Gravel Bike Federgabel Nachrüsten: Erfahrungen und Testberichte

Das Gravelbike hat sich als vielseitiges Fahrrad etabliert, das für unterschiedlichste Untergründe geeignet ist. Trotz des Offroad-Einsatzes sind Gravelbikes meist ohne Federung ausgestattet. Die Dämpfung übernehmen in der Regel die voluminösen Reifen, was jedoch nicht immer ausreichend ist. Eine zusätzliche Federung am Gravelbike kann daher sinnvoll sein.

Federung am Gravelbike: Pro und Contra

Eine Federung am Gravelbike bietet einige Vorteile, insbesondere bei langen und anspruchsvollen Touren:

  • Komfort: Eine zusätzliche Federung dämpft Erschütterungen und Stöße auf unebenen Straßen und im Gelände zusätzlich ab und erhöht den Fahrkomfort.
  • Kontrolle: Eine Federung kann die Kontrolle über das Gravelbike verbessern, indem der Vorderreifen besser am Boden bleibt, was das Handling und die Traktion in den Kurven optimiert.

Allerdings gibt es auch einige Nachteile:

  • Gewicht: Eine Federung erhöht das Gewicht des Fahrrads.
  • Wartung: Eine Federung erfordert regelmäßige Wartung und Pflege.
  • Effizienz: Eine Federung kann die Effizienz des Fahrrads beeinträchtigen, insbesondere bei steilen Anstiegen.

5 unterschiedliche Federungssystem für Gravelbikes im Test

Es gibt also genug Gründe, die für eine zusätzliche Federung am Gravelbike sprechen. Wir haben unterschiedliche Federungssysteme zum Nachrüsten getestet.

Federgabel gegen gefederten Vorbau

Links die Rockshox Rudy XPLR Gravel-Federgabel mit 30 Millimeter Federweg, rechts der Vecnum Freeqence-Vorbau mit ebenfalls drei Zentimetern Federweg.

Auf den ersten Blick scheint das Ergebnis dieses Gravelbike-Komfort-Duells eine klare Sache: Was kann schon ein gefederter Vorbau gegen eine richtige Federgabel ausrichten? Bereits in den Anfangsjahren des Mountainbikes hatten die filigranen gefederten Vorbauten keine Chance gegen die langhubigeren Federgabeln.

Mit dem parallel geführten Freeqence-Vorbau gehen die Tüftler aus dem Allgäu das Thema aber komplett neu an und kitzeln mit maximal 30 Millimetern Hub sogar den gleichen ­Federweg heraus wie die Gravel-Federgabel von Rockshox - die Rockshox Rudy gibt es allerdings auch in einer 40-Millimeter-Variante.

Bei der Kompatibilität geht der Punkt an den in drei Längen (90, 105, 120 Millimeter) erhältlichen Vorbau mit einer Schaftklemmung von 1-1/8 Zoll. Denn: Durch die größere Einbaulänge von 425 Millimetern kollidiert die Federgabel (Schaftmaß 1,5 auf 1-1/8 Zoll) aktuell mit den allermeisten Rahmengeometrien von Gravelbikes.

Abseits der Straße können beide Konzepte überzeugen und vermitteln im Vergleich zum ungefederten Gravelbike ein Aha-Erlebnis. Unebenheiten und Schläge werden viel besser kompensiert und von den Händen des Fahrers ferngehalten. Dadurch steigt nicht nur der Komfort, sondern ganz entscheidend auch die Bike-Kontrolle.

Da beide Systeme über den gleichen Federweg verfügen und auch die luftgefederte Rockshox-Gabel ab der ­Hälfte des Federwegs zusätzlich einen Elastomer komprimiert, fühlen sie sich im direkten Vergleich sehr ähnlich an. Auf kleine Vibrationen spricht der Vecnum-Vorbau sogar noch feinfühliger an als die Federgabel. Dafür filtert die Gabel in grobem Gelände - wo man eigentlich auf einem Mountainbike besser aufgehoben wäre - Wurzeln und große Schläge besser heraus.

