Motorrad-Kettenspray im Test: Welches ist das Beste?

Damit das Motorrad zuverlässig bei jedem Wetter fährt, sind Kettensprays oder Kettenöle notwendig. Auch die Kette eines Motorrads benötigt regelmäßige Pflege. Ein Kettenspray oder Kettenöl sorgt für einwandfreie Funktion und beugt Verschleiß und Korrosion vor. Bis zu 200 Nm reißen an der Kette des Motorrads. Nicht nur bei trockener Straße, sondern auch bei Regen, Kälte und manchmal Schnee oder Frost.

Die Antriebskette eines Motorrades oder Leichtkraftrades muss viel aushalten. Vor allem muss sie die Antriebskraft des Motors vom Getriebe ans Hinterrad liefern. Dafür muss die Kette einwandfrei funktionieren. Damit die vielen kleinen Glieder geschmeidig über die Ritzel laufen, müssen sie geschmiert werden. Ein Kettenspray hilft dabei und verringert Verschleiß und Korrosion. Gleichzeitig muss ein Kettenspray gut haften, damit es nicht auf umliegende Teile wie Bremsen, Felgen, Verkleidung des Motorrades oder Kleidung der Motorradfahrer:innen geschleudert wird.

Wofür wird Kettenspray benötigt?

Jede mechanische Kette, ganz gleich, ob für ein Fahrrad, Moped, Leichtkraftrad oder Motorrad, benötigt regelmäßig Zuwendung. Neben dem Nachspannen nach einiger Zeit, zählt dazu auch die Pflege mit dem Kettenspray oder Kettenöl. Das Öl im Spray dringt tief in die Zwischenräume der Kettenglieder ein und schmiert die beweglichen Teile. Damit läuft die Kette gleichmäßig und geschmeidig über die Ritzel und springt nicht. Gleichzeitig pflegt das Kettenspray die Kette und verhindert Korrosion und schützt vor Spritzwasser. Ein gutes Kettenspray oder Öl haftet dabei stark an den Kettengliedern und spritzt nicht durch die schnelle Rotation von der Kette ab. Sollten Felgen oder Karosserie doch einmal in Mitleidenschaft gezogen werden, helfen Entfetter oder Motorradreiniger.

Vor dem Einfetten Kette reinigen

Vor der Anwendung des Kettenöls oder Kettensprays sollte nach Angaben der Hersteller der Antrieb des Motorrades gereinigt werden. Statt Benzin oder Petroleum hilft spezieller Kettenreiniger wie von Nigrin, die Kette von Schmutz, Sand und alten Fetten zu befreien. Erst nach der Pflege mit dem Kettenreiniger können und sollten Motorradfahrer:innen die Schmierung an den Gliedern wieder aufbauen - als Korrosionsschutz und Schmiermittel für die Glieder.

Die besten Kettensprays für Motorräder im Vergleich

Über den Preis spricht man einmal, über die Qualität immer. Der Handwerks-Spruch passt auch besonders bei Sprays für Ketten. Billige Motorrad-Sprays von eher unbekannten Herstellern schützen die Kette häufig nur kurze Zeit, dann muss die Spraydose wieder in die Hand genommen werden. Ein gutes Kettenspray eines renommierten Herstellers hingegen pflegt alle Sorten von Ketten, egal, ob mit oder ohne O-Ring. Es dringt zwischen die Glieder, schützt vor Korrosion und haftet lange. Wichtig ist auch, dass die Fette schmutzabweisend sind. Spezielle Polymere-Verbindungen haben den Vorteil, dass sie die Kettenfette geschmeidig machen und dadurch die innere Reibung reduzieren - wichtig für einen möglichst geringen Reibungs- und damit Leistungsverlust.

Dr. Wack S100 Dry Lube Kettenspray 400ml

Das Motorrad-Kettenspray S100 von Dr. Wack zählt mittlerweile zu den Klassikern unter den Ketten-Pflegeprodukten.

