Gravel Bike Test: Die besten Modelle unter 1500 Euro

Bist du auf der Suche nach dem perfekten Gravel Bike unter 1500€ für deine nächste Abenteuerfahrt auf Schotter-, Wald- oder Wiesenwegen? Dann bist du hier genau richtig!

Was macht ein gutes Gravel Bike unter 1500 Euro aus?

  • Idealer Einstiegspreis: Ein Gravel Bike unter 1500€ bietet eine vernünftige Qualität, ohne gleich dein gesamtes Erspartes auf den Kopf zu hauen.
  • Vielseitige Einsatzmöglichkeiten: Ob Waldwege, Schotterpisten oder auch mal der tägliche Weg ins Büro - Gravelbikes sind wahre Allrounder.
  • Einfache Wartung: Bei Gravelbikes unter 1500 Euro triffst du häufig auf mechanische oder einfacher ausgestattete hydraulische Scheibenbremsen, die pflegeleicht und robust sind.

Gravel Bikes: Die Alleskönner für Straße und Gelände

Gravel Bikes, manchmal auch als Adventure Bikes oder All-Road Bikes bezeichnet, sind Fahrräder, die speziell dafür konzipiert sind, auf verschiedenen Arten von Untergründen zu fahren, von asphaltierten Straßen bis hin zu unbefestigten Wegen und Kiesstraßen. Sie sind eine Mischung aus Rennrädern und Mountainbikes und bieten eine vielseitige Lösung für Radfahrer, die sowohl auf der Straße als auch im Gelände unterwegs sein möchten.

Gravel Biking ist nicht neu, es hat seine Wurzeln im Radfahren des frühen 20. Jahrhunderts, als die meisten Straßen noch nicht asphaltiert waren. In den letzten Jahren hat es jedoch an Popularität gewonnen, da immer mehr Radfahrer nach einer Mischung aus Abenteuer, Fitness und Freizeit suchen. Dieser Trend hat auch dazu geführt, dass immer mehr Fahrradhersteller spezielle Gravel Bikes produzieren.

Der Markt für Gravel Bikes wächst stetig, da immer mehr Menschen die Vorteile dieser vielseitigen Fahrräder erkennen. Sie sind besonders bei Radfahrern beliebt, die in städtischen Gebieten leben, aber auch die Möglichkeit haben wollen, auf unbefestigten Wegen und im Gelände zu fahren.

Wichtige Aspekte bei der Auswahl

  1. Rahmen und Gabel:
    • Aluminium: In der Preisklasse bis 1500 Euro ist ein Alurahmen oft die erste Wahl. Aluminium ist stabil, leicht und relativ kostengünstig.
    • Stahl: Weniger verbreitet in diesem Budget, aber es gibt immer wieder Hersteller, die Stahlrahmen zu moderaten Preisen anbieten.
    • Carbon-Gabel: Eine Gabel aus Carbon dämpft Stöße spürbar besser als eine aus Alu.
  2. Schaltung und Bremsen:
    • Schaltung: Bei Gravel Bikes unter 1500 findest du häufig Shimano Sora (2×9) oder Tiagra (2×10). Einige Modelle bieten bereits GRX 400/600 (speziell fürs Graveln entworfen).
    • Bremsen: Der Standard sind Scheibenbremsen - mechanisch oder hydraulisch. Hydraulische Bremsen sind in der Regel kräftiger und wartungsärmer, kosten aber oft etwas mehr.
  3. Laufräder und Reifen:
    • Felgenbreite: Achte darauf, dass die Laufräder breit genug sind, um Reifen bis mindestens 40 mm montieren zu können.
    • Reifenbreite: Je nach Untergrund kann eine Breite zwischen 35 und 45 mm sinnvoll sein.
  4. Zusätzliche Ausstattungsmerkmale:
    • Aufnahmen für Gepäck: Wer Bikepacking betreiben will, sollte darauf achten, dass genügend Befestigungspunkte am Rahmen vorhanden sind.

Gravel Bikes für Einsteiger bis 1500 Euro

Die erste Preiskategorie für Gravelbikes, die sich im Einsteigerbereich bis 1500 Euro bewegt, bietet eine solide Option für Fahrradenthusiasten, die mit dem Gravelbiken beginnen möchten oder ein begrenztes Budget haben. Obwohl die Fahrräder in dieser Preisklasse möglicherweise nicht über die fortschrittlichsten Funktionen und hochwertigsten Komponenten verfügen, bieten sie dennoch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ermöglichen es Fahrern, in die Welt des Gravelbikens einzusteigen.

