Über kaum ein Thema wird so erbittert gestritten wie über den Fahrradhelm. Hier sind die wichtigsten Informationen zum Helm zusammengefasst.
Wie lange hält ein Fahrradhelm wirklich?
Eine pauschale Aussage zur Haltbarkeit von Fahrradhelmen ist nicht möglich. Das bei Mikroschalenhelmen genutzte expandierte Polystyrol (EPS) ist nicht UV-stabil und versprödet unter hoher Lichteinwirkung. Die harte Kunststoffschicht schützt das EPS vor hoher UV-Belastung, kann dies aber nicht ganz unterbinden.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Fahrradhelm ausgetauscht werden muss. Für einen Laien ist es nahezu unmöglich zu erkennen, ob das EPS bereits UV-Schäden hat. Unsere Empfehlung: Spätestens nach 5 Jahren den Helm austauschen.
Sind äußerliche Schäden zu erkennen, wie bröseliges EPS oder eine Ablösung der Außen- von der Innenschale, solltest Du Dir unbedingt einen neuen Fahrradhelm kaufen.
Wichtige Hinweise zum Tragen und zur Pflege von Fahrradhelmen
Wer sich für einen Fahrradhelm entscheidet, sollte beachten, dass es auf das richtige Tragen ankommt. Zuallererst sollte der Helm für den Träger passend sein. Ein zu kleiner oder zu großer Helm sitzt nicht richtig und kann nicht schützen. Und selbstverständlich wird nur ein leichter und komfortabler Helm gerne getragen.
Fehler beim Tragen eines Fahrradhelms
Oftmals sehen wir gefährliche Fehler beim Tragen von Fahrradhelmen:
- Helme werden häufig weit nach hinten geschoben getragen. Der Helm sollte aber waagerecht sitzen, um auch den vorderen Kopfteil schützen zu können.
- Der Kinnriemen sollte relativ eng eingestellt werden, damit der Helm nicht verrutscht. Gerade einmal 1-2 Finger dürfen noch zwischen Kinn und Riemen passen. Wer den Helm zu locker trägt, konterkariert die Wirkung des Helms.
- Helme sollten nach 3-4 Jahren ausgetauscht werden, da das Material nach einiger Zeit durch Umwelteinflüsse spröde und brüchig wird. Beim Kauf sollte man daher bereits auf das Produktionsdatum des Helms achten.
- Ebenso muss der Helm nach einem Unfall oder nach einem Sturz aus großer Höhe zwingend ausgetauscht werden. Beschädigungen sind in der Regel nicht mit bloßem Auge erkennbar.
- Kinder sollten auf Spielplätzen, z.B. beim Klettern oder Rutschen, keinen Helm tragen, da hier eine erhebliche Strangulationsgefahr vom Helm ausgeht.
Worauf sollte man beim Kauf eines Fahrradhelms achten?
Die TÜV- und GS-Siegel bescheinigen die grundsätzliche Qualität. Nach Norm (CE EN1078) wird getestet, ob Helme einer Aufprallgeschwindigkeit von lediglich 20 km/h standhalten. Aktuelle Tests der Stiftung Warentest oder des ADAC helfen als erste Information. Als Helmberatungsstelle bei der Auswahl und der Einstellung eines Fahrradhelms eignet sich am besten der Fachhandel.
Wer sich einen Fahrradhelm kaufen möchte, muss nicht zwangsläufig viel Geld auf den Tisch legen: Die Stiftung Warentest hat kürzlich Helme getestet und einen Helm von Fischer für 45 Euro in der Kategorie Unfallschutz als besten Helm ausgezeichnet. Ein Modell von Decathlon für 35 Euro erhielt auch noch die Note "befriedigend". Bei billigeren Helmen muss vor allem mit Einbußen beim Komfort, Passgenauigkeit und Style rechnen. Der Testsieger war ein Helm von Uvex, der 120 Euro gekostet hat. Dieser ist nicht nur sicher, sondern lässt sich auch individuell einstellen und ist über eine längere Strecke bequem zu tragen, berichtet Deutschlandfunk-Nova-Reporter Nico Rau.
Ludger Vortmann vom ADFC, dem Allgemeinen Deutschen Radclub, rät dazu, immer auf ein TÜV- oder GS-Siegel zu achten. Ob ein Helm mit einem Siegel ausgezeichnet ist, habe meistens nicht viel mit dem Preis zu tun. Die Preise würden eben meistens steigen, wenn man mehr Komfort und Luxus am Helm haben möchte. "Wenn man sich einen Helm kauft, dann bitte darauf achten, dass da ein TÜV-Siegel oder GS-Siegel drauf ist, das hängt nicht immer vom Preis ab. Ab einem bestimmten Preis sind es eher Luxus-Design-Fragen."
Grundsätzlich empfiehlt Nico Rau auch, den Helm lieber im Laden und nicht online zu kaufen, um genau ausprobieren zu können, welcher Helm zur individuellen Kopfform passt. Dazu gehört beispielsweise auch, dass die Kinnriemen richtig sitzen, dabei können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Ladens helfen. Bei der Beratung sollte man erwähnen, ob man eher selten und gemütlich fährt oder sportlich unterwegs ist. Vor allem für die Sommermonate rentiert es sich, einen Helm zu kaufen, der gut belüftet und leicht ist.
