Wer ein vielseitiges, sportliches Fahrrad sucht, das einen auch gut durch den Alltag bringt, landet heutzutage schnell beim Gravelbike. Einige Hersteller bieten die Allroundtalente serienmäßig mit Licht, Schutzblechen und Gepäckträger an. Schnell, praktisch und verkehrssicher aufgerüstet, sind diese Gravelbikes mit Vollausstattung die idealen Alltagsbegleiter - egal ob bei schlechtem Wetter oder in der Stadt.
Was ist ein Commuter Bike überhaupt?
Rennräder und Gravelbikes mit alltagstauglichem Zubehör ausgestattet werden häufig als Randonneur oder Commuter Bike bezeichnet. Der Randonneur ist ursprünglich ein hochwertiges Straßen-Reiserad mit Schutzblechen, Gepäckträger und Licht. Commuter Bikes sind entsprechend ausgestattete Pendler-Fahrräder mit vergleichbaren Eigenschaften, technische Unterschiede zwischen den Begriffen gibt es aber nicht.
Wurden früher dafür spezialisierte Fahrräder entwickelt, übernahmen die Aufgabe später häufig günstige Cyclocross-Räder, die mit Zubehör versehen wurden. Heute basieren diese Commuter Bikes meist auf entsprechend ausgestatteten, günstigen Gravelbikes.
Gravelbikes als ideale Basis für Commuter Bikes
Die Gravelbikes entpuppen sich dabei als ideale Basis für ein verkehrssicheres Allwetter-Rennrad. Von der robusten Konstruktion, dem sicheren Fahrverhalten und der meist komfortablen Sitzposition profitieren RadlerInnen auch auf ihren täglichen Wegen durch den Großstadtdschungel. Die breiteren Reifen sind ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsplus, denn sie stecken nicht nur Bordsteine und Schlaglöcher besser weg. Sie sind wegen des geringeren Luftdrucks auch weniger pannenanfällig als typische Rennradreifen.
Die Commuter Bikes profitieren von weiterentwickelter Rennradtechnik und von hochwertigem Zubehör gleichermaßen. Wartungsarme Scheibenbremsen, helle LED-Scheinwerfer mit Nabendynamo, breite und trotzdem schnelle Reifen - alles, was früher am Rennradeln im Winter nervte, wurde in den vergangenen Jahren radikal verbessert. Detailschwächen gibt es auch heute, aber insgesamt bieten die Bikes viel Fahrspaß für Pendler, selbst bei Mistwetter.
Die Reifen fallen meist etwas schmaler aus als beim klassischen Gravelbike (30-38 Millimeter), damit noch feste Schutzbleche in die Rahmen passen. Das Rad wird dadurch etwas straßenlastiger und weniger geländetauglich, auch das Profil der Reifen ist in der Regel nur schwach ausgeprägt. Aufgrund der schmalen Reifen wird das Fahrverhalten des Commuter Bikes etwas wendiger und ist näher am Rennrad.
Die Schaltungen bieten viele Gänge, darunter auch sehr leichte, minimalistische Einfach-Antriebe sind die Ausnahme. Fest verbaute Schutzbleche wie hier am Cube Nuroad Race FE machen die sportlichen Commuter Bikes wetterfest.
Commuter Bikes: Sorglos-Pakete dank abgestimmtem Zubehör
Geprägt wird die Kategorie der Commuter Bikes vom umfangreichen, serienmäßig montierten Zubehör. Denn es macht die Pendler- und Schlechtwetter-Fahrräder zu wahren Sorglos-Paketen:
- Fest montierte Schutzbleche halten nicht nur den Fahrer trocken und sauber, sondern schützen auch Antrieb und Bremsen vor Spritzwasser von den Reifen. Wichtig ist, dass die Schutzbleche breit genug sind und die Reifen deutlich überlappen, sonst fliegt das Wasser an der Seite vorbei. Auch sollten sie lang genug sein, damit sie auch die Füße und den Antrieb vor Spritzwasser schützen. Ein möglichst langes Schutzblech am Hinterrad verhindert, dass dahinter fahrende den aufgewirbelten Straßendreck abbekommen. Die Halterungen sind stabil und auf den Rahmen bzw. die Gabel abgestimmt.
- Die Beleuchtung funktioniert im Idealfall mit einem Nabendynamo, so muss man sich nicht um die Batterien kümmern. Leistungsstarke Frontstrahler mit LED-Technik leuchten die Fahrbahn perfekt aus, ohne entgegenkommende Verkehrsteilnehmer zu blenden. Ein gutes Rücklicht benötigt nicht mehr als drei rote Leuchtdioden, es sollte aber nicht nur von hinten, sondern auch von der Seite gut zu sehen sein.
- Ein guter Gepäckträger muss keine hohe Traglast haben, das macht die Modelle nur unnötig schwer. Für die typischen Anwendungsfälle reichen 15 bis 20 Kilogramm locker aus. Wichtiger für ein gutes Fahrverhalten mit Gepäck ist eine möglichst seitensteife Konstruktion. An vielen modernen Trägern können Taschen mit Klicksystem einfach an der Seite eingehängt werden.
