Gravel Bike Herren Schutzblech Test: Ein umfassender Überblick

Das Gravelbike erfreut sich großer Beliebtheit, da es als "SUV unter den Fahrrädern" mehrere Spezialisten kompetent vertreten kann. Wer nicht unbedingt Radrennen fährt, kann damit die sportliche Feierabendrunde ebenso bestreiten wie einen Familienausflug auf Waldwegen, eine ausgedehnte Radreise oder die täglichen Wege zur Arbeit. Für den Alltag und den Winter sehen viele Modelle auch die Montage von Schutzblechen vor, für Reisen die Aufnahme von Gepäck, und manche Hersteller haben bei der Konstruktion des Rahmens sogar eine Lichtanlage im Blick.

Gravelbikes mit Vollausstattung: Ein wachsender Trend

Gravelbikes, die mit all dem schon ab Werk ausgestattet sind, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, wie das Straßenbild in den vergangenen Jahren zeigt. Ist das Zubehör von vornherein vom Hersteller montiert, hat das den Vorteil, dass alle Bauteile aufeinander abgestimmt sind und besser funktionieren sollten als nachträglich adaptierte Lösungen. Meist ist es in Summe auch günstiger und spart viel Bastelarbeit - und nicht zuletzt sieht es besser aus.

Schnell auf Straße & Schotter: Gravelbikes sind die perfekte Basis für sportliche Reise- und Alltagsräder. Manche Hersteller bieten die komplette Ausstattung deshalb gleich serienmäßig ab Werk an.

Das Testfeld: Auswahlkriterien und Preisspanne

Fünf besonders beliebte, aktuelle Beispiele solcher Räder haben wir uns genauer angeschaut. Maßgabe war für uns ein stabiler Alu-Rahmen und eine zeitgemäße Antriebsgruppe mit hydraulischen Scheibenbremsen. Das Preisfenster dafür öffnet sich zwischen 1599 Euro (Cube) und 2499 Euro (Rose). Das ist in Anbetracht der auf den ersten Blick sehr vergleichbaren Ausstattung - Antriebskomponenten und Bremsen kommen an den Testrädern fast durchweg aus der Gravel-Gruppe GRX von Shimano - eine erstaunlich große Spanne.

In unserem Test offenbaren sich bei genauerem Blick, dem Gang durchs Testlabor und in der Praxis aber noch mehr Überraschungen. Eine davon ist, dass in diesem Testfeld ein höheres Budget nicht automatisch ein leichteres Rad bedeutet. Die meisten Kandidaten liegen preisunabhängig um zwölf Kilogramm, Bergamont wird mit einem sehr schweren Rahmen-Set in dieser Wertung deutlich abgehängt. Auch bei den Ausstattungen finden wir bei genauerem Blick Unterschiede.

Grundsätzlich sind Shimanos GRX-Teile für die Räder eine gute Wahl, robust und die Ersatzteile günstig. Im Detail bekommt man von den Radmarken jedoch nicht immer den neuesten Stand der Technik serviert. So sind nur bei Cube und Stevens moderne Zwölffach-Schaltungen verbaut. Bergamont, Radon und Rose schalten mit elf Ritzeln, was entweder einen leichten Berggang weniger oder eine gröbere Abstufung bedeutet. Bei den Bremsen gibt es ebenfalls Unterschiede: Häufig wird an den Bremsscheiben gespart, nur Rose holt mit einer hochwertigen Scheibe alles aus den hydraulischen Systemen heraus.

Breite Reifen, schmale Schutzbleche: Ein kritischer Blick

Auch in Sachen Zubehör funktioniert nicht alles so geschmeidig, wie die Testfahrten zeigen. Beispiel Schutzbleche: Damit sie ihren Zweck optimal erfüllen, müssen sie lang und breit genug sein, ein Zentimeter mehr als Reifenbreite wäre gut. Hier fallen Cube und Radon negativ auf, weil die Bleche die 40 Millimeter breite Gravel-Bereifung nur knapp abdecken und Spritzwasser daran vorbeifliegt. Auch könnten die vorderen Bleche bei Rose und Stevens gern fünf Zentimeter länger sein, damit Füße und Antrieb besser vor Schmutz geschützt sind; bei Cube dagegen wird der Hintermann ordentlich nass.

