Gravelbike: Vor- und Nachteile im Überblick

Was genau ein Gravelbike ist, ist nirgends geregelt. Einig sind sich die Fahrradhersteller nur darüber, dass Gravelbikes einen typischen Rennradlenker, breitere Reifen (ab 37 Millimeter), Scheibenbremsen und eine Schaltung haben, die auch leichte Gänge für steile Anstiege im Gelände bereithält. Die Sitzpositionen und der von den Herstellern anvisierte Einsatzbereich sind jedoch sehr unterschiedlich. Von ihrem Urahn, dem klassischen Cyclocross-Rennrad, haben sich viele Gravelbikes inzwischen weit entfernt.

Wofür brauche ich ein Gravelbike?

Der Reiz der Fahrradgattung der Gravelbikes liegt darin, dass sie sich auf keinen Einsatzzweck richtig festlegen lässt. Als Trainingsgerät für die flotte Feierabendrunde ist das Gravelbike genauso geeignet wie fürs Pendeln zur Arbeit, kurze Wochenend-Trips, lange Radreisen und Bikepacking-Abenteuer. Dieser Universalansatz trifft ganz offensichtlich einen Nerv und überzeugt viele beim Radkauf, zu einem Gravelbike zu greifen.

Die unterschiedlichen Gattungen und Typen von Gravelbikes

Ein Gravel Bike ist ein Rennrad der besonderen Art. Es wurde entwickelt, um auf unbefestigten Wegen genauso souverän zu fahren wie auf der Straße. Der Name "Gravel" leitet sich von diesem Schotter-Abenteuer ab, das 2015 in den USA begann und nun auch bei uns den Markt dominiert. Um auch auf unebenen Straßen zu performen, kommt das Gravel Bike zum Beispiel mit breiten Reifen, die deutlich mehr Komfort bieten und für ausreichend Traktion sorgen.

Einsatzmöglichkeiten

Die Einsatzmöglichkeiten eines Gravel Bikes sind nahezu unbegrenzt. Es ist ideal für abenteuerlustige Fahrer, die auf Entdeckungsreise gehen wollen. Von langen Schottertouren bis hin zu anspruchsvollen Bikepacking-Abenteuern ist das Gravel Bike ein treuer Begleiter. Dabei spielt es keine Rolle, ob du ein erfahrener Biker oder ein Anfänger bist, denn das Gravel Bike ist so vielseitig, dass es sich sowohl für sportliche Herausforderungen als auch für gemütliche Erkundungstouren eignet.

Auf langen Ausfahrten kommt die komfortable Geometrie des Gravel Bikes zum Tragen. Die aufrechtere Sitzposition verringert die Belastung des Rückens und ermöglicht es dir, stundenlang im Sattel zu sitzen. Die Bremsen bieten präzise Kontrolle, während die Schaltung eine breite Palette von Gängen für verschiedene Steigungen und Geschwindigkeiten bietet. Gravel Bikes können leichtes Gelände und einfache Trails bewältigen, dank ihrer widerstandsfähigen Konstruktion und der Traktion, die ihre breiten Reifen bieten. Dies ermöglicht es dir, ein bisschen Abenteuer in deine Fahrten zu integrieren, ohne auf die Wendigkeit und Effizienz eines klassischen Rennrads verzichten zu müssen.

Verschiedene Typen

  • Gravel Bikes für Bikepacking und Abenteuerfahrten: Diese Modelle überzeugen durch eine eher aufrechte Sitzposition sowie die Möglichkeit, Gepäckträger und Taschen für das Bikepacking-Abenteuer zu befestigen. Ein tiefer Schwerpunkt verbessert darüber hinaus die Fahrstabilität im Gelände. Die üppigen 45 bis 50 Millimeter breiten Reifen bieten nicht nur eine komfortable Fahrt, sondern auch Traktion auf verschiedenen Untergründen.
  • Allroad Gravel Bikes für die nächste Tour: Allroad Gravel Bikes haben im Gegensatz zu einem reinen Rennrad eine ausgewogenere Geometrie, die eine aufrechtere Sitzposition ermöglicht, was den Komfort auf längeren Fahrten erhöht. Sie sind mit breiten Reifen ausgestattet, die allerdings meist kaum Profil besitzen - ideal für Schotter, im Schlamm allerdings eher unpassend.
  • Gravel Race Bikes: Das Bike für hohe Geschwindigkeiten: Das Gravel Race Bike wurde speziell für Gravelrennen entwickelt. Es verfügt über 40 mm breite Reifen, die eine ausgewogene Mischung aus Geländetauglichkeit und geringem Rollwiderstand bieten. Die Räder sind leicht und aerodynamisch optimiert, was nicht zuletzt an dem Rahmen und den Felgen aus Carbon liegt.
  • Randonneur & Commuter: Das Gravel Bike für Pendler und Reisende: Heutzutage basieren diese Commuter-Bikes oft auf kostengünstigen Gravelbikes mit entsprechender Ausstattung. Die Reifen dieser Fahrräder sind etwas schmaler (30-38 Millimeter), um Platz für feste Schutzbleche zu bieten. Dadurch sind diese Räder eher für die Straße geeignet und weniger für das Gelände.

