Gravel Bike Test: Die besten Modelle bis 1500 Euro

Gravel Bikes, manchmal auch als Adventure Bikes oder All-Road Bikes bezeichnet, sind Fahrräder, die speziell dafür konzipiert sind, auf verschiedenen Arten von Untergründen zu fahren, von asphaltierten Straßen bis hin zu unbefestigten Wegen und Kiesstraßen. Sie sind eine Mischung aus Rennrädern und Mountainbikes und bieten eine vielseitige Lösung für Radfahrer, die sowohl auf der Straße als auch im Gelände unterwegs sein möchten.

Gravel Biking ist nicht neu, es hat seine Wurzeln im Radfahren des frühen 20. Jahrhunderts, als die meisten Straßen noch nicht asphaltiert waren. In den letzten Jahren hat es jedoch an Popularität gewonnen, da immer mehr Radfahrer nach einer Mischung aus Abenteuer, Fitness und Freizeit suchen. Dieser Trend hat auch dazu geführt, dass immer mehr Fahrradhersteller spezielle Gravel Bikes produzieren. Der Markt für Gravel Bikes wächst stetig, da immer mehr Menschen die Vorteile dieser vielseitigen Fahrräder erkennen.

Sie sind besonders bei Radfahrern beliebt, die in städtischen Gebieten leben, aber auch die Möglichkeit haben wollen, auf unbefestigten Wegen und im Gelände zu fahren.

Gravel Bikes für Einsteiger bis 1500 Euro

Die erste Preiskategorie für Gravelbikes, die sich im Einsteigerbereich bis 1500 Euro bewegt, bietet eine solide Option für Fahrradenthusiasten, die mit dem Gravelbiken beginnen möchten oder ein begrenztes Budget haben. Obwohl die Fahrräder in dieser Preisklasse möglicherweise nicht über die fortschrittlichsten Funktionen und hochwertigsten Komponenten verfügen, bieten sie dennoch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ermöglichen es Fahrern, in die Welt des Gravelbikens einzusteigen.

In dieser Kategorie findet man Gravelbikes mit robusten Rahmenkonstruktionen, die in der Lage sind, den Anforderungen des Geländes standzuhalten. Die Rahmen bestehen in der Regel aus Aluminium, einem Material, das ein gutes Gleichgewicht zwischen Steifigkeit, Haltbarkeit und Kosten bietet. Obwohl Carbonrahmen in dieser Preisklasse selten sind, können einige Modelle leichtere Carbon-Gabeln haben, um das Gewicht zu reduzieren und den Fahrkomfort zu verbessern.

Die Schaltungssysteme in dieser Preisklasse sind oft solide und zuverlässig, aber möglicherweise nicht so fortschrittlich wie bei teureren Modellen. Es sind in der Regel Einstiegs-Schaltgruppen wie Shimano Sora oder Tiagra verbaut, die eine ausreichende Anzahl von Gängen bieten, um verschiedene Geländetypen zu bewältigen. Die Bremsen sind in der Regel mechanische Scheibenbremsen, die zuverlässige Bremskraft bieten und bei unterschiedlichen Wetterbedingungen gut funktionieren.

Die Ausstattung bei Gravelbikes in dieser Kategorie kann etwas einfacher sein, um den Preis niedrig zu halten. Die Laufräder können aus Aluminium bestehen und etwas schwerer sein als bei teureren Modellen. Die Reifen sind oft in einer mittleren Breite gehalten, um eine gute Balance zwischen Geschwindigkeit auf der Straße und Traktion im Gelände zu bieten. Der Sattel und die Sattelstütze sind in der Regel grundlegende Modelle, die jedoch ausreichend Komfort bieten können.

Gravelbikes in der Einsteigerkategorie sind ideal für Anfänger und Gelegenheitsfahrer, die das Gravelbiken ausprobieren oder ihr erstes Gravelbike erwerben möchten. Sie bieten ein robustes Fahrerlebnis und ermöglichen es Fahrern, verschiedene Geländearten zu erkunden. Obwohl sie möglicherweise nicht über die neuesten technischen Funktionen oder die leichtesten Rahmen verfügen, bieten sie dennoch einen erschwinglichen Einstiegspunkt in den Gravelbikesport.