Passive Beleuchtung muss man meist nachrüsten. Statt klassischer Speichenstrahler empfehlen sich reflektierende Röhrchen, die man auf die Speichen klippt, und/oder Reifen mit einer reflektierenden Flanke. Auch Aufkleber aus Reflexfolie auf Rahmen oder Felgen erhöhen die Sichtbarkeit bei schlechten Verhältnissen.
Gute Commuter Bikes im Überblick
So schön vielseitig! Das Gravelbike überzeugt nicht nur als treuer Begleiter für Sport und Spiel, sondern macht durchaus auch im Alltag eine richtig gute Figur. Wer einen Gepäckträger ans Gravelbike montiert, kann das Notebook mit ins Büro oder die Einkäufe vom Supermarkt nach Hause transportieren. Wer Schutzbleche montiert, schützt sich in Radhose oder Zivil vor schmutzigem Spritzwasser. Wer Licht montiert, ist von früh bis spät sichtbar und mit Weitsicht unterwegs. Und wer alles kombiniert, hat einen sportlichen Alltags-Graveller. Ein elegantes Bike, das Mensch und Material schnell ans Ziel bringt. Wie praktisch, dass viele Hersteller schon ab Werk teilweise oder gar vollständig ausgerüstete Bikes anbieten.
Die Modelle hören dann etwa auf Namenszusätze wie „Equipped“, „Fully Equipped“ oder „Randonneur“.
Cube Nuroad Race FE: Testsieger im Detail
Das Cube Nuroad Race FE ist mehr als ein modernes Gravelbike - es ist der Testsieger unter fünf voll ausgestatteten Gravelbikes. Beim Cube Nuroad Race FE Gravelbike verschmelzen sportliche Eigenschaften eines Rennrads mit der Robustheit eines Cyclocross-Rads und den praktischen Features eines Alltagsrads. Das Ergebnis ist ein vielseitiges Gravelbike mit Vollausstattung, das sowohl auf Schotterwegen, im Stadtverkehr als auch bei mehrtägigen Touren überzeugt.
Der Rahmen aus 6061 T6 Superlite Aluminium ist leicht und gleichzeitig äußerst stabil. Im Herzen des Bikes arbeitet die Shimano GRX 2×12-Gang-Schaltung - entwickelt speziell für Gravel und den raueren Einsatz. Die Kombination aus 46/30T-Kurbel und 11-36er-Kassette bietet dir eine breit gefächerte Übersetzung für jede Steigung und jedes Terrain.
Die spezielle Rahmengeometrie des Nuroad Race FE federt effektiv Schläge ab, während die breiten 40-mm-Reifen Unebenheiten glattbügeln. Dieses Bike fühlt sich in der Stadt genauso wohl wie auf Schotterwegen fernab des Verkehrs. Für alle, die ein hochwertiges, wartungsfreundliches und vielseitiges Gravelbike suchen, das keine Wünsche offenlässt. Kein Wunder, dass es in einem starken Testfeld die Nase vorn hatte.
Ist das Cube Nuroad Race FE für längere Touren geeignet? Ja.
Wie schwer ist das Cube Nuroad Race FE? Das Gravelbike wiegt ca.
Weitere Modelle der Cube Nuroad Serie
Du interessierst dich für weitere Modelle der Cube Nuroad Serie? Dann wirf einen Blick auf unseren Beitrag Cube Nuroad - das perfekte Gravel-Bike, in dem wir die Basisversion des beliebten Gravelrads vorstellen.
Bergamont Grandurance Modelle im Überblick
Wohl kaum eine Marke ist im Bereich der Commuter-Gravelbikes so stark aufgestellt wie Bergamont aus St. Pauli.
Bergamont Grandurance RD 3
Den Einstieg macht das Grandurance RD 3. Zum schmalen Preis von 1.399 Euro gibt’s einen starken Alu-Rahmen mit Anschraubpunkten satt. Die Komplettausstattung des Bikes fällt mit Schutzblechen, Heckträger und Lichtanlage einfach aber funktional aus. Gleiches gilt für Shimanos Einsteiger-Schaltgruppe Claris mit ihren 2x8 Gängen sowie die mechanischen Scheibenbremsen. Für die flotte Tour durch den Alltag, den Ausflug am Wochenende oder gelegentliche sportliche Einlagen sollte es aber allemal reichen. Die Sitzposition fällt recht neutral aus, die beliebten G-One Allround Pneus von Schwalbe sind über jeden Zweifel erhaben. Alle Angaben sind Herstellerangaben.
