Die Welt der E-Bikes entwickelt sich ständig weiter, und Gravel E-Bikes erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Diese vielseitigen Fahrräder kombinieren die sportliche Natur von Gravelbikes mit der zusätzlichen Unterstützung eines Elektromotors. In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf verschiedene Modelle, wobei ein besonderer Fokus auf E-Bikes mit abnehmbarem Akku liegt.
Specialized Turbo Creo 2: Ein moderner E-Gravel Maßstab
Die Specialized Turbo Creo 2 Serie definiert moderne E-Gravel Bikes neu und bietet fortschrittliche Modelle für ambitionierte Gravel-Fahrer:innen und Abenteuerlustige. e-motion Testfahrer Lenni hat das E-Gravel Bike ausgiebig getestet und berichtet von seinen Erfahrungen. Lenni eröffnete seinen ersten Eindruck im Testbericht mit den Worten: „Was dieses Bike so besonders macht, ist in meinen Augen erstmal die Optik. Im Lack sind kleine Sprenkel eingearbeitet, die es wirklich sehr hochwertig aussehen lassen - was ich in der Form auch noch nicht gesehen habe.”
Mit einer Größe von 1,78 m konnte Lenni das E-Bike in der für ihn passenden Rahmengröße 54 testen. Er beschreibt die Fahrposition als sportlich und Rennrad-typisch, aber dennoch dynamisch. Weiterhin hebt unser Testfahrer schon zu Beginn der Testfahrt die Leichtigkeit des E-Bikes hervor: „Wir sind hier bei unter 14 Kilo, was wirklich schon sehr leicht ist und das Bike sehr agil und angenehm zu fahren macht”, erzählt Lenni.
Das neue Motorsystem, der Specialized SL 1.2 Motor mit 50 Nm, weiß unseren Testfahrer zu überzeugen: „Ich kann mir Unterstützung holen, aber es ist nie so, dass ich komplett getragen werde. Das finde ich gerade für diesen Typen der Roadbikes bzw. Gravelbikes sehr gelungen. Im Vergleich zum Vorgänger ist der Motor noch einmal effizienter geworden, sodass nun noch längere Strecken zurückgelegt werden können und deutlich und akkuschonender gefahren wird. Fahrer:innen spüren das verbesserte Akkumanagement deutlich.
Der 320 Wh Akku verschwindet komplett im Rahmen, was dem Bike seine schlanke Optik verleiht. Die Leichtigkeit des Bikes gewährleistet auch mit dem vergleichsweise kleineren 320 Wh Akku eine ordentliche Portion Reichweite, laut Hersteller bis zu 120 Kilometer. Der Akku lässt sich zum Laden nicht entnehmen, garantiert Motor dennoch die Ausdauer für lange Fahrten auf vielfältigem Terrain.
Specialized hat am Turbo Creo 2 das MasterMind TCU Display verbaut, welches sich am Oberrohr des E-Bikes wiederfindet. Das kleine, gut aufgelöste Farbdisplay passt zum Gesamtkonzept des Gravel E-Bikes: „Wir wollen jetzt hier kein riesen Display am Lenker haben. Natürlich haben wir dennoch die Möglichkeit, unser Handy über eine Halterung am Lenker zu befestigen. Aber so minimalistisch, wie es hier aufgebaut ist, gefällt mir das. Es werden die Unterstützungsstufen sowie die Akkulaufzeit angezeigt, beziehungsweise die Kapazität, die ich noch habe. Hier spendiert Specialized noch zwei kleine Kontrollknöpfe, über die man die Unterstützungsstufen direkt am Lenker einstellen kann. Das System wird regelmäßig mit Updates versorgt, um immer Up-to-date zu bleiben. Ist das Handy gekoppelt, zieht sich das E-Bike die neuesten Updates in das System.
Das Specialized Turbo Creo 2 Test E-Bike bietet eine hochwertige SRAM GX Eagle AXS 12-Gang Kettenschaltung für präzise Schaltvorgänge und eine breite Übersetzungsbandbreite. Da es sich um eine elektronische Schaltung handelt, gibt es keine störenden Kabel. Die Dropper Post konnte Lenni im Einsatz ebenfalls überzeugen, um im Gelände den Sattel auch schnell einmal absenken zu können. Diese wird über einen Hebel am Lenker gesteuert.