Drei Modelle im Detail

Hier sind drei beliebte Gravel Bike Modelle im Detail vorgestellt, die in die Kategorie bis 1500 Euro fallen:

Romet Boreas 1 Lite

Das Romet Boreas 1 Lite ist ein preiswertes Gravelbike vom polnischen Hersteller Romet. Es beeindruckt mit einer hochwertigen Ausstattung, einer SRAM Apex Schalt-/Bremskombination und einer Carbon Gabel für verbesserten Fahrkomfort. Das leichte Gewicht von 10,6 kg, die vielseitige 10-Gang-Schaltung und die zuverlässigen 160 mm Scheibenbremsen von SRAM sorgen für gute Performance und Sicherheit.

Das Bike ist ideal für Radtouren und Abenteuer und bietet viele Möglichkeiten zur Anbringung von Bikepacking -.

Scott Speedster Gravel 50

Das Scott Speedster Gravel 50 ist ein vielseitiges Gravelbike für Pendler und Abenteurer. Mit einem Gewicht von 11,5 kg und einer robusten Konstruktion ist es für verschiedene Geländearten geeignet. Ausgestattet mit einer zuverlässigen 16-Gang-Kettenschaltung von Shimano Claris und mechanischen Scheibenbremsen von Tektro bietet es vielseitige Gangoptionen sowie sichere Bremsleistung.

Der Rahmen aus Aluminium und die Syncros-Komponenten sorgen für Langlebigkeit und Komfort. Die Schwalbe G-One Bite Performance Reifen bieten Grip und Stabilität.

Cube Nuroad Pro

Das Cube Nuroad Pro ist ein vielseitiges Gravelbike für Straßen- und Offroad-Fahrten. Mit einem Gewicht von 10,4 kg und einer robusten Konstruktion ist es ideal für verschiedene Fahrbedingungen. Die 20-Gang-Kettenschaltung von Shimano GRX bietet eine breite Gangauswahl, während die mechanischen Scheibenbremsen von TRP Spyre zuverlässige Bremsleistung bieten.

Der leichte Aluminiumrahmen und die Carbon-Gabel sorgen für Komfort sowie Stabilität.

Preiskategorie Intermediate: 1500 - 3000 Euro

Willkommen zur Intermediate-Kategorie unserer Gravelbikes-Auswahl. Hier finden Sie eine sorgfältig kuratierte Auswahl an Fahrrädern, die speziell für Enthusiasten und ambitionierte Amateure konzipiert sind und den optimalen Mittelweg zwischen erschwinglicher Einsteigerqualität und professionellem High-End-Equipment darstellen.

Mit Preisen zwischen 1.500 und 3.000 Euro umfasst diese Kategorie Gravelbikes, die nicht nur in puncto Design und Stil überzeugen, sondern auch mit einer gehobenen Ausstattung aufwarten. Dazu gehören hochwertige Rahmenmaterialien, robuste und präzise Komponenten sowie bewährte Technologien, die für ein optimales Fahrgefühl und eine hervorragende Leistung auf unterschiedlichen Untergründen sorgen.

Unsere Intermediate-Gravelbikes sind die ideale Wahl für all jene, die den Schritt vom Einsteiger zum Fortgeschrittenen vollziehen möchten, oder für jene, die einfach eine größere Herausforderung auf ihren Abenteuern suchen. Sie bieten eine ausgezeichnete Balance zwischen Komfort und Leistung, sind bereit für lange Ausfahrten und intensive Trainingseinheiten, und besitzen die Fähigkeit, sowohl auf Asphalt als auch auf Schotter und unbefestigten Wegen gleichermaßen gut zu performen.

Vom Pendeln zur Arbeit bis hin zu abenteuerlichen Ausfahrten ins Grüne - die Gravelbikes unserer Intermediate-Kategorie eröffnen Ihnen eine ganz neue Welt des Radfahrens. Genießen Sie die Freiheit, fast überall fahren zu können, und entdecken Sie die robuste Schönheit dieser vielseitigen Bikes.

Drei Modelle der Intermediate-Kategorie

Cannondale Topstone Carbon 4

Das Cannondale Topstone Carbon 4 ist ein vielseitiges und robustes Fahrrad für alle Arten von Gelände. Mit einer beeindruckenden Zuladung von bis zu 150 kg ist es für Fahrer aller Größen und Gewichte ausgelegt. Es verfügt über ein Shimano GRX 400 Antriebssystem mit 20-Gang Kettenschaltung, das Ihnen eine breite Auswahl an Gangoptionen bietet.

Die hydraulischen Scheibenbremsen Shimano GRX 400 sorgen für zuverlässige Bremsleistung, während der Carbon-Rahmen mit Kingpin Federungssystem Komfort und Leistung bietet. Mit Cannondale 3 Komponenten, WTB ST i23 TCS Felgen und WTB Riddler Comp Reifen ist das Fahrrad sowohl auf Straßen als auch auf unbefestigten Wegen zu Hause.