Bergamont Grandurance RD 5
Gerade noch unter der magischen Marke von 2.000 Euro platziert Bergamont das Grandurance RD 5. Rahmensatz, Laufräder, Schutzbleche und Gepäckträger entsprechen dem „kleinen“ RD 3. Für 600 Euro Aufpreis gibt’s allerdings Shimanos hochwertigere GRX 400 Schaltgruppe, hydraulische Scheibenbremsen und ein stärkeres Vorderlicht. Besonderheit beim RD 5 ist die spezielle Frauen-Version mit dem Namenszusatz FMN. Außer der schicken Lackierung in mattem Lila unterscheidet sich das Modell allerdings nur durch den Sattel von dem in glänzendem Blau gehaltenen Bruder. Alle Angaben sind Herstellerangaben.
Bergamont Grandurance RD 7
Bei dem Grandurance RD 7 setzt Bergamont auf höherwertige Alu-Rohre und spendiert dem Bike Steckachsen. Im kleineren RD 3 und RD 5 stecken noch herkömmliche Schnellspanner. An der Geometrie mit ausgeglichener Sitzposition ändert sich indes nichts. Dafür statten die Hamburger den Gravel-Flitzer mit Shimanos Rennrad-Gruppe 105 und gruppengleichen Hydraulikbremsen aus. Züge und Kabel verschwinden unsichtbar im Vorbau. Zudem gibt’s an der Front nochmal ein Upgrade für die Leuchte und den diese befeuernden Nabendynamo. Ansonsten entspricht die Ausstattung mit Schutzblechen, Gepäckträger, Laufrädern, Reifen und mehr den günstigeren Modellen. Für fast 2.400 Euro liefert Bergamont so einen starken Alltags-Graveller. Alle Angaben sind Herstellerangaben.
Bergamont Grandurance RD Elite
Für ihr Topmodell unter den vollausgestatteten Gravelbikes kombinieren die Hamburger einen leichten Carbon-Rahmen mit viel Zubehör. So bringt das Grandurance RD Elite ein sattes Kilo weniger auf die Waage als das RD 7. Im Vergleich zum RD 3 sind es fast zwei Kilogramm. Damit ist das RD Elite eines von nur ganz wenigen Commuter-Gravelbikes mit Carbon-Rahmen in dieser Übersicht, zudem besticht es optisch mit komplett integrierten Zügen und Kabeln. Die Geometrie fällt einen Hauch entspannter aus als bei Bergamonts Alu-Gravellern, zudem erlaubt die Carbon-Version zehn Kilogramm mehr Zuladung. Ausgestattet ist der Kohlefaserflitzer mit Shimanos GRX-Schaltgruppe in der mechanischen Top-Variante 810 und den passenden Scheibenbremsen. Schutzbleche, Heckträger und Rücklicht entsprechen den drei Geschwistermodellen. Dafür leuchtet vorne der hochwertige IQ-XS-Strahler von Busch + Müller den Weg. Zudem rollt das Bike auf Schwalbes G-One Speed. Insgesamt präsentiert sich das Bergamont Grandurance RD Elite als edler und ziemlich flotter Commuter für Asphalt und Schotter. Die grobere Gangart mag das Bike aber schon aufgrund der Reifenwahl eher nicht. Alle Angaben sind Herstellerangaben.
Weitere getestete Gravelbikes mit Vollausstattung
Neben den bereits genannten Modellen gibt es eine Vielzahl weiterer Gravelbikes mit Vollausstattung, die im Alltag überzeugen können. Hier eine kleine Auswahl:
- Bombtrack Arise Tour
- Carver Gravel 100/110 Street
- Centurion Crossfire Gravel 2000 EQ
- Cinelli Hobootleg
- Conway GRV 4.0/5.0 C
- Creme Cycles La Ruta Rando
- Cube Nuroad FE/Pro FE/Race FE
- Fuji Jari
- KTM X-Strada LFC
- Lapierre
- Rose Backroad AL EQ
Vergleich von Gravelbikes mit Vollausstattung
Die folgende Tabelle bietet einen vergleichenden Überblick über einige der genannten Gravelbike-Modelle mit Vollausstattung:
| Modell | Preis (ca.) | Material | Schaltung | Bremsen | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|---|
| Cube Nuroad Race FE | [Preis] | Aluminium | Shimano GRX 2x12 | Shimano GRX (hydraulisch) | Testsieger, vielseitig |
| Bergamont Grandurance RD 7 | 2.400 € | Aluminium | Shimano 105 | Shimano 105 (hydraulisch) | Integrierte Zugführung |
| Bergamont Grandurance RD Elite | [Preis] | Carbon | Shimano GRX 810 | Shimano GRX (hydraulisch) | Leicht, edle Ausstattung |
| Bombtrack Arise Tour | 2.450 € | Stahl | Microshift | Mechanische Scheibenbremsen | Umfangreiche Commuter-Ausrüstung |
Verwandte Beiträge:
- Laufräder für Gravel Bikes: Kaufberatung, Modelle & Test
- Rennrad vs. Gravelbike: Welches Rad passt zu Ihnen?
- Mountainbike zum Gravel Bike umbauen: Anleitung & Tipps
- BMW Batterieladegerät: Ultimative Anleitung für schnelles und sicheres Laden
- Die ultimativen Radrennen in Belgien: Alle Termine und legendäre Klassiker im Überblick!
Kommentar schreiben