Gravel Bike: Auf diese Komponenten solltest du achten

Um das perfekte Gravel Bike für deine individuellen Bedürfnisse zu finden, gibt es einige wichtige Faktoren zu beachten. Ein Gravel Bike zeichnet sich durch bestimmte Komponenten aus, die deutlich anders ausfallen als zum Beispiel beim Rennrad. Durch diese besonderen Eigenschaften kannst du mit einem Gravler nicht nur die Straßen unsicher machen, sondern auch abseits der Wege dein Abenteuer beginnen.

Rahmengeometrie

Die Geometrie eines Gravel Bikes unterscheidet sich von der eines Rennrades. Insbesondere der Radstand, also der Abstand zwischen Vorder- und Hinterrad, ist beim Gravel Bike länger als beim Rennrad. Dies verbessert die Laufruhe und Fahrdynamik des Gravel Bikes, wodurch es auch mit mehr Komfort punktet. Auch das Steuerrohr ist beim Gravel Bike länger, was zu einem höheren Lenker führt.

Bremsen

Gravel Bikes sind heutzutage oft mit Scheibenbremsen ausgestattet, die vor allem bei schlechtem Wetter oder auf rutschigem Untergrund eine gute Bremsleistung und Kontrolle bieten. Du solltest daher auf die Qualität der Bremsen achten, da sie einen entscheidenden Einfluss auf die Sicherheit haben. Modelle mit hydraulischen Scheibenbremsen bieten in der Regel die beste Bremsleistung.

Reifenprofil und -größe

Die Reifen sind das Herzstück eines Gravel Bikes. Sie beeinflussen die Traktion, den Komfort und die Vielseitigkeit des Fahrrads. Gravel Bikes sind in der Regel mit 40 cm breiten Reifen ausgestattet, die Laufruhe und Komfort bieten. So hast du auch auf unbefestigten Wegen genügend Kontrolle über dein Gravel Bike.

Schaltung

Die Gangschaltung deines Gravel Bikes hat einen großen Einfluss darauf, wie gut du verschiedene Geländetypen bewältigen kannst. Die meisten Gravel Bikes haben Schaltungen mit einer großen Übersetzungsbandbreite, die sowohl für flache Straßen als auch für steile Anstiege geeignet sind. Beliebte Optionen sind 1x (einfache Kettenblattkonfiguration) oder 2x (doppelte Kettenblattkonfiguration). Die Wahl hängt von deinem Fahrstil und den geplanten Strecken ab.

Lenker

Ein Gravel Bike punktet mit einem breiteren Griff, der für mehr Kontrolle sorgt. Außerdem sind die Unterlenker leicht nach außen geneigt, was dem Komfort zugutekommt. Die Bremsgriffe sind mit einer speziellen Profilierung versehen, damit du immer einen sicheren Griff bei dem Gravel Bike hast.

Material

Die Rahmen von Gravel Bikes bestehen in der Regel aus Aluminium oder Carbon - je nach Preisklasse. Allerdings sind meist schon die Einsteiger-Modelle mit einer Gabel aus Carbon ausgestattet. Jedes Material hat dabei seine eigenen Vorteile. Aluminiumrahmen sind leicht und erschwinglich, während ein Carbonrahmen eine effiziente Kraftübertragung ermöglicht.

Die Vor- und Nachteile von einem Gravel Bike

Ein Gravel Bike ist ein vielseitiges Fahrrad, das sowohl auf befestigten Straßen als auch auf unbefestigtem Terrain eine gute Figur macht. Es bietet eine Reihe von Vorteilen, aber es gibt auch einige Aspekte, die du berücksichtigem solltest.

