Ligurische Grenzkammstraße (LGKS): Motorrad-Erfahrungen und Abenteuer

Die Ligurische Grenzkammstraße (LGKS) ist nicht irgendeine beliebige Straße durch die Alpen. Sie führt als ehemalige Militärstraße entlang der französisch-italienischen Grenze. Die LGKS - auf Italienisch „Alta via del Sale“, auf Französisch „Route du Marguareis“ ist eine spektakuläre Militärstraße entlang der französisch-italienischen Grenze in den ligurischen und den Seealpen.

Militärisch genutzt wurde die Ligurische Grenzkammstraße vornehmlich zwischen den beiden Weltkriegen. Bis heute säumen zahlreiche Forts die Kammstraße. Der ungewöhnliche Straßenverlauf erklärt sich dadurch, dass die Ligurischen Grenzkammstraße schon am Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurde. 1947 änderte sich dann der Grenzverlauf zwischen Italien und Frankreich. Dass die Strecke heute gleich mehrmals die Grenze passiert, sollte einen nicht wundern, schließlich war die Region seinerzeit stark umkämpft, und der Grenzverlauf änderte sich mehrmals. Sie überquert mehrmals die Grenze zwischen beiden Staaten, weshalb sie früher auch gerne als Schmugglerweg benutzt wurde.

Wer Spaß an Abenteuern hat, sollte mal die Ligurische Grenzkammstraße unter die Räder nehmen. Sie eignet sich für kompakte 4x4 Offroad Fahrzeuge, SUV Crossover Geländewagen, ATV-Quads, Enduros und Reiseenduros. Lust auf einen ordentlichen Adrenalin-Kick? Dann seid ihr an dem 1.800 bis 2.100 Meter hohen Grenzkamm zwischen Frankreich und Italien genau richtig.

Wer die Ligurische Grenzkammstraße befahren möchte, braucht ein geeignetes Motorrad, Schotterfahrung und viel Mut, vor allem, um nicht in den Abgrund zu schauen, da die Wege größtenteils unbefestigt sind. Der schmale einspurige Track ist an vielen Gefahrenstellen ungesichert und hat kaum Ausweichstellen. Offroad Fahrer mit wenig Erfahrung auf Bergstrecken sollten allerdings erst einmal woanders üben. Der Weg ist anstrengend, kräftezehrend, im besten Sinne des Wortes grenzerfahrend und aufwühlend - aber auch beeindruckend und grandios!

WICHTIG: Die Ligurische Grenzkammstraße führt etwa 60 Kilometer durch fast völlig unbewohnte Alpenregionen. Auch wenn ihr einen Schrauber und die wichtigsten Ersatzteile dabei habt, kann eine Panne unterwegs aufgrund der unbeständigen Witterungsverhältnisse im Hochland ziemlich problematisch werden. Checkt also eure Allradfahrzeuge oder Geländemotorräder ausgiebig durch, bevor ihr die LGKS attackiert. Und fahrt dort niemals allein, ganz egal, mit wie viel Offroad Erfahrung ihr aufwarten könnt. Redaktions-Hinweis: Man ist hier in hochalpinen Landschaften unterwegs. Respekt vor anderen Verkehrsteilnehmern, aber auch der Umweltschutz sollten selbstverständlich sein. Also: Nur auf den ausgewiesenen Wegen bleiben und seinen Müll wieder mitnehmen.

Streckenabschnitte und Besonderheiten

Wer sich für den offiziellen Einstieg zur LGKS ūber Limone Piemonte entscheidet, startet die seinen Offroad-Trip in der Nähe des Fort Central auf der Nordrampe des Colle di Tenda. Nach etwa acht kurvigen Kilometern kommt auch schon die legendäre Kehre am Zabriskie Point kurz vor dem Col de la Boaire. Es gibt wohl kaum eine andere Spitzkehre in den Seealpen, die so oft fotografiert wurde wie die am Zabriskie Point. Die langgezogene Kehre befindet sich kurz vor dem Col de la Boaire und wurde beim Bau der Ligurischen Grenzkammstraße in die Felsen hinein gehauen. Sie bietet eine fantastische Aussicht.

Mit der Überquerung des Gebirgspasses habt ihr die Grenze zwischen Italien und Frankreich überschritten. Die Strecke von hier bis zum Colle Malaberghe ist dafür bekannt, dass sie die größte fahrtechnische Herausforderung auf der ganzen Ligurischen Grenzkammstraße darstellt. Es gibt dort Auswaschungen, kleine Felstreppchen, Längsrillen und an manchen Stellen ist der Schotterbelag extrem grob. Knapp zwei Kilometer weiter erreicht ihr den Col des Seigneurs und seid schon wieder in Italien gelandet. Wer jetzt gern etwas relaxen möchte, kann das auf der Terrasse des nahe gelegenen Rifugio Don Barbera erledigen. Anschließend kommt auf dem Weg zum Colle delle Vecchie ein spektakulärer Streckenabschnitt unter einem Felsüberhang.