Speziell auf dem Asphalt konnten sie Lenni mit ihrer Laufruhe und einer geringen Geräuschkulisse überzeugen. „Wenn es wirklich ins tiefe Gravel geht, dann kommt der Reifen tatsächlich auch an seine Grenzen. Das ist aber ganz normal. Verbaut sind hier 47 mm Reifen und Specialized hat es geschafft, bei dem Rahmen eine Reifenfreiheit von bis zu 54 mm anzugehen.
In Sachen Federung hat sich Specialized beim Turbo Creo 2 etwas ganz Besonderes einfallen lassen: „Die eingebaute Federung finde ich bemerkenswert. Wir haben weder in der Gabel noch noch hinten eine Federung oder ein Dämpferbein verbaut, was in dieser Bike-Klasse auch typisch ist. Aber Specialized hat hier eine Eigenkreation verbaut, die sich Future Shock 3.3 nennt. Hier ist im Steuerrohr eine kleine Federung mit ca. 20 mm Federweg verbaut. Gerade für diesen Biketyp ist das für etwas schwierigeres Gelände wirklich gut. Das Besondere an der 3.3 Version? Die Federung lässt sich über einen Drehregler einstellen. Das heißt, Specialized liefert grundsätzlich verschiedene Federungen für das System mit, die man im Vorhinein auf sein Gewicht anpassen und austauschen kann. Dann kann ich während der Fahrt diesen Drehregler justieren und die Federung so einstellen, dass sie für mich perfekt ist”, erzählt Lenni.
Zum Abschluss hält Lenni fest: „Mir hat das Bike wirklich sehr sehr viel Spaß gemacht. Wenn ich das Bike kaufen würde, würde ich wahrscheinlich etwas profiliertere Reifen aufziehen, um im Gelände nochmal ein bisschen besser unterwegs zu sein. Aber ansonsten ist für mich wirklich nichts dabei, was ich auszusetzen hätte. Ich finde das Bike optisch richtig schick, die Farbe gefällt mir sehr gut und macht echt was her. Die ganze Geometrie des Rahmens ist für mich einfach sehr dynamisch und agil. Und auch die Kombination aus Schaltung und Bremse ist sehr hochwertig und für mich auf jeden Fall auch eines der Highlights an dem E-Bike”, sagt Lenni.
Fiido C21: Ein günstiges E-Gravelbike mit smarten Funktionen
Das Fiido C21 ist ein Gravelbike vom chinesischen E-Bike Hersteller Fiido. Es ist in zwei Rahmenvarianten erhältlich, allerdings eher ein sportliches E-City- oder Trekkingbike mit Gravel-Attitüden. Mit einer UVP von nur 1.799 Euro, einer ordentlichen Ausstattung und einem Gewicht von unter 18 kg war es zum Zeitpunkt des Launches schon nicht überteuert. Aktuell ist es jedoch zum absoluten Schnäppchenpreis für nur 999 Euro zu haben.
Beim Auspacken zeigt sich ein hochwertiges und aus meiner Sicht auch schickes Rad. Man sieht dem C21 nur schwer an, dass hier ein E-Bike für knappe 1.000 Euro (je nach Angebot) steht. Dafür hast du allerdings auch noch etwas zu tun, bevor das Gravelbike auf die Straße kann. Das ist prinzipiell kein Hexenwerk, eine gute Stunde solltest du dafür allerdings einplanen. In meinem Fall haben zudem die Streben der Schutzbleche nicht richtig gepasst, weshalb ich mir hier mit einer kleinen Improvisation aushelfen musste, was zusätzlich Zeit gekostet hat. Leider muss ich auch erwähnen, dass mein Modell des Fiido C21 an wenigen Stellen leichte Macken durch den Transport erlitten hat. Hier könnte man eventuell die Verpackung noch etwas verbessern. Ich hatte allerdings wahrscheinlich auch eins der ersten Exemplare bekommen. Egal, die Macken schleichen sich bei halbwegs artgerechtem Einsatz ohnehin mit der Zeit alleine ein.