Vorteile

  • Vielseitigkeit: Ein Gravel Bike ist der Alleskönner unter den Fahrrädern. Es ermöglicht dir Fahrten auf verschiedenen Oberflächen, einschließlich Schotterwegen, Waldpfaden, Landstraßen und leichtem Gelände.
  • Komfort: Die Geometrie eines Gravel Bikes ist auf Komfort ausgelegt. Die aufrechtere Sitzposition und die breiteren Reifen absorbieren Stöße und Vibrationen.
  • Reifen: Gravel Bikes sind mit speziellen Reifen ausgestattet, die sowohl auf Straßen als auch auf Schotterwegen gut funktionieren.
  • Geeignet für Bikepacking: Gravel Bikes sind oft mit Montagepunkten für Gepäckträger und Schutzbleche ausgestattet, was sie ideal für Bikepacking-Abenteuer macht.
  • Scheibenbremsen: Die meisten Gravel Bikes sind mit Scheibenbremsen ausgestattet, die unabhängig von den Wetterbedingungen konstante Bremsleistung bieten.

Nachteile

  • Gewicht: Gravel Bikes sind in der Regel schwerer als reine Rennräder.
  • Weniger aerodynamisch: Aufgrund der aufrechteren Sitzposition und der breiteren Reifen sind Gravel Bikes weniger aerodynamisch als Rennräder.
  • Keine vollwertige Federung: Obwohl einige Gravel Bikes über Dämpfungselemente verfügen, bieten sie nicht die volle Federung eines Mountainbikes.

Gravel Bike, Mountainbike und Rennrad: So erkennst du den Unterschied

Ein Gravel Bike ist eine Art Hybrid zwischen einem Rennrad und einem Cyclocrossrad. Es wurde entwickelt, um sowohl auf befestigten Straßen als auch auf unbefestigtem Gelände, wie Schotter- und Waldwegen, effizient zu fahren. Die Geometrie eines Gravel Bikes ist auf Komfort und Vielseitigkeit ausgelegt.

  • Mountainbikes sind im Vergleich zum Gravel Bike speziell für den Einsatz im anspruchsvollen Gelände konzipiert. Sie haben eine robuste Bauweise und sind meist mit einer Federung versehen.
  • Rennräder sind darauf ausgelegt, auf asphaltierten Straßen hohe Geschwindigkeiten zu erreichen. Sie haben eine leichte Bauweise, schmale Reifen und eine aerodynamische Geometrie.

Was kostet dich ein Gravel Bike?

Beim Kauf eines Gravel Bikes steht die Balance zwischen geringem Gewicht und hoher Stabilität im Mittelpunkt. Einstiegsmodelle beginnen in der Regel bei etwa 1.000 Euro. In der Mittelklasse, die bei etwa 1.500 Euro beginnt, erhältst du bereits hydraulische Scheibenbremsen und spezielle Schaltungskomponenten. Für höchste Ansprüche und optimale Performance startet die Spitzenklasse der Gravel Bikes ab etwa 2.500 Euro.

Stahlrahmen beim Gravelbike

Lange war Stahl in der High-End-Rahmenproduktion vollkommen verpönt. Ein Fahrradrahmen aus Stahl galt als schwer, billig und minderwertig. Spätestens als der Werkstoff Stahl Ende der 90er und in den frühen 2000er an jedem Discounter-Fahrrad zu finden war, war der Charme eines Stahlrahmens verflogen.

Im Vergleich zu Aluminium- und Carbonrahmen sind Stahlrahmen in der Regel weniger steif, was aber auch einen erheblichen Vorteil in der Langlebigkeit mit sich bringt. Stahl absorbiert Vibrationen besser als Aluminium und Titan, was zu einem ruhigeren Fahrgefühl führt. Da das Gravelbike tendenziell für längeren Strecken ausgelegt ist, kommt dem Rahmen eines Gravelbikes diese Eigenschaft von Stahl zugute.

Gravel Bike versus Mountainbike Hardtail: Der Vergleich

Gravel Bikes erobern zunehmend den Markt und die Herzen passionierter Radfahrer:innen. Doch was genau ist eigentlich ein Gravel Bike? Und wo liegen die Unterschiede zu einem Mountainbike Hardtail?

