Größer, vielseitiger und mit noch mehr Funktionen vollgepackt! Das neue zumo XT2 Motorrad-Navi von Garmin soll die Funktionalität von Garmin Tread und dem Vorgängermodell zumo XT vereinen und fortführen. Wir haben uns im intensiven Reise- und Offroadbetrieb angesehen, wie gut das High-Tech-Navi funktioniert.
Wir hatten beide Vorgänger des zumo XT2, das Garmin Tread und das Garmin zumo XT, schon bei uns im Einsatz. Dort begeisterte uns schon die Vielfalt an Funktionen und das Ausmaß an Features. Das zumo XT2 soll hier noch einmal Einen draufsetzen. Wir haben das neue Motorrad-Navi auf einer ca. 2000 km langen Schotter- und Straßentour im italienischen Friaul und im harten Offroad-Einsatz bei der einwöchigen Bosnia Rally getestet.
Größer und heller: Display und Gehäuse
Das Display und Gehäuse des Garmin zumo XT2 wurde überarbeitet. Der Bildschirm mit der Auflösung 1280 x 720 Pixel misst nun 6 Zoll (15,24 cm) in der Diagonale, im Vergleich zum 5,5 Zoll Display des zumo XT. Für die Vergrößerung wurde das Navi breiterund mit 340 g Gesamtgewicht ca. 80 Gramm schwerer.
Neuer Port für die SD-Karte
Genauso wie der USB-Anschluss wandert auch der Slot für die bis zu 256 GB große Micro-SD-Karte auf die Unterseite des zumo XT2.
Neue Navi-Halterung
Auch überarbeitet wurde die Halterung. Zusätzliche Gummi-Puffer sorgen für einen festeren Sitz des Navigationsgeräts. Das zumo XT2 ist aber nicht mehr mit den alten Halterungen kompatibel.
Erstmals ist die Basis der Halterung schon ab Lieferung mit dem Kugelgelenk verbunden. Dafür ist im Lieferumfang keine Halterung oder Ladekabel für das Auto enthalten wie beim Vorgänger. KFZ-Sicherung und Ring-Kabelschuhe sind dabei, die müssen aber erst mit dem Ladekabel verbunden werden, was ohne das richtige Werkzeug mühsam sein kann.
Mehr vorinstallierte Karten
Auch die Software wurde erweitert. Waren es beim zumo XT noch 46 vorinstallierte Straßenkarten für die Region Europa, bietet das zumo XT2 ganze 152 Straßenkarten für fast die ganze Welt.
Garmin’s zūmo XT 2 kommt mit vorinstallierten Karten für Europa, die lebenslange Updates ermöglichen. Karten für andere Regionen, wie Nordamerika, können ebenfalls hinzugefügt werden. Für Abenteurer stehen topografische Karten und BirdsEye-Satellitenbilder ohne Abonnement zur Verfügung.
Kartenebenen und Individualisierung
Die Anzeige der Karte während der Navigation kann nun individualisiert und angepasst werden. Zu den ein- und ausblendbaren Ebenen zählen Dinge wie die herunterladbaren, BirdsEye genannten Satellitenbilder für ausgewählte Regionen, topographische Karten, Höhenlinien, 3D-Gelände, Live-Updates zur Verkehrslage, beliebte Motorradstrecken, Michelin Scenic Roads und POIs (Campingplätze, Tankstellen, Rastplätze, beliebte Orte, etc.).
Michelin Green Guide & Local Spots
In Zusammenarbeit mit Michelin wurden nicht nur schöne Straßen ausgewählt, sondern gleich ein ganzer Reiseführer für ausgewählte Orte vorinstalliert. Zu den besonderen Locations bekommt man Textbeschreibungen, Bilder und Bewertungen von Tripadvisor und Michelin geliefert.
Neuer Routenplaner
Neu beim zumo XT2 ist ein Routenplaner im Startbildschirm, der auch über die Garmin Tread App (mehr dazu bei den folgenden Punkten) gesteuert werden kann. Bei dieser neuen Routenplanung können recht unkompliziert Zwischenpunkte bzw. Zwischenabschnitte in der Route eingeplant werden.
