Trotz der wachsenden Beliebtheit von Gravelbikes sind Trekkingräder nach wie vor die wahren Weltmeister der Vielseitigkeit. Sie haben sich von Mountainbikes zu sportiven Allroundern entwickelt, die auf verschiedenen Untergründen und in unterschiedlichen Situationen zurechtkommen. Vom Alltag über Pendelei bis zum Freizeittourer und kräftigen Weltentdeckerrad. Ein umfangreicher Pool an möglicher Ausstattung unterstützt Räder und Fahrer dabei.
Im Kern sind die Trekkingräder dennoch Gefährte, die primär im Alltag genutzt werden. Darum widmet sich dieser Test dem Schwerpunkt „Kettenschaltung“.
Kettenschaltung: Sportlich und anpassbar
Die Kettenschaltung ist auch deshalb typisch, weil sie diese Fahrräder sportlicher macht, als es Naben- oder Getriebeschaltung tun, zumindest ein bisschen. Eine feinere Gangabstufung lässt sich leichter mit einer großen Übersetzungsbandbreite kombinieren. Einzelteile lassen sich leicht ersetzen und tauschen. So kann man ein Rad, oder besser: dessen Schaltung, auch recht einfach an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Etwa mit einer anderen Kassette. Grundsätzlich reagiert eine Kettenschaltung knackiger, direkter und damit spontaner und sportlicher auf den Druck am Schalthebel.
Und das auch unter Last, also Pedaldruck, zum Beispiel im Antritt an einer Steigung. Bei allen Vorteilen hat eine Kettenschaltung auch Nachteile. Die Gangsprünge sind nicht immer gleichmäßig groß und besonders mit Zwei- und Dreifachkurbeln manchmal so klein, dass einzelne Gänge nahezu identisch sind. Die rechnerische Ganganzahl entspricht also nicht der nutzbaren. Sie hat auch darum einen höheren Wartungsaufwand, sprich: regelmäßige Reinigung und Pflege mit Ölen für eine reibungslosen und kraftsparenden Lauf.
Um Gewicht, Teile und die Gangwahl übersichtlich zu halten, setzen ausgehend vom Mountainbike moderne Kettenschaltungen auf Kurbeln mit einem oder zwei Kettenblättern, üblicherweise kombiniert mit entweder großen oder sehr großen Kassetten für Übersetzungsbandbreiten von bis zu 530 Prozent, allerdings zum Preis teils deutlich großer Gangsprünge. Eine Schaltung mit Einfachkurbel kommt dabei von der Idee her einer Getriebeschaltung sehr nahe, bringt aber starken Kettenschräglauf mit.
Shimano Cues: Moderne Technik für den Alltag
Die „Cues“-Familie ist Shimanos jüngstes Kettenschaltungsensemble und bietet nicht nur all diese modernen Optionen, sondern auch sonst alles, was das Trekkingherz sich wünscht und das in drei günstigen Preisklassen. So wundert es nicht, dass sie sich gerade an eher preiswerten Modellen für den Alltagseinsatz durchgesetzt hat. Der Test belegt das mehrheitlich. Entwickelt wurde die Antriebscombo, um den hohen Kräften an EBikes zu widerstehen. Das „Link-Glide“-System soll unter Motoreneinsatz für sanfte Gangwechsel sorgen.
Dass die Schaltungen, je preiswerter, desto stärker, im Test nicht ganz geschmeidig wechseln, liegt auch an der doch insgesamt einfacheren Qualität, im Vergleich etwa zu der XT-Schaltung am Tout Terrain. Insbesondere die Schalthebel und ihre Druckpunkte wirken etwas indirekter. Alle Räder bestehen aber alle Schaltsituationen. Das gilt auch für die einfachste Cues-Ausführung am Raymon.
Die Testkandidaten im Überblick
Sieben Trekkingräder, geeignet für Alltag und Tour und dabei moderat bepreist: Das ist die Grundlage dieses Tests. Allerdings hat das durchaus seine Berechtigung und spiegelt sich im linearen Zuwachs an absoluter Qualität wider, sieht man von einem „Ausreißer“ ab.
Raymon Zayn Pro
Stichwort Raymon: Räder zu geringeren Preisen haben es immer etwas schwer im vergleich mit höherpreisigen. Man kann aber besten Gewissens festhalten, dass das Zayn Pro einen sehr guten Eindruck hinterlässt. Es läuft leicht und gefällt mit ordentlicher Beschleunigung und gutem Komfort.
Radon Sunset 9.0
Trotzdem bekommt das Radon Sunset 9.0 zu Recht den Preis-Leistungs-Tipp. Es kostet faktisch nur 100 Euro mehr. Technisch ist der Sprung aber größer. Denn mit dem Radon Sunset bekommt man sehr gute Technik zu einem sehr attraktiven Preis von 1099 Euro. Herausragend ist die Luftfedergabel von RockShox. Sie begeistert mit einem top Ansprechverhalten.
