Du planst eine Bikepacking-Tour mit dem Gravelbike und bist unsicher, was du wirklich brauchst? Für eine Graveltour ist es wichtig, eine gut durchdachte Packliste zu haben, um sicherzustellen, dass du alles Notwendige dabei hast, aber auch nicht zu viel Gewicht mit dir herumträgst. Hier ist eine umfassende Packliste:
Fahrrad und Ausrüstung
- Gravelbike (gut gewartet und geprüft)
- Fahrradtaschen (Lenkertasche, Rahmentasche, Satteltasche, ggf. Gepäckträgertaschen)
- Fahrradschloss
- Fahrradlicht (vorne und hinten)
- Fahrradcomputer/GPS
- Ersatzschlauch(e)
- Flickzeug
- Miniwerkzeug (Multitool)
- Luftpumpe oder CO2-Inflator
- Kettenschmiermittel
- Ersatzbremsbeläge
- Ersatzkette
- Kabelbinder und Klebeband (für Notfallreparaturen)
- Ladegerät (für elektronische Geräte)
Wichtig ist auch, den Rahmen zu schützen. Gerade bei ruppigen Wegen oder langen Touren führen Reibung und Vibration schnell zu Lackschäden. Deshalb klebe ich alle Kontaktstellen - vor allem an Sitzrohr, Oberrohr und Unterrohr - mit Lackschutzfolie ab. Das ist einmalig etwas Aufwand, zahlt sich aber langfristig aus.
Ich transportiere alles kompakt in Zip-Beuteln, die ich mit Gummis rolle und in meiner Rahmentasche verstaue. Dadurch bleibt das Werkzeug trocken, leise und gut organisiert. Mein Ziel ist: so viel wie nötig, so wenig wie möglich.
Werkzeug, Pannenschutz & Reparaturset
Das Herzstück meines Werkzeugkits ist das Crank Brothers Multi-17 Tool. Es enthält alle gängigen Innensechskantschlüssel, Torx, Schraubendreher - und sogar einen Kettennieter. Das Tool ist robust, kompakt und hat mich bisher nie im Stich gelassen.
Für Luft unterwegs habe ich zwei Optionen: eine kleine Topeak Mini Dual DXG Luftpumpe mit Manometer und zusätzlich eine Kartuschenpumpe (SKS Airchamp) für den schnellen Push. Die CO₂-Patrone ist mein „Notfall-Turbo“, falls es schnell gehen muss. Da ich Tubeless fahre, habe ich immer ein Reparaturset für schlauchlose Reifen (z. B. Maxalami) dabei. Zusätzlich transportiere ich Reifendichtmilch in einer kleinen Flasche, um den Pannenschutz unterwegs aufzufrischen - besonders wichtig bei langen Touren oder stark belasteten Reifen.
Neben Werkzeug gehören auch einige Ersatzteile fest in mein Setup:
- Schaltauge (passend zum Bike)
- Bremsbeläge (1 Set)
- Kettenschloss
- Schaltzug
Alles lässt sich platzsparend in einem Zip-Beutel unterbringen. Für Notfälle habe ich außerdem ein kleines Stück Gewebeband (z. B. Tesa) und ein Set Kabelbinder dabei - damit lassen sich viele Probleme improvisiert lösen. Zusätzlich habe ich noch ein kompaktes Leatherman Skeletool dabei - mit Zange, Klinge und Schraubendreher. Die Zange ist Gold wert, wenn mal etwas verbogen ist oder klemmt.
Bekleidung
- Fahrradtrikots
- Fahrradhosen
- Fahrradhandschuhe
- Fahrradsocken
- Windjacke/Weste
- Regenjacke
- Helm
- Fahrradschuhe
- Fahrradkappe oder Bandana
- Sonnenbrille
- Lange Fahrradhose oder Beinlinge
- Langarmshirt oder Armlinge
- Freizeitkleidung (T-Shirt, kurze Hose, Unterwäsche, Socken)
- Warme Schicht (z.B. Fleecejacke oder leichter Pullover)
- Flip-Flops oder leichte Schuhe (für abends)
Die Wahl der richtige Kleidung ist beim Bikepacking enorm wichtig: Sie entscheidet darüber, ob du dich auf dem Rad wohlfühlst, ob du trocken bleibst - und ob du frierst oder schwitzt. Dabei kommt es weniger auf Modemarken an, sondern auf Funktion, Schichtung und Packmaß.