Bei der Ausstattung kann das C21 in seinem Preisbereich in jedem Fall punkten. Das Gesamtpaket aus hydraulischen Scheibenbremsen von Tektro, einer Antriebseinheit von Mivice mit Drehmomentsensor und einer 9-Gang-Schaltung mit ordentlicher Übersetzung hat nichts mehr mit den ganz billigen China-E-Bikes zu tun. Auch das Farbdisplay ist im Vorbau integriert und macht einen hochwertigen Eindruck. Auch Kleinigkeiten wie das zugehörige Accessoires-Pack mit USB-Rücklicht und einem brauchbaren Werkzeugset fallen mir sehr positiv auf.
Mir gefallen auch die verbauten Reifen mit etwas Profil ziemlich gut, da ich den Look mit dem Bronze-Skin sehr mag. Eventuell hätte man hier noch etwas hochwertigeres als CST-Reifen verbauen können, aber das wäre Meckern auf sehr hohem Niveau. Der Sattel ist in der 2025er Version etwas breiter geworden. Er ist durchaus bequem, passt aber von Stil für meinen Geschmack nicht mehr so zum sportliches Stil des E-Bikes. Da Sättel allerdings eh sehr individuelle Parts sind, werden hier die meisten sicher ohnehin eigene Lösungen bevorzugen.
Der Akku ist nämlich etwas spärlich dimensioniert und hält 208 Wh Energie bereit. Dafür sieht man dem C21 das E im Bike nicht an, denn der Akku ist unsichtbar im Unterrohr integriert. Dennoch sollen bis zu 80 km Reichweite unter optimalen Bedingungen möglich sein. Der Akku kann zum Laden nicht entnommen werden. Falls der Saft im Laufe der Zeit ausgeht, kommt man zum Wechseln allerdings von unten dran.
Das Fiido C21 bringt theoretisch eine ganze Menge smarter Funktionen mit. So kannst du beispielsweise mit der optional erhältlichen Smartwatch das E-Bike entsperren, Fahrten aufzeichnen und Trainingsdaten erfassen. Zuerst ist die App auf meinem iPhone 11 abgeschmiert, sobald ich auf die Funktionen der Watch zugreifen wollte. Auf einem neuen iPhone hat das dann zwar funktioniert, allerdings konnte ich keine Verbindung zwischen E-Bike und Watch herstellen. Nur die Verbindung von E-Bike und Watch jeweils zum Smartphone haben funktioniert. Die Bluetooth-Verbindung zur App klappt mit der neuen Version ebenfalls deutlich stabiler.
Angetrieben vom Mivice M080 mit seinen 40 Nm Drehmoment fühlt sich das Fiido C21 beim Fahren nach einem sehr hochwertigen Pedelec an. Denn es ist einfach unheimlich gut abgestimmt. Der Antrieb kickt bei entsprechender Krafteinwirkung deiner Beine ordentlich rein, nimmt sich in den unteren Stufen aber auch zurück, wenn du es entspannt und ausgewogen angehen lassen willst. Die Bremsen packen ebenfalls kräftig zu, die Gangwechsel funktionieren mit dem eher unbekannten Schaltwerk direkt und knackig.
Die Übersetzung wird einem E-Gravel tatsächlich gerecht und ich kann auch über den 25 km/h beachtlich Gas geben. Mit der Version 2025 vom Fiido C21 wurde auch diese Lücke geschlossen und das C21 trägt einen ausführlichen CE Sticker mit allen relevanten Informationen.
Das C21 macht in nahezu jeder Situation unheimlich Spaß, da es für diesen Preis toll ausgestattet und vor allem super abgestimmt ist. Die Verarbeitung ist solide, die Rahmengeometrie stimmig. Als waschechtes Gravel E-Bike würde ich es aus diesem Test allerdings nicht entlassen, da mir hierzu eine Dropbar fehlt. Das E-Bike hat allerdings viel Potenzial als Alltags- und Abenteuerrad für verhältnismäßig wenig Geld. Aktuell ist es für nur 999 Euro zu haben und kann zudem mit neuen und überarbeiteten Features punkten.
