Das H-Kennzeichen ist eine spezielle Kennzeichenart für Oldtimer, die bestimmte Vorteile bietet. Auch historische Motorräder sind eine wahre Schönheit und gewähren einen imposanten Blick auf die Geschichte des motorisierten Zweirads. Dieser Artikel informiert zum Thema Oldtimer Kennzeichen fürs Motorrad und klärt Fragen, als da sind: Wie alt muss ein Motorrad für ein H-Kennzeichen sein? Was bringt mir ein H-Kennzeichen am Motorrad? Und wann lohnt sich eine Motorrad Oldtimer Zulassung für mich?
Voraussetzungen für das H-Kennzeichen
Um ein Motorrad H-Kennzeichen zu erhalten, benötigt dein Kraftrad zunächst einmal den Status Oldtimer. Für klassische Fahrzeuge, deren Erstzulassung mehr als 30 Jahre zurückliegt, können Sie ein H-Kennzeichen beantragen. Ein amtlich anerkannter Sachverständiger, Prüfer oder Prüfingenieur (z. B. DEKRA, TÜV) muss ein Gutachten nach § 23 StVZO erstellen und das Motorrad darin als Oldtimer einstufen. Hier ist oftmals ein wenig „Verhandlungsgeschick“ gefragt.
Das Oldtimer-Gutachten
Das Dokument stellen Prüforganisationen wie TÜV oder DEKRA aus. Das Hauptaugenmerk der Untersuchung gilt der Frage, ob das Fahrzeug als „kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut“ betrachtet werden kann. Die Ästhetik und Technik des Fahrzeugs muss also einem bestimmten vergangenen Zeitgeist entsprechen, der für die Nachwelt erhalten werden soll. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Pkw, ein Motorrad, einen Lkw oder einen Traktor handelt.
Ihr Fahrzeug muss dafür in einem guten, erhaltenswerten Zustand sein - also entweder im ursprünglichen, zeittypischen oder mit authentischen Teilen restaurierten Zustand. Maßgeblich ist die zum 1. Januar eines Jahres gültige Fassung der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO). Dazu kommt, dass die Verkehrsmittel in allen Hauptbaugruppen den Originalzustand aufweisen müssen und gut erhalten sind. Mit dem Gutachten stuft ein amtlich anerkannter Sachverständiger oder Prüfingenieur das Fahrzeug offiziell als Oldtimer ein.
Erlaubte Abweichungen vom Originalzustand
Bevor ein Oldtimer das begehrte H-Kennzeichen erhält, muss ein Sachverständiger diesen zum „kraftfahrzeugtechnischen Kulturgut“ erklären. Bei folgenden Merkmalen darf das Fahrzeug vom Original abweichen, allerdings müssen auch diese Änderungen zeitgenössisch sein:
- Lackierung, sofern sie zeitgenössisch ist
- anderer Motor aus derselben Baureihe des jeweiligen Fahrzeugtyps
- Umrüstung von Diagonal- auf Radialreifen
- originalgetreuer Nachbau der Auspuffanlage in Edelstahl
- die Farbgebung des Fahrzeugs muss zeitgenössisch sein, einschließlich eventueller Verzierungen, Aufkleber, Firmenaufschriften etc.
Die Umbauten müssen in den ersten 10 Jahren der Zulassung erfolgt sein oder typisch für diesen Zeitraum gewesen sein. Die Fahrzeuge und deren Umbauten müssen in jedem Fall verkehrssicher sein und den Vorschriften der StVZO genügen. Zum Beispiel sind scharfkantige Originalteile trotz Originalität nicht zulassungsfähig.
Benötigte Dokumente für die Zulassung
Für die H-Zulassung des Motorrads braucht die Kfz-Behörde verschiedene Unterlagen:
- Gültiger Personalausweis oder Reisepass mit aktueller Meldebestätigung
- Elektronische Versicherungsbestätigung (eVB)
- Zulassungsbescheinigung I und II (Schein und Brief)
- Gültiger Bericht zur Hauptuntersuchung oder Prüfbericht und Gutachten zur Begutachtung gemäß §21 StVZO
- Gültiges Oldtimer-Gutachten nach § 23 StVZO
Ablauf der Zulassung
- Zunächst steht der 1. Schritt an: Ein amtlich anerkannter Sachverständiger erstellt ein Gutachten nach § 23 StVZO.
- Mit den üblichen Fahrzeugpapieren, der Zulassungsbescheinigung I, der Zulassungsbescheinigung II, Versicherungsbescheinigung und Personalausweis geht es zum Straßenverkehrsamt.
- Der 3. Schritt führt dich zu jenem Betrieb, der in unmittelbarer Nähe der Zulassungsstelle verortet ist und nach Vorlage der Bescheinigung das H-Kennzeichen fertigt.