Dr. Wack - S100 weißes Kettenspray

Für weniger Reibung sorgt auch die weiße Flüssigkeit S100 weißes Kettenspray von Dr. Wack Chemie. Die Pflege durch das Motorrad-Kettenspray S100 besticht durch eine hohe Abwaschbeständigkeit selbst bei Regenfahrten sowie eine sehr hohe Haftung an den Gliedern.

Motul 103008 C2+Chain Lube Road Plus

Motul stellt hochwertige Schmierstoffe für viele Bereiche her. Das Motul Chain Lube Road Plus Kettenspray in der 400-ml-Flasche lässt sich einfach verarbeiten und pflegt die Kette über einen langen Zeitraum. Es eignet sich daher gut als Motorrad-Kettenspray für alle Maschinen.

Caramba Kettenspray

Caramba bietet in der 300-ml-Flasche sein 646404 Kettenspray an. Der Spray schützt gut gegen Verschleiß, Längung und Korrosion und gilt als sehr abschleuderfest.

Was ist besser: Kettenöl oder Spray?

Ein Kettenöl schützt auch vor Korrosion und Verschleiß, bleibt aber selten lange an den Kettengliedern haften. Denn die Flüssigkeit kann durch die Rotation schneller abgeschleudert. Vorteil beim Spray: Es haftet je nach Fahrverhalten und Gelände besser an den Kettengliedern und kann dadurch bei hoher Belastung von Vorteil sein.

Der Nachteil des schnelleren Abschleuderns lässt sich allerdings mithilfe eines permanenten Schmiersystems ausgleichen. Dieses nutzt einen Vorratsbehälter, der mithilfe von Unterdruck oder elektrischer Ansteuerung durch eine Versorgungsleitung das Schmiermittel direkt richtig dosiert auf die Motorradkette tropfen lässt.

Scottoiler micro-vSystem

Ein beliebtes Komplettpaket für die permanente Schmierung mit Kettenöl bietet das micro-vSystem von Scottoiler. Das System fasst 35 ml Öl und soll eine ausreichende Schmierung der Motorradkette über eine Strecke von 1200 km garantieren.

Scottoiler Scottoil

Ebenfalls im Sortiment des Herstellers finden sich die passenden Motorradkettenöle.

Cobrra Nemo 2

Eine Alternative stellt der Motorradkettenöler Cobrra Nemo 2 dar. Der 30 ml fassende Behälter soll für bis zu 5000 km die Schmierung der Kette sicherstellen.

Was bringt weißes Kettenfett?

Weißes Kettenfett wie das von Dr. Wack S100 sieht vor allem neutral aus. Je nach Produkt kann ein weißes Kettenfett auf Motorrad-Ketten deutlich besser haften und besser vor Korrosion schützen.

Wie oft muss man die Motorradkette schmieren?

Wie häufig Motorradfahrer:innen den Antrieb ihrer Maschine schmieren müssen, hängt stark vom Einsatz ab. Wer viel fährt, stark beschleunigt oder viel im Regen oder Schlamm unterwegs ist, sollte die Motorradkette regelmäßig reinigen und anschließend schmieren. Das kann wöchentlich nötig werden, meist reicht es jedoch einmal im Monat. Beim Kettenfett-Check kontrollieren Motorradfahrer:innen gleichzeitig die Länge der Kette. Hängt sie durch, muss man sie spannen. Wie das funktioniert, steht meist in der Bedienungsanleitung der Maschine.

Wie oft eine Kette beim Motorrad gepflegt werden muss, ist von extrem vielen Faktoren abhängig. So ist es zum Beispiel nicht unerheblich, ob du nur bei Schönwetter oder auch im Regen fährst. Nässe schadet dem Kettenöl bzw. Kettenfett und die Kette muss somit öfter gewartet werden. Auch der Untergrund spielt eine Rolle. Offroadfahrer sollten ihre Kette öfter warten, als reine Straßenfahrer. Zudem ist die Wahl des Schmiermittels maßgeblich für den Wartungsintervall verantwortlich. Neben diesen Faktoren spielt aber auch die Kettenbauart eine Rolle. Ganz allgemein kann man von einem gesunden Wartungsintervall von 250-500 Kilometern ausgehen. In einigen Handbüchern der Fahrzeuge ist aber auch von 1.000 Kilometern die Rede, was wir aber für deutlich zu lange halten.

