Gravelbikes erfreuen sich wachsender Beliebtheit und gelten als vielseitige Alleskönner. Doch welches Modell passt am besten zu Ihnen? Eine Probefahrt ist entscheidend, um das ideale Gravelbike zu finden. Hier sind einige Tipps, die Ihnen bei der Probefahrt helfen:
Was ist ein Gravelbike?
Was genau ein Gravelbike ist, ist nirgends geregelt. Einig sind sich die Fahrradhersteller nur darüber, dass Gravelbikes einen typischen Rennradlenker, breitere Reifen (ab 37 Millimeter), Scheibenbremsen und eine Schaltung haben, die auch leichte Gänge für steile Anstiege im Gelände bereithält. Die Sitzpositionen und der von den Herstellern anvisierte Einsatzbereich sind jedoch sehr unterschiedlich. Von ihrem Urahn, dem klassischen Cyclocross-Rennrad, haben sich viele Gravelbikes inzwischen weit entfernt.
Die unterschiedlichen Gattungen und Typen von Gravelbikes
Der Reiz der Fahrradgattung der Gravelbikes liegt darin, dass sie sich auf keinen Einsatzzweck richtig festlegen lässt. Als Trainingsgerät für die flotte Feierabendrunde ist das Gravelbike genauso geeignet wie fürs Pendeln zur Arbeit, kurze Wochenend-Trips, lange Radreisen und Bikepacking-Abenteuer. Dieser Universalansatz trifft ganz offensichtlich einen Nerv und überzeugt viele beim Radkauf, zu einem Gravelbike zu greifen.
Vorbereitung auf die Probefahrt
Bevor Sie sich auf die Suche nach einem Gravelbike begeben, sollten Sie sich überlegen, wo und wie Sie es hauptsächlich nutzen möchten. Dies hilft Ihnen, die Auswahl einzugrenzen und die Probefahrt gezielter zu gestalten.
Wo soll ich ein Gravelbike kaufen?
Kaufe ich mein Rad im Fachhandel? Oder bestelle ich es bei einem Internetanbieter wie Canyon, Radon oder Rose? Bei Fachhändlern kann man meist verschiedene Modelle und Marken Probe fahren. Sie beraten bei der Größe, bieten manchmal Bikefitting und sind erster Ansprechpartner für Service und Reparaturen. Internetmarken wie Canyon, Rose und Storck sind dagegen Hersteller und Händler in einem. Daher können sie ihre Gravelbikes meist günstiger anbieten als Fachhandelsmarken. Dafür müssen sich Käufer um vieles selbst kümmern, etwa die richtige Größe herauszufinden oder ihr Bike nach Lieferung selbst zusammenzubauen und einzustellen. Ein weiteres Problem: Manche Händler lehnen es ab, Räder von Versandmarken zu reparieren. Wer sich nicht zutraut, sein Gravelbike selbst zu warten, sollte sich nach einem Händler in seiner Nähe umschauen, der auch Fahrräder von Versandmarken zum Service annimmt.
Der Ablauf Ihrer Probefahrt
Die Probefahrt ist ein entscheidender Moment. Hier sind ein paar Tipps, wie du den Ablauf gestaltest:
- Finden Sie den richtigen Händler: Suchen Sie sich einen Fahrradhändler in Ihrer Nähe, der eine gute Auswahl an Gravelbikes bietet. Viele Händler ermöglichen es Ihnen, ohne vorherige Terminabsprache vorbeizukommen.
- Nutzen Sie die Einweisung: Lassen Sie sich das Gravelbike von einem Mitarbeiter zeigen und erklären. Eine professionelle Einweisung kann Ihnen helfen, das Bike besser zu verstehen.
- Teststrecken nutzen: Viele Händler bieten spezielle Teststrecken an, auf denen Sie das Bike unter verschiedenen Bedingungen testen können - nutzen Sie diese Gelegenheit.
Was Sie während der Probefahrt beachten sollten
Eine Probefahrt ist Ihre Chance, das Gravelbike in allen Aspekten kennenzulernen. Holen Sie sich zu Beginn eine kurze Einweisung von einem Mitarbeiter, um die wichtigsten Funktionen und Besonderheiten des Gravelbikes zu verstehen. Hier ist eine Checkliste, auf die Sie besonders achten sollten:
- Gewichtsverteilung: Testen Sie, wie gut Sie das Gleichgewicht halten können und wie sich die Gewichtsverteilung auf Ihr Fahrgefühl auswirkt.
- Fahr- und Lenkverhalten: Achten Sie auf das Fahrverhalten, besonders auf die Reaktion des Bikes beim Lenken und Bremsen. Fühlen Sie sich sicher und wohl bei der Bedienung?