Kosten für die H-Zulassung
Bei der Oldtimer-Zulassung eines Motorrads fallen einmalige Kosten an. Neben den allgemeinen Kosten fürs Motorrad anmelden fallen folgende Kosten an:
- Das Gutachten: ca. 150 bis 500 Euro
- Die Hauptuntersuchung: ca. 65 bis 75 Euro
- Zulassungskosten: ca. 40 Euro
- Falls Wunschkennzeichen: ca. 10 bis 15 Euro
- Anfertigen der Nummernschilder: ca. 20 bis 30 Euro
Steuerliche Aspekte
Ja, Sie zahlen für ein Motorrad mit H-Kennzeichen Steuer. Die pauschale Abgabe beträgt 46,02 Euro im Jahr. Die Steuer für Motorrad-Oldtimer gilt bundesweit einheitlich. Hubraum und CO2-Ausstoß spielen bei der Berechnung der Steuer für ein Motorrad mit H-Kennzeichen keine Rolle.
Ob sich ein Motorrad-H-Kennzeichen lohnt, kommt auf den Hubraum des Zweirads an. Erst bei Oldtimer-Motorrädern mit mehr als 625 Kubikzentimetern (ccm) Hubraum sparen Sie Kfz-Steuer. Alle Pkw mit H-Kennzeichen werden pauschal mit 191,73 Euro besteuert, ungeachtet des oftmals recht beträchtlichen Hubraums.
Versicherung für Oldtimer-Motorräder
Die Haftpflicht fürs Oldtimer-Motorrad leistet Schadensersatz, wenn Sie mit dem historischen Kraftrad andere Personen verletzen oder fremdes Eigentum beschädigen. Auch Vermögensschäden sind abgedeckt. Teilkasko fürs Motorrad lohnt sich, wenn Sie die Maschine regelmäßig im Straßenverkehr bewegen. Die Versicherung übernimmt Schäden, die durch äußere Einflüsse am Motorrad mit H-Kennzeichen entstehen. Dazu gehören unter anderem Schäden durch Brand, Kurzschluss, Naturgewalten (z. B. Hagel, Blitz, Lawine) und Tiere (z. B. Wildunfall).
Vollkasko fürs Motorrad lohnt sich für wertvolle Oldtimer-Maschinen und seltene Sammlerstücke. Erweiterter Teilkaskoschutz: Vandalismusschäden an Ihrem Motorrad mit H-Kennzeichen sind über die Teilkasko versichert. Bei einem modernen Motorrad leistet erst die Vollkasko bei Vandalismus.
Besondere Versicherungsleistungen
- Keine Rückstufung im Schadensfall: Verursachen Sie mit Ihrem H-Kennzeichen-Motorrad einen Haftpflicht- oder Vollkaskoschaden, stuft die Allianz Sie nicht in der Motorrad-Schadenfreiheitsklasse zurück.
- Garagenversicherung als Zusatzleistung: Bei der Allianz ergänzen Sie die Versicherung für Ihr Oldtimer-Motorrad nach Wunsch mit dem Baustein Garagenversicherung. Damit ist Ihr abgemeldetes Oldtimer-Zweirad abgesichert, wenn es zur Restauration in einer Garage untergebracht ist.
H-Kennzeichen für Mopeds und Kleinkrafträder
In der Regel ist der Abschluss einer Oldtimer-Moped-Versicherung nicht empfehlenswert. Kleinkrafträder bis 50 ccm sind zulassungsfrei und nicht steuerpflichtig. Deswegen bringt ein Oldtimer-Moped-Kennzeichen keine Kostenersparnis. Die meisten Halter schließen statt einer Oldtimer-Moped-Versicherung eine reguläre Moped- oder Roller-Versicherung für ihr altes Moped ab. Für wertvolle Kleinkrafträder ab 30 Jahren, die Sie nicht mehr nutzen, kann sich beispielsweise eine Oldtimer-Moped-Versicherung mit Garagenversicherung lohnen.
Weitere Vorteile des H-Kennzeichens
Mit dem H-Kennzeichen sind Fahrten in Umweltzonen gestattet und günstigere Steuer- und Versicherungsbeiträge möglich.
Alternativen zum H-Kennzeichen
Es gibt unterschiedliche Zulassungsarten für einen Oldtimer: Ein reguläres Kennzeichen oder H-Kennzeichen, ein Saisonkennzeichen oder 07er-Kennzeichen. Das H Kennzeichen dient dem Dauerbetrieb eines Fahrzeugs. Das rote 07 Kennzeichen reicht aus, wenn nur die unregelmäßige Teilnahme an Veranstaltungen geplant ist, die zum Zweck haben Oldtimer zu präsentieren bzw. die der "Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturguts" dienen.
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