Hahntennjoch: Drohende Streckensperrung für Motorräder wegen Lärmbelästigung?

Die beliebte Strecke am Hahntennjoch könnte demnächst zeitweilig für Motorräder gesperrt werden. Nun wurde eine Online-Petition gestartet, die das verhindern soll. Südtirol hat es mit dem Sellajoch vorgemacht, bald schon könnten beliebte Strecken in Tirol ebenfalls zeitweilig für Motorräder gesperrt werden. So hat sich der Tiroler Landtag im November einstimmig für ein "Maßnahmenpaket" zur Eindämmung von Straßenlärm durch Motorräder ausgesprochen. Wochenend-Fahrverbote, etwa am Hahntennjoch (Foto), sollen geprüft werden.

Petition gegen Streckensperrungen

Streckensperrungen für Motorräder sind für Österreich ein Novum. Es gab bisher keine. Darum hat eine Initiative der Tiroler Landesregierung Österreichs Motorradfahrer jetzt aufgeschreckt. Im Rahmen eines "Maßnahmenpakets" zur Eindämmung von Verkehrslärm soll eine zeitweilige Sperrung von Strecken wie dem Hahntennjoch, der Pillerhöhe und dem Namlostal geprüft werden.

Jetzt formiert sich Widerstand. So hat der Hotelier Kai Uwe Bürskens aus Schönau im Lechtal eine Online-Petition gestartet. Sie soll möglichst viele Unterschriften sammeln "gegen Ungleichbehandlung von Motorrad- und Mopedfahrern". 2018 sollen die Unterschriften dann der Tiroler Landesregierung vorgelegt werden. Inhaltlich erklärt sich die Petition "nicht einverstanden mit einer pauschalen Kriminalisierung und der damit verbundenen Ausschließung von Motorradfahrern".

Lärmbelastung durch PKW geringfügig stärker?

Als Argumente führt sie neben der Gefahr für viele von Motorradfahrern abhängige Arbeitsplätze aber auch Untersuchungen an, wonach etwa auf dem Hahntennjoch, das das Lech- mit dem Inntal verbindet, "die Lärmbelastung durch PKW bei Einhaltung der vorgegebenen Geschwindigkeitsbeschränkungen geringfügig stärker als bei Motorrädern ist".

Hotelier Bürskens hat auch bereits die Interessengemeinschaft "IG Moto" gegründet, die gegen die möglichen Sperrungen vorgehen will. "Wir haben auch schon Anfragen aus Deutschland bekommen", so der Gründer zu MOTORRAD, "wollen uns aber auf Österreich konzentrieren.

Das Hahntennjoch: Eine beliebte Strecke

Heimatgefühl kommt auf. Ich kann mich noch gut an unsere erste Fahrt über dieses Joch erinnern. Damals kamen mir die Abhänge seeehr steil vor. Am liebsten hätte ich mich ganz links an den Felswänden gehalten, möglichst weit weg vom Abgrund. Aber damals kannte ich die anderen hochalpinen Strecken noch nicht ... Die Angst von damals kommt mir bei unserer heutigen Fahrt so lächerlich vor! Da durchweg für jede Fahrtrichtung eine Spur zur Verfügung steht, zählt sie zu den gut zu befahrenen Strecken. Hier tummeln sich vor allem viele Tiroler und Allgäuer Motorradfahrer, bei denen das Hahntennjoch als Hausstrecke gilt.

Das Hahntennjoch ist für Fahrzeuge über 14 t und Wohnanhänger gesperrt. Ausgangspunkt der 30 km langen Route ist Imst, das Ziel ist Elmen. Landschaftlich bietet die Querverbindung zwischen Oberinntal und Lechtal viel Abwechslung. Reichlich 3km nach Imst beginnt die eigentliche Bergstrecke. Hahntennjoch bedeutet immer auch ein vorsichtige Fahrweise, da hier streckenweise viele Kühe auf der Straße, im Wald und der Wiese herumstromern.

Kommt man von Imst, sieht man im oberen Teil unentwegt das karge weitläufige Tal und von Fels umgeben sucht man vergeblich nach Bäumen oder Wiesen. Wir durchfahren zwei lange Serpentinen und finden auf den nächsten Kilometern eine zerklüftete, mit Geröll bedeckte Almwiesenlandschaft vor. Wir sind ständig umgeben von Wald und Wiesen und Kühe queren ab und zu die Fahrbahn. Die wild zerklüftete Bergregion liegt oberhalb der Baumgrenze.

Spaß machen vor allem die vielen flüssig zu fahrenden Kurven. Wenn jeder in seiner Spur bleibt, ist die Fahrt ein einziger Kurvenspaß. Andere Motorradfahrer zu überholen sollte man sich möglichst verkneifen, denn am Wochenende ist ganz schön was los. Es gab schon mehrere Tote, weil Motorradfahrer bei wilder Überholerei zusammenstießen. Also lieber langsam, aber sicher. Am Scheitel gibt es genug Parkmöglichkeiten und eine Imbissbude.

Das Hahntennjoch ist ein Pass in den Lechtaler Alpen, über den die Straßenverbindung zwischen Elmen im Lechtal (NW) und Imst im Inntal (SO) verläuft. Die kurvenreiche, enge Straße weist Steigungen bis zu 19% auf und ist zwischen November und April gesperrt. Da die Strecke bei Motorradfahrern sehr beliebt ist, sollte man mit verstärkten Polizeikontrollen rechnen. Will man die Strecke wirklich genießen, empfiehlt sich eine Befahrung unter der Woche.