Canyon Commuter:ONfly 7: Der urbane Pendler mit E-Unterstützung
Das Canyon Commuter:ONfly 7 soll City-Pendelnden alles bieten, was sie im urbanen Alltag brauchen - mit Support, versteht sich. Dafür setzt der Direktversender aus Koblenz auf den leisen FAZUA Ride 60-Motor, der in drei Unterstützungsstufen bis zu 60 Nm liefert. Der 430-Wh-Akku ist ins Unterrohr integriert und lässt sich zum Laden entnehmen - was gerade für Stadtwohnungen ein praktisches Feature ist. Aluminium-Schutzbleche und Gepäckträger gehören zur Serienausstattung und unterstreichen die hohe Alltagstauglichkeit. Mit 3.499 € ist das Commuter:ONfly 7 mit großem Vorsprung das günstigste Bike im Testfeld.
Das Canyon Commuter:ONfly 7 präsentiert sich optisch elegant und harmonisch. Die minimalistische Rahmengestaltung mit weitgehend integrierter Kabelführung sorgt für einen aufgeräumten Look. Ergänzt wird das stimmige Design durch die einteilige Vorbau-Lenker-Kombination, die dem Cockpit eine besonders cleane Optik verleiht, die Anpassbarkeit allerdings schmälert. Nicht nur optisch überzeugt das Canyon, auch in der Bedienung macht es vieles richtig: Draufsitzen und losfahren - einfacher geht es kaum.
Der FAZUA Ride 60-Motor ist kein Full-Power-Motor , wie man ihn beim ROSE BACKROAD Plus EQ mit dem 85 Nm starken Shimano EP 8.0 vorfindet. Dafür unterstützt der FAZUA-Motor im Canyon sanft und harmonisch die Impulse der Fahrer und Fahrerinnen. Er arbeitet angenehm leise und liefert eine für den urbanen Raum völlig ausreichende Leistung. Gesteuert wird der Motor über den FAZUA Control Hub, einen ringförmigen Controller am Lenker. Dieser wirkt etwas klapprig und fragil, ist gleichzeitig aber vergleichsweise intuitiv zu bedienen, auch wenn es um den 12-Sekündigin Boostmodus (Ring nach oben drücken und kurz halten) für Steile Rampen oder die Aktivierung des Lichts (Ring zur Lenkermitte bewegen) geht.
Mit 18,24 kg liegt das Commuter:ONfly 7 leicht über dem Durchschnitt unseres Testfelds. Der herausnehmbare Akku erleichtert das Laden, wenn keine Steckdose in der Nähe ist - ohne Akku wiegt das Bike dann nur noch knapp 16 kg. Im Gegensatz zum Vorgänger lässt sich der Akku nun auch direkt im Bike laden, der Ladeport dafür ist unauffällig auf der Unterseite des Oberrohrs platziert.
Für den Stadtverkehr ist die Ausstattung gut durchdacht: Details wie die minimalistische Klingel oder Anschraubpunkte für einen Ständer, den ihr für 30 € am besten gleich beim Kauf mitbestellt, passen zum City-ausgerichteten Konzept und erhöhen den Komfort im Alltag. Nützlich ist zudem die SP Connect-Halterung auf dem Vorbau in Kombination mit der USB-C-Ladefunktion fürs Smartphone auf dem Oberrohr, die sich unauffällig ins Gesamtbild einfügt. Dafür kann man relaxed fahren, Sorgenfreiheit garantieren die robusten Aluminium-Schutzbleche sowie der für 15 kg zugelassene Gepäckträger mit Halterungen für das Ortlieb-Taschensystem QL3.1 - praktisch für Einkäufe oder den Transport weiterer Güter.
Sobald man auf dem Commuter:ONFly 7 Platz nimmt, positioniert es einen angenehm aufrecht, wofür vor allem der Flatbar-Lenker mit 640 mm Breite sorgt. Die Lenkung ist direkt und agil und lässt euch perfekt durch den Stadtdschungel zirkeln. Hier ähnelt es dem Specialized Tero X 5.0, das als E-SUV aber in puncto Gewicht und Ausrichtung eine ganz andere Zielgruppe anspricht. Enge Gassen und schnelle Ausweichmanöver lassen sich mit dem Canyon spielerisch meistern. Allerdings führt die sehr direkte Auslegung bei hohen Geschwindigkeiten oder auf grobem Untergrund zu einem eher nervösen Fahrverhalten.