Ein weiterer Vertreter von Federvorbauten fürs Gravelbike ist der Redshift Shockstop, der allerdings weniger Federweg bietet.

FAZIT:

Sowohl die Rockshox-Rudy-Federgabel als auch der Vecnum-Vorbau erhöhen den Fahrkomfort spürbar und sorgen so für mehr Sicherheit und weniger Ermüdung auf rauen Pisten. Preis, Gewicht und Kompatibilität sprechen aber klar für den Vecnum-Vorbau, der somit die smartere Lösung am Gravelbike ist.

Duell 2: Breitreifen gegen Komfortlaufrad

Links ein klassisches Carbon-Laufrad (Cadex AR 35), das wir mit 50-mm-Pneus bestückt haben, und rechts das Zipp 101 XPLR-Laufrad mit 40-Millimeter-Reifen.

Der amerikanische Laufrad- und Komponentenhersteller Zipp zählt im Rennradbereich zu einer festen Größe. Mit den innovativen Moto-Felgen hat Zipp seit 2019 sein Engagement auch auf den MTB-Markt ausgedehnt. Mit den 101-XPLR-Laufrädern dehnt Zipp seine neue Technologie auf den Gravelbereich aus.

Um eine besonders flexible Felge zu realisieren, die Schlägen ausweichen und Vibrationen aufnehmen kann, verzichtet Zipp bei der speziellen Carbonfelge auf eine Hohlkammer. Dadurch soll sich die einwandige Felge nicht nur komfortabler fahren, sondern auch die Gefahr von Durchschlägen und damit Reifen- wie Felgendefekten reduzieren.

Mit einer Innenweite von 28 Millimetern sind die Laufräder sehr breit, kosten im Satz knapp unter 2000 Euro und wiegen 1688 Gramm. Für unseren Vergleich fuhren wir die Laufräder mit Schwalbes G-One Bite in 40 Millimetern Breite. Als Konkurrent trat ein G-One Bite in 50 Millimeter Breite auf einem Cadex-AR-35-Carbonlaufrad an. Um dem größeren Volumen des Breitreifens gerecht zu werden, reduzierten wir den Reifendruck um 0,4 auf insgesamt 2,1 Bar.

In diesem Setup fiel der Unterschied zwischen Breitreifen und Zipp-Laufrädern sehr gering aus. Erst mit dem Ausreizen des Minimaldrucks (0,7 Bar weniger) konnte sich der breite Reifen im Gelände von den Zipp-Laufrädern mit schmalen Reifen und mehr Druck absetzen. Traktion und das Dämpfen von Kraftspitzen gelangen dann besser.

FAZIT: Im direkten Vergleich macht sich der um zehn Millimeter breitere Reifen mit entsprechend niedrigerem Reifendruck stärker bemerkbar als die flexible Felge der Zipp-Laufräder. Mehr Traktion und Komfort ­generieren die Breitreifen.

Auswahl der richtigen Gabel

Glücklicherweise gibt es viele Optionen für Gabeln, die deinen Bedürfnissen entsprechen sollten. Die meisten Leute suchen nach einer Carbon Gabel, da sie einige große Vorteile hat. Sie sind etwas leichter als ihre Pendants aus Stahl. Carbon Gabeln wiegen im Allgemeinen etwa 350 bis 500 g, verglichen mit über 1 kg bei einigen Stahlgabeln.

Die meisten Leute wollen auch ein moderner aussehendes Straßen- oder Gravel-Bike bauen, und die breiteren Gabelbeine der Carbon Gabeln passen im Allgemeinen zu den Rahmen Rohren mit größerem Durchmesser, die die meisten Leute wählen.

Reifenfreiheit - das ist die erste Frage, die du dir selbst beantworten musst. Wie breit sollten die Reifen deines neuen Bikes sein? Alle Gabeln sind auf eine maximale Reifengröße ausgelegt, die passt.

Du kannst immer kleinere Reifen fahren, und manchmal passt ein etwas größerer als tatsächlich angegebener Reifen in deine Gabel, aber normalerweise nicht zu viel. Auf diese Frage gibt es keine richtige oder falsche Antwort. Es hängt davon ab, wo du fahren möchtest und wie du fährst.