Trek Checkpoint ALR 5

Das Trek Checkpoint ALR 5 ist ein vielseitiges Gravel-Bike, das für Abenteuer auf der Straße und im Gelände entwickelt wurde. Mit seinem robusten Rahmen und hochwertigen Komponenten bietet es optimale Leistung und Zuverlässigkeit. Von langen Touren bis hin zu Bikepacking-Abenteuern ist dieses Bike für alles bereit.

Der leichte Rahmen aus der 300er Alpha Aluminium-Serie bietet eine ausgezeichnete Balance aus Festigkeit und Gewichtsersparnis. Ausgestattet mit einer zuverlässigen 22-Gang Kettenschaltung, hydraulischen Scheibenbremsen von Shimano GRX und hochwertigen Bontrager-Komponenten, bietet das Checkpoint ALR 5 Komfort, Kontrolle und Zuverlässigkeit.

Cube Nuroad C:62 Pro

Das Cube Nuroad C:62 Pro ist ein hochwertiges Gravelbike, das für anspruchsvolle Geländefahrten entwickelt wurde. Der leichte und steife Carbonrahmen bietet eine optimale Balance zwischen Effizienz und Komfort. Mit einer zuverlässigen 11-Gang Kettenschaltung, hydraulischen Scheibenbremsen von Shimano und hochwertigen Komponenten ist das Bike perfekt für Männer, die ein zuverlässiges und leistungsstarkes Fahrrad suchen.

Die robusten Fulcrum Rapid Red 900 Disc Laufräder und die Schwalbe G-One Allround Reifen bieten eine optimale Traktion auf verschiedenen Untergründen.

Preiskategorie Professional: 3000 - 15000 Euro

Willkommen zur Einführung in die Kategorie „Professional“ der Gravelbikes! In dieser Klasse finden wir Fahrräder, die sich in einem Preisspektrum von 3000 bis 15000 Euro bewegen. Gravelbikes sind eine vielseitige Fahrradkategorie, die für den Einsatz auf verschiedenen Untergründen entwickelt wurde, darunter Schotterwege, Straßen, Waldwege und mehr.

Die Professional-Kategorie der Gravelbikes richtet sich an erfahrene Fahrerinnen und Fahrer, die höchste Leistung und herausragende Qualität suchen. Die Modelle in diesem Preissegment bieten fortschrittliche Technologien, leichte Rahmenkonstruktionen und erstklassige Komponenten, um ein außergewöhnliches Fahrerlebnis zu gewährleisten.

Mit einem Budget zwischen 3000 und 15000 Euro können Sie in dieser Kategorie eine breite Palette von Optionen erkunden. Diese Gravelbikes verfügen oft über High-End-Aluminium- oder Carbonrahmen, die eine optimale Balance zwischen Steifigkeit und Komfort bieten. Die Rahmengeometrie ist darauf ausgelegt, Stabilität und Wendigkeit zu gewährleisten, sodass Sie sowohl auf rauen Geländeabschnitten als auch auf langen Straßenfahrten eine ausgezeichnete Performance erzielen können.

Die Professional-Gravelbikes sind mit hochwertigen Schaltgruppen und Bremskomponenten ausgestattet, die präzises Schalten und zuverlässige Bremsleistung bieten. Sie verfügen oft über hydraulische Scheibenbremsen, die eine hervorragende Kontrolle und zuverlässiges Bremsen in allen Wetterbedingungen gewährleisten. Die Radsätze sind ebenfalls auf Leistung und Haltbarkeit ausgerichtet, um den Anforderungen verschiedener Terrains gerecht zu werden.

Darüber hinaus bieten Gravelbikes der Professional-Klasse oft zusätzliche Funktionen wie eine federnde Sattelstütze, um Vibrationen zu reduzieren und den Komfort auf längeren Fahrten zu erhöhen. Einige Modelle verfügen möglicherweise über eine integrierte Federung oder eine spezielle Dämpfungstechnologie, um Unebenheiten im Gelände auszugleichen und die Traktion zu verbessern.

Die Professional-Kategorie der Gravelbikes bietet Fahrräder, die für Fahrerinnen und Fahrer entwickelt wurden, die das Beste aus ihrer Leistung herausholen möchten. Egal, ob Sie an Gravelrennen teilnehmen oder epische Abenteuer auf unbekannten Wegen erleben möchten, diese Fahrräder bieten Ihnen die notwendige Ausrüstung, um Ihre Ziele zu erreichen.