Gravel Bike

  • Lenker: gebogener Rennlenker
  • Federung: in der Regel keine Federgabel
  • Gewicht: niedriges Gewicht
  • Fahrverhalten: verbindet die Geländetauglichkeit eines Mountainbikes mit der Schnelligkeit eines Rennrads

Mountainbike Hardtail

  • Lenker: gerader Lenker
  • Federung: Federgabel vorne
  • Gewicht: etwas höheres Gewicht
  • Fahrverhalten: mehr Komfort und Reserven für schwieriges Gelände abseits der Straßen

Rennrad oder Gravelbike?

Das Fahrradfahren erfreut sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit, und mit der wachsenden Nachfrage nach verschiedenen Fahrradtypen stehen Radfahrer vor der Frage: Rennrad oder Gravelbike? Ursprünglich entstanden aus der Notwendigkeit, auf Schotterstraßen und unebenem Terrain sicher zu fahren, hat sich das Gravelbike zu einem vielseitigen Fahrradtyp entwickelt, der sowohl auf asphaltierten Straßen als auch auf unbefestigtem Untergrund hervorragende Leistungen erbringt.

Rennräder sind die unangefochtenen Champions der Geschwindigkeit und Effizienz. Mit ihren leichten Rahmen und schmalen Reifen gleiten sie mühelos über asphaltierte Straßen, während sie Radfahrer in die Welt des rasanten Vorankommens entführen.

Rennrad

  • Geschwindigkeit und Effizienz: Rennräder sind für Geschwindigkeit und Leistung optimiert.
  • Wettkampforientiert: Wenn du ein Wettkampftyp bist oder gerne an Rennen teilnimmst, ist das Rennrad die beste Wahl.
  • Unbefestigtes Gelände: Rennräder sind nicht für unbefestigte Wege oder raue Straßenverhältnisse ausgelegt.

Gravelbike

  • Vielseitigkeit: Gravelbikes sind die Abenteurer unter den Fahrrädern.

Gravelbike oder Cyclocrosser?

Obwohl sich beide Fahrradkategorien in den letzten Jahren bei einigen Herstellern angenähert haben, bestehen weiterhin Unterschiede in der Rahmengeometrie, der Höhe des Tretlagers, der Breite der Reifen und der Übersetzung. Nichtsdestotrotz verläuft die Grenze zwischen beiden fließend.

  • Cyclocrosser: aggressivere Rahmengeometrie, auf Schnelligkeit und Agilität getrimmt
  • Gravelbike: längerer Radstand, ruhigere, komfortablere Fahreigenschaft

Ein Cyclocrosser ist das richtige Rad für dich, wenn du ein agiles und schnelles Rad suchst, dass auf kürzeren Strecken auf- und abseits der Straße richtig Spaß macht. Willst du hingegen längere Touren auf unterschiedlichen Untergründen unternehmen, könnte ein Gravelbike aufgrund des Sitzkomforts und der Vielseitigkeit für dich eher in Frage kommen.

Gravelbike oder Crossbike?

Unter einem Crossbike versteht man in der Regel ein sportliches Trekkingrad - ohne Schutzbleche, Ständer oder Gepäckträger. Das Crossbike ist eine Mischung aus Trekking- und Mountainbike. Der gerade Lenker, die Schaltung sowie die - häufig verbaute - Federgabel am Crossbike stammen meist aus dem Trekking-Bereich. Ein Crossbike bringt deshalb häufig etwas mehr Gewicht auf die Waage als ein Gravel- oder Mountainbike.

Das Gravelbike zwischen Rennrad und Mountainbike

Das Gravelbike steht irgendwo zwischen Rennrad und Mountainbike und ist im Vergleich zu beiden Spezialisten vielseitiger einsetzbar. Das Rennrad ist leichter und schneller, aber limitiert auf feste Untergründe. Das Mountainbike ist auf Trails und raues Gelände optimiert, aber auch schwerer und langsamer auf befestigten Strecken. Im Gegensatz zu beiden Kategorien eignet sich das Gravel perfekt zum beliebten Bikepacking beziehungsweise für Mehrtagestouren.

Ob deine Wahl auf ein MTB oder ein Gravel fallen sollte, lässt sich am besten beantworten, wenn du dir überlegst, wie viel du zukünftig auf Trails und im Gelände unterwegs sein wirst. Ja, man kann mit einem Gravelbike auch einen Trail fahren, nur Spaß macht das auf Dauer eher nicht. Willst du hingegen ein Fahrrad, mit dem du neben befestigten Untergründen auch Wald- und Schotterwege auf langen Strecken befahren kannst, wird ein Gravel interessant.