Für dein Gravelbike kommen grundsätzlich diese drei Arten an Schutzblechen in Frage:

  • Fest verbaute Gravelbike Schutzbleche
  • Steckschutzbleche fürs Gravelbike
  • Ansteck-Schutzbleche wie z. B. ein Spritzschutz

Neben der Anbringungsart ist es besonders wichtig, welche Reifenbreite deine Gravel-Reifen haben. Deine Schutzbleche sollten dementsprechend ein paar Millimeter breiter sein. Beachte auch, dass du vielleicht noch einen zweiten Laufradsatz mit dünneren oder dickeren Reifen hast, bei dem die Schutzbleche ebenfalls passen sollten.

Vor allem wenn du dein Gravelbike das ganze Jahr über im Einsatz hast, bringen Gravelbike Schutzbleche zur Festmontage ein paar Vorteile mit sich. Sie sind stabiler und schützen effektiver vor Spritzwasser. Aber auch Steckschutzbleche können dagegen gut helfen. Der Vorteil ist, dass du die Mudguards zum Stecken relativ schnell und einfach wieder demontieren kannst, wenn du sie nicht brauchst.

Lichtanlagen im Test: Sicherheit und Qualität

Gute Nachrichten von der Beleuchtung: Alle Räder sind mit hochwertigen Nabendynamos und LED-Beleuchtung samt Standlichtfunktion ausgestattet. Die Lampen von Supernova (Stevens) und Busch&Müller (Rose) markieren den aktuellen Stand der Lichttechnik. Lediglich die Lampe von Radon wirkt etwas billig verarbeitet, strahlt aber auch ordentlich. Bei den Rücklichtern ist vornehme Zurückhaltung angesagt: Die hochwertige Busch&Müller-Heckleuchte des Rose fällt minimalistisch aus, macht aber im Dunkeln ordentlich Ballett. Bei Stevens und Cube sind die kleinen Heckleuchten ins Schutzblech integriert - beim Stevens so weit, dass es von der Seite kaum sichtbar ist. Immerhin: Eine LED-Sattelstütze entkräftet den Schwachpunkt.

An passiver Sicherheit haben die Kandidaten wenig zu bieten: Nur Stevens verbaut Reifen mit Reflexstreifen und einen großen Reflektor hinten. Bei allen anderen müssten, streng genommen, Heck- und Speichenreflektoren nachgerüstet werden, damit die Räder gemäß StVZO auf die Straße dürfen.

Weitere Commuter Gravelbike Modelle

Alle Achtung! Wohl kaum eine Marke ist im Bereich der Commuter-Gravelbikes so stark aufgestellt wie Bergamont aus St. Pauli.

Bergamont Grandurance RD 3

Den Einstieg macht das Grandurance RD 3. Zum schmalen Preis von 1.399 Euro gibt’s einen starken Alu-Rahmen mit Anschraubpunkten satt. Die Komplettausstattung des Bikes fällt mit Schutzblechen, Heckträger und Lichtanlage einfach aber funktional aus. Gleiches gilt für Shimanos Einsteiger-Schaltgruppe Claris mit ihren 2x8 Gängen sowie die mechanischen Scheibenbremsen. Für die flotte Tour durch den Alltag, den Ausflug am Wochenende oder gelegentliche sportliche Einlagen sollte es aber allemal reichen. Die Sitzposition fällt recht neutral aus, die beliebten G-One Allround Pneus von Schwalbe sind über jeden Zweifel erhaben.

Bergamont Grandurance RD 5

Gerade noch unter der magischen Marke von 2.000 Euro platziert Bergamont das Grandurance RD 5. Rahmensatz, Laufräder, Schutzbleche und Gepäckträger entsprechen dem „kleinen“ RD 3. Für 600 Euro Aufpreis gibt’s allerdings Shimanos hochwertigere GRX 400 Schaltgruppe, hydraulische Scheibenbremsen und ein stärkeres Vorderlicht. Besonderheit beim RD 5 ist die spezielle Frauen-Version mit dem Namenszusatz FMN. Außer der schicken Lackierung in mattem Lila unterscheidet sich das Modell allerdings nur durch den Sattel von dem in glänzendem Blau gehaltenen Bruder.