Bitte beachten Sie, dass die Preise je nach Hersteller, Modell und individuellen Anpassungen variieren können. Es ist ratsam, verschiedene Fahrradgeschäfte zu besuchen, um eine persönliche Beratung zu erhalten und das Gravelbike zu finden, das am besten zu Ihren Bedürfnissen und Vorlieben passt.

Drei Modelle der Professional-Kategorie

BMC UnReStricted 01 Two

Das BMC UnReStricted 01 Two ist ein erstklassiges Gravelbike mit einem leichten und robusten Carbonrahmen. Es bietet eine präzise 12-Gang Kettenschaltung und hydraulische Scheibenbremsen von Sram für beeindruckende Leistung. Mit hochwertigen Komponenten, wie einer Starrgabel-Federung und den leichten CRD-400 Carbon-Felgen ist das Bike vielseitig und bereit für jedes Gelände.

Das elegante Design in Weiß macht es zu einem Blickfang.

Specialized Diverge S-Works

Das Specialized Diverge S-Works ist ein hochwertiges Rennrad für Herren. Der leichte Carbon-Rahmen der S-Works Diverge FACT 11r Serie bietet eine optimale Kombination aus Steifigkeit, Agilität und Komfort. Das Fahrrad verfügt über eine präzise 12-Gang Kettenschaltung mit SRAM XX1 Eagle Komponenten für zuverlässige Gangwechsel. Die hydraulischen Scheibenbremsen Sram Red eTap AXS bieten kraftvolle Bremsleistung, während die Roval Terra CLX Laufräder mit DT Swiss Aerolite Speichen Stabilität und Komfort gewährleisten.

Der Diverge S-Works ist mit einem integrierten SWAT-Aufbewahrungssystem ausgestattet und wird mit Pathfinder Pro 2BR Reifen geliefert, die sowohl auf der Straße als auch im Gelände guten Grip bieten. Mit seinem eleganten Design und einer Rahmengröße von 61 cm ist das Specialized Diverge S-Works ein leistungsstarkes Rennrad für große Fahrer.

Trek Checkpoint SLR 9 eTap

Das Trek Checkpoint SLR 9 eTap ist ein hochwertiges Gravelbike mit einem leichten Rahmen aus 700 Series OCLV Carbon. Es bietet eine präzise 12-Gang Kettenschaltung mit Sram RED eTap AXS Komponenten und eine zuverlässige Bremsleistung mit hydraulischen Scheibenbremsen von Sram RED.

Das Bike ist mit Bontrager Aeolus RSL 37V Carbon Laufrädern und Bontrager GR1 Team Issue Reifen ausgestattet. Der Komfort wird durch den Bontrager Pro IsoCore VR-SF Lenker und den Bontrager P3 Verse Pro Sattel verbessert.

Technische Aspekte

Rahmen und Materialien

Der Rahmen eines Gravel Bikes ist eine entscheidende Komponente, die seine Leistung und Haltbarkeit bestimmt. In der Regel sind die Rahmen aus Materialien wie Aluminium oder Carbon gefertigt.

Alles Alu oder was? - Rahmenmaterial der Gravelbikes

Angesichts des von uns vorgegebenen Preisrahmens bis 2000 Euro rollen fast ausnahmslos Räder mit Aluminiumrahmen ins Testlabor. Zwar ist die Anschaffung eines Carbonrahmens inzwischen wesentlich günstiger als noch vor einigen Jahren, nahezu jedes wettkampftaugliche Straßenrad basiert auf dem Verbundwerkstoff.

Allerdings ist die Weiterverarbeitung zu einem fertigen Rahmen weiterhin aufwendiger und kostenintensiver als die eines Chassis aus Alu. Dessen Rohre werden in der Regel unter Druck in Form gebracht, dem sogenannten Hydroforming, und miteinander verschweißt.

Dank der physikalischen Eigenschaften des Leichtmetalls ist es einfacher und günstiger, fahrstabile, verwindungssteife Konstruk­tionen auf die Reifen zu stellen. Soll der Alu-Rahmen aber auch noch möglichst leicht sein, steigt der Aufwand wieder, und der Preisvorteil gegenüber Carbon schrumpft. Folglich behandeln fast alle namhaften Marken den Alu-Rahmenbau inzwischen eher stiefmütterlich und investieren kaum noch in Innovationen.