Alles in allem sollte man bei Helmen möglichst nicht zu sparsam unterwegs sein und sich beispielsweise einen gebrauchten Helm kaufen. Dagegen spricht zum einen, dass ein Helm wirklich individuell angepasst werden sollte. Kopfformen sind eben von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Zudem verliert ein Helm während seiner Nutzungszeit immer mehr Sicherheit, sagt auch Ludger Vortmann. Kleine Haarrisse, die bei Stürzen entstehen, sind erstmal mit dem bloßen Auge nicht sichtbar. "Natürlich kann man nach Stürzen häufig sehen, dass Styropor rausbricht oder das auch die Oberfläche von außen beschädigt ist. Aber viele Haarrisse sind nicht erkennbar."
Tatsächlich hat ein Helm so etwas wie eine begrenzte Haltbarkeit. Deswegen sollte man schon im Laden innen im inneren des Modells das Produktionsdatum checken. Liegen Helme drei bis vier Jahre im Laden herum, kann die Oberfläche porös werden. Dann ist es Zeit, sie auszutauschen.
ADAC Fahrradhelm-Test 2021: Ergebnisse
Der ADAC hat gemeinsam mit der Stiftung Warentest elf City- und Urban-Fahrradhelme sowie drei S-Pedelec-Helme in den Kategorien Sicherheit, Komfort, Handhabung und Schadstoffgehalt getestet. Hier sind die Ergebnisse:
Mit Ausnahme des Testverlierers erzielten alle Produkte erfreulicherweise eine ausreichende Schutzwirkung bei einem Stoß gegen den Fahrradhelm. Den besten Unfallschutz im Vergleich bot der Testsieger von Uvex.
Ergebnistabelle: City- und Urban-Helme
| Hersteller/Modell | Mittlerer Preis in Euro | ADAC Urteil | Handhabung & Komfort | Unfallschutz | Schadstoffe |
|---|---|---|---|---|---|
| Uvex Urban Planet LED | 130 | 2,0 | 1,8 | 2,3 | 1,0 |
| Alpina Gent MIPS | 130 | 2,2 | 1,9 | 2,5 | 1,0 |
| Limar Torino | 90 | 2,2 | 1,9 | 2,5 | 1,0 |
| Lazer Codax KinetiCore | 165 | 2,6 | 2,6 | 2,7 | 1,0 |
| Lidl Crivit - Fahrradhelm mit Rücklicht | 15 | 2,6 | 1,9 | 2,9 | 1,9 |
| Giro Fixture Mips II | 110 | 2,8 | 2,5 | 2,9 | 1,0 |
| Abus HUD-Y | 120 | 3,0 | 2,8 | 3,0 | 1,0 |
| Decathlon / B´Twin City 540 Bowl | 15 | 3,1 | 2,9 | 3,1 | 1,0 |
| Prophete ECO Urban | 15 | 3,1 | 2,4 | 3,2 | 1,9 |
| Cube Fleet | 55 | 3,2 | 2,6 | 3,2 | 2,0 |
| Casco E.Motion 2 | 120 | 5,5 | 1,9 | 5,5 | 1,6 |
Das Modell Urban Planet LED erhielt im Vergleich Bestnoten beim Unfallschutz und in der Handhabung. Da der Helm zudem keine Schadstoffe aufwies, kam er mit der Gesamtnote 2,0 auf Platz eins.
Gut geschlagen hat sich der günstigste Helm im Test: Mit einer Gesamtnote von 2,6 kann sich der Crivit-Fahrradhelm von Lidl im Vergleichsfeld behaupten. Sein Preis von gerade einmal 15 Euro ist um den Faktor acht günstiger als beim Testsieger von Uvex und beweist, dass ein Kopfschutz beim Radfahren nicht teuer sein muss.
Im Vergleich mit den herkömmlichen Fahrradhelmen stellte sich allerdings heraus, dass die drei S-Pedelec-Helme keinen besseren Unfallschutz bieten als die City- und Urban-Helme im Test. Selbst wenn die S-Pedelec-Modelle mit den Stoßdämpfungskriterien der normalen Helme getestet werden, erreichen sie nur einen Platz im Mittelfeld. Speziell im Bereich der Schläfe schneidet sogar der herkömmliche Helm von Abus besser ab als der hochpreisige S-Pedelec-Helm.
Die Rolle des ADFC
Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) setzt sich mit seinen mehr als 240.000 Mitgliedern mit Nachdruck für die Verkehrswende in Deutschland ein. Wir sind überzeugt davon, dass eine gute, intuitiv nutzbare Infrastruktur, gut ausgearbeitete Radverkehrsnetze und vor allem Platz für Rad fahrende Menschen auch dazu einlädt, das Fahrrad als Verkehrsmittel zu benutzen. Wir möchten eine sichere und komfortable Infrastruktur für den Radverkehr, damit sich junge und junggebliebene Fahrradfahrende sicher und zügig fortbewegen können.
Die Förderung des Radverkehrs ist nicht zuletzt auch ein politischer Auftrag, für den sich der ADFC stark macht. Unser Ziel ist es, alle Menschen, gleich welchen Alters und unabhängig von ihren Wohnorten, für das Radfahren und damit für die Mobilität der Zukunft zu gewinnen.
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