Gravelbikes erfreuen sich auch weiterhin großer Beliebtheit, und das aus gutem Grund. Sie vereinen Komfort, Vielseitigkeit und Sportlichkeit auf einzigartige Weise.
Vielfalt im Gravel-Segment
Das Segment der Gravelbikes ist vielfältig und differenziert sich zunehmend aus. Die Ansprüche und Einsatzzwecke variieren stark: von Modellen für den Renneinsatz über Alltags- und Pendlerbikes bis hin zu solchen für Mehrtagestouren und Radreisen. Ein Indikator für den jeweiligen Einsatzzweck kann auch die Reifenbreite sein. An acht Rädern in diesem Testfeld sind 45 Millimeter breite Reifen verbaut - am Wilier Adlar, dem Kocmo Daytona-PI | Race IQ 50 und dem 8bar Tflsberg Steel V2 sogar 57-Millimeter-Modelle.
Einige Test-Modelle erinnern von ihrer Geometrie, der Ausrichtung und der Ausstattung her an Rennräder mit breiteren Reifen beziehungsweise an Cyclocrosser - bei anderen liegt der Fokus eher auf den Parametern Fahrkomfort, Zuladung und Geländetauglichkeit.
Materialien und Ausstattung
An elf Rädern in diesem Test sind Gruppen mit Einfachantrieb, an vier sind Zweifach-Systeme verbaut. Eine Besonderheit ist der Antrieb des Kocmo Daytona-Pi | Race IQ: Der Hersteller kombiniert einen Riemenantrieb mit einem 12-Gang-Pinion-Getriebe.
Der Werkstoff Stahl kommt am Rennstahl 853 Gravel und am 8bar Tflsberg zum Einsatz. Wobei auch eine bekannte Schwäche des Materials deutlich wird: Das 8bar Tflsberg Steel V2 wiegt 11,6 Kilogramm in der Größe M - und damit 3,3 Kilogramm mehr als das leichteste Carbon-Modell dieses Testfelds: das Basic Bikes Gravelbike.
Santa Cruz setzt bei seinem Modell Stigmata auf eine maximale Offroadtauglichkeit: Eine Rockshox-Gabel mit 70 Millimetern Federweg sowie eine funkgesteuerte und versenkbare AXS-XPLR-Sattelstütze boten im Testverlauf große Dämpfungsreserven, auch in sehr ruppigem Gelände.
Cube Nuroad im Fokus
Cube bietet sein Allround-Gravelbike zu einem Preis an, der deutlich unter dem liegt, was die Mitbewerber aufrufen. Wie alle anderen Bikes in diesem Segment ist das Nuroad Pro FE mit einer Shimano-GRX-Schaltgruppe ausgestattet, bestehend aus RX600-Kurbesatz und 400er Schaltkomponenten.
Gespart wird an der Bremsanlage: Die TRP-Bremssättel werden mechanisch aktiviert; das geschieht mit einfachen Shimano-Tiagra-Hebeln. Was die Bremskraft angeht, ist das nicht von Nachteil; nur die Dosierbarkeit der Seilzugbremse fällt merklich gegenüber einer hydraulischen ab.
Cube stattet das Rad mit 28-Speichen-Laufrädern aus, die wie die edlen Schwalbe-Reifen tubeless gefahren werden können und mit Steckachsen befestigt werden; vorne dreht sich hochwertiger Nabendynamo. Der Scheinwerfer ist oben am Lenker befestigt; die Rückleuchte ist elegant ins Schutzblech integriert, wo sie von den Streben des Heckträgers geschätzt wird.
Cube Nuroad Race im Detail
Das Nuraod Race von Cube wird zu einem durchaus attraktiven Preis angeboten. Als Material für den Rahmen wählt Cube Aluminium und kombiniert es mit einer Carbongabel. Diese bringt dämpfende Eigenschaften mit, was sich bei Geländefahrten positiv auswirkt.
