Gravel Bike Herren Test Vergleich unter 1000 Euro

Das Gravelbike erfreut sich immer größerer Beliebtheit und hat sich als vielseitiges Universalfahrzeug etabliert. Es überzeugt nicht nur als treuer Begleiter für Sport und Freizeit, sondern macht auch im Alltag eine gute Figur.

Wer einen Gepäckträger ans Gravelbike montiert, kann das Notebook mit ins Büro oder die Einkäufe vom Supermarkt nach Hause transportieren. Wer Schutzbleche montiert, schützt sich in Radhose oder Zivil vor schmutzigem Spritzwasser. Wer Licht montiert, ist von früh bis spät sichtbar und mit Weitsicht unterwegs. Und wer alles kombiniert, hat einen sportlichen Alltags-Graveller, der Mensch und Material schnell ans Ziel bringt.

Viele Hersteller bieten bereits ab Werk teilweise oder sogar vollständig ausgerüstete Bikes an, oft mit Namenszusätzen wie „Equipped“, „Fully Equipped“ oder „Randonneur“.

Gravelbikes mit Pendler-Ausrüstung

Es gibt eine Vielzahl von Gravelbikes mit Pendler-Ausrüstung im Preisbereich von 1.000 bis 10.000 Euro. Im Folgenden werden einige Modelle vorgestellt:

  • Bergamont Grandurance RD 3: Ein starker Alu-Rahmen mit Anschraubpunkten satt zum schmalen Preis von 1.399 Euro. Die Komplettausstattung umfasst Schutzbleche, Heckträger und Lichtanlage.
  • Bergamont Grandurance RD 5: Für 600 Euro Aufpreis gegenüber dem RD 3 gibt’s Shimanos hochwertigere GRX 400 Schaltgruppe, hydraulische Scheibenbremsen und ein stärkeres Vorderlicht.
  • Bergamont Grandurance RD 7: Hier setzt Bergamont auf höherwertige Alu-Rohre und spendiert dem Bike Steckachsen sowie Shimanos Rennrad-Gruppe 105 und gruppengleiche Hydraulikbremsen.
  • Bergamont Grandurance RD Elite: Das Topmodell kombiniert einen leichten Carbon-Rahmen mit viel Zubehör und Shimanos GRX-Schaltgruppe in der mechanischen Top-Variante 810.
  • Bombtrack Arise Tour: Ein hübsch lackierter Stahl-Rahmen im klassisch filigranen Look mit üppiger Ausstattung, Gangschaltung von Microshift und mechanische Scheibenbremsen.
  • Carver Gravel 100 Street: Ein solider Alu-Graveller mit einer ausgewogenen Sitzposition und fairer Ausstattung zum vergleichsweise kleinen Preis, mit Shimano Tiagra-Schaltgruppe und mechanischen Spyre-Scheibenbremsen.
  • Carver Gravel 110 Street: Basiert auf dem gleichen Rahmen wie der 100 Street, bietet aber eine deutlich höherwertige Ausstattung mit Shimanos Gravel-Schaltgruppe GRX mit 2x11 Gängen und hydraulischen Scheibenbremsen.
  • Centurion Crossfire Gravel 2000 EQ: Ein Alu-Bike mit einem interessanten Ausstattungsmix aus Teilen der Shimano-Gruppen GRX 400 und Tiagra, weit heruntergezogenen Schutzblechen und einem starken Heckträger.
  • Cinelli Hobootleg: Ein Stahlbike, das als Weltumrundler ins Guinness Buch der Rekorde geschafft hat, mit einem Schaltungs-Mix aus Shimano Sora und Microshift und klassischen Canti-Seilzugbremsen.
  • Conway GRV 4.0 C: Ein sportliches Bike mit einigen Rennrad-Genen, etwa in Form von Shimanos Sora-Schaltgruppe und mechanischer Scheibenbremse.
  • Conway GRV 5.0 C: Entspricht dem 4.0 C, bietet aber Shimanos höherwertige Tiagra-Schaltgruppe mit 2x10 Gängen und hydraulischer Bremsanlage.
  • Creme Cycles La Ruta Rando: Ein Stahlrahmen im Retro-Look mit umfassender und wertiger Ausstattung, tief heruntergezogenen Schutzblechen und vielseitigen Gepäckträgern.
  • Cube Nuroad FE: Ein voll ausgestattetes Gravelbike zum Preis unter 1.000 Euro mit einem soliden Alu-Rahmen, günstiger Claris-Schaltgruppe von Shimano und hydraulischen Scheibenbremsen.
  • Cube Nuroad Pro FE: Kommt mit einem im Detail etwas aufwendiger gemachten Rahmen mit integrierter Sattelstütze und Steckachsen sowie einem sattes Schaltungs-Upgrade auf einen Mix aus Shimano GRX und Tiagra.
  • Cube Nuroad Race FE: Teilt sich den Rahmen mit dem Pro FE, bietet aber eine hochwertige 2x11-Schaltgruppe Shimano GRX nebst hydaulischer Bremsanlage und einem starken Frontstrahler von Supernova.