Für jeden dieser Zwischenabschnitte kann dann die Routenfindung unterschiedlich gestaltet werden. Die Route für "Kürzere Zeit", mit "Gerader Linie", oder mit "Abenteuer" im Fokus berechnet werden. Garmin Adventurous Routing ist schon bekannt von den Vorgängermodellen, steht aber weiterhin im Fokus der zumo XT2 Features. Per Algorithmus werden bei einer Routenplanung im "Abenteuer"-Modus möglichst kurvige Strecken gesucht und in vier Varianten als Routenvorschlag präsentiert. Von Stufe 1 bis 4 wird es immer kurviger und abenteuerlustiger.
Zweiradfahrer, die mit der App Calimoto vertraut sind, kennen diese Art von Routenfindung schon. Auch die neue Rundtour könnte Calimoto-Nutzern bekannt vorkommen. Das Navi kann selber Rundtouren abhängig von Distanz, Dauer, Ziel und grober Himmelsrichtung der Tour planen. Das Ergebnis wird basierend auf dem Adventurous Routing wieder in vier immer kurviger werdenden Varianten präsentiert.
Trackaufzeichnung mit Highlights
Die Aufzeichnung der gefahrenen Strecke ist ein altbekanntes Feature. Nun werden aber auch Highlights wie Höchstgeschwindigkeit, stärkste/schwächste Beschleunigung, extreme Kurven und die Höhe angezeigt.
Tour Zusammenfassung
Eine Zusammenfassung der gefahrenen Tour gibt es auch immer beim Erreichen des Ziels bzw. der Beendigung Tour, wo Zeit, Distanz und die Beschleunigung angezeigt werden.
Konnektivität und Garmin Tread App
Konnektivität ist neben der Navigation das zweitwichtigste, mitbestimmende Feature am Garmin zumo XT2. Per Bluetooth können Smartphone, Headset und diverse Garmin Geräte an das zumo XT2 gekoppelt werden. So können Anrufe, Nachrichten und Musik per Navi gesteuert werden. Aber das gab es auch schon bei den Vorgängergeräten. Neu ist das Zusammenspiel mit der Garmin Tread App.
Vorher spielte das XT noch mit der Garmin Drive App zusammen, ab dem zumo XT2 wird die Tread App zur zentralen Schaltzentrale. Der Garmin Group Ride ist ebenso wie die Tread App ein Vermächtnis des Garmin Tread Navigationsgeräts.
Dank Bluetooth- und WLAN-Konnektivität lässt sich das Garmin zūmo XT 2 problemlos mit Smartphones koppeln. Auf diese Weise können Anrufe sicher per Freisprechfunktion entgegengenommen und weitere Funktionen genutzt werden. Besonders praktisch ist die Integration mit der Garmin Tread-App, die vielfältige Möglichkeiten bietet.
Unfall-Benachrichtigung, Wettervorhersage & Co.
Die Koppelung mit der Tread App ermöglicht unzählige Möglichkeiten. Darunter zum Beispiel auch eine automatische Unfallerkennung, die die Positionsdaten des Fahrers an zuvor definierte Kontaktdaten schickt. Oder z.B. weitere Live-Features, die bei bestehender Internet-Verbindung des Smartphones aktuelle Wetterdaten ans Navi senden können.
Montage und Halterung
Am Anfang unserer Praxiserfahrungen stand, wie so oft nachdem man ein neues Navigationsgerät erworben hat, die Montage des zumo XT2 an. Durch die begrenzten Optionen ist die Montage zwar unkompliziert, aber durch die noch notwendige Anbringung der Ring-Kabelschuhe und evtl. notwendiger Sicherung doch etwas mühsam.
Wer sonst seine elektronischen Geräte am Motorrad über USB- oder 12V-Ausgänge lädt, sollte beim Garmin zumo XT2 trotzdem das fixe Ladekabel verlegen und benutzen. Von der Verwendung von USB-Ladekabeln während der Fahrt rät Garmin explizit ab.
