Actioncams sind klein, robust und werden mit speziellen Halterungen verkauft, weshalb sie auch gerne als Helmkamera bezeichnet werden. Doch damit hören die Gemeinsamkeiten schon auf, denn sowohl Preis- als auch Qualitätsunterschiede der Mini-Videokameras sind enorm. Im CHIP-Testlabor haben wir empfehlenswerte und beliebte Actioncams einem standardisierten Test unterzogen, darunter alle aktuell erhältlichen GoPro-Modelle, aber auch Alternativen von DJI und Insta360 sowie zum Vergleich sehr günstige Modelle. Die detaillierten Ergebnisse des umfangreichen Tests finden Sie in unserer Bestenliste der Actioncams, unterteilt in die Kategorien Videoqualität, Ausstattung und Akkuleistung. Welches Modell für Sie das richtige ist, hängt nicht nur von der Platzierung ab, sondern auch Ihrem Budget und dem Einsatzzweck, etwa als Helmkamera.
Die Motorrad-Saison 2024 ist eingeläutet und bei aktuell feinstem Sonnenschein fragt sich natürlich der eine oder die andere Bikerin: Welches ist die perfekte Kamera zum Aufnehmen und Teilen meiner Motorradfahrten? Mit einer guten und leistungsstarken Motorradkamera kannst Du deine Fahrten immer wieder neu erleben, das Freiheitsgefühl auf Reisen teilen oder auch bei Unfällen und anderen Ereignissen als Augenzeuge helfen.
Warum eine Action Cam für Motorradfahrten?
Smartphones können theoretisch auch Videos aufnehmen, aber sie sind natürlich nicht so robust und haben nicht die fortschrittlichen Funktionen von speziell für Motorräder entwickelten Kameras. Mit hervorragender Videostabilisierung, wetterfester Versiegelung, individuellen Halterungen und Akkus ermöglichen dir die heutigen Action Cams wie X4, wichtige Momente zuverlässig zu filmen.
- Beweissicherung: Auf der Straße kann (leider) viel passieren. Mit einem eindeutigen und glasklaren Videobeweis hast du quasi einen Augenzeugen bei dir.
- Rechtslage: Die Rechtslage in Deutschland übrigens erlaubt die Nutzung von (Dash-) Cams, auch am Motorrad. Hierbei muss jedoch beachtet werden, dass keine personenbezogenen Daten unrechtmäßig erhoben und verarbeitet werden und die Sicht des Fahrers nicht beeinträchtigt wird.
- Prävention: Die Präsenz einer Kamera am Motorrad kann Autofahrer davon abhalten, gefährliche Überholmanöver, Spurwechsel o.ä. in deiner direkten Nähe durchzuführe.
- Kreativität: Mit aktuellen Action-Kameras kannst du ganz einfach Motovlogs, Timelapses, Hyperlapses und vieles mehr aufnehmen.
Montagepositionen für Motorradkameras
Die richtige Montage deiner Motorradkamera ist entscheidend für klare Aufnahmen und den Schutz deiner Ausrüstung im Falle eines Sturzes.
- Helm: Wenn du die Kamera direkt unter deinem Helm anbringst, erhältst du aufregende POV-Aufnahmen von deiner Fahrt. Bei einem Motorrad mit Helmkamera wird die Kamera so positioniert, dass sie die Sicht auf wichtige Bedienelemente und Anzeigen nicht behindert.
- Brust: Wenn du dir die Kamera vor der Brust trägst, kannst du Aufnahmen aus einer breiteren Perspektive machen oder sogar deinen Tacho damit filmen. Dein Publikum kann dadurch die Geschwindigkeit, Drehzahl oder die Gangwechsel sehen - das lässt dein Video noch immersiver werden.
- Tank: Wenn du die Kamera am Tank deines Motorrads anbringst, erhältst du einen einzigartigen Blickwinkel vom Motorrad selbst. Dieser Winkel fängt die Körperbewegungen des Fahrers und die Interaktion mit den Bedienelementen ein und zeigt gleichzeitig die Straße vor ihm. Tankhalterungen verwenden in der Regel einen Klebesockel oder ein Gurtsystem, um die Kamera fest zu fixieren.
- Lenker: Wenn du die Kamera am Lenker deines Motorrads anbringst, hast du einen stabilen und ungehinderten Blick auf die Straße, ähnlich wie bei einer Dashcam. Diese Montageposition ist besonders nützlich für Aufnahmen beim Carving oder auf der Rennstrecke, wenn du dich auf die Fahrlinien und die Schräglagen des Motorrads konzentrieren willst. Lenkerhalterungen werden normalerweise an den Lenker geklemmt oder verwenden ein sicheres Gurtsystem, damit die Kamera während der Fahrt nicht verrutscht.