Diamant Mahon Trip Plus
Das Diamant Mahon Trip Plus ist nicht nur ganz neu - es ist Teil einer Modellfamilie, die erst vor kurzem ins Leben gerufen wurde -, es gefällt auch mit seinem elegant modernen Rahmen, der ihm eine passend sportiv aktive Optik verleiht. Diamant setzt schon länger auf die Einfachheit von Einfachantrieben, was hier eine 1×11-Schaltung bedeutet.
Stevens Randonneur
Ab dem Stevens Randonneur geht es mit starren Gabeln weiter, was sich nur bei ihm selbst direkt auch im Gewicht widerspiegelt. 14,2 Kilogramm sind eine echte Ansage für die Preisklasse. Da macht der Umgang Freude und der Antritt wird beschwingt.
vsf Fahrradmanufaktur T-500
Preislich gleich, setzt die vsf Fahrradmanufaktur beim T-500 auf einen schlanken Stahlrahmen, der für diese Liga guten Komfort bieten kann.
Contoura
Weiter geht es mit Stahl bei Contoura und Tout Terrain. Das Contoura allerdings fällt mit großen Oversize-Rohren auf, die sogar den für einen Moment unaufmerksamen Tester in die Aluminium-Irre führten. Die dadurch erhöhte Rahmenfestigkeit können die breiten 27,5er-Reifen wieder erfolgreich ausgleichen und nebenbei für Leichtlauf wie Agilität des spritzigen Bikes sorgen.
Tout Terrain
Das Tout Terrain markiert die Preisobergrenze und gefällt nicht umsonst mit dem besten Rahmen und seinen Details wie dem angeschweißten Gepäckträger und integriertem Lenkanschlag. Damit kann es auch in höheren Ligen auf sich aufmerksam machen und gewinnen. Die noch moderate Ausstattung trägt es unter die 3000-Euro-Marke.
Fazit
Die sieben Räder in diesem Test wissen zu gefallen. Das gilt für das günstige Raymon Zayn Pro ebenso wie für das Tout Terrain am oberen Preisende. Sie sind vielleicht nicht direktvergleichbar, aber man kann sie vergleichen, um die Möglichkeiten, die in jedem Budget stecken, zu erkennen. Und die sind bei allen Testrädern vielseitig. Die einen sind eher alltagsorientierter, die anderen auch reisetauglicher. Freude und Vergnügen macht Fahrradfahren immer.
Die ausführlichen Testberichte der Trekkingräder lesen Sie in der Radfahren 4/2025.
E-Bike Test des ADAC: Günstig muss nicht schlecht sein
Der ADAC hat zehn preiswerte E-Bikes mit elektrischer Tretunterstützung bis 25 km/h getestet. Überprüft wurden Tiefeinsteiger-Pedelecs unter 2000 Euro auf Fahreigenschaften, Antrieb, Handhabung, Sicherheit sowie Schadstoffe.
E-Bikes und Pedelecs liegen weiter im Trend. 2023 wurden mit 2,1 Millionen Stück erstmals mehr Fahrräder mit Elektro-Unterstützung in Deutschland verkauft als "normale" Fahrräder. Besonders im Alltag und für kurze Strecken sind Pedelecs und E-Bikes mit tiefem Einstieg sehr bequem. Die aufrechte Sitzposition bei einem so genannten Tiefeinsteiger-Pedelec ist vergleichbar mit der bei einem Hollandrad und ermöglicht ein komfortables Fahrgefühl. Auch das Auf- und Absteigen wird durch den tiefen Einstieg erleichtert.
Generell ist bei günstigen Pedelecs keine Spitzentechnologie zu erwarten, aber Antriebs-, Brems- und Akkuleistung sollten vernünftige Werte aufweisen. Im Test wurden bei den Messungen auf dem Prüfstand besonders die Bremsen, die Belastbarkeit des Rahmens sowie der Motor und der Akku überprüft.
Im Gesamtergebnis des Tests sind nur zwei von zehn Pedelecs gut, fünf befriedigend, eines ist ausreichend. Aber es gibt auch zwei mangelhafte Modelle.
Deruiz E-Bike: Testsieger mit guter Reichweite
Mit einer Akku-Reichweite von 73 Kilometern im Test (genormter Reichweitenzyklus nach R200 vom Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) auf dem ADAC Prüfstand) ist mit dem Deruiz auch ein entspannter Tagesausflug möglich. Die angenehme Ergonomie, ein stabiles und laufruhiges Fahrverhalten sowie die guten Bremsen überzeugten auch beim Praxistest. Positiv fiel ebenso die direkte Schaltung auf, die gut mit dem Antrieb harmoniert. Alle Kriterien zusammen führen zu der besten Bewertung im Test. Preislich liegt das E-Bike der Marke Deruiz mit rund 1400 Euro im unteren Drittel der Testkandidaten - damit ist es günstig und trotzdem zu empfehlen.