In dieser Kategorie findet man Gravelbikes mit robusten Rahmenkonstruktionen, die in der Lage sind, den Anforderungen des Geländes standzuhalten. Die Rahmen bestehen in der Regel aus Aluminium, einem Material, das ein gutes Gleichgewicht zwischen Steifigkeit, Haltbarkeit und Kosten bietet. Obwohl Carbonrahmen in dieser Preisklasse selten sind, können einige Modelle leichtere Carbon-Gabeln haben, um das Gewicht zu reduzieren und den Fahrkomfort zu verbessern.

Die Schaltungssysteme in dieser Preisklasse sind oft solide und zuverlässig, aber möglicherweise nicht so fortschrittlich wie bei teureren Modellen. Es sind in der Regel Einstiegs-Schaltgruppen wie Shimano Sora oder Tiagra verbaut, die eine ausreichende Anzahl von Gängen bieten, um verschiedene Geländetypen zu bewältigen. Die Bremsen sind in der Regel mechanische Scheibenbremsen, die zuverlässige Bremskraft bieten und bei unterschiedlichen Wetterbedingungen gut funktionieren.

Die Ausstattung bei Gravelbikes in dieser Kategorie kann etwas einfacher sein, um den Preis niedrig zu halten. Die Laufräder können aus Aluminium bestehen und etwas schwerer sein als bei teureren Modellen. Die Reifen sind oft in einer mittleren Breite gehalten, um eine gute Balance zwischen Geschwindigkeit auf der Straße und Traktion im Gelände zu bieten. Der Sattel und die Sattelstütze sind in der Regel grundlegende Modelle, die jedoch ausreichend Komfort bieten können.

Gravelbikes in der Einsteigerkategorie sind ideal für Anfänger und Gelegenheitsfahrer, die das Gravelbiken ausprobieren oder ihr erstes Gravelbike erwerben möchten. Sie bieten ein robustes Fahrerlebnis und ermöglichen es Fahrern, verschiedene Geländearten zu erkunden. Obwohl sie möglicherweise nicht über die neuesten technischen Funktionen oder die leichtesten Rahmen verfügen, bieten sie dennoch einen erschwinglichen Einstiegspunkt in den Gravelbikesport.

Empfehlenswerte Modelle für Einsteiger:

  • Romet Boreas 1 Lite: Ein preiswertes Gravelbike mit SRAM Apex Schalt-/Bremskombination und Carbon Gabel. Ideal für Radtouren und Abenteuer.
  • Scott Speedster Gravel 50: Ein vielseitiges Gravelbike für Pendler und Abenteurer mit Shimano Claris Schaltung und Tektro Scheibenbremsen.
  • Cube Nuroad Pro: Ein vielseitiges Gravelbike für Straßen- und Offroad-Fahrten mit Shimano GRX Schaltung und TRP Spyre Scheibenbremsen.

Preiskategorie Intermediate (1500 - 3000 Euro)

Willkommen zur Intermediate-Kategorie unserer Gravelbikes-Auswahl. Hier finden Sie eine sorgfältig kuratierte Auswahl an Fahrrädern, die speziell für Enthusiasten und ambitionierte Amateure konzipiert sind und den optimalen Mittelweg zwischen erschwinglicher Einsteigerqualität und professionellem High-End-Equipment darstellen.

Mit Preisen zwischen 1.500 und 3.000 Euro umfasst diese Kategorie Gravelbikes, die nicht nur in puncto Design und Stil überzeugen, sondern auch mit einer gehobenen Ausstattung aufwarten. Dazu gehören hochwertige Rahmenmaterialien, robuste und präzise Komponenten sowie bewährte Technologien, die für ein optimales Fahrgefühl und eine hervorragende Leistung auf unterschiedlichen Untergründen sorgen.

Unsere Intermediate-Gravelbikes sind die ideale Wahl für all jene, die den Schritt vom Einsteiger zum Fortgeschrittenen vollziehen möchten, oder für jene, die einfach eine größere Herausforderung auf ihren Abenteuern suchen. Sie bieten eine ausgezeichnete Balance zwischen Komfort und Leistung, sind bereit für lange Ausfahrten und intensive Trainingseinheiten, und besitzen die Fähigkeit, sowohl auf Asphalt als auch auf Schotter und unbefestigten Wegen gleichermaßen gut zu performen.