Erstens ist eine gut gepflegte Kette für die Sicherheit unerlässlich. Die Kette ist ein wesentliches Element des Antriebssystems und sorgt für die Übertragung der Motorleistung auf das Hinterrad. Eine schlecht gewartete Kette kann reißen oder überspringen, was zu einem plötzlichen Verlust der Antriebskraft führen kann. Dies kann besonders gefährlich sein, wenn du gerade in einer Kurve fährst oder beschleunigst, da es zu einem Kontrollverlust über das Motorrad kommen kann. Außerdem ist es möglich, dass die gerissene Kette schwerwiegende Schäden am Fahrzeug hervorruft (z.B. Darüber hinaus kann eine verschlissene Kette die Gesamtleistung des Motorrads beeinträchtigen. Ein weiteres Risiko besteht darin, dass eine schlecht gepflegte Kette Schmutz, Staub und Ablagerungen ansammeln kann.

Um diese Gefahren zu minimieren, sollte die Kettenpflege zu einem festen Bestandteil deiner Motorradwartungsroutine gehören. Zunächst legst du den Leerlauf ein, damit sich das Hinterrad frei drehen lässt. Anschließend sprühst du die Kette mit einem Kettenreiniger ein, drehe dabei das Hinterrad um alle Kettenglieder zu erwischen. Nach einer kurzen Einwirkzeit, kannst du nun mit der Kettenbürste die Kette säubern. Versuche die Kette in verschiedenen Positionen aufzusetzen, um auch in alle Winkel der Glieder zu gelangen. Dies entfernt die letzten Rückstände und vor allem auch den Kettenreiniger, der die Anhaftung des Öls oder Schmierfetts später verhindert. Im Idealfall lässt du die Kette nach der Reinigung noch ca. Ggf.

Nachdem du deine Kette gründlich gereinigt und getrocknet hast, geht es an das Schmieren. Trage dazu Kettenöl oder Kettenfett gleichmäßig auf. Es geht hier nicht darum, die Kette seitlich einzusprühen, sondern die Rollen, Verbinder und O- bzw. Drehe dazu das Hinterrad, damit du die Kette quasi permanent durchdrehst. Beginne nun gleichmäßig Kettenfett auf die Rollen und Verbinder aufzutragen. Führe diese Schritt an der linken und rechten Seite der Kette aus. Nach dem Auftragen des Kettenfetts solltest du im Idealfall ca. 24 Stunden warten, damit dieses aushärten kann und die bestmögliche Haftung auf der Kette erzielt. In der Regel sind die meisten Kettensprays aber schon nach rund 1-2 Stunden einsatzbereit.

Lange haben wir nach einem Kettenfett gesucht, das gut haftet, exzellent schmiert und das Motorrad nicht verschmutzt. Nach wirklich extrem vielen Produkttests sind wir schließlich bei den Motorex Produkten zur Kettenpflege gelandet,die wir deshalb auch bei uns im Shop mit gutem Gewissen anbieten. Die Motorex Kettensprays wurden dabei extra auf verschiedene Einsatzzwecke zugeschnitten und sind somit wirklich die beste Wahl. Außerdem gefällt uns das S100 Dry Lube Kettenspray gazn gut, das aber leider ein paar Nachteile hat.

Das Chainlube Racing ist unser Favorit unter allen Kettensprays auf dem Markt. Es bietet sich nicht nur für den Rennstreckeneinsatz an, sondern ist auch für alle Straßenfahrer bestens geeignet. Das Racing Kettenspray hat den großen Vorteil, dass es sehr gut aushärtet und somit nicht abschleudert.