Hier müsst ihr euch entscheiden, ob ihr direkt den Südabschnitt der Ligurischen Grenzkammstraße in Angriff nehmt, oder euch vorher eine - wohlverdiente - Pause gönnen wollt. Die Südroute verläuft weiter über den Passo di Tanarello. Sie ist nicht mautpflichtig, wird aber auch weniger gut instand gehalten als die Nordroute der LGKS. Hinter dem Pass erwarten euch bis zum Passo di Collardente im Roya-Tal ähnliche Herausforderungen wie am Colle de la Boaire. Weiter geht’s etwa vier Kilometer durch waldiges Gelände zur Basse di Sanson. Dann folgt eine lange Schotterstrecke bis zum Col Bertrand. Nicht weit davon habt ihr einige Kehren zu bewältigen, bis die Alpenpiste den Grenzkamm verlässt. Jetzt geht es bergab zum Colle Melosa. Dort endet die alpine Schotterpiste und mündet in eine asphaltierte Strecke in Richtung Colla di Langan. Von da aus fällt die SP65 ganz gemütlich ab in Richtung Pigna auf 280 Metern ü.d.M.

Einkehr und Verpflegung

Etwas unterhalb des Col des Seigneurs liegt das Rifugio Don Barbera im Tanaro Hochtal. Die Inhaber bieten ihren Gästen neben Kaffee und selbst gebackenem Kuchen auch Lunchpakete, Sandwichs und ein Tagesgericht an. Wer die Abzweigung nach Mónesi nimmt, findet dort ein Restaurant im Rifugio „La Vecchia Partenza“. Es ist täglich zwischen 7:00 und 21:00 Uhr geöffnet. Hungrige Offroader können sich hier an typisch italienischen Spezialitäten satt essen: Die Hausmacher Ravioli und Antipasti sind besonders zu empfehlen. Preislich liegt das Restaurant in Mónesi im mittleren Bereich.

Aktuelle Informationen und Einschränkungen

Im Sommerhalbjahr ist der regulierte Teil zwischen Preit und Colle Valcavera nachts und an den Wochenenden zwischen 15.6. und 15.9.23 komplett gesperrt, zusätzlich eine Woche vor und nach Ferragosto (15.8.).

Eine Ampel wurde am 9. August 2024 von der Gemeinde Limone Piemonte im Abschnitt zwischen Perla und Boaria installiert und in Betrieb genommen.Fahrzeit: 20 Minuten max.Ampelposition:Limone-Seite: am Ende des Abstiegs la Perle.Nähe Colle Boaria: an der Casermatte.

  • Montag bis Freitag: Nur Fußgänger und Radfahrer zugelassen (wegen Sicherungsarbeiten nach Erdrutsch).
  • Samstag und Sonntag: Straße auch für Fahrzeuge geöffnet, sofern keine Bauprobleme bestehen.
  • Von Briga Alta kommend: Fahrzeuge müssen unter der Woche am Rifugio Don Barbera halten (keine Weiterfahrt, außer am Wochenende).
  • Online-Tickets: Ab 9. Juni auf www.altaviadelsale.com erhältlich.

Die Strada dei Cannoni (Varaita-Maira-Kammstraße) ist ab 2025 in einem Modellprojekt nur noch an zwei Tagen pro Woche für motorisierte Fahrzeuge geöffnet - dienstags und donnerstags. Es wird keine Maut geben, aber Zählanlagen werden an den Einfahrten installiert. Die grundlegenden Streckendaten: etwa 45 Kilometer Schotter mit Schwierigkeitsgraden 3-5 und zahlreichen militärischen Relikten. Die Geschwindigkeit und die Befahrbarkeit gilt vom 1. Juni bis 31. Oktober mit Geschwindigkeitsbegrenzungen von maximal 30 km/h.

Entwicklung der Besucherzahlen

Seit den Corona-Jahren sind die Gästezahlen auf der Ligurischen Grenzkammstraße stark gestiegen. Seit 2016 stiegen die Motorradbesucherzahlen am Eingang Limone Piemonte um 62 % (von 2214 auf 3608 Motorräder). Die Zahl der Autos stieg ähnlich von 1302 auf 1991 Fahrzeuge im Jahr 2022. Ab 2022 kamen noch einmal 3000 zahlenden Mountainbiker dazu.

Eine detaillierte Auswertung hat die Azienda Turistica Locale Cuneese (ATL) vorgelegt. Anhand derer kann man besser planen. Tatsächlich kamen nur 24,5 % der Gäste aus Italien, 11,5 % aus der Schweiz, 20,5 % aus Frankreich und 29,4 % aus Deutschland. Hier wird anscheinend die größte Faszination ausgeübt.

Mautgebühren

Nordabschnitt Maut: 20,00 € für Geländewägen, für Enduros 15 €. vom 1. November bis mindestens zum 31.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

Die Ligurische Grenzkammstraße (LGKS) ist eine spektakuläre ehemalige Militärstraße entlang der französisch-italienischen Grenze, die sich ideal für Offroad-Abenteuer mit dem Motorrad eignet. Hier sind die wichtigsten Informationen:

  • Lage: Ligurische und Seealpen, entlang der französisch-italienischen Grenze.
  • Geeignet für: Kompakte 4x4 Offroad Fahrzeuge, SUV Crossover Geländewagen, ATV-Quads, Enduros und Reiseenduros.
  • Anforderungen: Geeignetes Motorrad, Schotterfahrung, Mut.
  • Maut: Nordabschnitt: 20,00 € für Geländewägen, 15 € für Enduros.
  • Öffnungszeiten: Beachten Sie saisonale Sperrungen und aktuelle Informationen.
  • Besonderheiten: Zahlreiche Forts, Grenzübergänge, spektakuläre Kehren (z.B. Zabriskie Point).
  • Einkehr: Rifugio Don Barbera, Rifugio „La Vecchia Partenza“ in Mónesi.

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