Die günstigen Gravelbikes machen da keine Ausnahme.Voluminöse Alu-Rohre machen die Rahmen fast durchweg unerschütterlich steif und fahrstabil - aber eben recht schwer. Mit durchschnittlich fast elf ­Kilogramm Gesamtgewicht treten die Schotterflitzer jedenfalls nicht in der Fliegengewichts-Klasse an, im Gegenteil: Die Räder werden insgesamt immer schwerer - was auch an der Gravelbike-Evolution liegt: Immer breitere Reifen, breitere Felgen, breitere Lenker und riesige Ritzel wiegen eben auch mehr.

Dass der langlebige Werkstoff Aluminium nicht zwangsläufig hohes Gewicht zur Folge haben muss, zeigt sich andererseits am Radon. Dessen Rahmen ist vergleichsweise filigran und zählt mit rund 1800 Gramm zu den leichteren Alu-Gestellen auf dem Markt. Das neue Specialized Crux DSW ist nach unserer Kenntnis das aktuell leichteste Alu-Gravelbike (Rahmen-Set 1530 Gramm, Gesamtgewicht 9,6 Kilogramm), dafür aber teurer (2700 Euro).

Neben den Rahmen-Sets haben die größtenteils einfachen Laufräder entscheidenden Anteil an den pfundigen Bikes. Die Kombi aus schlichten Alu-Felgen, breiten Stollenreifen, großer Kassette und einfachen Bremsscheiben macht bei fast allen Testrädern knapp die Hälfte des Gesamt­gewichts aus. Auch innerhalb der Preisklasse eröffnen sich Qualitätsunterschiede.

Hervorzuheben sind die Laufräder bei Giant und Rose, die kaum schwerer als günstige Carbonlauf­räder ausfallen. Die schweren Modelle in den ­Bikes von Bulls, Carver oder Megamo servieren den Tuning-Tipp hingegen auf dem Silbertablett. Diese sind zwar unkaputtbar und halten ein ganzes Fahrradleben lang, machen sich aber auf der Waage und vor allem im Sattel bemerkbar.

Komponenten-Verwirrspiel

Auch bei der Getriebewahl unterscheidet die günstigeren Räder auf den ersten Blick wenig von den Top-Modellen. Bis auf das Megamo ist an alle Räder Shimanos gravelspezifische GRX-Schaltgruppe geschraubt. Da sich hinter dem Kürzel allerdings ein Wust an Einzelteilen unterschiedlicher Qualität verbirgt, die wild kombiniert werden können, ergeben sich doch teils deutliche Unterschiede in der Performance.

Einigkeit herrscht in dem Punkt, dass die Gänge mechanisch gewechselt werden. Bei Schaltwerk und Kassette dominieren aktuelle Zwölffach-Versionen; immerhin fast ein Drittel der Testräder ist aber noch mit älteren Zehn- oder Elffach-Ritzelpaketen ausgestattet; die Kurbelgarnituren sind mit einem oder zwei Kettenblättern anzutreffen und entstammen durchweg der einfachsten, dafür aber auch etwas schwereren Produktlinie.

Die Antriebe mit Zweifach-Kettenblatt bieten ein größeres Übersetzungsspektrum mit kleineren Sprüngen zwischen den Gängen. Die Übersetzungen sind an allen Rädern auch für Einsteiger und weniger trainierte Gravelbiker tauglich und bieten Reserven für steile Anstiege. Vorteil der Ein-Kettenblatt-Technik ist die einfachere Bedienung, außerdem ist sie weniger fehleranfällig und wartungsärmer als Schaltungen mit zwei Kettenblättern und Umwerfer.

Aber kein Vorteil ohne Nachteil: Riesige Mountainbike-Kassetten wie am Carver, Cube, Megamo und Radon kompensieren zwar das fehlende zweite Kettenblatt; die extreme Untersetzung im kleinsten Gang ist für typische Gravelbike-Touren aber zu krass. Hinzu kommen die teils sehr großen Sprünge von Gang zu Gang. Das führt zu großen Unterschieden in der Trittfrequenz beim Gangwechsel und kann beim gleichmäßigen Pedalieren stören.

Die Bremsen sind im besten Sinne solide; dass man mit den überwiegend einfachen Hebeleien die Bremsleistung etwas weniger genau dosieren kann als bei den Top-Modellen, merkt man nur im direkten Vergleich. Kritisieren darf man, dass an allen Rädern einfache Stahl-Bremsscheiben montiert sind, die bei Dauerbremsungen unter Volllast überhitzen und Leistung verlieren können. Einzig Merida und Rose ernten in dieser Disziplin dank riesiger 180-Millimeter-Scheiben am Vorderrad Top-Noten.

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