  • Für Straße u. Das Road Strong ist weißer Kettenschmierstoff, ähnlich dem altbekannten S100 Produkt.
  • Die speziell für die Straße entwickelte Mixtur hinterlässt einen zuverlässigen und lang anhaftenden Schmierfilm, der auch bei Nässe gut schützt.
  • Das Offroad Kettenspray verfügt über exzellente Kriecheigenschaften.
  • Dadurch kann es tief in die Kette eindringen und Schmutz und Wasser verdrängen.

Das Chainlube Offroad geht eher in Richtung Öl und eignet sich aus unserer Sicht nicht wirklich gut für den Straßeneinsatz. Außerdem ist die Haltbarkeit des Offroad Sprays nur beschränkt, was regelmäßiges Nachschmieren notwendig macht. Das Adventure Chainlube ist ein spezieller Kettenschmierstoff, der sowohl im Alltag als auch auf längeren Touren mit zahlreichen Vorteilen überzeugt. Der weiße Kettenschmierstoff glänzt abseits befestigter Strassen durch seine wasserfesten und staubabweisenden Eigenschaften. Gleichzeitig riskiert er aber keine Kompromisse bei der Tourentauglichkeit, da durch die spezielle Formulierung eine maximale Haftkraft erzielt wird.

Das S100 Dry Lube Kettenspray ist am besten mit Haarspray zu vergleichen. Es haftet an, trocknet fest und bildet einen hauchdünnen Schutz- und Schmierfilm. Da Spray ist vollkommen abschleuderfrei und eine sehr saubere Sache. Ablagerungen, Fettpakete und Schmutz in der Kettenabdeckung gehören hiermit der Vergangenheit an. So sehr uns das Spray in diesen Punkten auch überzeugen konnte, hat es leider auch einige Nachteile. So hält es nicht besonders lange und die Schmierschicht ist bereits nach wenigen hundert Kilometern aufzufrischen. Kein Schmutz u.

Auf dieser Seite finden Sie die besten Motorrad-Kettensprays aus Tests und Erfahrungsberichten, die wir unabhängig für Sie recherchiert haben.

Testergebnisse im Überblick

Im großen Labor- und Anwendertest treten 13 Motorrad-Kettensprays verschiedener Hersteller gegeneinander an. Welches Kettenspray holt sich den Sieg im Vergleichstest? Welche Arten von Schmiermitteln für Motorradketten gibt es überhaupt? Und worauf ist bei der Pflege der Motorradkette zu achten? Diese und weitere Fragen beantworten wir euch.

Platz 1: S100 Weißes Kettenspray 2.0 (Testsieger)

Anbieter: Dr. O. K. Wack

Füllmenge: 400 ml

Anwendung: perfekt dosierbar, kaum Vernebelung, sehr gute Sichtbarkeit, sehr gute Bedienungsanleitung, sehr gute Materialverträglichkeit

Fazit: Überragende Schmierleistung, befriedigendes Abschleuderverhalten, ausreichend geringe Anschmutzung, sehr guter Korrosionsschutz, sehr gutes Kriechvermögen - Testsieg!

MOTORRAD-Bewertung: Sehr gut

Platz 2: Louis Dry Lube Kettenspray, ehem. Procycle (Kauftipp)

Anbieter: Louis

Füllmenge: 400 ml

Anwendung: gut dosierbar, praxisgerechter Sprühstrahl, kaum Vernebelung, geringe Sichtbarkeit, gute Bedienungsanleitung; schlechte Materialverträglichkeit (ABS)

Fazit: Sehr gute Schmierleistung, sehr gutes Abschleuderverhalten, geringe Anschmutzung, mäßiger Korrosionsschutz, sehr gutes Kriechvermögen - Preis-Leistung top, klarer Kauftipp!

MOTORRAD-Bewertung: Sehr gut

Platz 3: S100 Dry Lube Kettenspray

Anbieter: Dr. O. K. Wack

Füllmenge: 400 ml

Anwendung: perfekt dosierbar, optimaler Sprühstrahl, kaum Vernebelung, mäßige Sichtbarkeit, sehr gute Bedienungsanleitung; schlechte Materialverträglichkeit (ABS)

Fazit: Gute Schmierleistung, sehr gutes Abschleuderverhalten, geringe Anschmutzung, befriedigender Korrosionsschutz, sehr gutes Kriechvermögen.