Normale Rennradgabeln haben in der Regel einen Reifenfreiheit von bis zu 28 mm, einige etwas mehr. Dann gibt es ‚Gravel‘ -Gabeln, die bis zu 40 mm breit sind, was auch gut mit einem ‚Road‘-Bike funktionieren kann, bei dem man die Möglichkeit haben möchte, etwas breiter zu fahren.

Dann gibt es viele Gabeln, die etwa bei 47 oder 48 mm liegen, sie haben in der Regel Ösen für Gepäckträger und Schutzbleche und vielleicht eine interne Führung für ein Dynamokabel.

Weitere Komfort-Komponenten für Gravelbikes

Neben Federgabeln und breiteren Reifen gibt es weitere Komponenten, die den Komfort am Gravelbike erhöhen können:

  • Gefederte Sattelstützen: Redshift Shockstop Sattelstütze
  • Gefederte Vorbauten: Redshift Shockstop Pro-Vorbau
  • Teleskopsattelstützen: Rockshox Reverb AXS XPLR
  • Pannenschutz-Einlagen: Vittoria Airliner Gravel
  • Vibrationsdämpfende Lenker: Spank Vibrocore Flare/Wing

Die Preise für diese Komponenten variieren und reichen von knapp 70 Euro bis zu 1259 Euro für eine neue Gravel-Federgabel von Fox.

Tabelle: Übersicht getesteter Komponenten

Komponente Gewicht Federweg Preis
Rockshox Rudy XPLR Gravel-Federgabel 1279 Gramm 30 Millimeter 917 Euro
Vecnum Freeqence-Vorbau 291 Gramm 30 Millimeter 299 Euro
Schwalbe G-One Bite (50 mm) 602 Gramm - 59,90 Euro
Zipp 101 XPLR Laufradsatz 1688 Gramm - ca. 2000 Euro
Fox 32 Tapercast Gravel-Federgabel 1281 Gramm 40/50 mm 1259 Euro
Redshift Shockstop Pro Stem 220 Gramm 20 Millimeter 275 Euro
Redshift Shockstop Seatpost 380 Gramm 20 Millimeter 330 Euro

Gefederte Gravelbikes: Eine Übersicht

Hersteller wie Canyon, Giant, Trek, Specialized, YT oder BMC haben ihre gefederten Gravelbikes aufgrund der Nachrüstproblematik komplett neu konstruiert.

Hier eine kleine Übersicht von gefederten Gravelbikes:

  • BMC Urs LT two

    Das Urs ist ein Abenteuerbike aus der Schweiz, das in zwei Versionen erhältlich ist: die leichtere Performance-Version und die langstreckentaugliche LT-Version.

  • Trek Checkpoint SL 5

    Während wir beim Checkpoint ALR im Test noch den Fahrkomfort bemängelt haben, weisen seine Schwestermodelle aus Carbon statt Aluminium bereits das recht neue IsoSpeed-Modul im Rahmen auf.

  • YT Szepter Core 4

    Unter den gefederten Gravelbikes ist das Szepter Core 4 der Exot, da er eindeutig Mountainbike-Gene aufweist.

  • Specialized Diverge STR Expert

    Specialized bezeichnet die Kombination aus Dämpfer im Oberrohr und Federung, die es dem Vorbau ermöglicht, über 20 mm entlang des Gabelschaftes zu gleiten, als Future-Shock 2.0.

  • Cinelli Nemo Gravel

    Die Stahlrahmen von Cinelli werden in Italien aus hochwertigen 3-fach konifizierten Columbusrohren gefertigt und sind ein gutes Beispiel für echte Handwerkskunst.

  • Giant Revolt X Advanced Pro

    Das brandneue Revolt mit Federgabel ähnelt optisch sehr dem Schwestermodell in unserem Test. Es behält das komfortable D-Fuse-Heck mit seinen dünnen, flexibleren Streben bei und bietet zusätzlich den Komfort von 40 mm Federweg der Rockshox Rudy Ultimate-Gabel.

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