Top-Modelle im Vergleich
Besonders empfehlenswerte Kameras aus unserem Testfeld haben wir hier in der Tabelle aufgelistet.
GoPro Hero 13 Black
Die GoPro Hero13 Black hat im CHIP Testcenter mit einem fast durchweg exzellenten Ergebnis überzeugt. Unschlagbar ist die Actioncam in der Ausstattung: Zur hohen 5,3K-Auflösung und beeindruckenden Burst-Zeitlupen gesellen sich professionelle Videofeatures und ein souveräner Bildstabilisator. Der nahezu quadratische 8:7-Sensor eignet sich sowohl für vertikale als auch für 16:9-Videos. Das Gehäuse der Hero13 kommt mit einer zusätzlichen Magnet-Halterung, außerdem sind spezielle Linsenvorsätze erhältlich, etwa ein Makro-Objektiv oder verschiedene ND-Filter. Die Videoqualität ist sehr gut: Die Aufnahmen zeigen Schärfe und Brillanz bei Tageslicht, bei wenig Licht lässt die Schärfe leicht nach. Für die Generation 13 hat GoPro einen neuen Enduro Akku entwickelt mit 1.900 mAh, dennoch sind die von uns gemessenen Akkulaufzeiten mit 102 Minuten Aufzeichnung in UHD-Auflösung nicht überragend.
Vorteile:
- Hervorragende Bildqualität
- Beste Bildstabilisierung
- GPS, Dateneinblendung, bis zu 400 Bilder/Sek. im Foto-Modus
- Gehäuse unterstützt neue Objektiv-Module (Makro, Ultraweit, Anamorph)
Nachteile:
- Neuer Akku, nicht rückwärtskompatibel mit den alten
- Teuer, erst recht mit Extra-Objektiven
DJI Osmo Action 5 Pro
Auch die Osmo Action 5 Pro ist auf dem Papier ein richtig guter Deal. Die Bildstabilisierung schaut top aus, zudem gibt es einen internen Speicher, mit rund vier Stunden soll die Osmo zudem sehr lange aufzeichnen können. Und knapp 80 Euro günstiger als die Hero 13 Black ist sie auch noch. Schade jedoch: Das praktische Makro-Objektiv der GoPro-Konkurrenz sucht man vergebens, die eingesetzte Magnethalterung brachte uns schon bei den Vorgängern im harten Traileinsatz leichte Mikroruckler ins Bild.
Vorteile:
- Hervorragende Bildqualität, super Bildstabilisierung
- Interner Speicher, erweiterbar, OLED-Displays vorn/hinten
- Sehr gute Akkulaufzeit gerade im Vergleich zur GoPro
- Recht günstig
Nachteile:
- Kein Makro- oder Anamorph-Objektiv verfügbar
- Magnethalterung nicht ideal für ruckelige Action
Insta360 Ace Pro 2
Insta360 fällt immer wieder mit vergleichsweise wilden GoPro-Konkurrenten auf. Vorgänger hatten beispielsweise verschiedene Objektiv-Aufsätze losgelöst vom Prozessor-Gehäuse. Nicht minder innovativ geht die Ace Pro 2 in den Kampf um die Gunst der Käuferschaft: Satte 8k Videoauflösung soll sie bieten - das ist Rekord in dieser Übersicht. Zwar gibt es nur vereinzelt entsprechende Fernseher, die solche Pixelmassen unterstützen, im Videoschnitt eröffnen sich so aber größere Nachbearbeitungsmöglichkeiten. Das Leica-Objektiv ist leider nicht wechselbar, dafür gibt's eine Anbindung zu Garmin-Geräten und Apple-Watches. Cool zudem: Insta360 verspricht dank eines neuentwickelten Mikrofons den besten Sound der Klasse.
Vorteile:
- Erste Actioncam mit 8k-Aufnahme
- Nach vorne schwenkbares Display (Mitbewerber sind starr)
- Kompatibel mit Garmin- und Apple-Geräten für Datenaufzeichnung
Nachteile:
- Eher teuer
- Keine Extra-Objektive verfügbar
- Schwache Akkulaufzeit laut Herstellerangabe
| Modell | Max. Auflösung | Akkulaufzeit | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| GoPro Hero 13 Black | 5,3k bei 60 FPS / 4k bei 120 FPS | bis zu 90 Minuten (4k 30 FPS) | Austauschbare Objektive, GPS-Modul |
| DJI Osmo Action 5 Pro | 4k bei 120 FPS | ca. 4 Stunden | Interner Speicher, OLED-Displays |
| Insta360 Ace Pro 2 | 8k bei 30 FPS / 4k bei 120 FPS | bis zu 180 Minuten (Full-HD 24 FPS) | Leica-Objektiv, kompatibel mit Garmin/Apple |
Weitere Actioncams im Überblick
Actioncams von DJI, GoPro und Insta360 dominieren den Markt, doch auch abseits dieser großen Namen gibt es spannende Alternativen, die besonders für Radfahrer interessant sein können. 2024 zeigen weniger bekannte Hersteller, was sie zu bieten haben - und setzen auf innovative Features, die oft in Preis und Leistung überzeugen. Von handlichen Kompakteinstellungen über robuste Modelle für extreme Bedingungen bis hin zu Kameras, die in Puncto Akku und Bedienkomfort neue Maßstäbe setzen.