MOTORRAD-Bewertung: Sehr gut

Platz 4: Castrol Chain Spray O-R

Anbieter: Castrol

Füllmenge: 400 ml

Anwendung: befriedigend dosierbar, harter Sprühstrahl, mittelstarke Vernebelung, gute Sichtbarkeit, knapp ausreichende Bedienungsanleitung (Intervalle fehlen); gute Materialverträglichkeit

Fazit: Noch gute Schmierleistung, sehr gutes Abschleuderverhalten, eher geringe Anschmutzung, sehr guter Korrosionsschutz, sehr gutes Kriechvermögen.

MOTORRAD-Bewertung: Gut

Platz 5: Louis Weißes Kettenspray, ehem. Procycle

Anbieter: Louis

Füllmenge: 300 ml

Anwendung: gut dosierbar, praxisgerechter Sprühstrahl, kaum Vernebelung, gute Sichtbarkeit, ausreichende Bedienungsanleitung (Intervalle fehlen); gute Materialverträglichkeit

Fazit: Noch gute Schmierleistung, sehr gutes Abschleuderverhalten, eher geringe Anschmutzung, sehr guter Korrosionsschutz, gutes Kriechvermögen.

MOTORRAD-Bewertung: Gut

Platz 6: Racing Dynamite Weißes Kettenspray

Anbieter: Polo

Füllmenge: 400 ml

Anwendung: sehr gut dosierbar, praxisgerechter Sprühstrahl, kaum Vernebelung, sehr gute Sichtbarkeit, gute Bedienungsanleitung; gute Materialverträglichkeit

Fazit: Befriedigende Schmierleistung, sehr gutes Abschleuderverhalten, eher geringe Anschmutzung, sehr guter Korrosionsschutz, sehr gutes Kriechvermögen.

MOTORRAD-Bewertung: Gut

Platz 7: Racing Dynamic Dry Lube Kettenspray

Anbieter: Polo

Füllmenge: 400 ml

Anwendung: mäßig dosierbar, zu breiter Sprühstrahl, sehr starke Vernebelung, mittelmäßige Sichtbarkeit, ausreichende Bedienungsanleitung; gute Materialverträglichkeit

Fazit: Gute Schmierleistung, sehr gutes Abschleuderverhalten, nur minimale Anschmutzung, unbefriedigender Korrosionsschutz, sehr gutes Kriechvermögen.

MOTORRAD-Bewertung: Gut

Platz 8: WD-40 Specialist Motorbike Kettenspray

Anbieter: WD-40 Company

Füllmenge: 400 ml

Anwendung: perfekt dosierbar, optimaler Sprühstrahl, kaum Vernebelung, sehr geringe Sichtbarkeit, gute Bedienungsanleitung; gute Materialverträglichkeit

Fazit: Befriedigende Schmierleistung, sehr gutes Abschleuderverhalten, eher geringe Anschmutzung, unbefriedigender Korrosionsschutz, sehr gutes Kriechvermögen.

MOTORRAD-Bewertung: Gut

Platz 9: Caramba Motorrad Ketten-Spray weiß

Anbieter: Caramba

Füllmenge: 300 ml

Anwendung: mittelmäßig dosierbar, zu breiter Sprühstrahl, starke Vernebelung, befriedigende Sichtbarkeit, gute Bedienungsanleitung; sehr gute Materialverträglichkeit

Fazit: Ausreichende Schmierleistung, sehr gutes Abschleuderverhalten, eher geringe Anschmutzung, sehr guter Korrosionsschutz, sehr gutes Kriechvermögen.