Fischer E-Bike Cita 2.2i: Solides Pedelec mit Mittelmotor
Das Fischer E-Bike Cita 2.2i überzeugt vor allem durch sein gutes Antriebssystem. Es ist zwar ein schweres (28,8 kg Leergewicht), aber solides Pedelec. Als einziges Pedelec mit Mittelmotor im Test bietet es eine angenehm aufrechte Sitzposition und Komfort dank gefederter Sattelstütze und guter Vordergabel. Der solide Rahmen zeigt sich bei den Fahrversuchen stabil.
Heybike: Geringe Reichweite im Test
Das Modell von Heybike erreichte auf dem Prüfstand beim Test aber nur 35 Kilometer und fällt damit negativ auf. Seit langem ist das die geringste Reichweite nach der Norm R200 vom ZIV, die in einem ADAC Fahrradtest ermittelt wurde.
Weitere Testkriterien und Ergebnisse
- Reichweite und Ladedauer: Neben den allgemein eher geringen Reichweiten fiel auch die enorm lange Ladezeit besonders beim Modell von Grundig auf.
- Antrieb und Bremsen: Acht Pedelecs im Test haben einen drehfrequenzgesteuerten Antrieb. Bei zwei Pedelecs - von Fischer und Lidl/Crivit - wurde ein Drehmomentsensor verbaut.
- Sicherheit und Haltbarkeit: Beim Bremsentest auf dem Prüfstand und dem Haltbarkeitstest am Rahmen zeigte sich in der Kategorie Sicherheit und Haltbarkeit ein sehr unterschiedliches Niveau.
- Schadstoff- und Umweltaspekte: Bei allen anderen Pedelecs wurde der Schadstoff Naphthalin in den Griffen und im Sattel gefunden.
Fahrrad bis 300 Euro Vergleich 2025
Die besten Fahrräder bis 300 Euro: Wählen Sie Ihren persönlichen Testsieger aus der Bestenliste.
Vergleichstabelle
| Modell | Fahrrad-Typ | Rahmenmaterial | Anzahl Gänge | Bremssystem | Geringes Gewicht | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Chillaxx Strada Premium Bike | City-Rad | Stahl | 21 Gänge | Felgenbremsen | 16,5 kg | Beleuchtung, Gepäckträger, Gabelfederung |
| Wildtrak - Stahl-Mountainbike WT037 | Mountainbike | Stahl | 21 Gänge | Scheibenbremse | 18,5 kg | Gabelfederung, Fahrradlampen, Gepäckträger |
| Discovery Adventures Damen Citybike | City-Rad | Stahl | 6 Gänge | Felgenbremsen | 25 kg | Vorder- und Rückleuchten, Kettenschutzblech, Speichenreflektoren, Korb |
| Galano G600 | Mountainbike | Stahl | 18 Gänge | Scheibenbremse | 18 kg | Gabelfederung, Reflektoren und Pedalen |
| Chillaxx Escape | Mountainbike | Stahl | 21 Gänge | Felgenbremsen | 14,7 kg | Gabelfederung |
| Talson Faster Bbo Mountainbike Fahrrad | Mountainbike | Stahl | 21 Gänge | Felgenbremsen | 15 kg | Speichenreflektoren, Klingel, Beleuchtung am Sattelrohr, Gabelfederung |
| Talson. T2 | City-Rad | Stahl | 21 Gänge | Felgenbremsen | 15 kg | Fahrradlampen, Gepäckträger |
| Bounty Country Hybrid Bike | Trekkingrad | Aluminium | 18 Gänge | Felgenbremsen | keine Herstellerangabe | - |
Chillaxx Strada Premium Bike: Vergleichssieger
Das Chillaxx Strada Premium ist ein Hollandrad mit einer Rahmengröße von 51 cm und einer Reifengröße von 28 Zoll. Im Vergleich mit anderen Fahrrädern bis 300 Euro verfügt das Modell über 21 Gänge und solide Felgenbremsen. Sehr praktisch finden wir, dass das Fahrrad mit vollständiger Beleuchtung und Gepäckträger geliefert wird.
Wildtrak - Stahl-Mountainbike WT037
Das Stahl-Mountainbike von Wildtrak überzeugt in unserem Vergleich, da es mit 21 Gängen ausgestattet ist und eine Radgröße von 27,5 Zoll hat. Zusätzlich verfügt es über Fahrradlampen und einen Gepäckträger.
Discovery Adventures Damen Citybike: Preis-Leistungs-Sieger
Ausgestattet mit einem Gepäckträger und angemessener Beleuchtung ist das Damen-Citybike Discovery der Marke Denver. Uns gefällt die Optik des in weiß gehaltenen Fahrrads. Dieses Rad ist mit Felgenbremsen und sechs Gängen versehen, wodurch es sich weniger für Profiradler, sondern eher für Hobbyfahrer eignet. Für den niedrigen Preis erhält man ein solides Modell.
Die beste Wahl hängt von Ihren individuellen Bedürfnissen ab. Ob City-Rad, Mountainbike oder Trekkingrad: Die Auswahl ist groß und bietet für jeden Einsatzzweck das passende Modell.
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