Das Hahntennjoch, eine der renommiertesten Motorradstrecken in den Österreichischen Alpen, lockt jedes Jahr unzählige Motorradfahrer an. Das Hahntennjoch zeichnet sich besonders durch seine Zugänglichkeit für Motorräder aus, während es für LKW, Busse und Wohnanhänger gesperrt ist. Diese Exklusivität für Zweiräder macht die Strecke besonders attraktiv für Motorradfahrer, die eine ungestörte und sichere Fahrt genießen möchten.

Die Straße, die zwischen 1948 und 1969 in Handarbeit von nur 10 Bauarbeitern erbaut wurde, hat sich von einer einfachen Schotterstraße zu einer gut ausgebauten, asphaltierten Straße entwickelt. Für Motorrad-Enthusiasten bietet das Hahntennjoch eine einzigartige Fahrt. Die Strecke, die sich zwischen den malerischen Basisorten Imst und Elmen erstreckt, ist bekannt für ihre kurvigen Straßen, die sich ideal für erfahrene Biker sowie für leidenschaftliche Motorrad-Neulinge eignen.

Während Sie die Straße entlangfahren, von Imst aufsteigend und hinunter nach Elmen, werden Sie von der atemberaubenden Alpenkulisse umgeben sein, die für jeden Motorradfahrer ein spektakuläres Erlebnis darstellt. Die ideale Zeit, um auf zwei Rädern die Schönheit des Hahntennjochs zu erleben, liegt zwischen Frühling und Herbst. In diesen Monaten können Motorradfahrer das Beste aus der Strecke herausholen, ohne sich um winterliche Hindernisse sorgen zu müssen. Allerdings ist es wichtig, sich auf verschiedene Wetterbedingungen vorzubereiten und immer sicherheitsbewusst zu fahren.

Entlang der Route des Hahntennjochs gibt es zahlreiche Gasthäuser und Cafés, die eine Vielzahl an Einkehrmöglichkeiten bieten. Diese Lokalitäten sind darauf ausgerichtet, Biker zu verwöhnen und ihnen eine angenehme Pause mit lokalen Delikatessen zu bieten. Zusammenfassend ist das Hahntennjoch mehr als nur eine Straße - es ist ein Highlight für jeden Motorradliebhaber. Egal, ob Sie eine Solo-Tour planen, in einer Gruppe unterwegs sind oder auf einer längeren Motorradreise sind, das Hahntennjoch bietet einzigartige Erlebnisse und unvergessliche Fahrten.

Aktuelle Situation und Fahrverbote

Zu viel Motorrad-Lärm: Der Bezirk Reutte in Tirol sperrt jedes Jahr vom 15. April bis 31. Oktober bestimmte Straßenabschnitte für besonders laute Motorräder. Wer dagegen verstößt, riskiert ein hohes Bußgeld. Die Fernpassstraße (B179) ist von den Fahrverboten nicht betroffen.

Die Tiroler Landesregierung begründet ihre Entscheidung damit, dass sich durch den wachsenden Motorradverkehr und die erhebliche Lärmbelastung 44 Prozent der dortigen Bevölkerung beeinträchtigt fühle. Besonders das hochtourige Fahren, also Aufheulen lassen des Motors beim Beschleunigen oder Bremsen sei störend.

Motorräder dürfen nicht mehr als 95 dB(A) haben. Ein generelles Wochenendfahrverbot wird vom überwiegenden Teil der Bevölkerung nicht gewünscht. Da die bisherigen Maßnahmen wie Geschwindigkeitsbeschränkungen nicht zu einem befriedigenden Ergebnis geführt hatten, entschloss sich die Landesregierung im Jahr 2020 in einem Pilotprojekt zu den abschnittsweisen Sperrungen. Die Regelung wurde seither nicht mehr aufgehoben und ist damit auch in der aktuellen Motorradsaison 2025 wieder gültig.

Das Fahrverbot gilt für alle in Österreich und im Ausland (also auch in Deutschland) zugelassenen einspurigen Kraftfahrzeuge, die laut Zulassung ein Standgeräusch (Nahfeldpegel) von mehr als 95 dB(A) aufweisen.

Fahrverbot: Diese Strecken in Tirol sind tabu

  • B198 Lechtalstraße von Steeg (Landesgrenze Vorarlberg) bis Weißenbach am Lech
  • B199 Tannheimerstraße von Weißenbach am Lech bis Schattwald (Staatsgrenze Deutschland)
  • L21 Berwang-Namloser Straße von Bichlbach bis Stanzach
  • L72 Hahntennjochstraße 2. Teil von Pfafflar bis Imst (Passhöhe)
  • L246 Hahntennjochstraße 1. Teil von Imst (Passhöhe) bis Imst Kreuzung Vogelhändlerweg
  • L266 Bschlaber Straße von Elmen bis Pfafflar

Die Fernpassstraße (B179) ist von den Fahrverboten nicht betroffen. Die Regelung wird laufend evaluiert und könnte im Bedarfsfall ausgeweitet werden. ADAC Fachleute empfehlen, vor einem Motorradausflug nach Tirol in der Zulassungsbescheinigung (Rubrik U1) nachzulesen, ob die Maschine den Grenzwert überschreitet.

Verstoß gegen das Fahrverbot: 220 Euro Bußgeld. Die österreichische Polizei führt Kontrollen durch, bei Verstößen droht eine Geldbuße von 220 Euro, zudem kann der Biker angewiesen werden, umzukehren.

Am 23. Juni diesen Jahres wird es eine Initiative der Anwohner in Außerfern am Hahntennjoch geben. Hierbei wird der gesamte Pass blockiert und wohl polizeilich gesperrt, um auf die Lautstärke und die Störung der Anwohner aufmerksam zu machen. Soll nur als Hinweis gelten für jeden, der hier evtl. Die Diskussion, ob sinnvoll oder nicht, kann sich jeder selbst entnehmen...

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