MOTORRAD-Bewertung: Gut

Platz 10: Liqui Moly Kettenspray Weiß

Anbieter: Liqui Moly

Füllmenge: 400 ml

Anwendung: gut dosierbar, praxisgerechter Sprühstrahl, geringe Vernebelung, gute Sichtbarkeit, mäßige Bedienungsanleitung (nur Piktogramme, keine Intervalle); gute Materialverträglichkeit

Fazit: Befriedigende Schmierleistung, mäßiges Abschleuderverhalten, eher geringe Anschmutzung, sehr guter Korrosionsschutz, gutes Kriechvermögen.

MOTORRAD-Bewertung: Gut

Platz 11: Motul Chain Lube Road+ C2+

Anbieter: Motul

Füllmenge: 400 ml

Anwendung: gut dosierbar, praxisgerechter Sprühstrahl, relativ starke Vernebelung, befriedigende Bedienungsanleitung, sehr gute Sichtbarkeit; gute Materialverträglichkeit

Fazit: Ausreichende Schmierleistung, sehr gutes Abschleuderverhalten, geringe Anschmutzung, unbefriedigender Korrosionsschutz, sehr gutes Kriechvermögen.

MOTORRAD-Bewertung: Befriedigend

Platz 12: PDL Profi Dry Lube

Anbieter: Profi-Products

Füllmenge: 400 ml

Anwendung: gut dosierbar, mit Vorsatzrohr praxisgerechter Sprühstrahl, mittelstarke Vernebelung, sehr geringe Sichtbarkeit, befriedigende Bedienungsanleitung; gute Materialverträglichkeit.

Fazit: Noch ausreichende Schmierleistung, sehr gutes Abschleuderverhalten, eher geringe Anschmutzung, mäßiger Korrosionsschutz, sehr gutes Kriechvermögen.

MOTORRAD-Bewertung: Befriedigend

Platz 13: Motorex Chain Lube Road Strong

Anbieter: Motorex

Füllmenge: 500 ml

Anwendung: gut dosierbar, zu konzentrierter Sprühstrahl, sehr gute Sichtbarkeit, knappe Bedienungsanleitung; gute Materialverträglichkeit

Fazit: Gute Schmierleistung, unbefriedigendes Abschleuderverhalten, erhöhte Anschmutzung, sehr guter Korrosionsschutz, eher mäßiges Kriechvermögen.

MOTORRAD-Bewertung: Befriedigend

Fetthaltig oder fettfreies Motorrad-Kettenspray?

Für einige Zeitgenossen aber doch. Und so herrscht nun schon seit vielen Jahren ein gewisser Glaubenskrieg in Sachen Kettenschmierung. Die eher pragmatisch, also technikorientierte Fraktion griff bislang zu fetthaltigen Sprays. Durch abgeschleudertes Schmiermittel vollgeferkelte Felgen und Schwingen? Ekelige Fettklumpen, die sich bei etwas nachlässiger Pflege zum Dauerschmodder hinter Ritzelabdeckung und Kettenrad entwickeln? Der Fett-Fraktion völlig egal; denn gutes Schmiervermögen, bestmöglicher Korrosionsschutz, möglichst lange Pflege-Intervalle und ordentliche Sichtbarkeit beim Aufsprühen gingen den Fetties über alles. Dass sie damit wohl ziemlich richtig lagen, bestätigte 2010 auch der letzte MOTORRAD-Kettenspraytest: Fett lag eindeutig vorn, fettfrei hatte damals nicht den Hauch einer Chance.

Wie gut sind Dry-Lube-Kettensprays?

Und trotzdem schworen einige Ketten-Ästheten weiterhin auf "trockene" Kettensprays, neudeutsch "Dry Lube". Und so erweiterten die Hersteller ihr Kettenspray-Programm um Dry-Lube-Produkte. Die haben offensichtlich nur noch wenig mit den technisch doch arg hinterherhinkenden Produkten von 2010 zu tun. Wie kommt’s? Zum einen hat sich in Sachen Rohstoff-Angebot eine Menge getan. Zum anderen haben aber wohl viele Chemiker eine Menge Hirnschmalz investiert, um neue Rezepturen zu entwickeln, die es schaffen, die zum Teil gegensätzlichen Anforderungen unter einen Hut zu bringen - der Marktdruck hat es möglich gemacht. Besonders bei der Schmierleistung, und dabei insbesondere beim Verschleißschutz, haben die Dry-Lube-Kettensprays gewaltig auf- und ihre fettigen Mitbewerber teilweise sogar überholt. Das war 2010 nahezu undenkbar.