Die Vielseitigkeit von Gravelbikes

Gravelbikes haben sich aufgrund ihrer Vielseitigkeit durchgesetzt. Sie bieten die Freiheit, sich den Weg einfach aussuchen zu können, da lose Untergründe diese „Rennräder“ nicht abschrecken. Die Sportlichkeit und Leichtigkeit liegt in ihren Rennrad-Genen, verkörpert nicht zuletzt vom Renn-Lenker (Drop-Bar).

Die Vielseitigkeit drückt sich in den oft zahlreichen Montagepunkten aus, mit denen Schutzbleche, Gepäckträger, Beleuchtung und teils sogar Ständer montiert werden können. Weitere Buchsen ermöglichen das Anbringen von Trägern und Taschen für modernes, leichtes Reiseequipment, sprich: für Bikepacking. So lässt sich mal ein alltagstauglicher Randonneur, etwa zum Pendeln, mal ein Abenteuer-Rad aufbauen oder ein Mix aus beiden.

Materialien und Ausstattungen

Hersteller setzen kreativ auf verschiedene Geometrien, Materialien und Ausstattungen. Die Premiumgetriebe von Rohloff und Pinion können ebenfalls angeboten werden. Im Abenteuer-Segment überwiegt die Variante mit Einfach-Kurbel. Zweifach-Kurbeln verbauen im Test My Esel, Poison und Stevens. Deren Bandbreite ist durch Kompaktkurbeln und Kompakt-Kassetten gar nicht viel größer (ca. 475 %), dafür bekommt man aber mehr Spielmöglichkeiten und feinere Abstufungen.

Komfort und Wohlbefinden

Um sich während des Schotterritts nicht zu sehr zu quälen, ist auch das körperliche Wohlbefinden ein wichtiger Aspekt. Gerade die Carbonrahmen können exakt komfortabel oder extra-steif konstruiert werden. Aluminiumrahmen hinterlassen auch im Test einen klar steifen Eindruck, sind sehr vortriebsorientiert. Sehr guten Komfort liefert auch das Titanrad von Falkenjagd.

Die Räder sind gehäuft mit 40 mm breiten Pneus bezogen. Die sind ein guter Kompromiss aus Gewicht und Haftung auf Schotter, verschenken aber auch Komfortpotenzial. Merklich besser machen es schon die 45er Gummis. Ausgeprägte Stollen bringen guten Halt auf weicheren Böden, flachere Profile tendieren zu festeren Untergründen bis hin zur Straße.

Gravel Bikes unter 1.000 Euro

Gibt es ein gutes Gravel Bike für unter 1.000 Euro, welches den eigenen Erwartungen gerecht wird und einen guten Einstieg ins Thema ermöglicht? Es ist nicht ganz so dramatisch, auch Cube, Cannondale, Marin und viele andere haben durchaus etwas im Sortiment.

Die Schaltung und Bremsen sind die wesentlichen Bausteine für ein gutes Gravel Bike. Bei den Kurbeln, Anzahl Gängen und Übersetzung als auch Schaltmechanik gibt es meist folgende Namen die ihr kennen solltet: Shimano GRX, 105 und Sora sind die Komponenten der Wahl bei Rädern mit Komponenten des japanischen Herstellers. Bei SRAM sind die Gruppen im Einstieg Apex oder Rival. Die Abstufungen gehen noch etwas tiefer als im Bild.