Insgesamt kann das Commuter:ONfly 7 für Einsteiger interessant sein, die hauptsächlich in der City fahren eine solide Basis suchen und das Bike mit der Zeit durch Anbauteile, wie dickere Reifen oder eine gefederte Sattelstütze, aufwerten möchten. Wer ausschließlich ein Rad für den urbanen Alltag sucht, ist mit dem Canyon Commuter:ONfly 7 oft besser bedient als mit einem waschechten E-Gravel-Bike. Der FAZUA Ride 60 überzeugt durch ausreichend Power für den City-Einsatz, der entnehmbare Akku erleichtert das Laden und dank Komplettausstattung zum fairen Preis von 3.499 € steht einem stressfreien Pendlerleben kaum etwas im Wege.
Ridley E-Grifn: Leichtes E-Gravelbike mit Mahle-Rückenwind
Mit dem E-Grifn Gravel hat Traditionsmarke Ridley ein mit 13,4 Kilo superleichtes Schotterrad mit eingebautem Mahle-Rückenwind im Programm. Wo steckt denn hier der Motor? Da muss man schon genau hinsehen, so gekonnt kaschieren die Belgier das E-Dasein ihres E-Grifn. Wer denkt, der Motor steckt im Tretlager, irrt nämlich - der sitzt in der Hinterradnabe. Das System stammt von Pkw-Zulieferer Mahle und hört auf den klangvollen Namen X20. Er leistet für die Klasse eher kräftige 55 Newtonmeter Drehmoment, zur Spitzenleistung machen die Stuttgarter hingegen keine Angaben.
Zwei Akkus bietet Mahle als Stromlieferanten an - 250 oder 350 Wattstunden - wobei letzterer in unserem Ridley steckt. Denn: Bei "Light-E-Bikes" steht die Eigenleistung im Vordergrund, der Motor soll nur bei harten Anstiegen unterstützen und so die Herzfrequenz etwas im Zaum halten. An dieser Stelle ist das Ridley wieder ganz typisch Gravelrad. Der Rahmen? Natürlich aus formschönen Carbon! Geschaltet? Wird mit grundsolider Shimano-Hardware. Zum Einsatz kommt eine Mischung aus der Gravelgruppe GRX auf 600er- und 800er-Niveau, was in etwa den klassischen Rennradgruppen 105 und Ultegra entspricht. Die Bremse ist wie üblich aus demselben Konzern, beißt bei unserem Testrad aber in Srams Centerline Bremsscheiben mit 160er-Durchmesser.
Als Reifen setzen die Belgier auf Gummis von Vittoria, die "Terreno" getauften Rundlinge sind gute Allrounder für Schotter und Straße, aber keine Matsch-Spezialisten. Die Front sogar eher hoch. Rassig wie ein Rennrad ist das nicht, wir würden die Sitzposition eher als touristisch aufrecht bezeichnen. Das passt gut, denn dank des für Nabenmotor-Verhältnisse vergleichsweise großen Akkus kann man reichlich Meter machen. Unsere Feierabend-Testrunde um Stuttgart quittierte das System trotz einiger fieser Anstiege mit rund 40 % Akkuverlust auf etwas über 45 Kilometern mit rund 700 Höhenmetern.
Insgesamt ist der Motor aber kein Kraftmeier wie beispielsweise Boschs Light-Primus SX - der X20 säuselt lieber unauffällig nebenher und ist quasi unhörbar. Er ist trotz angegebener 55 Nm nicht der stärkste Motor im E-Bike-Reigen, besonders an supersteilen Anstiegen fehlt ihm merklich Schubkraft. Dafür geht er umso harmonischer und unmerklicher zur Arbeit, dagegen ist die Konkurrenz von nebenan deutlich ungehobelter.
Puristen sich hingegen über das dezente LED-Multifunktionsband auf dem Oberrohr freuen. Als grobe Info-Ebene reicht das, zur Not muss man mit der App den genauen Akkustand auslesen. Ansonsten fährt sich das Ridley wie ein typisches Gravelbike - und das ist gut so. Die verbaute Zweifach-GRX auf 105er-Niveau schaltet mechanisch, praktisch, gut, ist ein echter Dauerläufer und im Unterhalt günstig. Die etwas wilde Kombi aus Shimano Bremszangen und Sram-Centerline-Scheiben haben wir so noch kein zweites Mal gesehen, funktionierte aber selbst im Talsturz jenseits der 60 km/h prima.