Vom Pendeln zur Arbeit bis hin zu abenteuerlichen Ausfahrten ins Grüne - die Gravelbikes unserer Intermediate-Kategorie eröffnen Ihnen eine ganz neue Welt des Radfahrens. Genießen Sie die Freiheit, fast überall fahren zu können, und entdecken Sie die robuste Schönheit dieser vielseitigen Bikes.

Empfehlenswerte Modelle in der Intermediate-Kategorie:

  • Cannondale Topstone Carbon 4: Ein vielseitiges und robustes Fahrrad mit Shimano GRX 400 Antriebssystem und hydraulischen Scheibenbremsen.
  • Trek Checkpoint ALR 5: Ein vielseitiges Gravel-Bike mit leichtem Rahmen und hochwertigen Komponenten, ideal für Abenteuer auf der Straße und im Gelände.
  • Cube Nuroad C:62 Pro: Ein hochwertiges Gravelbike mit leichtem Carbonrahmen, Shimano Schaltung und robusten Laufrädern.

Preiskategorie Professional (3000 - 15000 Euro)

Willkommen zur Einführung in die Kategorie „Professional“ der Gravelbikes! In dieser Klasse finden wir Fahrräder, die sich in einem Preisspektrum von 3000 bis 15000 Euro bewegen. Gravelbikes sind eine vielseitige Fahrradkategorie, die für den Einsatz auf verschiedenen Untergründen entwickelt wurde, darunter Schotterwege, Straßen, Waldwege und mehr.

Die Professional-Kategorie der Gravelbikes richtet sich an erfahrene Fahrerinnen und Fahrer, die höchste Leistung und herausragende Qualität suchen. Die Modelle in diesem Preissegment bieten fortschrittliche Technologien, leichte Rahmenkonstruktionen und erstklassige Komponenten, um ein außergewöhnliches Fahrerlebnis zu gewährleisten.

Mit einem Budget zwischen 3000 und 15000 Euro können Sie in dieser Kategorie eine breite Palette von Optionen erkunden. Diese Gravelbikes verfügen oft über High-End-Aluminium- oder Carbonrahmen, die eine optimale Balance zwischen Steifigkeit und Komfort bieten. Die Rahmengeometrie ist darauf ausgelegt, Stabilität und Wendigkeit zu gewährleisten, sodass Sie sowohl auf rauen Geländeabschnitten als auch auf langen Straßenfahrten eine ausgezeichnete Performance erzielen können.

Die Professional-Gravelbikes sind mit hochwertigen Schaltgruppen und Bremskomponenten ausgestattet, die präzises Schalten und zuverlässige Bremsleistung bieten. Sie verfügen oft über hydraulische Scheibenbremsen, die eine hervorragende Kontrolle und zuverlässiges Bremsen in allen Wetterbedingungen gewährleisten. Die Radsätze sind ebenfalls auf Leistung und Haltbarkeit ausgerichtet, um den Anforderungen verschiedener Terrains gerecht zu werden.

Darüber hinaus bieten Gravelbikes der Professional-Klasse oft zusätzliche Funktionen wie eine federnde Sattelstütze, um Vibrationen zu reduzieren und den Komfort auf längeren Fahrten zu erhöhen. Einige Modelle verfügen möglicherweise über eine integrierte Federung oder eine spezielle Dämpfungstechnologie, um Unebenheiten im Gelände auszugleichen und die Traktion zu verbessern.

Die Professional-Kategorie der Gravelbikes bietet Fahrräder, die für Fahrerinnen und Fahrer entwickelt wurden, die das Beste aus ihrer Leistung herausholen möchten. Egal, ob Sie an Gravelrennen teilnehmen oder epische Abenteuer auf unbekannten Wegen erleben möchten, diese Fahrräder bieten Ihnen die notwendige Ausrüstung, um Ihre Ziele zu erreichen.

Empfehlenswerte Modelle in der Professional-Kategorie:

  • BMC UnReStricted 01 Two: Ein erstklassiges Gravelbike mit leichtem Carbonrahmen, präziser Schaltung und hydraulischen Scheibenbremsen.
  • Specialized Diverge S-Works: Ein hochwertiges Rennrad mit leichtem Carbon-Rahmen, präziser Schaltung und leistungsstarken Bremsen.
  • Trek Checkpoint SLR 9 eTap: Ein hochwertiges Gravelbike mit leichtem Carbonrahmen, präziser Schaltung und zuverlässiger Bremsleistung.

Technische Aspekte: Rahmen und Materialien

Der Rahmen eines Gravel Bikes ist eine entscheidende Komponente, die seine Leistung und Haltbarkeit bestimmt. In der Regel sind die Rahmen aus Materialien wie Aluminium oder Carbon gefertigt.

