Sichere Motorradbeförderung auf Fähren: Vorbereitung und Tipps

Wenn eine Fährüberfahrt mit dem Motorrad bevorsteht, ist eine gute Vorbereitung wichtig, um unangenehme Überraschungen und Verzögerungen zu vermeiden. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen, wie Sie Ihr Motorrad auf der Fähre optimal sichern und was Sie sonst noch beachten sollten.

Vorbereitungen auf die Fährfahrt

Einige Fährbetreiber stellen Motorradreisenden Spanngurte und Schutzmaterial zur Verfügung, andere nicht. Fragen Sie im Zweifelsfall vorher bei der Fährgesellschaft nach. Es ist ratsam, mindestens zwei eigene Zurrgurte und Schutzmaterial als Gurtunterlage mitzuführen.

Vor der Fährfahrt sollten Sie sich mit Ihren Spanngurten vertraut machen, diese auf Beschädigungen prüfen und geeignete Abspannpunkte an Ihrem Motorrad finden. Stellen Sie sicher, welche Teile nicht abgeklemmt werden dürfen oder wo es zu Scheuerstellen durch die Gurte kommen kann. Für diese Stellen können Sie entsprechend Schutzmaterial (z. B. Stoffreste oder Handtücher) mitnehmen.

Bei selbstständig einklappenden Seitenständern sollten Sie einen zusätzlichen Gurt zur Sicherung mitführen. Mit einem durch das Vorderrad gefädelten Gurt kann der Seitenständer nach vorne gebunden werden.

Machen Sie sich Gedanken, wie Sie die Vorderradbremse auf der Fähre anziehen und fixieren können. Bei der Verwendung von Kabelbindern sollte ein kleiner Seitenschneider mitgeführt werden. Alternativ bietet sich ein Gummi oder ein kleiner Gurt an.

Utensilien, die Sie während der Überfahrt und einer eventuellen Übernachtung an Bord benötigen, sollten gut zugänglich auf dem Motorrad verstaut werden.

Tipps für eine entspannte Auffahrt

Es ist ratsam, nicht mit einem bis zur Oberkante gefüllten Tank auf die Fähre zu fahren. Bei Seegang kann Benzin auslaufen, auch wenn es sich nur um kleine Mengen handelt. Außerdem lässt sich ein leichteres Motorrad einfacher sichern.

Beim Beladen großer Seefähren werden Motorradfahrer meist zu Beginn oder am Ende des Ladevorgangs in die Fähre eingewiesen. Oft herrscht Zeitdruck, weshalb es hektisch zugehen kann. Lassen Sie sich nicht hetzen! Die Böden der Fährendecks sind häufig mit glatter Farbe lackiert und können zusammen mit Wasser und Öl sehr rutschig sein. Befahren Sie die Rampen nur auf den geriffelten, griffigeren Spuren.

Achten Sie darauf, dass die Rampen weitgehend frei sind, sodass Sie diese ohne Unterbrechung hochfahren können. Drängeln Sie nicht, um vermeintlich bessere Plätze zu bekommen. Halten Sie beim Auffahren auf die Fähre ausreichend Abstand, besonders zu großen Fahrzeugen (Lkw, Wohnwagengespanne, Wohnmobile), hinter denen das Motorrad leicht verschwinden kann. Große Fahrzeuge benötigen oft Rangierraum.

An Bord sollte Ihnen das Personal einen geeigneten Motorradstellplatz zuweisen - fragen Sie im Zweifelsfall nach.

Tipps zur Sicherung des Motorrads

Verlassen Sie sich nicht blind darauf, dass die Besatzung das Motorrad sichert. Fragen Sie sicherheitshalber nach, ob Sie selbst Hand anlegen können, sollen oder müssen. Wer sich nicht zutraut, das Motorrad selbst zu verzurren und zu sichern, kann sich an das Bordpersonal wenden, das in der Regel gerne hilft und Fragen beantwortet.

Das Abstellen auf dem Seitenständer ist generell besser als auf dem Hauptständer, da das Fahrzeug so drei feste Auflagepunkte hat und nicht ins Wackeln geraten kann. Legen Sie den ersten Gang ein und sichern Sie selbstständig einklappende Seitenständer mit einem Gurt, der z. B. durch das Vorderrad gefädelt wird, nach vorne.

Die Vorderradbremse kann zusätzlich mit einem Kabelbinder oder Ähnlichem angezogen werden. Da es beim Verlassen der Fähre schnell gehen muss, legen Sie ggf. einen Seitenschneider in den Tankrucksack.