Mechanische und hydraulische Systeme unterscheiden, wobei kurz gesagt die Hydraulik den mechanischen Bremsen immer überlegen sind. Rahmen: Carbon wird in der Einstiegsklasse nicht zu finden sein. Stahl und Alu dominieren die Szene. Zudem hat Stahl eine höhere Langlebigkeit, da es repariert werden kann, und kann als einziger Werkstoff (im Vergleich zu Carbon und Alu) auch vollständig recycled werden. Stahl ist aktuell wieder „In“ und federt auf langen Fahrten den Untergrund besser weg als steifes Alu.

Beispielräder unter 1.000 Euro

Folgende Tabelle ist eine willkürliche Sammlung verschiedener Räder in dem genannten Preissegment oder nur leicht darüber:

Eigenschaft Cube Nuroad Pro 2021 Fuji Jari 2.5 Marin Nicasio Kona Rove AL 700
Preis (ca. zum 06-2021) 1.049,- 999,- 855,- 899,-
Rahmen / Gabel Alu / Alu Alu / Stahl Stahl / Stahl Alu / Alu
Gruppe Tiagra (unvollst. mit TRP gemischt) Claris (unvollst. mit Altus und FSA gemischt) Claris (unvollst. mit FSA und ProMax gemischt) Claris (unvollst. mit FSA und Hayes gemischt)
Bremsen Scheibenbremsen mechanisch (TRP Spyre MD-C610C) Scheibenbremsen mechanisch (Tektro Mira) Scheibenbremsen mechanisch (ProMax) Scheibenbremsen mechanisch (Hayes)
Schaltung 2x10 (50/34 x 11-34) 2x8 (46/30 x 11-34) 2x8 (50/34 x 11-32) 2x8 (50/34 x 11-34)
Gewicht 10,6kg 12,07kg 15,9kg 11,62kg
Sonstige Nur Montagepunkte an Gabel für Schutzblech, keine Oberrohr-, Unterrohr- oder Gepäckträger-Montagepunkte. Steckachse Diverse Montagepunkte an Ober-, Unterrohr, Gabel und Gepäckträger Nur Montagepunkte an Gabel für Gepäck, keine Oberrohr-, Unterrohr- oder Gepäckträger-Montagepunkte. Montagepunkte nur für Schutzbleche, nicht für Gepäckträger; Keine Weitere Ausstattung (Licht, etc.)
Negatives -Schnellspanner mit Scheibenbremsen Schnellspanner mit Scheibenbremsen; Äußere Kabelführung; Schnellspanner mit Scheibenbremsen; Äußere Kabelführung;

Kriterien für ein perfektes Gravel Bike

Das Maß der Dinge sollte auch in der günstigsten Kategorie etwa folgenden groben Konturen folgen:

  • Unterhalb von 12kg Gewicht
  • Hydraulische Scheibenbremsen
  • Durchgehende Komponentengruppen (zB Tiagra Schaltung und Bremshebel)
  • Leichte Untersetzung (46/30 x 11-34) statt einer Rennradschaltung
  • Drumherum: Anbau von Gepäck möglich, viele Flaschenhalter-Montagepunkte und Steckachse statt Schnellspanner

Ein Rad das fast alle diese Punkte mitbringt und im Netz für knapp über 1.000 Euro zu finden ist ist das Scott Metrix 20 (Modell 2021).

Auch der französische Sportartikel-Discounter Decathlon hat mit dem Triban ein Gravel Bike zum Kampfpreis auf den Markt geworfen. Prüfen wir mal kurz die Ausstattung: Triban RC 500 Gravel Bike. Das Alu Rad mit Alu Gabel hat viele Montagepunkte und ein Gepäckträger kann montiert werden. Die Komponenten kommen fast alle von Shimano (Sora) nur die mechanische Scheibenbremse von ProMax lässt zu wünschen übrig. Auch ist das Triban wieder völlig drüber mit einer 50/34 auf 11-32 Schaltung (2×9). Insgesamt macht das Rad aber einen guten Eindruck, da es doch noch etwas Platz im Budget lässt.

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