- Geräuschentwicklung: Wie leise oder laut ist das Gravelbike? Beurteilen Sie, ob der Motor oder die Reifen Geräusche machen, die Sie stören könnten.
- Schaltung: Testen Sie die Schaltung und finden Sie heraus, ob sie Ihren Anforderungen entspricht.
- Sitzkomfort und Ergonomie: Verbringen Sie etwas Zeit im Sattel, um sicherzustellen, dass die Ergonomie des Gravelbikes zu Ihrer Körperhaltung passt. Ein bequemer Sattel und eine ergonomische Lenkerposition tragen maßgeblich zu einem angenehmen Fahrerlebnis bei.
Checkliste für die Probefahrt
Hier ist eine detaillierte Checkliste, die Sie bei Ihrer Probefahrt berücksichtigen sollten:
- Rahmengröße: Passt die Rahmengröße zu Ihrer Körpergröße? Nutzen Sie einen Rahmenrechner oder lassen Sie sich vom Händler beraten.
- Sitzposition: Ist die Sitzposition komfortabel und für Ihre geplanten Touren geeignet?
- Schaltung: Lässt sich die Schaltung leicht und präzise bedienen? Sind die Gänge für Ihre bevorzugten Strecken ausreichend?
- Bremsen: Reagieren die Bremsen zuverlässig und bieten sie genügend Bremskraft?
- Reifenfreiheit: Bietet der Rahmen genügend Platz für breitere Reifen, falls Sie diese später montieren möchten?
- Anschraubpunkte: Sind genügend Anschraubpunkte für Gepäckträger, Schutzbleche und Flaschenhalter vorhanden?
- Laufräder: Sind die Laufräder leicht und stabil?
- Komponenten: Sind die verbauten Komponenten hochwertig und für den Geländeeinsatz geeignet?
Gravelbike-Schaltung: Welche Gruppe brauche ich?
Im Prinzip sind Straßen-Rennradgruppen wie die Shimano 105 auch für Gravelbikes und Fahrräder, die nicht ausschließlich auf Asphalt gefahren werden, eine prima Wahl. Ihre Scheibenbremsen sind super, die Schaltung ist präzise und leichtgängig. Weil die Shimano 105-Schaltung serienmäßig keine extrem leichten Gänge erlaubt, die bei steilen Anstiegen im Gelände sinnvoll sein können, kombinieren viele Hersteller die Rennrad-Schaltung mit Kurbeln von anderen Herstellern als Shimano. Damit sind im ersten Gang auch kleinere als 1:1-Übersetzungen möglich.
Shimanos GRX ist eine spezielle Schaltgruppe für Gravelbikes. Die Shimano GRX-Schaltung ist für ein breites Übersetzungsspektrum inklusive leichter Berggänge ausgelegt. Die Versionen für 2 x 11-Antriebe sind mit den Kettenblattabstufungen 48/31 und 46/30 Zähne lieferbar. In Verbindung mit einer Kassette mit 11 bis 36 Zähnen ist damit sogar eine extreme Untersetzung möglich. Kompliziert ist es die Qualität der Shimano GRX einzuordnen, weil die Gruppe etliche unterschiedliche Varianten unterschiedlicher Qualität bietet. Einfach gesagt zeigt die höhere Zahl die gehobenere Variante an. Beispiel: die Kurbel FC-RX810 ist leichter und doppelt so teuer wie die Kurbel FC-RX600. Auch die Schalthebel ST-RX810 sind teurer als die ST-RX600.
SRAM bietet mit der eTap AXS eine elektronische Gruppe an, die an hochwertigen Gravelbikes zu finden ist. Die 12-fach-Schaltung bietet ein großes Übersetzungsspektrum. Parallel zur Variante mit Scheibenbremsen ist die Force eTap AXS auch mit Felgenbremsen, wahlweise mit klassischer oder Direct-Mount-Befestigung, erhältlich. Die Gruppe ist sowohl für 2-fach-Antriebe als auch für 1-fach-Antriebe konzipiert.
Seit 2022 bietet SRAM auch eine neue Serie von speziellen 1x12 Schaltungen für Gravelbikes an. Die neueren SRAM XPLR-eTap-AXS-Schaltgruppen gibt es in den Qualitätsstufen Red, Force und Rival. Sie zeichnen sich durch Kassetten mit 10-44 Zähnen aus.
