Obwohl der Fahrrad-Airbag Hövding immer mehr auf den deutschen Straßen und Radwegen unterwegs ist, scheint er für viele noch ein eher abstrakter Gegenstand zu sein. Was trägst du denn da um den Hals? Auch ich werde, wenn ich mit dem Hövding unterwegs bin, immer wieder gefragt, was es mit der schwarzen Halskrause auf sich hat - und vor allem, ob sich die Anschaffung für mich gelohnt hat.
Der Fahrradairbag Hövding ist die Hightech-Alternative zu einem herkömmlichen Fahrradhelm. Viele sind der neuen Technologie gegenüber skeptisch. Auch ich muss zugeben, dass ich am Anfang sehr skeptisch war. Ich habe den Hövding zu meinem Geburtstag bekommen und hätte ihn mir selbst vermutlich nicht gekauft - schon alleine wegen der Kosten, aber auch aus Angst, das (Höv-)Ding könne einfach so aufgehen und ich von der Eruption einen Riesenschock davontragen.
Inzwischen fahre ich seit über einem Jahr ausschließlich mit meinem Hövding. Ich muss deshalb gestehen, dass mein Fahrrad-Airbag zunächst einige Wochen an der Garderobe ausharren musste, ehe ich mich traute, damit aufs Rad zu steigen. Anfangs dachte ich, dass der Hövding alleine schon deshalb schlimmere Unfälle verhindert, weil Menschen, die ihn tragen, aus Furcht er würde grundlos auslösen, umso vorsichtiger fahren. Sicherheit gehe schließlich eindeutig vor Eitelkeit. Auch kursieren abschreckende Geschichten, laut denen der Airbag beim bloßen Überfahren eines Bordsteins einfach so aufgegangen ist. Kein Wunder also, dass viele den herkömmlichen Fahrradhelm für eindeutig sicherer und praktikabler halten.
Funktionsweise des Hövding-Airbags
Der Hövding-Fahrrad-Airbag ist eine Hightech-Alternative zum klassischen Fahrradhelm. Sobald die Halskrause über den magnetischen Verschluss aktiviert wird, beginnen die eingebauten Sensoren die Bewegungen der jeweiligen Person 200 Mal pro Sekunde zu registrieren. Im Fall eines Unfalls erkennt die Sensorik die Gefahr und der Airbag löst innerhalb von 0,1 Sekunden aus.
Sicherheit und Schutzwirkung
Wissenschaftlich fundiert ist dagegen, dass der Hövding einen sehr guten Schutz vor Kopfverletzungen bietet. Eine Untersuchung der Universität Straßburg zeigt, dass der Fahrradairbag den Kopf bei verschiedenen Aufprallformen (Frontalaufprall, schräger Seitenaufprall, seitlicher Aufprall, Heckaufprall) zuverlässig schützt. Er kommt im Sicherheitstest auf insgesamt viereinhalb von fünf Punkten. Zum Vergleich: Ein herkömmlicher Fahrradhelm, etwa von der Firma Abus, erhält insgesamt nur drei von fünf Punkten, wobei er bei einem seitlichen Aufprall besonders schlecht abscheidet (einer von fünf Punkten). Auch der ADAC attestiert dem Hightech-Helm Hövding nach Entfaltung eine sehr hohe Schutzfunktion vor Kopfverletzungen.
Doch schützt der Airbag wirklich genauso gut wie ein herkömmlicher Helm? Das ist leider nicht ganz eindeutig zu beantworten. Klar ist: Sie schützen unterschiedlich. Ein herkömmlicher Helm sichert demnach vor allem den Kopf, während die Nackenpartie weiterhin gefährdet bleibt. Der Hövding-Airbag legt sich dagegen, wenn er ausgelöst hat, wie eine schützende Haube komplett um Schädel und Nacken. Die gesamte Hals- und Kopfpartie wird so gepuffert und stabilisiert, was einem Schleudertrauma und ähnlichen Verletzungen vorbeugen kann.
Einen praktischen Bonus bietet der Airbag über eine zugehörige App, die bei einem Unfall, also beim Auslösen des Airbags, eine SMS an einen hinterlegten Notfallkontakt schickt.
Einschränkungen und Schwächen
Allerdings hat der Fahrrad-Airbag auch eine nicht unerhebliche Schwäche. Denn auch er kann bauartbedingt nicht in jeder Unfallsituation schützen. Das gilt insbesondere für Zusammenstöße, die von vornherein eher auf Kopfhöhe stattfinden. Beispiel: Eine Fahrradfahrerin oder ein Fahrradfahrer fährt frontal gegen eine sich plötzlich öffnende Lkw-Tür. In diesem Fall stürzt die Person nicht erst kopfüber, sodass der Airbag auslösen kann, sondern prallt frontal dagegen.