Für die Entscheidung zwischen Mountainbike und Gravelbike ist folgende Aussage entscheidend: Je mehr Trail, Wurzel, Steine und Felsen, desto eher ist das Mountainbike die richtige Wahl für dich. Bedenken solltest du auch, dass das sichere Fahren auf einem Mountainbike weit weniger Fahrtechnik benötigt als das sichere Manövrieren eines Gravelbikes. Ein MTB verzeiht mehr Fahrfehler als ein Gravel.

Wenn du fast nur auf Asphalt, befestigten Wegen und möglichst schnell unterwegs sein willst, liegst du mir einem Rennrad richtig. Wenn du aber auch mal rechts oder links in den Wald und die Wildnis einbiegen willst, dann leg dir ein Gravelbike (für komfortables Befahren langer Strecken) oder Cyclocrosser (für schnelles Fahren kurzer Strecken) zu.

Schaltgruppen für Gravelbikes

Im Prinzip sind Straßen-Rennradgruppen wie die Shimano 105 auch für Gravelbikes und Fahrräder, die nicht ausschließlich auf Asphalt gefahren werden, eine prima Wahl. Ihre Scheibenbremsen sind super, die Schaltung ist präzise und leichtgängig. Weil die Shimano 105-Schaltung serienmäßig keine extrem leichten Gänge erlaubt, die bei steilen Anstiegen im Gelände sinnvoll sein können, kombinieren viele Hersteller die Rennrad-Schaltung mit Kurbeln von anderen Herstellern als Shimano. Damit sind im ersten Gang auch kleinere als 1:1-Übersetzungen möglich.

Shimano GRX

Shimanos GRX ist eine spezielle Schaltgruppe für Gravelbikes. Die Shimano GRX-Schaltung ist für ein breites Übersetzungsspektrum inklusive leichter Berggänge ausgelegt. Die Versionen für 2 x 11-Antriebe sind mit den Kettenblattabstufungen 48/31 und 46/30 Zähne lieferbar. In Verbindung mit einer Kassette mit 11 bis 36 Zähnen ist damit sogar eine extreme Untersetzung möglich. Kompliziert ist es die Qualität der Shimano GRX einzuordnen, weil die Gruppe etliche unterschiedliche Varianten unterschiedlicher Qualität bietet. Einfach gesagt zeigt die höhere Zahl die gehobenere Variante an. Beispiel: die Kurbel FC-RX810 ist leichter und doppelt so teuer wie die Kurbel FC-RX600. Auch die Schalthebel ST-RX810 sind teurer als die ST-RX600.

SRAM eTap AXS

SRAM bietet mit der eTap AXS eine elektronische Gruppe an, die an hochwertigen Gravelbikes zu finden ist. Die 12-fach-Schaltung bietet ein großes Übersetzungsspektrum. Parallel zur Variante mit Scheibenbremsen ist die Force eTap AXS auch mit Felgenbremsen, wahlweise mit klassischer oder Direct-Mount-Befestigung, erhältlich. Die Gruppe ist sowohl für 2-fach-Antriebe als auch für 1-fach-Antriebe konzipiert.

Seit 2022 bietet SRAM auch eine neue Serie von speziellen 1x12 Schaltungen für Gravelbikes an. Die neueren SRAM XPLR-eTap-AXS-Schaltgruppen gibt es in den Qualitätsstufen Red, Force und Rival. Sie zeichnen sich durch Kassetten mit 10-44 Zähnen aus.

Campagnolo Ekar

Eine Schaltgruppe, speziell für Gravelbikes, mit 13 mechanisch geschalteten Gängen. Damit setzen sich die Italiener an die Spitze der Entwicklung hin zu Antrieben mit nur einem Kettenblatt, denn: Mehr Ritzel bedeuten kleinere, harmonischere Sprünge zwischen den Gängen, ohne dass die Übersetzungsbandbreite leidet. Zur Wahl stehen drei Abstufungen mit 9-36, 9-42 und 10-44 Zähnen. Den rechten Ergopower-Schaltbremshebel kennzeichnet ein neu designter und aus allen Griffpositionen sehr gut erreichbarer Daumenschalter. Rauf können bei der Campagnolo Ekar bis zu drei Gänge auf einmal geschaltet werden, runter geht’s Gang für Gang.