Einmal montiert, lässt sich die neue Halterung über die Kugelgelenke flexibel positionieren. Dabei rastet das Navi selbst auch satter ein als früher, der Verschlussmechanismus an der Oberseite fühlt sich auch nicht mehr so fummelig und verdächtig leichtgängig an, als das vorher der Fall war.
Bei der letztjährigen Oldtimer Hobby-Rally Seeker Raid in Bosnien macht das mitgenommene Garmin Tread sich einmal sogar selbstständig und löst sich während der Fahrt. Die neue Halterung plus zumo XT2 haben die noch härtere Bosnia Rally heuer ohne Zwischenfall und Abflug überstanden. In Summe also eine positive Weiterentwicklung.
Die neu Halterung des zumo XT2 ist etwas schwergängiger, dafür aber robuster als bei den Vorgängermodellen.
Bedienung und Benutzerfreundlichkeit
Die unintuitive, teils recht umständliche und wenig verständliche Bedienung der Vorgängermodelle war mein größter Kritikpunkt am Tread und zumo XT. Der neue Startbildschirm des zumo XT2 macht einen aufgeräumteren Eindruck und tatsächlich ist die Aufteilung der Menüpunkte und die Bewegung durch die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten und Funktionen halbwegs gut möglich, ohne vorher das Benutzerhandbuch auswendig gelernt zu haben.
Einige Formulierungen und Designentscheidungen, wie zum Beispiel dass die Option für die kürzeste Wegzeit bei der Routenplanung mit "Abbiegehinweise" benannt ist, sorgen anfangs aber immer noch für Verwirrung. Bei so vielen Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten lässt sich eine gewisse Komplexität in der Bedienung wohl nicht vermeiden, großteils ist das zumo XT2 bei der Bedienbarkeit aber ein Fortschritt.
Garmin Basecamp, GPX-Import & Co.
Doch nicht immer stellt man sich selbst die Route direkt am Navi zusammen. Hier gleich der erste Nachteil des neuen zumo XT2: Es ist nicht mehr mit dem extrem weit verbreiteten und beliebten Garmin Basecamp Programm kompatibel. Als Ersatz gibt es Garmin Explore, was Basecamp teilweise in seinen Funktionen ersetzt. Dennoch wäre eine Kompatibilität mit dem allgegenwärtigen Basecamp wünschenswert.
Dafür ist die Verwendung eines USB-C Kabels bei der Verbindung des Garmin zumo XT2 mit einem PC oder Laptop eine große Verbesserung. Das alte, outdatete Mini-USB Kabel der Vorgänger war unterwegs kaum noch zu bekommen, sollte man es einmal vergessen haben. Doch USB-C ist überall erhältlich und einfach besser.
Was es noch zur Verbindung braucht, ist das von den Vorgängermodellen bekannte Garmin Express Programm. Ohne dieses wird das angeschlossene zumo XT2 gar nicht erst erkannt. Es braucht zwar etwas Geduld, doch am Windows-Rechner funktioniert die Verbindung einwandfrei und auf den internen Speicher des Geräts kann wie auf ein Laufwerk zugegriffen und Inhalte abgespeichert werden. Das zumo XT2 erkennt die neuen Inhalte am Speicher und importiert diese.
Leider lief dieser Prozess bei unserem Test auf Apple-Geräten deutlich weniger einwandfrei. Das Gerät wird zwar über Garmin Express erkannt, lässt sich jedoch nicht als Datenträger nutzen. Bei anderen Apple-Nutzern hat dies jedoch funktioniert, es scheint sich also um einen Bug bei unserem zumo XT2 oder den verwendeten Apple-Geräten zu handeln. Trotz mehrmaliger Versuche konnten wir keine Lösung für das Problem finden. Garmin bringt aber regelmäßig Bug-fixende Updates für das zumo XT2 heraus, die dann direkt per Wlan auf das Navi geladen werden können.