Fest steht: Im Vergleich zu einer schweren Verletzung ist es auf jeden Fall besser, wenn der Airbag einmal zu viel als einmal zu wenig auslöst. Unangenehm dürfte der Moment der Eruption für viele allerdings trotzdem sein. Ich selbst bin seit einem Jahr Benutzung glücklicherweise noch nicht in die Situation gekommen, dass die Halskrause unfallbedingt oder auch grundlos ausgelöst hätte. Neben einem lauten Knall umschließe der aufgepumpte Airbag den Hals so fest, dass kurzweilig das Gefühl entstehe, keine Luft zu bekommen. In diesem Fall solltet ihr, wenn möglich, einfach schnell den Reißverschluss der Krause öffnen.
Eher nicht. Der Hersteller Hövding verspricht, dass der Airbag lediglich in Ausnahmefällen auch in Situationen auslösen könne, die keinen direkten Unfall darstellen. Die Sicherheitsspanne sei so programmiert, dass der Hövding eher einmal zu viel als einmal zu wenig reagiere. Doch ist es wahrscheinlich, dass der Airbag auch schon bei kleineren Erschütterungen auslöst?
Auch gut zu wissen, etwa für den Transport: Wenn der Verschluss der Halskrause deaktiviert ist (Magnetverschluss geöffnet), kann er gar nicht auslösen. Deshalb solltet ihr die Sicherung auch lösen, sobald ihr vom Rad steigt. Tests haben zudem gezeigt, unter welchen Bedingungen und bei welchen Bewegungen der Airbag tatsächlich reagiert. Eine pauschale Formel gibt es zwar nicht, herauskam jedoch, dass Fehlauslösungen vor allem im Gelände oder auf unebenem Untergrund vorkommen. Vom Hersteller wird der Airbag demnach nur für weniger sportliche Fahrten in der Stadt oder auf Landstraßen empfohlen - nicht dagegen für anspruchsvollere Trails oder Abfahrten durch den Wald.
Praktikabilität im Alltag
Damit ein Fahrradhelm im Alltag auch wirklich oft zum Einsatz kommt, sollte er möglichst praktikabel sein. Hier bietet der Hövding ebenfalls Vor- aber auch Nachteile. Zu den Vorteilen zählt ganz klar, dass der Airbag den Kopf freilässt, Frisuren erhält und nicht am Kopf drückt. Vor allem im Sommer hat es für mich einen großen Unterschied gemacht, keinen Helm eng am Kopf anliegen zu haben. Meine Schweißdrüsen haben es mir gedankt. Im Winter könnt ihr zudem problemlos eine (einfache) Mütze auf dem Kopf tragen und müsst diese nicht mit Ach und Krach unter den Helm quetschen.
Aber: Auch die eher enge und starre Halskrause des Fahrrad-Airbags ist nicht unbedingt ein komfortables Accessoire. Im Sommer kann es darunter teilweise recht warm werden, im Winter fängt der Airbag vor allem unter dem Kinn an zu drücken, je mehr Klamotten ihr tragt. Einen Schal könnt ihr zwar tragen, er darf jedoch keine Technik verdecken, sodass es mitunter leider auch recht wurschtelig werden kann. Mit deutlich weniger Kleidung drückt das Gewicht des Sensors (das neueste Modell des Hövding wiegt 837 Gramm) allerdings auch manchmal unangenehm auf die Wirbelsäulenknochen im Nacken. Die gute Nachricht ist jedoch: Sobald ihr auf dem Fahrrad sitzt, ist der Fahrrad-Airbag deutlich weniger zu spüren, da er offenbar auf die Körperhaltung beim Radfahren optimiert ist.
Auch wirbt der Hersteller damit, dass beim neuen Modell (Hövding 3) die Kragenweite stufenlos und exakt angepasst werden kann, sodass im Winter für eine Jacke etwas mehr Platz zur Verfügung steht. Ausprobiert habe ich das bislang aber noch nicht. Interessant ist zudem die Frage, wie ihr mit dem Airbag umgeht, wenn ihr ihn nicht um den Hals tragt, ihn also anderweitig transportieren wollt und müsst. Ich habe meinen herkömmlichen Helm früher immer am Fahrrad angeschlossen. So hatte ich nie das Problem, ihn bei Verabredungen oder auf Veranstaltungen mit mir rumtragen zu müssen. Auch lasse ich Dinge leider hin und wieder im Büro oder anderswo liegen. Leider ist er naturgemäß - also sowohl von der Bauart als auch aufgrund der Elektronik - nicht dazu geeignet, ihn am Rad zurückzulassen. Auch ist er zu groß und schwer, um in jede Handtasche zu passen. Dafür hat er am Kragen eine kleine Schlaufe, an der er an einem Garderobenhaken aufgehängt werden kann. Bedauerlicherweise spreche ich jedoch aus Erfahrung, wenn ich sage, dass mir auch an öffentlichen Garderoben schon Dinge abhandengekommen sind. Bei dem Preis wäre das mehr als ärgerlich.