Ich setze inzwischen fast ausschließlich auf Merinowolle bei der Kleidung, die direkt auf der Haut liegt - einfach weil sie temperaturregulierend, geruchshemmend und angenehm zu tragen ist. Dazu kommen gezielt ausgewählte Schichten für Regen, Wind, Kälte und Lagerkomfort. Das Prinzip: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.
Camping und Übernachtung
- Zelt oder Biwaksack
- Schlafsack
- Isomatte
- Campingkissen
- Campingkocher und Brennstoff
- Topf/Pfanne
- Campinggeschirr (Teller, Becher, Besteck)
- Feuerzeug oder Streichhölzer
- Multifunktionstuch (z.B. Buff)
- Taschenlampe oder Stirnlampe
- Powerbank
Ein gutes Schlafsystem ist für mehrtägige Gravelbike-Touren entscheidend - nicht nur für die Erholung, sondern auch für deine Stimmung am nächsten Tag. Wer schlecht schläft, fährt schlechter.
Nicht jede Bikepacking-Tour braucht ein vollständiges Zelt. Besonders bei kurzen Overnighter-Touren oder im Sommer reicht mir oft ein minimalistisches Schlafsetup: Schlafsack, Isomatte und Biwaksack. So spare ich Gewicht, Packvolumen und genieße das Schlafen unter freiem Himmel. In trockenen Nächten ist das Naturerlebnis unbezahlbar - du hörst den Wald, siehst die Sterne und bist morgens sofort wieder startklar. Wer mehr Schutz braucht, kann eine ultraleichte Tarp-Konstruktion mitnehmen.
Küche und Verpflegung beim Bikepacking
- Wasserflaschen oder Hydration Pack
- Wasserfilter oder Reinigungstabletten
- Energieriegel, Nüsse, Trockenfrüchte
- Snacks
- Gaskocher/Kochset
- Leichter Topf/Pfanne
- Essbesteck
Essen und Trinken unterwegs müssen beim Bikepacking leicht, praktisch und energiereich sein. Ich bin kein Outdoor-Gourmet, aber ich lege Wert darauf, dass ich mich unterwegs ausreichend versorgen kann - ohne viel Aufwand und mit möglichst wenig Gepäck. Mein Küchensetup ist bewusst minimalistisch gehalten. Ich nehme nur das mit, was ich wirklich nutze - oft auch abhängig von der Tourenlänge, dem Wetter und der Verfügbarkeit von Einkaufsmöglichkeiten vor Ort.
Kocher & Zubehör
Mein aktueller Kocher ist der Optimus Tactical Crux Lite - ein leichter und leistungsstarker Gaskocher, der sich gut transportieren lässt. In Kombination mit einer passenden Primus-Gaskartusche habe ich damit eine zuverlässige Lösung, um mir Wasser zu kochen, einfache Mahlzeiten zuzubereiten oder Kaffee aufzubrühen.
Als Zubehör habe ich einen faltbaren Kartuschen-Standfuß dabei - er sorgt für Stabilität auf unebenem Untergrund und ist kaum schwerer als ein Energieriegel. Dazu kommt ein leichter Titan-Göffel, ein faltbarer Silikon-Kaffeefilter (X-Brew) und ein kleines Opinel-Messer - das reicht für meine Bedürfnisse vollkommen aus.
Für Touren bis zu fünf Tagen nehme ich meist nur Essen für die ersten zwei Abende mit. Ich bereite mir zuhause einfache Gerichte vor, die sich gut transportieren lassen - z. B. Couscous-Salat, Nudelsalat oder Linsen mit Reis. Unterwegs kaufe ich lokal ein oder greife auf Expeditionsnahrung wie Travellunch zurück. Diese ist leicht, haltbar und braucht nur heißes Wasser. Ergänzt wird das Ganze durch Snacks wie Nüsse, getrocknete Früchte, Müsliriegel und Powerbars.