Unsere Lösung für das Problem? Zum Glück gibt es noch den SD-Karten-Slot. Damit lassen sich GPX-Dateien äußerst leicht ins Navi einspielen. Datei auf die bis zu 256 GB große Micro-SD kopieren, SD-Karte ins Navi und die Dateien werden beim nächsten Neustart erkannt und importiert. Die SD-Karte sollte aber abgesehen von den für das Garmin bestimmten Dateien leer sein, sonst möchte das Navi die Karte formatieren.
Eine wichtige Verbesserung: Nicht nur ist endlich ein zeitgemäßer USB-C Port verbaut, auch der SD-Karten-Slot ist zum reinstecken viel praktischer im Umgang, als die alten Ports mit Klapp-Arretierung.
Navigation und Routenplanung
Kommen wir zum Kernfeature eines jeden Navis: Der Navigation. Positiv hervorzuheben ist die relativ intuitive und einfache Bedienung des Routenplaners. Streckenabschnitte können schnell definiert und nach den gewünschten Parametern berechnet werden.
Das funktioniert auch recht einwandfrei, doch genau bei diesem Schritt fällt auch die Abwesenheit eines zentralen, wichtigen Features auf. Es ist nämlich nicht mehr möglich, die Route für die kürzeste Wegstrecke berechnen zu lassen, sondern nur noch für die kürzeste Zeit. Das hat zur Folge, dass bei manchen Routen das zumo XT2 deutlich längere Routen plant, als zum Beispiel Google Maps oder andere Navigationsgeräte mit der Option für kurze Strecken. Möchte man lieber die kurze Strecke fahren, führt kein Weg an einer händischen Anpassung der Route vorbei.
Ist die Route abgespeichert und aktiviert, kann es endlich losgehen. Die Navigation selbst lief im Fahrbetrieb ohne besondere Vorkommnisse oder Probleme ab. Einzig etwas unpräzise platzierte Wegpunkte, die nicht ganz auf der Straße oder in Nebenfahrbahnen liegen, können nerven, da das Navigationsgerät keine Toleranz beim knappen Vorbeifahren besitzt und direkt zum Punkt führen möchte. Hier muss dann wieder manuell eingegriffen werden.
Ohne die Option für die kürzeste Wegstrecke, müssen mit der Routenplanung des zumo XT2 deutlich mehr Kilometer abgespult werden. Google Maps Navigation zum Vergleich: Gleiche Strecke, gleicher Zwischenstopp, dennoch 20 km Unterschied.
Bei vielseitigen Touren vermisst man noch ein Feature: Auch die Nutzerprofile, mit denen man sich Einstellungen für verschiedene Einsatzzwecke (Motorrad, Auto, Gelände) speichern konnte, haben es von den Vorgängermodellen nicht ins zumo XT2 geschafft. Möchte man also nun z.B. nach einer flotten Anreise auf der Autobahn ein paar unbefestigte Wege erkunden, reicht es nicht flott ein Profil zu wechseln, sondern Menüpunkte wie "Unbefestigte Straßen erlauben" müssen per Hand angesteuert werden.
Sowohl im Friaul als auch bei der Bosnia Rally musste sich das zumo XT2 auch in der Offroad-Navigation beweisen. Die Routenplanung über die ganz kleinen Ziegenpfade und Waldwege gelingt dabei nicht immer, das Navi möchte lieber zurück zu größeren Straßen und dann auf Umwegen zum Ziel. Im Friaul navigierten wir deshalb im Gemüse per Wegpunkte. Diese können sehr schnell und einfach auf der Karte eingefügt und abgespeichert werden, sodass man schlussendlich einfach den selbst gesteckten Fähnchen nachfährt. Das funktioniert auch gut in Kombination mit den herunterladbaren Satellitenaufnahmen. So können bei ganz abenteuerlichen Touren und Fahrten abseits sämtlicher (eingezeichneter) Wege auch Lücken in der Vegetation oder potentielle Pfade gefunden werden. Bei kleinen Wegen wird es schwer mit der Routenfindung.
Bei der Bosnia Rally folgen wir den per GPX-Import aufgespielten Tracks des Veranstalters. Hier läuft alles nach Plan und selbst trotz des extrem steinigen, materialmordenden Geländes am Balkan stecken zumo XT2 und die Garmin Halterung die Tortur weg wie nichts.