Testsieger ist fettiges Kettenspray

Um nämlich die Zusammensetzung besonders gut schmierender Dry-Lube-Kettensprays zu stabilisieren, kommen in einigen Rezepturen keine "klassischen" Kohlenwasserstoffe als Lösemittelmatrix zum Einsatz. Eine alternativ gewählte polare Lösemittelbasis verhilft dem Mittel zwar zu besagten Schmierleistungs-Bestleistungen, verträgt sich aber leider nicht mit ABS-Kunststoff. Theoretisch (und im Laborversuch) kann das zu Spannungsrissen führen. Für die Praxis gibt es aber Entwarnung: Unlackiertes ABS kommt am Motorrad praktisch nicht vor, da besagte Plaste im "Rohzustand" nicht UV-stabil ist. Dieser Sachverhalt zeigt aber exemplarisch, wo für Kettenspray-Entwickler die Herausforderungen liegen. Für den Kunden liegt die Sache etwas einfacher: Wer partout den technisch besten Testteilnehmer will, greift weiterhin zum fettigen Testsieger. Wer aber auf Dry Lube steht, wird mittlerweile ebenfalls "sehr gut" bedient.

Pflegetipps für die Motorradkette

Sie lackieren gern Rost und tapezieren mit Vorliebe Staub? Kein Problem, dann muss Sie das Thema Kettenreinigung auch nicht weiter belasten. Kleistern Sie weiterhin fleißig Kettenspray auf die bereits vorhandene Dreckkruste. Das Schmiermittel hat dann zwar wenig Chance, dorthin zu gelangen, wo es benötigt wird; und Schmutz ist auch ein denkbar ungeeigneter Haftgrund. Aber irgendjemand muss ja schließlich für florierende Umsätze bei Kettensatz-Herstellern sorgen. Technikaffine Geizhälse bevorzugen allerdings eine etwas andere Pflegetechnik. Und die beginnt mit der Kettenreinigung, einer je nach Einsatzbedingungen spätestens alle 3.000 bis 5.000 Kilometer anstehenden Arbeit. Dabei sollte möglichst keine Chemiekeule wie zum Beispiel Bremsenreiniger zum Einsatz kommen, denn darauf reagieren manche O- oder X-Ringe allergisch: Sie quellen auf, verspröden gegebenenfalls, und das läuft ihrer abdichtenden Funktion zuwider. Also besser Kettenreiniger verwenden (16 Kettenreiniger im Vergleich). Fast alle Kettenspray-Anbieter haben solchen für sehr überschaubares Geld im Programm.

Beim Reinigen auch unter die Ritzelabdeckung und hinters Kettenrad schauen, denn da sammelt sich besonders gern Schmutz, und in Verbindung mit (fetthaltigem) Kettenspray bilden sich dort eindrucksvolle Altfettklumpen. Wer von "fett" auf "trocken" umstellen möchte, sollte das Thema Reinigung ganz besonders ernst nehmen. Nur eine zuvor völlig entfettete, gereinigte Motorradkette sorgt dafür, dass die DryLube-Produkte ihre Stärken wirklich ausspielen können.

Beim eigentlichen Schmieren geht es dann darum, die richtigen Stellen zu treffen: Das Kettenspray gehört hauptsächlich auf die Innenseite der Kette, also auf den Teil, der Ritzel und Kettenrad direkt zugewandt ist. Zwei Durchläufe sollten es beim Einsprühen schon sein. Die Außenseite kann dann zum Schluss noch eine eher oberflächliche Sprayrunde spendiert bekommen, muss es aber nicht unbedingt. Viel wichtiger: Nicht sofort losfahren; denn das Kettenspray sollte minimal 30 Minuten ablüften. Ansonsten droht frühzeitiges Abschleudern.

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