Bergamont Grandurance RD 7

Bei dem Grandurance RD 7 setzt Bergamont auf höherwertige Alu-Rohre und spendiert dem Bike Steckachsen. Im kleineren RD 3 und RD 5 stecken noch herkömmliche Schnellspanner. An der Geometrie mit ausgeglichener Sitzposition ändert sich indes nichts. Dafür statten die Hamburger den Gravel-Flitzer mit Shimanos Rennrad-Gruppe 105 und gruppengleichen Hydraulikbremsen aus. Züge und Kabel verschwinden unsichtbar im Vorbau. Zudem gibt’s an der Front nochmal ein Upgrade für die Leuchte und den diese befeuernden Nabendynamo. Ansonsten entspricht die Ausstattung mit Schutzblechen, Gepäckträger, Laufrädern, Reifen und mehr den günstigeren Modellen. Für fast 2.400 Euro liefert Bergamont so einen starken Alltags-Graveller.

Bergamont Grandurance RD Elite

Ist doch ganz leicht! Für ihr Topmodell unter den vollausgestatteten Gravelbikes kombinieren die Hamburger einen leichten Carbon-Rahmen mit viel Zubehör. So bringt das Grandurance RD Elite ein sattes Kilo weniger auf die Waage als das RD 7. Im Vergleich zum RD 3 sind es fast zwei Kilogramm. Damit ist das RD Elite eines von nur ganz wenigen Commuter-Gravelbikes mit Carbon-Rahmen in dieser Übersicht, zudem besticht es optisch mit komplett integrierten Zügen und Kabeln. Die Geometrie fällt einen Hauch entspannter aus als bei Bergamonts Alu-Gravellern, zudem erlaubt die Carbon-Version zehn Kilogramm mehr Zuladung. Ausgestattet ist der Kohlefaserflitzer mit Shimanos GRX-Schaltgruppe in der mechanischen Top-Variante 810 und den passenden Scheibenbremsen. Schutzbleche, Heckträger und Rücklicht entsprechen den drei Geschwistermodellen. Dafür leuchtet vorne der hochwertige IQ-XS-Strahler von Busch + Müller den Weg. Zudem rollt das Bike auf Schwalbes G-One Speed. Insgesamt präsentiert sich das Bergamont Grandurance RD Elite als edler und ziemlich flotter Commuter für Asphalt und Schotter. Die grobere Gangart mag das Bike aber schon aufgrund der Reifenwahl eher nicht.

Bombtrack Arise Tour

Wer es schick und auffällig mag, ist mit dem Commuter der unter Gravel-Fans schon kultigen Marke Bombtrack vorne dabei. Die Kölner bauen einen hübsch lackierten Stahl-Rahmen im klassisch filigranen Look mit üppiger Ausstattung auf. Gangschaltung vom weniger bekannten Hersteller Microshift und mechanische Scheibenbremsen wirken für den Preis eher zu einfach, dafür geht Bombtrack allerdings bei der Commuter-Ausrüstung in die Vollen. So bietet das Arise Tour weit heruntergezogene Schutzbleche und vielseitige Gepäckträger vorne und hinten. Dazu kommt eine richtig starke Lichtanlage von Supernova. Ungewohnt aber mitunter durchaus praktisch sind die Schalthebel am Ende des Unterlenkers. Das laut Hersteller mit 14,7 Kilogramm recht schwere Bike kostet 2.450 Euro und rollt bei ausgewogener Sitzposition auf 40 Millimeter breiten Reifen der Marke Vee Tire.

Carver Gravel 100 Street

Die Hausmarke von Fahrrad XXL stellt einen soliden Alu-Graveller auf die Laufräder. Es kombiniert eine ausgewogene Sitzposition mit einer fairen Ausstattung zum vergleichsweise kleinen Preis. Geschaltet wird mit Shimanos Rennrad-Einsteigergruppe Tiagra mit zwei Kettenblättern vorn und zehn Ritzeln hinten. Dazu sind mechanische Spyre-Scheibenbremsen von Tektro an Bord. Die langen Schutzbleche und der Gepäckträger am Heck kommen von SKS, die Beleuchtung von Hermans.