Display und Hardware
Bis auf leichte, hin und wieder auftretende Ruckler beim Swipen durch die Karte, fühlt sich das Garmin zumo XT2 an wie ein modernes Smartphone. Der leichtgängige Touchscreen ist jedoch auch mit Handschuhen bedienbar, selbst mit richtig dicken.
Das Display ist bei verringerter Bildschirmhelligkeit noch gut ablesbar und scharf zu sehen. Außer die Sonne spiegelt sich im richtigen Winkel auf dem Glasdisplay, dann nützt auch die höchste Helligkeitsstufe nichts. Die restliche Hardware, das Gehäuse, der Einschaltknopf, die Ports an der Unterseite und die Halterung, fühlen sich alle hochwertig und robust an.
Akkulaufzeit
Durch das große, helle Display und die extreme Anzahl an Features des zumo XT2, braucht es schon recht viel Strom. Während der Fahrt ist das kein Problem, doch nach der Tour entlädt sich das Gerät recht schnell, selbst wenn es nur im Regal liegt. Sollte das Gerät per Akku betrieben werden, hängt die Akkulaufdauer stark von den genützten Features und der eingestellten Helligkeit ab. Bei unserem Test ging nach ca 3 Stunden fast durchgehender Benützung der Energiesparmodus an, bei dem die Displayhelligkeit auf niedrig gesetzt wird, was die Navigation bei hellem Tageslicht zur Herausforderung macht. Man kann die Akkudauer aber verlängern, wenn man zwischendurch das Display über den Ausschaltknopf deaktiviert. Ein kurzes Drücken verdunkelt nämlich den Bildschirm und setzt das Gerät nur in Standby-Modus, aus dem es in einer Sekunde wieder hochfahren kann. Schnell genug, um das zumo XT2 auch während der Fahrt und zwischen Navigationsanweisungen ein- und auszuschalten.
Zielgruppe
Das Garmin zumo XT2 ist vor allem für jene attraktiv, die das Navigationsgerät als mobile Kommandozentrale nutzen wollen. Es vereint die Funktionen eines fortschrittlichen Navis mit weitgreifender Smartphone-Konnektivität.
Speziell für Motorradfahrer entwickelt, liefert das zūmo XT 2 zahlreiche nützliche Informationen. Echtzeit-Updates zu Wetter- und Verkehrslage helfen bei der Planung unterwegs, während Tankstellen, Werkstätten und Motorradattraktionen entlang der Route angezeigt werden.
Sicherheitsfunktionen
Sicherheitsfunktionen des zūmo XT 2 bieten ein Plus an Schutz. Warnungen vor scharfen Kurven, Bahnübergängen und Tempolimits helfen, Risiken zu vermeiden.
Benutzeroberfläche und Anpassung
Mit einer individuell anpassbaren Benutzeroberfläche lässt sich das Motorrad- Navi perfekt auf die Bedürfnisse des Fahrers abstimmen. Die praktische Split-Screen-Ansicht ermöglicht es, gleichzeitig Karten und zusätzliche Informationen wie POIs oder Höhenprofile anzuzeigen.
Zusätzliche Funktionen
Zahlreiche Extras können unterwegs nützlich sein: Ein Trip-Recorder erfasst Fahrdaten für Analysen, während Widgets wie Wetterinfos, Kalendereinträge und Sonnenzeiten praktische Zusatzinfos liefern. Die Kartenansicht kann individuell angepasst werden, um Verkehrsdaten, Geländeprofile oder Tankstellen anzuzeigen.
Worauf Sie beim Kauf eines Motorrad-Navis achten sollten
In den seltensten Fällen ist es möglich, einen ausführlichen Motorrad-Navi-Test durchzuführen, bevor Sie sich für das beste Motorrad-Navi entscheiden. Zudem haben Sie möglicherweise vor der Anschaffung eines neuen Gerätes noch keine Erfahrungen mit Motorrad-Navis gemacht. Damit Sie dennoch das passende Modell für Ihre Zwecke finden, geben wir im Folgenden einen Überblick über alle Kategorien, die in Ihre Kaufentscheidung mit einfließen sollten.