Hygiene und Gesundheit
- Feuchttücher
- Reisehandtuch
- Seife/Shampoo
- Zahnbürste und Zahnpasta
- Erste-Hilfe-Set (Pflaster, Desinfektionsmittel, Schmerzmittel, persönliche Medikamente)
- Sonnencreme
- Mückenschutz
Auch wenn beim Bikepacking oft Minimalismus angesagt ist - ein gewisses Maß an Hygiene und eine kleine, gut bestückte Reiseapotheke gehören für mich immer ins Gepäck. Nicht nur, um mich unterwegs wohlzufühlen, sondern vor allem, um im Fall kleiner Verletzungen, Stichen oder Magenproblemen schnell reagieren zu können.
Elektronik und Stromversorgung
- Karten oder GPS-Gerät
- Smartphone
- Ladegeräte und Kabel
- Notizbuch und Stift
Im Bereich Elektronik bin ich ebenfalls minimalistisch unterwegs - keine Actioncam, keine Drohne, kein zusätzliches Navigationsgerät. Für mich reicht das Smartphone als Allrounder: Navigation, Kamera, Notizbuch und Notfallkontakt in einem. Damit das auch auf längeren Touren zuverlässig funktioniert, habe ich mein Setup für Stromversorgung gezielt optimiert - robust, leicht und praxistauglich.
Powerbanks & Ladeoptionen
Ich nutze aktuell zwei Powerbanks :
- Die Anker PowerCore 20000mAh ist mein „Arbeitstier“ für längere Touren. Damit kann ich mein Smartphone etwa 4-5 Mal komplett laden - ideal, wenn ich mehrere Tage ohne feste Stromquelle unterwegs bin. Trotz der Kapazität bleibt das Gerät vergleichsweise kompakt und ist zuverlässig in der Ladeleistung.
- Als Ergänzung oder für kürzere Touren habe ich zusätzlich die Anker Nano Powerbank (10.000mAh) dabei. Sie ist kleiner, leichter und hat einen integrierten USB-C-Stecker, wodurch ich mir ein Kabel sparen kann. Perfekt für unterwegs oder als Reserve, wenn ich Geräte parallel laden möchte.
Beide Powerbanks verstaue ich in der Oberrohrtasche, zusammen mit einem kurzen USB-C-Kabel, die ich jeweils mit einem kleinen Gummi-Band zusammenrolle - so bleibt alles griffbereit und ordentlich.
Sonstiges
- Persönliche Dokumente (Personalausweis, Krankenversicherungskarte, Geld)
- Kamera oder GoPro (optional)
- Kleine Müllbeutel (für Abfall)
- Reparaturklebeband
- Ziplock-Beutel (für Elektronik bei Regen)
- Bar- oder Kreditkarte
- Bargeld
- Kartenmaterial oder Reiseführer
- Optionales:
- Bluetooth-Lautsprecher
- E-Reader oder Buch
- Angelkarten und kleine Angel
- Schwimmsachen
Mit dieser Packliste solltest du gut ausgerüstet sein, um eine angenehme und sichere Graveltour von mindestens 5 Tagen zu genießen.
Tipps für minimalistisches Packen
- So wenig wie möglich, so viel wie nötig: Stell dir immer die Frage, was du zur Not weglassen kannst und welches Equipment Platz und Gewicht spart.
- Gewicht gleichmäßig verteilen: Eine ausgewogene Gewichtsverteilung verbessert die Fahreigenschaften des Fahrrads.
- Viele Taschen, viele Vorteile: Unterteile den Inhalt in verschiedenfarbige Packsäcke, um den Überblick zu behalten.
- Trinkblase statt Flaschen am Rahmen: Kleine Trinkrucksäcke oder "Hydration Vests" sind im Gelände praktischer.
- Schwere Rucksäcke vermeiden: Sie verändern die Haltung auf dem Rad und können muskuläre Probleme verursachen.
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