Eine Schaltgruppe, speziell für Gravelbikes, mit 13 mechanisch geschalteten Gängen. Damit setzen sich die Italiener an die Spitze der Entwicklung hin zu Antrieben mit nur einem Kettenblatt, denn: Mehr Ritzel bedeuten kleinere, harmonischere Sprünge zwischen den Gängen, ohne dass die Übersetzungsbandbreite leidet. Zur Wahl stehen drei Abstufungen mit 9-36, 9-42 und 10-44 Zähnen. Den rechten Ergopower-Schaltbremshebel kennzeichnet ein neu designter und aus allen Griffpositionen sehr gut erreichbarer Daumenschalter. Rauf können bei der Campagnolo Ekar bis zu drei Gänge auf einmal geschaltet werden, runter geht’s Gang für Gang.
Die innovative Getriebe-Schaltung des belgischen Start-ups Classified will das Beste aus zwei Welten verbinden: Die vielen, eng gestuften Gänge einer Zweifach-Kettenschaltung mit der Robustheit und einfachen Bedienung eines Einfach-Antriebs bzw. einer Getriebenabe. Die clevere Kombination aus Ketten- und Nabenschaltung bietet 22 Gänge - mit nur einem Kettenblatt. Das zweistufige Planetengetriebe in der Hinterradnabe wird per Bluetooth-Signal aus dem Schalthebel betätigt. Das elektromechanische Meisterstück feierte in Ridleys Gravelrenner Kanzo Fast Premiere, inzwischen rüstet beispielsweise auch Rose sein Gravelbike Backroad mit dem Antrieb aus.
Wie viele Gänge brauche ich am Gravelbike?
Ob ein Einfach-Antrieb ausreicht (also eine Schaltung ohne Umwerfer - mit nur einem Kettenblatt an der Kurbel), hängt vom Fahrertyp und vom Einsatzgebiet des Gravelbikes ab. Ein Vorteil liegt darin, dass man nur noch einen Schalthebel (rechts) bedienen muss. Zudem fällt der Umwerfer als potenzielle Störquelle weg. Der Nachteil von Einfach-Schaltungen ist, dass die Übersetzungssprünge zwischen den Gängen bei 11-fach-Antrieben relativ groß ausfallen. Bei 12- oder 13-fach Gravelbike-Schaltungen (wie z.B. SRAM eTap XPLR AXS und Campagnolo Ekar) sind diese Sprünge deutlich kleiner.
Welche Laufräder am Gravelbike?
Grundsätzlich fährt sich ein Fahrrad mit leichten Laufrädern agiler und beschleunigt flotter. Deutlich stärker wirken sich aber die Reifen auf die Fahreigenschaften aus. Deshalb haben leichtere Carbon-Laufräder auch am Gravelbike ihre Berechtigung. Günstige Gravelbikes sind oft mit schweren Alu-Laufrädern ausgestattet. Hier kann sich ein Upgrade auf leichtere Laufräder sehr positiv auf die Beschleunigung und ein spritziges Fahrverhalten auswirken.
Welche Reifen brauche ich am Gravelbike?
Eine allgemeine Empfehlung ist schwierig, weil man den Reifen je nach Terrain wählen sollte, auf dem man das Gravelbike überwiegend bewegt: Reifen mit feinem Diamantprofil funktionieren am besten auf Asphalt, während Reifen mit ausgeprägtem Stollenprofil sich auf weicheren Böden wohlfühlen. Ein breiterer Reifen bietet mehr Komfort. An den meisten Gravelbikes finden sich derzeit 37 bis 40 Millimeter breite Reifen. Mittelfristig dürfte der Trend bei Gravelbikes sogar zu noch breiteren Pneus gehen.
Eine Überlegung kann es sein, mit Tubeless-Reifen zu fahren. Tubeless-Reifen werden, wie man das von Autos kennt, ohne Schlauch gefahren. Sie erfordern spezielle Felgen, die an allen Gravelbikes montiert sind. Gerade am Gravelbike bietet die Tubeless-Technologie große Vorteile: weniger Gewicht, besserer Pannenschutz, mehr Komfort und mehr Haftung. Außerdem reduziert die fehlende Reibung zwischen Schlauch und Reifenwand den Rollwiderstand. Dem steht zwar eine kompliziertere Erstmontage gegenüber. Die Vorteile sind jedoch speziell bei Fahrten im Gelände so deutlich spürbar, dass es sich unbedingt lohnt, Tubeless-Reifen auszuprobieren.
Gravelbike-Rahmen: Besser aus Alu oder Carbon?
Weil sich der Werkstoff frei formen lässt, kann ein Gravelbike-Rahmen aus Carbon komfortabler abgestimmt werden als einer aus Aluminium. Für einen Alu-Rahmen wiederum spricht neben dem Preisvorteil: Er ist vor allem robuster. Ein Sturz oder Kettenklemmer verursacht maximal eine Beule im Rohr oder einen Kratzer im Gravelbike-Rahmen - bei einem Carbonrahmen kann es im ungünstigen Fall zum Totalschaden führen.