Worauf sollte man beim Kauf einer Action Cam achten?
Wer sich ein entsprechendes Gerät anschaffen will, sollte sich zunächst die Frage stellen, wo und wofür es eingesetzt werden will. Wer einfach seine sportlichen Eskapaden für die Heim-Videosammlung festhalten oder schlicht ein paar Videos seines Schnorchel-Urlaubs sammeln will, braucht ein deutlich weniger anspruchsvolles Gerät als Anwender, die den professionellen Einsatz für Film- und Fernsehaufnahmen oder YouTube-Videos planen.
Speicherkarten
Auch Actioncams nutzen - wie alle Digitalkameras - Speicherkarten als Datenträger. Durch die 4K-Aufzeichnung mit zum Teil hohen Bildraten fallen enorme Datenmengen an. Diese müssen natürlich zuverlässig auf der Micro-SD-Speicherkarte landen. Schnelle Speicherkarten sind also Pflicht, andernfalls muss mit Rucklern oder gar Fehlermeldungen der Kamera gerechnet werden. Daher ist es sinnvoll, beim Kauf der Kamera noch die passende Speicherkarte zu erwerben. Wir empfehlen den V60-Standard, der Schreibraten von mindestens 60 MB/s garantiert.
Bildfrequenz
Vor allem für den professionellen oder kreativen Einsatz des aufgezeichneten Videomaterials ist es wichtig, dass die Action Kameras eine möglichst hohe Bildfrequenz unterstützt. Die typische Wiedergabegeschwindigkeit von 4K-Material ist 30 Bilder pro Sekunde - das bedeutet, dass ein Gerät mit einer 60-BpS-Bildrate in der Nachbearbeitung einen Zeitlupen-Effekt erlaubt, indem die 60 Bilder auf 30 heruntergedreht und die Wiedergabezeit der Szene damit verdoppelt wird. Gerade bei spektakulären Action-Aufnahmen kann das eine noch ansprechendere Wirkung entfalten, weshalb mehr Bilder immer besser sind. Top-Geräte zeichnen mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde auf, heißt, dass sich die Aufnahmen auf ein Viertel der Geschwindigkeit bremsen lassen.
Auflösung
Manche Hersteller bewerben ihre Kameras mit 5,3, 6 oder sogar 8K. Das hat in der Nachbearbeitung den Effekt, dass sich das Videomaterial notfalls auf 4K beschneiden und damit eine Art digitaler Mini-Zoom erzeugt werden kann. In der Praxis haben Auflösungen jenseits der 4K derzeit aber kaum einen Einsatzzweck und erzeugen zuvorderst höhere Datenmengen, was wiederum höhere Ansprüche an die Speicherkarte und den heimischen Rechner stellt. Allerdings bedeutet eine höhere Video-Auflösung in aller Regel auch schnellere Elektronik und nicht zuletzt höhere Auflösungen bei der Erstellung von Fotoaufnahmen. Letztere sind natürlich zweitrangig - wer die Kamera jedoch auch zum Fotografieren nutzen will, sollte darauf achten, dass die Auflösung stimmt und der Auslöser gut erreichbar ist. Im Fall der Fälle können aber auch immer Standbilder aus dem Videomaterial extrahiert werden: Die haben bei 4K rund 8 Megapixel, bei 6K sind es sogar schon rund 18 Megapixel.
Robustheit
In der Anwendung, sei es für eine rasante Sportart oder um die Kamera auf dem Rücken eines spielenden Hundes oder einer unkonventionellen Position am Motorrad festschnallen zu wollen, müssen Sie schlicht damit rechnen, dass die Actioncam früher oder später herunterfällt. Daher sollten Sie darauf achten, dass Ihre Kamera besonders robust ist. Leider sind - anders als bei Outdoorkameras (siehe blauer Kasten oben) - Aussagen über Fallhöhen und Tauchtiefen bei Actioncams nicht immer gegeben. Tauchtiefen um die 10 Meter und Sturzfestigkeit um die zwei Meter sind...
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