Material: besonders robust und wetterbeständig
Schaffen Sie sich für Ihr Motorrad ein Navigationsgerät an, das sowohl über ein robustes Gehäuse verfügt als auch treibstoffresistent ist. Schon die Dämpfe beim Tanken reichen, um das Gerät anzugreifen.
Zertifikat als Indikator für Wasserdichtigkeit
Verfügt ein Motorrad-Navigationsgerät über eine IPX4-Zertifizierung, ist es lediglich gegen Spritzwasser geschützt. Für eine Fahrt im Regen reicht das jedoch nicht aus. Empfehlenswert ist, dass das Navi mindestens ein IPX7-Zertifikat hat. Das bedeutet, dass es sogar ein kurzzeitiges, komplettes Eintauchen in Wasser übersteht.
Außerdem sollte Ihr Navi für das Motorrad wasserdicht sein. Immerhin findet die Navigation beim Motorrad an der freien Luft statt. Nicht nur Wind, Stöße und Erschütterungen, auch Regen, Schnee und Hagel treffen unmittelbar auf das kleine Motorrad-Navi. Da sollte es schon einiges an Feuchtigkeit aushalten. Ob das Gerät wirklich wasserbeständig ist, können Sie prüfen. Denn viele Hersteller nennen ihre Navis für das Motorrad wasserdicht, obwohl sie es nicht sind. Ein untrüglicher Beweis ist die IPX-Zertifizierung. Sie stuft die Widerstandsfähigkeit des Gerätes gegenüber Wasser ab.
Halterung: Lenkermodelle mit RAM-Mount-System sind eine gute Wahl
Dank GPS kann Ihr Motorrad-Navi auch offroad navigieren. Die Befestigung sollte auf jeden Fall im Lieferumfang enthalten sein. Falls nicht, sollten Sie vom Kauf absehen, denn das ist bei fast allen Herstellern (auch bei den preiswerteren Varianten) Standard.
Wer nicht unbedingt über besonderes Handwerksgeschick verfügt, sollte auch davon absehen, sich die Motorrad-Navi-Halterung selbst zu bauen. Auch wenn die Anbringung am Motorrad meist intuitiv zu bewerkstelligen ist, sollte eine gute Anleitung nicht fehlen, damit das Gerät auch sicher sitzt und nicht abfällt. Wie Motorrad-Navi-Tests gezeigt haben, können hier vor allem die Premium-Hersteller überzeugen.
Viele Motorrad-Navis kommen mit RAM-Mount-System für den Lenker. Die Kugel-Klemmen-Technik ist fast universell für alle Motorräder einsetzbar und hält bombenfest. In jedem Fall sollten Sie darauf achten, dass Sie zur Montage kein weiteres externes Material benötigen oder im Fall der Fälle Hinweise zu kompatiblen Adaptern und Verlängerungen genannt sind.
Display: Empfindlichkeit für Berührung, Helligkeit und Spiegelung
Bei allen Navigationsgeräten funktioniert die Bedienung über Touchscreen. Da Sie als Motorradfahrer mit Handschuhen unterwegs sind, sollte das Display auf jeden Fall auch auf die Berührung mit dem Handschuh reagieren. Jedoch darf es nicht zu empfindlich sein, damit es nicht durch Stöße oder gröbere Handhabung bricht. Für die Bedienung des Navis während der Fahrt sind touchscreenfähige Handschuhe notwendig.
Achten Sie außerdem darauf, dass das Display entspiegelt und etwas abgedunkelt ist, sodass die Daten darauf auch bei Sonneneinstrahlung noch einwandfrei zu erkennen sind. Achten Sie in Ihrem persönlichen Motorrad-Navi-Test außerdem darauf, welche Größe das Display haben muss, damit Sie alles bequem erkennen. Bei kleinen Motorrad-Navis kann das Display etwa 4,3 Zoll haben, bei großen Modellen können es bis zu 7 Zoll sein.