Carver Gravel 110 Street

Der große Bruder des Carver Gravel 100 Street basiert auf den gleichen Genen. Sprich: dem gleichen Rahmen. Für den Aufpreis von 500 Euro gibt's am 110er-Modell allerdings eine deutlich höherwertige Ausstattung. So rüstet Carver das Bike Shimanos Gravel-Schaltgruppe GRX mit 2x11 Gängen aus. Auch die hydraulischen Scheibenbremsen stammen aus der GRX-Gruppe. Schutzbleche und Gepäckträger von SKS unterscheiden sich nicht vom kleinen Bruder. Dafür gibt's die starke Supernova-Beleuchtung mit E3 Pure 3 vorne und E3 Taillight hinten.

Centurion Crossfire Gravel 2000 EQ

Die Marke aus dem Schwäbischen blickt auf eine große Historie im Bereich der Querfeldein-Renner zurück. Oder Cyclocross, wie es neudeutsch heißt. Wenig Wunder also, dass Centurion auch Gravel kann. So wie mit dem Crossfire Gravel 2000 EQ. Schon optisch macht das Alu-Bike dank der stimmigen Kombination aus grauem Rahmen und braunen Akzenten an Reifen, Lenkerband und Sattel ordentlich was her. In der Ausstattung setzen die Schwaben auf einen interessanten Ausstattungsmix mit Teilen aus den Shimano-Gruppen GRX 400 und Tiagra sowie einer Shimano-Kurbel ohne Gruppenzuordnung. Dazu kommen für optimale Abdeckung weit heruntergezogene Schutzbleche. Der einfache, aber starke Heckträger lässt sich bei Bedarf mit zusätzlichen Streben nachrüsten und trägt dann 25 statt sonst 15 Kilogramm. Überhaupt zählt das Crossfire mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 135 Kilogramm zu den starken Bikes in der Übersicht. Für Licht sorgt die MR8-Frontleuchte des finnischen Herstellers Hermanns, kombiniert mit einer Axa-Leuchte am Heck. Die Sitzposition geht eher in die entspannte Richtung. Die mit 35 Millimetern vergleichsweise schmalen Reifen kommen von Kenda und hören auf den Namen Flintridge. Stark: Das Bike kommt gleich in sechs unterschiedlichen Rahmengrößen von XXS bis XXL.

Cinelli Hobootleg

Ein echtes Rekord-Bike stellt Cinelli mit dem Hobootleg auf die Laufräder. Und dabei beziehen wir uns nicht auf das im Vergleich recht hohe Gewicht des Komplettrads von 14,2 Kilogramm. Nein, das Stahlbike hat als Weltumrundler ins Guinness Buch der Rekorde geschafft. Und es hat laut Hersteller die sieben höchsten befahrbaren Bergpässe der Welt erobert. Die Ausstattung des Hobootleg mit einem Schaltungs-Mix aus Shimano Sora und Microshift und vor allem den klassischen Canti-Seilzugbremsen von Tektro mag recht einfach wirken. Andererseits: Wenn das Bike es quer durch die Welt schafft, wird es auch den Weg von der Haustür bis zum Arbeitsplatz souverän meistern. Dabei steht die einfache Ausstattung nebst außen am Rahmen verlaufender Züge natürlich vor allem für eine besonders schnelle und einfache Wartung, falls doch mal was klemmt. Der Look mit rotem Rahmen, bunten Zughüllen und Tarnfleck-Lenkerband ist ganz klar Geschmackssache. Dafür sprechen die entspannte Geometrie und die hohe Zuladungsmöglichkeit mit Trägern vorn und hinten für den Italiener.

Conway GRV 4.0 C

Ganz schön sportlich gibt sich das GRV 4.0 C von Conway - speziell was die Sitzposition anbelangt. Auch sonst hat das Bike einige Rennrad-Gene, etwa in Form von Shimanos Sora-Schaltgruppe und dem für ein Gravelbike recht großen Kettenblatt. Auch sonst fällt die Ausstattung mit mechanischer Scheibenbremse, Schnellspannern oder günstiger Lichtanlage eher einfach aus - entsprechend dem vergleichsweise niedrigen Preis des Fahrzeugs. Besonderheit: Das Rücklicht wird nicht vom Nabendynamo gespeist, sondern mit zwei AA-Batterien versorgt. Dafür bietet der Rahmen zusätzlich zum Heckträger zahlreiche Montagepunkte. Das GRV 4.0 C ist in vier Größen zwischen S und XL zu haben.