Somit darf man das E-Grifn mit gerade einmal 97,6 Kilo beladen, kein Wunder also, dass das Rad keine Schraubpunkte an der Gabel hat. Auch ärgerlich: Anders als bei größeren E-Bikes üblich kann man den Akku nicht einfach per Klappe entnehmen. Ist das ein Dealbreaker? Jein. Wer ebenerdig wohnt, kann das Rad gut und gerne flott in der Wohnung laden - oder muss die vergleichsweise sehr leichten 13,4 Kilo durch den Hausflur schleppen.
Weitere E-Gravelbike Modelle im Überblick
Neben den bereits genannten Modellen gibt es eine Vielzahl weiterer E-Gravelbikes auf dem Markt, die sich in ihren Eigenschaften und Einsatzbereichen unterscheiden. Hier eine kurze Übersicht:
- Bulls Grinder Evo 550: Reduziertes E-Gravelbike mit Bosch-Heckmotor und großem Akku.
- Canyon Grizl:ON CF 9: Vielseitiges E-Bike mit Bosch SX-Motor und Rockshox Rudy-Federgabel.
- S-Works Turbo Creo 2: Oberklasse-Abenteuerbike mit Specialized-Mittelmotor und Future Shock-Federung.
- Cervelo Rouvida Gravel: Gravel- und Roadversion in einem, mit Fazua Ride 60-Mittelmotor.
- Stevens E-Getaway: Carbonrahmen mit TQ-HPR50-Mittelmotor und optionalem Zusatzakku.
- Scott Solace Gravel eRide 10: Aerodynamisches E-Bike mit TQ-HPR50-Mittelmotor und Zipp 303-Carbonlaufrädern.
Diese Modelle zeichnen sich durch unterschiedliche Motoren, Akkus, Rahmenmaterialien und Ausstattungsmerkmale aus. Die Wahl des richtigen E-Gravelbikes hängt stark von den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben des Fahrers ab.
E-Gravelbike Testfeld im Detail
Um einen besseren Überblick über die verschiedenen E-Gravelbikes zu erhalten, ist es hilfreich, die wichtigsten technischen Daten und Eigenschaften in einer Tabelle zusammenzufassen:
| Modell | Motor | Akku | Gewicht | Preis | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|---|
| Specialized Turbo Creo 2 | Specialized SL 1.2 | 320 Wh | ca. 14 kg | ab 6000 € | Future Shock-Federung, elektronische Schaltung |
| Fiido C21 | Mivice M080 | 208 Wh | unter 18 kg | 999 € | Günstiger Preis, smarte Funktionen |
| Canyon Commuter:ONfly 7 | FAZUA Ride 60 | 430 Wh | ca. 18 kg | 3.499 € | Entnehmbarer Akku, urbane Ausstattung |
| Ridley E-Grifn | Mahle X20 | 350 Wh | 13,4 kg | ab 5499 € | Leicht, Carbonrahmen |
| Bulls Grinder Evo 550 | Bosch Performance Line SX | 520 Wh | 17,9 kg | 3599 € | Heckmotor, großer Akku |
| Canyon Grizl:ON CF 9 | Bosch Performance SX | 400 Wh | 15,55 kg | 6999 € | Federgabel, vielseitig |
| S-Works Turbo Creo 2 | Specialized 1.2 SL | 320 Wh | 12,96 kg | 13.000 € | Oberklasse, leicht |
| Cervelo Rouvida Gravel | Fazua Ride 60 | 430 Wh | k.A. | 10.699 € | Road- und Gravelversion |
| Stevens E-Getaway | TQ-HPR50 | 360 Wh | 12,9 kg | 6399 € | Leicht, optionaler Zusatzakku |
| Scott Solace Gravel eRide 10 | TQ-HPR50 | 360 Wh | 12,56 kg | 9999 € | Aerodynamisch, leicht |
Fazit
Die Welt der E-Gravelbikes ist vielfältig und bietet für jeden Bedarf das passende Modell. Ob sportlich, alltagstauglich oder abenteuerlustig - die Auswahl ist groß. Bei der Wahl des richtigen E-Gravelbikes sollte man jedoch nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die individuellen Bedürfnisse und Vorlieben achten. Ein abnehmbarer Akku kann dabei ein entscheidender Vorteil sein, insbesondere für Stadtbewohner ohne Lademöglichkeit in der Nähe des Stellplatzes.
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