist also keine schlechte Idee, vor dem Kauf die Netzabdeckung in den persönlich relevanten Ländern zu checken.

Und irgendwo im Hochgebirge, ohne Handy-Empfang, kommt ohnehin keine Positionsmeldung an.

Apple AirTags als Alternative

Apple macht alles ganz anders. Die „AirTags“ der iPhone-Marke sind eigentlich dafür gedacht, verlorene Schlüssel und Ähnliches im Nahbereich wiederzufinden.

Doch der günstige Preis von 35 Euro und das geringe Gewicht sind verlockend, um sie auch für die Fahrradfahndung zu verwenden.

Diese münzgroßen Dinger haben keinen GPS-Chip und funken nur über die für den Nahbereich entwickelte Bluetooth-Verbindung.

Der Trick (den prinzipiell auch die Marken Samsung oder Tile nutzen) ist eine Art Netzwerk.

Wenn das Rad mit montiertem AirTag per App als gestohlen gemeldet wird, ist die weltweite Jagd eröffnet: Jedes iPhone, das sich mit eingeschalteten Ortungsdiensten in Bluetooth-Nähe zum gesuchten Objekt befindet, wird sozusagen von Apple gekapert und als Router verwendet - ohne dass die Besitzer etwas davon mitbekommen.

Der gesuchte Chip und das Telefon sagen sich kurz Hallo, dann funkt das Telefon den Standort des Rendezvous automatisch zum iCloud-Server, von wo er zum Suchenden gelangt.

Nur der Suchende bekommt etwas davon mit.

Die Voraussetzungen für diese Suche sind jedoch umfangreich: Neben reichlich Passanten mit iPhones in wenigen Metern Entfernung sollte weder Autoblech noch Beton oder ein Fahrradrahmen die Funkstrecke abschirmen.

Für die AirTags gibt es mittlerweile clevere Verstecke wie die von uns benutzte Steuersatzkappe von NC-17.

Zwar fängt ein als vermisst gemeldeter Apple AirTag nach acht bis 24 Stunden Jagd an, laut zu piepen, doch bis dahin dürfte das Teil unbemerkt arbeiten - außer, der Dieb hat auch ein iPhone, das ihn nämlich nach einer Weile darauf hinweisen kann, dass ein gesuchter AirTag in seiner Nähe ist.

Versteckte GPS-Tracker

Sehr unauffällig sind auch die Tracker von PowUnity und It’s my bike untergebracht.

Sie lassen sich vom Händler innerhalb der Motorabdeckung verschiedener Mittelmotoren verstecken.

Nach Angaben der Hersteller hat das keine Auswirkung auf die Garantie des Bike-Antriebs.

Ein entscheidender Vorteil ist dabei auch, dass sie ihren Strom bei regelmäßig benutzten Bikes aus der Antriebsbatterie beziehen.

Daher können sie auch nach Monaten noch eine Position senden.

Lexikon zum Thema GPS-Tracker

Bluetooth: Standard für die kabellose Datenübertragung zwischen Geräten im Nahbereich (etwa 5-10 Meter).

Bluetooth-Signale werden leicht durch Wände etc. abgeschirmt.

GPS: Global Positioning System (GPS)-Satelliten senden ihre Signale zur Erde.

Mit den Daten von mindestens drei Satelliten lässt sich die Position auf der Erdoberfläche relativ genau bestimmen.

GPS-Tracker: Während ein GPS-Logger den Streckenverlauf nur aufzeichnet, sendet ein Tracker die Daten schon von unterwegs an einen Empfänger.

GSM: Der hierzulande veraltete Mobiltelefonie-Standard (2G) hat weltweit eine gute Abdeckung und wird daher auch für GPS-Tracker verwendet.

Nachteil: hoher Stromverbrauch, künftige Abschaltung z. B. in der Schweiz.

LPWAN: Low Power Wide Area Network - Ein Überbegriff für Funkstandards wie NB- IoT, LoRaWAN, LTE-M oder Sigfox, die zwar wenige Daten übertragen, aber gut durch Wände dringen und wenig Energie verbrauchen.

Bei GPS-Trackern sehr verbreitet.

LTE-M: neuerer Funkstandard für Datenkommunikation mit geringem Stromverbrauch.

Häufiges Senden der Positionsdaten möglich.

NB-IoT: Narrowband-Internet of Things Relativ verbreiteter Funkstandard für Datenkommunikation mit geringem Energie- verbrauch, guter Abdeckung in Deutschland und guter Gebäudedurchdringung.

Max. eine Positionsmeldung pro Minute.

Pufferbatterie: Für E-Bikes optimierte Tracker können während der Fahrt unablässig senden.

Ist das Bike ausgeschaltet, überbrücken kleine Stromspeicher des GPS- Trackers die Zeit bis zum nächsten Start.

Vergleichstabelle einiger GPS-Tracker (basierend auf Testdaten)

Tracker Preis / Laufende Kosten Gewicht / Montage Funktechnik / Abdeckung Bewegungs- / Positionsmeldung Besonderheiten
Alterlock 135 Euro / bis 3,99 Euro 48 Gramm / unter Flaschenhalter Bluetooth, GPS über Sigfox / West- und Nordeuropa Ja / nur im Stillstand, max. jede Minute Akustische Alarmanlage, Fahrradpass in App
Apple AirTag 35 Euro / - 26 Gramm / Steuerlager-Adapter u.a. Bluetooth / weltweit Nein / aktiviert durch andere iPhones in der Nähe App auch für Android erhältlich
Bikefinder Tracker 169 Euro / bis 5,49 Euro mtl. 52 Gramm / Lenkerende, Spezialschrauben GPS, GSM (2G), Bluetooth / europäische Länder Ja / max. jede Minute Suchhilfe durch Hersteller, optionale Versicherung
It’s my bike 199 Euro / 3 Jahre gratis, dann 3,99 Euro mtl. 25 Gramm / im Motorgehäuse GPS, Bluetooth, NB-IoT / Mittel-, Nord- und Osteuropa Ja / alle 60 Sekunden Notfallassistent, Kontakt zur Polizei
PAJ Allround Finder 49,99 Euro / bis 6,99 Euro mtl. 141 Gramm / z. B. in Werkzeugtasche GPS, 2G / 40+ Länder Ja / kontinuierlich Streckenspeicher, Notruftaste, Geofencing

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