Conway GRV 5.0 C

Großer Bruder: In Sachen Rahmensatz, sportlicher Sitzposition und Ausstattungsumfang entspricht Conways GRV 5.0 C komplett dem 200 Euro günstigeren 4.0 C. Für den Aufpreis gibt es allerdings Shimanos höherwertige Tiagra-Schaltgruppe mit 2x10 Gängen und hydraulischer Bremsanlage. Zudem spendiert Conway dem GRV 5.0 C eine stärkere Frontleuchte.

Creme Cycles La Ruta Rando

Richtig was fürs Auge bietet das La Ruta Rando von Creme Cycles. Den klassisch-filigranen Stahlrahmen im Retro-Look garnieren die Polen mit einer umfassenden und wertigen Ausstattung. So wie die tief heruntergezogenen und in „Wagenfarbe“ lackierten Schutzbleche oder die vielseitigen Gepäckträger hinten und vorne. Für beste Sicht sorgt die starke Supernova-E3 am Frontträger, am Heck leuchtet ein einfacheres Rücklicht von Spanninga. Das La Ruta rollt auf breiten 47-Millimeter Horizon-Pneus von WTB - und zwar montiert auf 650b-Laufräder. Wertig und auch optisch perfekt passend: Sattel und Lenkerband von Brooks. Auch Shimanos Rennrad-Schaltgruppe 105 kann sich sehen lassen, die Übersetzung fällt zumindest für Gravelbike-Verhältnisse allerdings ziemlich knackig aus.

Cube Nuroad FE

Ein voll ausgestattetes Gravelbike zum Preis (ganz knapp) unter 1.000 Euro? Alle Achtung. Klar, zu dem Preis rüstet der Hersteller aus der Oberpfalz den soliden Alu-Rahmen nicht mit besonders feinen Teilen aus. Doch im Alltag verrichten auch die günstige Claris-Schaltgruppe von Shimano, die hydraulischen Scheibenbremsen oder die einfachen Schnellspanner-Achsen zuverlässig ihre Arbeit. Auch die Frontleuchte fällt günstig aus, dafür ist die Lampe am Heck schick ins Schutzblech integriert. Gespart hat Cube beim Nuroad FE übrigens nicht nur am Preis, sondern auch bei den Montagemöglichkeiten an Rahmen und Gabel. Bei den Reifen hingegen setzt das Cube auf Schwalbes bewährten G-One Allround. Und sogar ein Seitenständer ist ab Werk montiert. Das Bike kommt in mattem Schwarz, für 50 Euro mehr gibt es auch eine dunkelblau schimmernde Version. Insgesamt ein richtig preisstarkes Paket mit eher komfortorientierter Sitzposition.

Cube Nuroad Pro FE

Wer mehr Wert auf die sportliche Seite legt, investiert aber vielleicht noch ein paar Euro mehr. 300 Euro mehr, um genau zu sein. Denn für 1.299 Euro gibt’s bei Cube das Nuroad Pro FE. Es kommt mit einem im Detail etwas aufwendiger gemachten Rahmen mit integrierter Sattelstütze und Steckachsen. Vor allem aber gibt’s im Vergleich zum Nuroad FE ein sattes Schaltungs-Upgrade auf einen Mix aus Shimano GRX und Tiagra. Gebremst wird zwar weiter mechanisch, aber auch hier mit einem Qualitäts-Upgrade. Ansonsten entspricht die Ausstattung weitestgehend dem kleinen Bruder, speziell was Schutzbleche, Heckträger und Lichtanlage betrifft. Auch die eher entspannte Sitzposition ist gleich. Dafür bringt das Nuroad Pro FE etwa 700 Gramm weniger auf die Waage.