Etwas unpraktikabler ist der Hightech-Helm zudem mit Blick auf seine Einsatzfähigkeit, denn er muss stets genügend aufgeladen sein, damit er schützt. Der Akkustand wird per LED angezeigt und kann immerhin über eine App getrackt werden. Eine volle Ladung des neuesten Modells hält Herstellerangaben zufolge bis zu zwölf Stunden (oder 14 bis 16 Kilometer), je nachdem, wie viel ihr damit fahrt. Insgesamt ist der Airbag eher für kurze Einkaufsfahrten oder die Stadtstrecke zur Arbeit als für lange Touren geeignet. Ist der Akku leer, kann er mit einem Standard USB-C zu USB-A 2.0 Kabel aufgeladen werden.
Kosten und Fazit
Das neueste Modell (Hövding 3) liegt, je nach Angebot, finanziell zwischen 280 und 330 Euro und ist damit definitiv eine kostspielige Alternative zu gängigen Cityhelmen. Kommen wir zu der Preisfrage. Hinzu kommen die Kosten für das Aufladen des Airbags, wobei sich dies im Jahr auf einen kleinen eher unerheblichen Betrag beschränken dürfte. Solltet ihr einen Unfall haben, bietet der Hersteller einen Rabatt von 100 Euro auf einen neuen Helm an. Hövding gibt zudem eine zweijährige Garantie, wenn euer Helm ohne Unfall auslöst.
Wenn ihr im Alltag vorrangig mit dem Rad unterwegs ist und kaum Kosten für andere Verkehrsmittel habt, kann sich die Anschaffung des Hövding auf jeden Fall lohnen. Das gilt vor allem, wenn ihr dadurch - sei es aus Eitelkeit, Praktikabilität oder für das Freiheitsgefühl - insgesamt häufiger geschützt im Straßenverkehr unterwegs seid. Tests haben gezeigt, dass der Hightech-Helm zuverlässig und gut vor Kopfverletzungen schützt. Insgesamt ist der Fahrradairbag zwar erstmal aufwändiger zu handhaben als ein Helm, er bietet jedoch auch Vorteile. Hier müsst ihr letztendlich selbst entscheiden, was für euch überwiegt. Ich selbst habe mich ziemlich schnell an meinen Fahrradairbag gewöhnt und will ihn heute eigentlich nicht mehr missen. Vor allem für Fahrten durch die Stadt, etwa den täglichen Weg zur Arbeit, ist der Hövding aus meiner Sicht sehr praktisch und angenehm. Bei mir ist zudem der positive Effekt eingetreten, dass ich nunmehr eigentlich gar nicht mehr ungeschützt im Straßenverkehr unterwegs bin. Vorwände, die ich in Helm-Zeiten gefunden habe, um keinen Kopfschutz tragen zu müssen, sind passé.
Hövding 3 im Test: ADAC und Stiftung Warentest
Der „unsichtbare Helm“ Hövding 3 hat die Fahrradwelt schon 2011 durch seine innovative Technologie aufgemischt. Der Hövding liegt wie ein Kragen um den Hals und bläst sich bei einem Sturz innerhalb von 80 Millisekunden auf. Obwohl der Hövding aktuell nicht neu nachproduziert wird, sieht man den Airbag-Kragen immer öfter auf den Straßen - ein Phänomen, das viele überrascht. Aber warum setzen Radfahrer nach wie vor auf diese Technologie?
In Crashtests bei ADAC und Stiftung Warentest konnte der Hövding 3 beweisen, dass er Kopfverletzungen sicher verhindern kann. Das ADAC Technikzentrum Landsberg* stellte dafür eigens einen sogenannten „Dooring-Unfall“ nach, denn diese kommen gerade im Stadtverkehr häufig vor. Dabei öffnet ein Autofahrer die Tür und der Radfahrer prallt dagegen. Die Universität Straßburg bestätigte ebenfalls den hohen Schutz vor Kopfverletzungen. Sobald sich der Airbag entfaltet, bietet er einen weitaus besseren Rundumschutz als herkömmliche Helme.