Die Rahmengeometrie
Beginnen wir mit der Rahmengeometrie: Gegenüber dem Rennrad ist der Rahmen eines Gravelbikes länger gezeichnet - für mehr Spurtreue und Stabilität auf wechselndem Untergrund. Du sitzt außerdem etwas aufrechter und gewinnst dadurch einem besseren Überblick, mehr Langstreckenkomfort und ein sicheres Fahrgefühl bergab. Das Backroad und Backroad AL unterscheiden sich bei der Rahmengeometrie dagegen nur in Nuancen.
Verschiedene Gravelbike-Typen
- Adventure Gravel Bike: Ideal für aufregende Ausflüge in die Natur.
- Race Gravel Bike: Entwickelt für Performance und Wendigkeit.
- Everyday Gravel Bikes: Ideal für Alltag, Fitness und Freizeit.
- E-Gravel Bike: Für Abenteuer auf Schotter und Asphalt mit motorisierter Unterstützung.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Im Folgenden wollen wir uns Fragen widmen, die dich beim Kauf eines Gravelbikes beschäftigen könnten. Bevor es Gravelbikes gab, waren die sogenannten Cyclocrosser, die ersten Rennräder, die mit breiteren, profilierten Reifen ausgestattet wurden. Cyclocrosser sind jedoch ursprünglich für den Renneinsatz bei Cyclocross-, oder CX-Rennen gedacht. Man merkt dies beispielsweise an dem hohen und kurzen Rahmen, der sich besser eignet, um ihn bei den auf den Strecken vorhandenen Hindernissen einfacher „schultern“ zu können.
Ob die Fahrradkategorie Cyclocross erhalten bleibt, werden die nächsten Jahre zeigen. Derzeit macht es den Eindruck, dass Cyclocrosser in die Kategorie Gravelbike übergehen. Hersteller wie beispielsweise Scott beschreiben ihre Cyclocrosser gleichzeitig auch als Gravelbikes. Die feinen Unterschiede erklären wir dir in unserem Video: Gravel vs.
Einer der Gründe für die wachsende Anhängerschaft der Gravelbikes ist sicherlich ihre Vielseitigkeit, mit der sie eine große Zielgruppe ansprechen. Einerseits bieten Gravelbikes, genau wie Cyclocrosser, den spannenden Kompromiss zwischen Rennrad und Mountainbike und sprechen dadurch sportliche Bikerinnen und Biker an. Andererseits sind Gravelbikes aufgrund der moderat-sportlichen Sitzhaltung und der Möglichkeit abseits asphaltierter Straßen zu fahren auch für Rennrad-Neulinge interessant.
Grundsätzlich können auch Trekking- oder Mountainbikes für ähnliche Zwecke genutzt werden. Allerdings richten sich Gravelbikes im Vergleich zu anderen Fahrradkategorien eher an ambitionierte Fahrerinnen und Fahrer. Der gebogene, Rennrad-ähnliche Lenker ermöglicht eine effiziente Sitzposition. Hinzu kommt, dass der Verzicht auf eine Federung das Gewicht geringhält.
Gravelbikes müssen den Spagat aus geringem Gewicht und hoher Stabilität schaffen. Mit ein Grund warum Gravelbikes der Einstiegsklasse erst ab etwa 1.000,00 Euro zu haben sind. An diesen Einstiegsmodellen werden im Bereich der Schaltung und Bremsen teilweise Komponenten verwendet, die sich bereits im Rennrad-Bereich bewährt haben. Der Nachteil: Im Gelände kommen die an diesen Rädern verbauten mechanischen Scheibenbremsen und die ungedämpften Schaltwerke schnell an ihre Grenzen.
Wenn du also vorhast, dein Gravelbike auch abseits der Straße intensiv zu bewegen, solltest du dich nach einem Gravelbike der Mittelklasse - ab etwa 1.500,00 Euro - umschauen. Diese Bikes bieten dir häufig bereits hydraulische Scheibenbremsen und im Bereich der Schaltung gravel-spezifische Bauteile, die mehr Reserven für ruppige Fahrten bieten. Die Spitzenklasse der Gravelbikes beginnt ab etwa 2.500,00 Euro. Hier werden High-End-Komponenten verwendet, die für geringes Gewicht und bestmögliche Funktion sorgen. Zudem sind nicht nur die Gabeln, sondern auch die Rahmen häufig aus Carbon.