Gravel Bikes bis 2000 Euro im Test: Ein Vergleich

Viele namhafte Marken behandeln den Alu-Rahmenbau inzwischen eher stiefmütterlich und investieren kaum noch in Innovationen. Die günstigen Gravelbikes machen da keine Ausnahme.

Voluminöse Alu-Rohre machen die Rahmen fast durchweg unerschütterlich steif und fahrstabil - aber eben recht schwer. Mit durchschnittlich fast elf Kilogramm Gesamtgewicht treten die Schotterflitzer jedenfalls nicht in der Fliegengewichts-Klasse an, im Gegenteil: Die Räder werden insgesamt immer schwerer - was auch an der Gravelbike-Evolution liegt: Immer breitere Reifen, breitere Felgen, breitere Lenker und riesige Ritzel wiegen eben auch mehr.

Dass der langlebige Werkstoff Aluminium nicht zwangsläufig hohes Gewicht zur Folge haben muss, zeigt sich andererseits am Radon. Dessen Rahmen ist vergleichsweise filigran und zählt mit rund 1800 Gramm zu den leichteren Alu-Gestellen auf dem Markt. Das neue Specialized Crux DSW ist nach unserer Kenntnis das aktuell leichteste Alu-Gravelbike (Rahmen-Set 1530 Gramm, Gesamtgewicht 9,6 Kilogramm), dafür aber teurer (2700 Euro).

Neben den Rahmen-Sets haben die größtenteils einfachen Laufräder entscheidenden Anteil an den pfundigen Bikes. Die Kombi aus schlichten Alu-Felgen, breiten Stollenreifen, großer Kassette und einfachen Bremsscheiben macht bei fast allen Testrädern knapp die Hälfte des Gesamtgewichts aus. Auch innerhalb der Preisklasse eröffnen sich Qualitätsunterschiede. Hervorzuheben sind die Laufräder bei Giant und Rose, die kaum schwerer als günstige Carbonlauf­räder ausfallen. Die schweren Modelle in den Bikes von Bulls, Carver oder Megamo servieren den Tuning-Tipp hingegen auf dem Silbertablett. Diese sind zwar unkaputtbar und halten ein ganzes Fahrradleben lang, machen sich aber auf der Waage und vor allem im Sattel bemerkbar.

Streng genommen gelingt es nur dem Cube als einzigem Modell, das Speed-Gefühl eines Rennrads auf die Schotterpiste zu übernehmen. Aus einem einfachen Grund: Der deutsche Hersteller schafft es wieder einmal, sein Bike überdurchschnittlich gut auszustatten und trotzdem mit einem leichten Carbonrahmen in den Handel zu stellen; gegenüber dem schwersten Modell im Test von Carver ist es zwei Kilogramm leichter. Dafür ist das Carver das mit Abstand günstigste Rad. Doch auch Carvers Top-Modell, das die Frankfurter im Testzeitraum nicht vorrätig hatten, lässt wegen des vergleichbaren Set-ups eine deutliche Lücke. Bis auf das Radon kommen auch die weiteren Konkurrenten nicht an das agile Fahrverhalten des Preiskrachers von Cube heran, der mit dem niedrigen Gewicht auch teurere Modelle in den Schatten stellt.

Federkomfort und Reifen

Beim Federkomfort, der als wichtigstes Gravel­bike-Kriterium mit 30 Prozent in die TOUR-Note einfließt, wechseln Licht und Schatten. Auf dem Prüfstand können zwei Räder ergiebig punkten: Das Canyon profitiert von einer flexiblen Carbonsattelstütze, das Giant von einer speziellen Alu-Version mit aufwendiger Klemmung. Auf der Schotterpiste zehren die Räder von ihren hochwertigen Reifen, womit die meisten Modelle den geringen Rahmenkomfort ganz gut kompensieren können. Viele Hersteller wählen dafür vergleichsweise breite Gummis mit 45 Millimetern. Alle Räder rollen auf tubeless-­fähigen Pneus, das komfortbetonte Giant kommt bereits ab Werk mit Dichtmilch. Die Reifen lassen sich dadurch mit weniger Druck fahren und bügeln Unebenheiten spürbar glatt. Mit teils üppigen Reifenfreiheiten können die Bikes noch geländegängiger abgestimmt werden. Spitzenreiter ist das Giant, das dank eines verstellbaren Radstands Platz für bis zu 53 Millimeter breite Schlappen lässt. Das Focus geht noch ein Stück weiter, erfordert aber den Wechsel auf Laufräder im kleineren 650B-Format. Wichtig: Mit der Wahl breiterer Pneus ändert sich das Fahrverhalten, die ohnehin schon laufruhigen Graveler reagieren noch etwas träger auf Lenkbefehle.