Produktdetails des Cube Nuroad Race:
- Schaltwerk: Shimano GRX RD-RX810, Direct Mount, 11-Speed
- Umwerfer: Shimano GRX FD-R810
- Schalt- und Bremsgriffeinheit: Shimano GRX ST-RX600
- Bremsanlage: Shimano BR-RX400, Hydr. Disc Brake, Flat Mount (160/160)
- Gewicht: 10,1 kg
Die Shimano GRX Schaltreihe, die speziell für Gravelbikes entwickelt wurde, verspricht präzise, flüssige und schnelle Schaltvorgänge, um auch auf ruppigem Untergrund alles im Griff zu haben. Insgesamt macht das Gravelbike Nuroad Race beim Fahren einen äußerst guten Eindruck. Es reagiert direkt, weswegen man gerade auf holperigen Wegen stets ein sicheres Gefühl hat.
Weitere Gravelbike-Modelle im Überblick
Bergamont Grandurance 8
Das neue Grandurance 8 von Bergamont bietet alles, was das Einsteiger-Gravel-Herz höherschlagen lässt. Der knallgelbe Rahmen ist aus Aluminium gefertigt, die Starrgabel aus Carbon. Als Schaltung kommt die Gravel-Schaltung GRX von Shimano mit 1×11 Gängen zum Einsatz, dabei sind die Kabelzüge elegant im Inneren versteckt. Das Modell ist ebenso mit Licht, Gepäckträgern und Schutzblechen erhältlich.
Giant Revolt Advanced
Giant hat das Upgrade seines Gravelbikes Revolt Advanced vorgestellt. Es ist mit der Schaltung Sram Force ausgestattet, die speziell für Räder dieser Art entwickelt wurde und für jedes Gelände gerüstet sein soll. Zum Verstauen von Kleinigkeiten bietet der Rahmen ein kleines Fach, zum Schutz vor Nässe kann Werkzeug beispielsweise zunächst in einem Neoprenbeutel verstaut werden.
Koga Colmaro
Das niederländische Unternehmen präsentiert mit dem „Colmaro“ eine Gravelbike-Serie, die drei Modelle umfasst. Alle drei zeichnen sich durch einen leichten und steifen Aluminiumrahmen, innen verlegte Züge, hydraulische Scheibenbremsen sowie 50 Millimeter Reifenfreiheit und Montageösen für Gepäck und Zubehör aus. Das Colmaro „Sports“ ist die Fitnessbike-Variante mit geradem Lenker (Flatbar).
Surly Preamble
Das „Preamble“ von Surly ist ein Allzweckfahrrad, das wahlweise mit geradem Lenker („Flatbar“) oder Rennlenker („Dropbar“) erhältlich ist. Je nach Ausstattung lässt es sich sowohl als Commuter-Bike für den täglichen Arbeitsweg als auch als Gravelbike für sportliche Wochenendtouren nutzen.
Moderne Randonneure als Anpassungskünstler
Moderne Randonneure sind Fahrräder, die sich selbst spontanen Wünschen und Anforderungen ihrer Fahrerinnen und Fahrer perfekt anpassen - ohne jedes Zicken, blitzschnell, sensibel und absolut überzeugend.
Die Vielseitigkeit des Gravelbikes
Gravelbikes sind ein modernes Universalfahrzeug und lassen sich von Einkaufsfahrten bis hin zu leichteren Trails für viele Einsatzmöglichkeiten nutzen. Vielseitigkeit liegt aber auch klar in der Vielgestaltigkeit des Angebots.
Hier eine Übersicht über einige getestete Gravelbikes:
| Marke | Modell | Besonderheiten | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|
| Bergamont | Grandurance 8 | Aluminiumrahmen, Carbongabel, Shimano GRX 1x11 | 1.600 Euro |
| Cube | Nuroad Race | Aluminiumrahmen, Carbongabel, Shimano GRX | 1.499 Euro |
| Giant | Revolt Advanced | Sram Force Schaltung, innenliegende Kabelführung | 3.000 - 6.000 Euro |
| Koga | Colmaro Sports | Aluminiumrahmen, Carbongabel, gerader Lenker | 1.699 Euro |
| Surly | Preamble | Stahlrahmen, optional mit geradem oder Rennlenker | 1.049 Euro (gerader Lenker) |
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