Steht das Motorrad auf dem Hauptständer, kann ein Keil unter den Freiraum des Vorderreifens geklemmt werden, um ein Kippen zu verhindern. Schalten Sie die Alarmanlage aus, falls vorhanden und möglich.

Verzurren Sie das Motorrad zwischen den festgelegten Punkten und entsprechenden Bodenösen mit den Gurten. Brauchbare Abspannpunkte sind je nach Motorrad: Gabelbrücken, Lenker, Motorschutzbügel, Fußrastenausleger, Rahmenrohre oder Gepäckträger. Sichern Sie die Gurte immer gegen Öffnen, aber überspannen Sie sie niemals.

Als Mindestsicherung sollte ein Gurt quer über die Sitzbank das Motorrad in den Seitenständer drücken. Hier kann es von Vorteil sein, Schutzmaterial als Gurtunterlage dabei zu haben.

Machen Sie einen Wackeltest: Einmal ordentlich rütteln deckt schnell Sicherungslücken auf.

Sollten trotzdem fremdverschuldete Schäden entstanden sein, müssen diese vor dem Verlassen der Fähre beim Personal beanstandet und dokumentiert werden.

Cargo-Securing-Manual (CSM)

Nach Angaben der Scandlines Deutschland GmbH werden Motorräder genau nach den Vorgaben des Cargo-Securing-Manual (CSM) gesichert (gelascht) und auf eigens dafür eingerichteten Stellplätzen an Bord gestaut.

Dieses Manual stellt alle auf dem Schiff transportierten Ladungsarten (u.a. auch Motorräder) dar und zeigt darüber hinaus verschiedene Möglichkeiten der Ladungssicherung, abhängig von den äußeren Bedingungen (hier Seegangstärke).

Das Manual wird von der betreffenden Klassifikationsgesellschaft (z.B. Germanischer Lloyd oder Lloyds Register) geprüft und durch die Flagge (z.B. Deutschland) anerkannt. Die dargestellten Ladungssicherungen basieren auf entsprechenden Berechnungen und müssen ein sicheres Stauen/Transportieren unter den erlaubten äußeren Bedingungen garantieren. Da ein geprüftes CSM zur notwendigen Zertifizierung eines jeden Schiffes gehört, das Ladung transportiert, gilt dies also auch für die internationale Fahrt.

Spanngurt-Test: Was ist wichtig?

Getestet wurde in vier Kategorien, von denen die wichtigste natürlich die Ladungssicherung ist. Das Ergebnis, also wie sicher und stabil das Testgepäck insgesamt verzurrt werden konnte, ergab maximal 20 Punkte. Weitere fünf konnten jeweils durch die Kategorien „rund“, „eckig“ und „soft“ gesammelt werden. Stellvertretend dafür haben wir versucht, einen Helm, einen Karton und eine Packrolle zu befestigen. Noch mal fünf Zähler konnten mit besonders schonendem Kontakt zu Motorrad und Gepäck gesammelt werden.

Mit 30 Maximalpunkten die zweitwichtigste Kategorie war das Handling der Produkte. Wie nervig, wie umständlich oder einfach ist das Packen mit ihnen? Wie gut lassen sie sich selbst verstauen? Ist die Funktionsweise selbsterklärend? Sind die Haken und Ösen tauglich für Motorräder? All das beantwortete der Test.

Auf dem Weg zu vollen 100 Punkten gab es weitere 20 Punkte für die Variabilität zu erzielen. Hier wurden Verstellbarkeit, die Verfügbarkeit verschiedener Modelle und Längen, die Praxistauglichkeit der Länge und Größe und die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten bewertet.

Wie immer wurde im letzten Schritt die Verarbeitungsqualität und die prognostizierte Haltbarkeit überprüft. Unterteilt in Gurt - also Textil oder Gummi - und Haken beziehungsweise Gurtenden.

Der beste Gurt, der sicherste Expander und die schonendsten Haken bringen nichts, wenn man sie nicht befestigen kann. Und der MOTORRAD-Testfuhrpark sagt eindeutig: Das ist gar nicht so selten. Je sportlicher das Heck, desto weniger wurde seitens der Hersteller an die Unterbringung von Gepäck gedacht. Neben der Halterung der Soziusrasten sieht es da oft sehr eng aus. Die Filialisten und Onlineshops Polo und Louis haben - wie einige Baumärkte auch - hierfür eine Lösung: Zusatzösen zum Anbringen, zum Beispiel am Kennzeichenhalter oder wo immer man Platz und Schrauben findet, um die Doppellöcher unterzubringen.

Ein Gepäcknetz kann nicht das Gleiche können wie ein Spanngurt.

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