Geometrie und Fahrverhalten

Bei den Rahmengeometrien zeigt sich eine Zweiteilung in die eher komfortable oder relativ sportliche Richtung, wobei die Betonung einer vergleichsweise gestreckten Sitzposition im Test überwiegt. Wissen muss man: Die Geometrie von Gravelbikes fällt im Vergleich zum Straßenrenner grundsätzlich etwas gemäßigter aus. Selbst wettkampftaugliche Schotterfräsen grenzen sich zum Teil deutlich von aggressiven Straßenboliden ab. Auf den meisten - auch sportlichen - Gravelbikes in unserem Test sitzt man also wie auf einem Marathonrad, womit die Hersteller ein breites Publikum im Blick haben. Wer in der Preisklasse unter 2000 Euro hingegen einen Gravel-Racer mit tiefem Lenker sucht, wird - jedenfalls von der Stange - nichts finden.

Einigkeit herrscht beim Fahrverhalten. Durch lange Radstände, flache Lenkwinkel und viel Gabelnachlauf grenzen sich die Räder klar vom agilen Straßenrenner ab und liegen satt auf Feld- oder Waldweg. Weniger routinierte Radler dürften das einfache Handling zu schätzen wissen. Besonders spurtreu steuert das Merida durchs Gelände, dessen Radstand schon fast dem eines Mountainbikes entspricht.

Komponenten und Schaltung

Auch bei der Getriebewahl unterscheidet die günstigeren Räder auf den ersten Blick wenig von den Top-Modellen. Bis auf das Megamo ist an alle Räder Shimanos gravelspezifische GRX-Schaltgruppe geschraubt. Da sich hinter dem Kürzel allerdings ein Wust an Einzelteilen unterschiedlicher Qualität verbirgt, die wild kombiniert werden können, ergeben sich doch teils deutliche Unterschiede in der Performance.

Einigkeit herrscht in dem Punkt, dass die Gänge mechanisch gewechselt werden. Bei Schaltwerk und Kassette dominieren aktuelle Zwölffach-Versionen; immerhin fast ein Drittel der Testräder ist aber noch mit älteren Zehn- oder Elffach-Ritzelpaketen ausgestattet; die Kurbelgarnituren sind mit einem oder zwei Kettenblättern anzutreffen und entstammen durchweg der einfachsten, dafür aber auch etwas schwereren Produktlinie.

Die Antriebe mit Zweifach-Kettenblatt bieten ein größeres Übersetzungsspektrum mit kleineren Sprüngen zwischen den Gängen. Die Übersetzungen sind an allen Rädern auch für Einsteiger und weniger trainierte Gravelbiker tauglich und bieten Reserven für steile Anstiege. Vorteil der Ein-Kettenblatt-Technik ist die einfachere Bedienung, außerdem ist sie weniger fehleranfällig und wartungsärmer als Schaltungen mit zwei Kettenblättern und Umwerfer.

Die Gravelbikes im Test sind eine solide Basis für Abenteuer und Touren auf und abseits asphaltierter Wege; viele lassen sich zudem unkompliziert zu einem Reise- oder Pendlerrad aufrüsten und bewähren sich als robuste Allrounder.

Aber kein Vorteil ohne Nachteil: Riesige Mountainbike-Kassetten wie am Carver, Cube, Megamo und Radon kompensieren zwar das fehlende zweite Kettenblatt; die extreme Untersetzung im kleinsten Gang ist für typische Gravelbike-Touren aber zu krass. Hinzu kommen die teils sehr großen Sprünge von Gang zu Gang. Das führt zu großen Unterschieden in der Trittfrequenz beim Gangwechsel und kann beim gleichmäßigen Pedalieren stören.

Bremsen

Die Bremsen sind im besten Sinne solide; dass man mit den überwiegend einfachen Hebeleien die Bremsleistung etwas weniger genau dosieren kann als bei den Top-Modellen, merkt man nur im direkten Vergleich. Kritisieren darf man, dass an allen Rädern einfache Stahl-Bremsscheiben montiert sind, die bei Dauerbremsungen unter Volllast überhitzen und Leistung verlieren können. Einzig Merida und Rose ernten in dieser Disziplin dank riesiger 180-Millimeter-Scheiben am Vorderrad Top-Noten.

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