Du bist dir sicher, dass du ein Gravelbike suchst, weißt aber nicht welches Modell perfekt zu dir passt? Kein Problem! Das Wichtigste zuerst: Achte unbedingt auf die richtige Rahmengröße. Um diese herauszufinden solltest du unseren Rahmenrechner nutzen. Gerne helfen dir auch unsere Lucky Guides online oder in der Filiale vor Ort weiter. Grundsätzlich sollte dein neues Gravelbike zu deinen Anforderungen passen.
Die Rahmen von Gravelbikes vereinen die Eigenschaften von Rennrädern und Mountainbikes. Durch die sogenannte Diamant-Form besitzen sie das bestmögliche Verhältnis aus Steifigkeit und Gewicht. Dadurch funktioniert schnelles Fahren auf befestigten Untergründen fast so gut wie mit einem Rennrad. Dennoch ist die Geometrie durch den flacheren Lenkwinkel und ein niedrigeres und kürzeres Oberrohr deutlich komfortabler und geländetauglicher als man es von Rädern mit Rennradlenkern gewohnt ist.
Genau wie bei anderen Fahrrädern hängt das Material des Rahmens und der Gabel in erster Linie von der Preisklasse ab. Bemerkenswert ist, dass bereits in der Gravelbike-Einstiegsklasse Gabeln aus Carbon keine Seltenheit sind. Bei der Mittel- und Spitzenklasse der Gravelbikes ist der Werkstoff mit Kohlefasern dann fast schon Standard. Bei der Mehrzahl der Gravelbikes wird auf die klassischen 28-Zoll-Räder zurückgegriffen. Wenige Ausnahmen rollen auf der eher MTB-typischen 27.5-Zoll-Bereifung. Die Breite der Reifen variiert dabei von 32 bis 50 Millimeter. Wenn du dein Gravelbike primär auf der Straße einsetzen möchtest, profitierst du von schnelleren, schmaleren Reifen. Bei regelmäßigem Fahren abseits befestigter Wege bieten sich eher breitere Reifen an. Bei vielen Modellen wurde zudem auf eine erhöhte Reifenfreiheit geachtet, sodass du problemlos im Nachhinein breitere Reifen montieren kannst.
Beim Kauf solltest du auch darauf achten, ob der verbaute Laufradsatz zu deinen Anforderungen passt. Viele Felgen sind mittlerweile tubeless-ready, sodass du mit der entsprechenden Dichtmilch auf den klassischen Fahrradschlauch verzichten kannst. Bei Gravelbikes gibt es die Option, auf den althergebrachten Umwerfer zu verzichten und die notwendige Übersetzungsbandbreite allein durch die riesige Kassette und das Schaltwerk zu bekommen. Genau wie beim Mountainbike profitierst du auch beim Gravelbike von einer 1-Fach-Kettenschaltung, wenn du viel im Gelände unterwegs bist. Das Schalten wird vereinfacht und die Kette erzeugt bei Unebenheiten kaum noch Geräusche. Jedoch sind auch die Gravel-spezifischen-2-Fach-Systeme mittlerweile auf den Einsatz im Gelände optimiert. Shimano bietet mit seinen GRX-Schaltgruppen ebenfalls beide Optionen und hat sich so bei vielen Herstellern durchsetzen können. SRAM bietet als Vorreiter des 1-Fach-Antriebs hauptsächlich die Apex- und Rival-Gruppen im Bereich Gravel an. Als eine der neusten Fahrradkategorien besitzen Gravelbikes natürlich ausschließlich zeitgemäße Scheibenbremsen. Die Unterschiede zwischen den Preisklassen liegen jedoch im Detail. Bei vielen Gravelbikes der Einstiegsklasse wird noch auf mechanische Scheibenbremsen zurückgegriffen, welche im Vergleich zu Hydraulik-Bremsen etwas mehr Wartung und Pflege benötigen. Auch in Bezug auf die Dosierbarkeit und Bremskraft haben die hydraulischen Bremsen die Nase vorn.
Nach der Entscheidung für ein Gravelbike hast du die Möglichkeit das Rad noch ergonomisch einzustellen. Dabei ist die Position von Sattel und Lenker ein wichtiger Faktor. Falls du merkst, dass das Rad nicht optimal auf deine Bedürfnisse zugeschnitten ist, gibt es auch im Nachhinein noch die Möglichkeit, die Sitzposition auf dem Rad beispielsweise durch einen anderen Vorbau anzupassen. Solltest du weitere Fragen zu Gravelbikes haben, stöbere entweder in unserem Blog oder kontaktiere uns digital oder in einer unserer deutschlandweiten Filialen.
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