Classified

Die innovative Getriebe-Schaltung des belgischen Start-ups Classified will das Beste aus zwei Welten verbinden: Die vielen, eng gestuften Gänge einer Zweifach-Kettenschaltung mit der Robustheit und einfachen Bedienung eines Einfach-Antriebs bzw. einer Getriebenabe. Die clevere Kombination aus Ketten- und Nabenschaltung bietet 22 Gänge - mit nur einem Kettenblatt. Das zweistufige Planetengetriebe in der Hinterradnabe wird per Bluetooth-Signal aus dem Schalthebel betätigt. Das elektromechanische Meisterstück feierte in Ridleys Gravelrenner Kanzo Fast Premiere, inzwischen rüstet beispielsweise auch Rose sein Gravelbike Backroad mit dem Antrieb aus.

Ob ein Einfach-Antrieb ausreicht (also eine Schaltung ohne Umwerfer - mit nur einem Kettenblatt an der Kurbel), hängt vom Fahrertyp und vom Einsatzgebiet des Gravelbikes ab. Ein Vorteil liegt darin, dass man nur noch einen Schalthebel (rechts) bedienen muss. Zudem fällt der Umwerfer als potenzielle Störquelle weg. Der Nachteil von Einfach-Schaltungen ist, dass die Übersetzungssprünge zwischen den Gängen bei 11-fach-Antrieben relativ groß ausfallen. Bei 12- oder 13-fach Gravelbike-Schaltungen (wie z.B. SRAM eTap XPLR AXS und Campagnolo Ekar) sind diese Sprünge deutlich kleiner.

Laufräder und Reifen

Grundsätzlich fährt sich ein Fahrrad mit leichten Laufrädern agiler und beschleunigt flotter. Deutlich stärker wirken sich aber die Reifen auf die Fahreigenschaften aus. Deshalb haben leichtere Carbon-Laufräder auch am Gravelbike ihre Berechtigung. Günstige Gravelbikes sind oft mit schweren Alu-Laufrädern ausgestattet. Hier kann sich ein Upgrade auf leichtere Laufräder sehr positiv auf die Beschleunigung und ein spritziges Fahrverhalten auswirken.

Eine allgemeine Empfehlung ist schwierig, weil man den Reifen je nach Terrain wählen sollte, auf dem man das Gravelbike überwiegend bewegt: Reifen mit feinem Diamantprofil funktionieren am besten auf Asphalt, während Reifen mit ausgeprägtem Stollenprofil sich auf weicheren Böden wohlfühlen. Ein breiterer Reifen bietet mehr Komfort. An den meisten Gravelbikes finden sich derzeit 37 bis 40 Millimeter breite Reifen. Mittelfristig dürfte der Trend bei Gravelbikes sogar zu noch breiteren Pneus gehen.

Eine Überlegung kann es sein, mit Tubeless-Reifen zu fahren. Tubeless-Reifen werden, wie man das von Autos kennt, ohne Schlauch gefahren. Sie erfordern spezielle Felgen, die an allen Gravelbikes montiert sind. Gerade am Gravelbike bietet die Tubeless-Technologie große Vorteile: weniger Gewicht, besserer Pannenschutz, mehr Komfort und mehr Haftung. Außerdem reduziert die fehlende Reibung zwischen Schlauch und Reifenwand den Rollwiderstand. Dem steht zwar eine kompliziertere Erstmontage gegenüber. Die Vorteile sind jedoch speziell bei Fahrten im Gelände so deutlich spürbar, dass es sich unbedingt lohnt, Tubeless-Reifen auszuprobieren.

Wo soll ich ein Gravelbike kaufen?

Kaufe ich mein Rad im Fachhandel? Oder bestelle ich es bei einem Internetanbieter wie Canyon, Radon oder Rose? Bei Fachhändlern kann man meist verschiedene Modelle und Marken Probe fahren. Sie beraten bei der Größe, bieten manchmal Bikefitting und sind erster Ansprechpartner für Service und Reparaturen.

Internetmarken wie Canyon, Rose und Storck sind dagegen Hersteller und Händler in einem. Daher können sie ihre Gravelbikes meist günstiger anbieten als Fachhandelsmarken. Dafür müssen sich Käufer um vieles selbst kümmern, etwa die richtige Größe herauszufinden oder ihr Bike nach Lieferung selbst zusammenzubauen und einzustellen. Ein weiteres Problem: Manche Händler lehnen es ab, Räder von Versandmarken zu reparieren. Wer sich nicht zutraut, sein Gravelbike selbst zu warten, sollte sich nach einem Händler in seiner Nähe umschauen, der auch Fahrräder von Versandmarken zum Service annimmt.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0