Cube Nuroad Race FE

Das Topmodell unter Cubes vollausgestatteten Gravelbikes gibt’s für 1.799 Euro. Das Nuroad Race FE teilt sich den Rahmen, Schutzblech, Heckträger und mehr mit dem 500 Euro günstigeren Pro FE. Den Preisunterschied macht vor allem die hochwertige 2x11-Schaltgruppe Shimano GRX nebst hydaulischer Bremsanlage und der starke Frontstrahler von Supernova. So ausgerüstet, macht auch die richtig Flotte Runde auf dem Weg in den Feierabend ordentlich Laune. Wie seine kleineren Geschwister bietet auch das Race FE eine eher entspannte Sitzposition und recht wenige Montagemöglichkeiten. Das Gewicht des Komplettrads: 11,6 Kilogramm.

Die Vielseitigkeit der Gravelbikes: Mehr als nur Sport

So schön vielseitig! Das Gravelbike überzeugt nicht nur als treuer Begleiter für Sport und Spiel, sondern macht durchaus auch im Alltag eine richtig gute Figur. Wer einen Gepäckträger ans Gravelbike montiert, kann das Notebook mit ins Büro oder die Einkäufe vom Supermarkt nach Hause transportieren. Wer Schutzbleche montiert, schützt sich in Radhose oder Zivil vor schmutzigem Spritzwasser. Wer Licht montiert, ist von früh bis spät sichtbar und mit Weitsicht unterwegs. Und wer alles kombiniert, hat einen sportlichen Alltags-Graveller. Ein elegantes Bike, das Mensch und Material schnell ans Ziel bringt.

Schutzbleche für Gravel Bikes: Worauf achten?

Genauso individuell wie dein Gravelbike selbst ist, kann auch die Auswahl deiner Schutzbleche sein. Gravelbikes haben im Vergleich zu klassischen Rennrädern den großen Vorteil, dass sie sehr oft mit verschiedenen Ösen und Bohrungen am Rahmen und der Gabel ausgestattet sind. Das macht die Montage von fest verschraubten Schutzblechen möglich und einfach. Aber auch Steckschutzbleche kannst du an dein Fahrrad montieren. Beim Kauf solltest du also zuerst unbedingt darauf achten, welche Befestigungsmöglichkeiten dein Gravelbike bzw. der Rahmen und die Gabel bieten.

  • Fest verbaute Gravelbike Schutzbleche
  • Steckschutzbleche fürs Gravelbike
  • Ansteck-Schutzbleche wie z. B. ein Spritzschutz

Sind Schutzbleche am Gravel Bike sinnvoll?

Da du mit deinem Gravelbike nicht nur Onroad, sondern auch Offroad unterwegs bist, sind Schutzbleche am Gravelbike sehr zu empfehlen. Oftmals sind die Straßen trocken, aber im Gelände gibt es noch einige Pfützen und feuchte Untergründe. Nicht nur wegen Spritzwasser machen Schutzbleche am Gravelbike Sinn. Auch der viele Dreck, Matsch und umherfliegende Steinchen können deinem Gravelbike zusetzen. Daher sorgst du mit Gravelbike Schutzblechen nicht nur dafür, dass du trocken bleibst, sondern bewahrst auch dein Fahrrad vor Schmutz und Feuchtigkeit. Das kann dazu führen, dass du es weniger putzen musst.

Welche Schutzbleche kann ich am Gravel Bike nachrüsten?

Mit einem Gravelbike stehen dir verschiedene Optionen beim Nachrüsten zur Verfügung. Wenn du geeignete Ösen am Fahrrad hast, kannst du fest verbaute Schutzbleche an deinem Gravelbike nachrüsten. Falls diese speziellen Bohrungen fehlen, kannst du einfach auf Steckschutzbleche zurückgreifen. Diese sind auch dann zu empfehlen, wenn du die Schutzbleche schnell wieder abbauen möchtest. Wenn du nur einen einfachen Schutz vor Spritzwasser und Matsch suchst, kannst du Steckschutzbleche benutzen. Diese bieten aber nicht den gleichen Schutz wie die anderen beiden Arten.

Sollte ich beim Gravel Bike immer mit Schutzblech fahren?