Durch den Rundumschutz erzielte der aufgeblasene Airbag bessere Sicherheitsnoten als die Helme des Tests. Er schützt den Kopf sehr gut und verringert das Risiko für Hirnverletzungen deutlich. Ein weiteres Plus ist der Tragekomfort: Viele Radfahrer meiden Helme, weil sie unbequem sind oder die Frisur zerstören. Der Hövding umgeht dieses Problem. Auch die zusätzliche Bluetooth-Funktion, die bei einem Unfall automatisch Freunde oder Familienmitglieder informiert, sorgt für ein Gefühl der Sicherheit.
Hinter dem Hövding stecken die beiden schwedischen Industriedesignerinnen Anna Haupt und Terese Alstin. Und wer hat‘s erfunden? Die Idee entstand im Rahmen ihrer Abschlussarbeit an der Universität Lund. Sie wollten eine Alternative zum herkömmlichen Fahrradhelm entwickeln, die sowohl sicher als auch stilvoll ist und die Frisur schont. Ihre innovative Idee führte schließlich zur Entwicklung des weltweit ersten Airbag-Kragens für Radfahrer.
Schwächen des Hövding
Trotz der offensichtlichen Vorteile hat der Hövding auch klare Schwächen. Zum einen schützt er nicht bei allen Unfallszenarien. Während der Airbag bei Stürzen zur Seite oder nach vorne gut funktioniert, zeigt er in bestimmten Aufprallsituationen, wie etwa gegen eine Lkw-Tür, Schwächen. Hier ist ein herkömmlicher Helm überlegen, der ab der ersten Sekunde Schutz bietet. Stiftung Warentest kritisiert, dass der Hövding nicht in der Lage ist, bei plötzlichen Zusammenstößen rechtzeitig auszulösen.
Zudem ist der Hövding mit einem Gewicht von 837 Gramm deutlich schwerer als ein klassischer Fahrradhelm und kann bei längeren Fahrten oder bei höheren Temperaturen unbequem drücken. Ein weiteres Problem: Der Airbag muss regelmäßig geladen werden. Leert sich der Akku zu schnell, wie es in einigen Fällen berichtet wurde, öffnet sich der Airbag im Ernstfall nicht.
Ende 2023 meldete Hövding Sverige AB Insolvenz an, was einige Fragen für potenzielle Käufer aufwirft. Trotzdem kann man den Hövding 3 weiterhin im Handel kaufen, da das Verkaufsverbot durch die schwedische Verbraucherschutzbehörde ausgesetzt wurde. Für Kunden bedeutet dies zwar, dass die Garantieansprüche beim Hersteller nicht mehr möglich sind - doch die gesetzliche Gewährleistung des Händlers greift weiterhin. Sollte ein Mangel auftreten, haben Käufer Anspruch auf Reparatur, Ersatz oder Erstattung - der Händler muss zwei Jahre lang für Sachmängel haften.
Der Hövding bleibt damit für viele Radfahrer eine interessante Alternative, und die Insolvenz hat seine Attraktivität als innovatives Sicherheitsprodukt nicht geschmälert.
Der Hövding hält mit einer Akkuladung etwa 15 bis 20 Stunden, je nach Nutzungsintensität. Wie lange hält der Akku des Hövding? Wer häufig unterwegs ist, sollte also daran denken, den Airbag-Kragen regelmäßig aufzuladen, um auf der sicheren Seite zu sein. Wer mitdenkt, hat also auf längeren Touren eine Powerbank dabei.
Leider lässt sich der Hövding nach einer Auslösung nicht wiederverwenden. Ist Airbag-Kragen Hövding wiederverwendbar? Sobald er einmal ausgelöst hat, muss ein neuer Kragen her.
Der Hövding 3: Eine Zusammenfassung
Der Hövding 3 bietet zweifelsohne einen innovativen und zuverlässigen Schutz für Radfahrer. Voraussetzung: Der Akku muss immer geladen sein! Doch er hat seine Grenzen, insbesondere bei plötzlichen Zusammenstößen und speziellen Unfallszenarien. Darum bleibt der Fahrrad-Airbag ein technologisches Highlight, das vor allem in urbanen Bereichen immer mehr Anhänger findet.
Viele gefährliche Kopfverletzungen können durch einen Fahrradhelm vermieden werden. Aber er hat auch seine Schwächen. Deshalb hat ein schwedisches Forschungsteam einen Fahrrad-Airbag entwickelt, der noch besser schützen soll.