Navigationssoftware muss über ausreichend Kartenmaterial verfügen
Achten Sie beim Kauf auf jeden Fall auf die Navigationssoftware, denn diese unterscheidet sich je nach Modell oft sehr. Dabei kommt es vor allem auch auf das inkludierte Kartenmaterial an.
Tipp: Überlegen Sie vor Anschaffung genau, ob Ihnen die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) ausreicht, oder ob Sie planen, auch in weiteren Regionen Europas oder anderen Ländern unterwegs zu sein. Falls Sie spezielles Kartenmaterial benötigen, beispielsweise für eine Reise zur berühmten Route 66, sollten Sie unbedingt prüfen, dass genügend Speicherplatz auf dem Motorrad-Navi verfügbar ist. Alternativ sollte das Gerät einen Einschub für eine Speicherkarte haben.
Außerdem wichtig: Achten Sie darauf, dass Kartenupdates im Kaufpreis enthalten sind. Ansonsten fallen nach einigen Jahren wieder Kosten an.
Routingoption für planbare Touren zu interessanten Wegpunkten
Wie wir oben schon angesprochen haben, muss die Navigation fürs Motorrad hinsichtlich Routenoptionen individuell anpassbar sein. Dabei geht es nicht darum die schnellste oder die kürzeste Route zu wählen, sondern vielmehr darum schöne Strecken anzusteuern, die die Fahrt zum Erlebnis machen. Dazu ist es zwingend notwendig, dass das Navigationsgerät bei der Routenberechnung die einzelnen Zwischenziele berücksichtigen kann - also nicht nur von A nach B, sondern auch über C und D verbindet. Und das nicht per Luftlinie, sondern straßengenau (sogenanntes Routing).
Das Motorrad-Navi sollte am Lenker oder an den Spiegeln so angebracht sein, dass die Instrumente gut zu sehen sind. Besonders praktisch ist es, wenn Sie die Strecke am Computer vorplanen können und sich die Daten dann auf das mobile Gerät übertragen lassen. Dazu legen Sie Wegpunkte fest (mit Längen und Breitengrad), die das Motorrad-Navi dann selbstständig verbindet.
Wichtig: Auch POIs sollte Ihr Navigationsgerät anzeigen. POI steht für Points of Interest, übersetzt also für interessante Punkte auf der Karte. Haben Sie die POIs aktiviert, zeigt Ihnen das Navi Tankstellen, Restaurants und Hotels in der Gegend an. Bei Motorrad-Navis sind das dann auch meistens spezielle motorradfreundliche Betriebe.
Zubehör: Motorrad-Navis mit Bluetooth-Headset und Freisprecheinrichtung
Ein besonders lohnendes Ausstattungsdetail ist die Bluetooth-Fähigkeit des Navis. Zwar ist leider in den seltensten Fällen auch das passende Bluetooth-Headset enthalten - schon gar nicht bei günstigen Motorrad-Navis - aber die zusätzliche Investition lohnt sich in jedem Fall.
Haben Sie ein Motorrad-Navigationsgerät mit Bluetooth, können Sie es auch mit anderen Geräten koppeln - beispielsweise dem Smartphone. Ebenfalls ist die Einrichtung eines Navis mit Freisprecheinrichtung möglich.
Fazit
Das Garmin Zumo XT2 ist gegenüber seinem Vorgänger dem Garmin Zumo XT keine Weltneuheit, aber ein absolutes Top- Gerät unter der Motorrad Navis. Alle Änderungen sind gleichzeitig auch Verbesserungen. Besonders die Routenplanung am Gerät wird jetzt deutlich vereinfacht. Die Verbindung zur Tread App bietete im Test einige neue Möglichkeiten und Vereinfachungen. Die noch bestehenden Bugs werden hoffentlich bald durch Updates gelöst. Zu empfehlen ist das Gerät aktuell nur bedingt, gerade wer schon das Zumo XT hat, ist mit diesem gut bedient und sollte zumindest noch eine Weile abwarten.
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