Generell spricht nichts dagegen, an deinem Gravelbike immer mit Schutzblechen zu fahren. Besonders wenn du es auf dem Weg zur Arbeit oder das ganze Jahr über benutzt, ist das sehr praktisch. Wenn dir die Optik von Gravelbike Schutzblechen nicht so gefällt, kannst du Steckschutzbleche benutzen und sie immer dann montieren, wenn du sie brauchst.

Beim Gravel Bike lieber ein Schutzblech zum Anstecken oder zur Festmontage?

Vor allem wenn du dein Gravelbike das ganze Jahr über im Einsatz hast, bringen Gravelbike Schutzbleche zur Festmontage ein paar Vorteile mit sich. Sie sind stabiler und schützen effektiver vor Spritzwasser. Aber auch Steckschutzbleche können dagegen gut helfen. Der Vorteil ist, dass du die Mudguards zum Stecken relativ schnell und einfach wieder demontieren kannst, wenn du sie nicht brauchst.

Moderne Randonneure sind Anpassungskünstler

Moderne Randonneure sind solche Anpassungskünstler: Dass es aktuell so viele dieser leichten, sportlich konzipierten „Alltags- und Ganzjahres-Renner“ gibt, hat viel mit dem Boom des Gravelbikes zu tun - eines Radtyps, der seit Pandemiebeginn viele Radler und Radlerinnen mit spaßbetonter Sportlichkeit auf die Straßen, Wege und Trails der Republik gezogen hat. Sich unkompliziert auszupowern, in der direkten Umgebung Neues zu entdecken und dabei weit weg vom stressigen Autoverkehr unterwegs sein zu können hat auch viele junge Menschen zu ambitionierten Radfahrenden gemacht. So ist auch der lässige Auftritt in mehr oder weniger verschwitztem Bike-Outfit in der Öffentlichkeit akzeptierter als je zuvor.

Zunehmende Beliebtheit der Gravelbikes

Sichtbar wird die neue Attraktivität sportlicher Räder mit gebogenen Lenkern auch daran, wie häufig Fahrrad-Motive in der Werbung für völlig themenfremde Produkte wie Armbanduhren oder Bausparversicherungen auftauchen. Wenn zudem immer mehr und immer längere Alltagsstrecken per Pedal zurückgelegt werden, weil das Rad von vielen als das bessere - oder auch nur weniger ansteckungsgefährliche - Nahverkehrsmittel erkannt worden ist, wird klar, wie attraktiv ein schnelles, leises Alltagsrad mit Sportappeal ist. Und wenn es ein Fahrrad gibt, das den praktischen Aspekt perfekt mit Imagegewinn und hohem Freizeitnutzen mischt, ist es der moderne Randonneur auf Gravelbike-Basis.

Sportlicher Charakter gepaart mit hohem Nutzwert

Hohe Vielseitigkeit, gut abgestimmte Technik und agiler Fahrspaß sind in dieser Kombination das Erbmaterial des zahlenmäßig enorm erfolgreichen, sportlichen Gravelbikes. Komplettiert man diese Grundkompetenzen mit alltagstauglichen Zutaten wie wirksamen, dauerhaft montierten Schutzblechen, einer zuverlässigen Dynamo-Lichtanlage und einem schlanken Gepäckträger oder wenigstens Bikepacking-Gewindeösen, dann hat der Randonneur wie ein Chamäleon leichtes Spiel, sich den Bedürfnissen seiner Nutzerschaft direkt und überzeugend anzupassen.

Jochen Donner, Testredakteur: „Nur wenn die Rahmenkonstrukteure die Alltagsradler-Praxis aktiv mitdenken, entsteht ein wirklich überzeugender Randonneur. Wenn sich so sportlicher Charakter mit hohem Nutzwert paart, ergibt das ein ideales Fahrrad.“

Ein Blick in die Zukunft der Alltags-Graveller

Doch die rasanten, praktischen und sympathischen Vielseitigkeits-Künstler mit gebogenem Lenker legen gerade erst so richtig los. Die Vielzahl der Modelle wächst parallel zum Erfolg der „nackten“ Gravelbikes, die Spreizung der Preislagen ebenfalls. Damit dürfte auch die Spezialisierung zunehmen - hin zu noch mehr dieser flinken, sportlichen Alltags- und Freizeitflitzer.

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