In der Crashanlage des ADAC Technik Zentrums Landsberg wurde 2021 dieses Szenario nachgestellt, um den Airbag-Helm Hövding 3 zu testen. Der Albtraum eines jeden Radfahrers: Ein Autofahrer reißt plötzlich seine Tür auf, der Radfahrer knallt rein oder wird auf die Fahrbahn geschleudert. Solche Dooring-Unfälle sind sehr gefährlich und kommen immer häufiger vor.
Mit 18 km/h fährt Stuntman Paul Wilk auf die geöffnete Autotür zu, prallt mit seinem Fahrrad gegen die Tür, hechtet drüber und landet nach einer Rolle vorwärts auf dicken blauen Gymnastikmatten. Nach 80 Millisekunden ist der Fahrrad-Airbag entfaltet. Im Flug hat mit einem lauten Knall der Hövding ausgelöst, umschließt und schützt seinen Kopf - optisch erinnert der entfaltete Airbag an eine Trockenhaube für den privaten Gebrauch. Auf den Aufnahmen der Spezialkamera erkennt man im Zeitraffer, dass sich der Airbag komplett geöffnet hat, als Stuntman Wilk etwa drei Viertel seines Saltos hinter sich hat. "Der Airbag hat sich innerhalb kürzester Zeit, nach 80 Millisekunden, voll entfaltet", sagt Michael Peuckert, ADAC Projektleiter für Produkttests.
Eine Untersuchung der Universität Straßburg bescheinigt dem Hövding einen sehr guten Schutz vor Kopfverletzungen. Fahrrad-Airbag: Stärken und Schwächen Das kann ADAC Experte Peuckert bestätigen: "Wenn ich nach vorn oder zur Seite falle, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er auslöst und schützt, sehr hoch." Gut sei auch, dass der Hövding sich sehr schnell entfaltet. "Allerdings schützt er nicht in allen Unfallszenarien so gut wie ein Helm", schränkt Peuckert ein, "zum Beispiel beim Crash mit einer Lkw-Tür oder einem Lkw-Spiegel." Hier seien herkömmliche Fahrradhelme eindeutig besser als ein Airbag, der sich ja erst entfalten muss. Peuckert: "Der Helm ist immer da, bietet sozusagen ab Millisekunde 0 vollen Schutz."
Der Hövding 3 wurde im Rahmen des großen ADAC Fahrradhelm-Tests außer Konkurrenz getestet und erhält daher kein ADAC Urteil. Aber einige Erkenntnisse haben die Tester gewonnen. "Ein spannendes Produkt mit einer sehr hohen Schutzfunktion vor Kopfverletzungen, wenn er sich voll entfaltet hat", sagt Peuckert, der auch bei der Ausstattung Stärken sieht. So lässt sich der Airbag-Kragen auf den Halsumfang des Trägers einstellen, man kann den Bezug wechseln, der Akkustand wird per LED angezeigt und eine App ist verfügbar.
Als größte Schwäche sehen die Tester, dass der Airbag-Kragen bauartbedingt nicht in jeder Unfallsituation schützen kann. Dazu kommt der im Vergleich zu Helmen eingeschränkte Tragekomfort.
Nach der Insolvenz Ende Dezember 2023 gehört Hövding inzwischen zum Technologieunternehmen iSi mit Hauptsitz in Österreich. Neuer Eigentümer kündigt Hövding 4 für Mitte 2026 an Auf seiner Homepage kündigt das Unternehmen an, dass Mitte 2026 der Hövding 4 auf den Markt kommen soll.
Tabelle: Vergleich Hövding 3 und traditionelle Fahrradhelme
| Merkmal | Hövding 3 | Traditioneller Fahrradhelm |
|---|---|---|
| Schutzwirkung | Sehr guter Schutz bei verschiedenen Aufprallformen, besonders für Kopf und Nacken | Guter Schutz des Kopfes, Nackenpartie weniger geschützt |
| Funktionsweise | Sensoren erkennen Unfall, Airbag entfaltet sich in 0,1 Sekunden | Direkter Schutz ab der ersten Millisekunde |
| Praktikabilität | Frisur bleibt erhalten, kein Druck am Kopf, aber Halskrause kann unbequem sein | Kann unbequem sein, besonders im Sommer |
| Akkulaufzeit | Bis zu 12 Stunden | Kein Akku erforderlich |
| Preis | 280 - 330 Euro | Günstiger |
| Besonderheiten | App-Benachrichtigung im Notfall | Keine |
| Schwächen | Schutz nicht in allen Unfallszenarien, Akku muss geladen sein | Weniger Schutz bei seitlichen Aufprällen |
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