Viele Motorradfahrer nutzen ihr Smartphone zur Navigation oder zum Musikhören während der Fahrt. Damit der Akku nicht schlappmacht, ist eine zuverlässige Stromversorgung unerlässlich. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Handy sicher und effektiv am Motorrad aufladen können.
Die richtige Ausrüstung
Zunächst benötigen Sie die passende Ausrüstung, um Ihr Handy am Motorrad aufzuladen. Hier sind einige wichtige Komponenten:
- USB-Ladegerät: Ein Ladegerät, das die 12V-Spannung der Motorradbatterie in die für USB-Geräte benötigten 5V umwandelt.
- USB-Kabel: Ein passendes USB-Kabel für Ihr Smartphone. Ein kurzes Spiralkabel kann hier von Vorteil sein, um Kabelsalat zu vermeiden.
- Sicherung: Eine Sicherung, die zwischen Batterie und Ladegerät geschaltet wird, um Kurzschlüsse zu verhindern.
- Quetschösen: Zum sicheren Verbinden der Kabel mit der Batterie.
Stromversorgung: Direkt an die Batterie oder über Zündung?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Ladegerät mit Strom zu versorgen:
- Direkt an die Batterie: Hierbei ist es wichtig, eine Sicherung zwischenzuschalten. Außerdem sollte ein Schalter vorhanden sein, um den Stromkreis bei Bedarf zu trennen und die Batterie nicht unnötig zu entladen.
- Über die Zündung: Hier wird das Ladegerät an einen Stromkreis angeschlossen, der nur bei eingeschalteter Zündung Strom führt, wie z.B. die Hupe oder das Licht. Dies verhindert, dass das Ladegerät im Ruhezustand die Batterie entlädt.
Installation des Ladegeräts
Nachfolgend eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie ein USB-Ladegerät an Ihrem Motorrad installieren können:
Schritt 1: Geeignetes Zündungsplus finden
Damit die Ladebuchse später nur funktioniert, wenn die Zündung eingeschaltet ist, sollte die Stromversorgung über ein geschaltetes Plus erfolgen. Hierfür greifen wir den Strom beispielsweise vom vorderen Standlicht ab. Alternativ kann auch Strom vom Rücklicht oder der Kennzeichenbeleuchtung verwendet werden. Da die Ladebuchse in der Regel aber im vorderen Bereich montiert wird, nutzen wir die Spannung des Standlichts.
Schritt 2: Spannung abgreifen
Nun wollen wir unsere Ladebuchse an die 12V-Spannung des Standlichts anschließen. Dazu trennen wir das rote Kabel, das zur Lampe führt auf und entfernen etwa 5-10mm der Isolation an beiden Enden. Nun führen wir das Rote Kabel der 12V-Ladebuchse an diese Stelle und kürzen es falls nötig. Wichtig: Das Kabel sollte nicht auf eine Minimallänge gekürzt werden, da es sich beim Einschlagen des Lenkers bewegt. Gerne darf es 10-15 Zentimeter länger ausfallen als nötig. Auch an diesem Kabel wird die Isolation am offenen Ende abgetrennt.
Jetzt müssen alle drei offenen Kabelenden miteinander verbunden werden. Dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Im Fahrzeugbau sind Crimp-Verbindungen üblich, deshalb lösen wir es auch auf diese Weise. Eine Lötverbindung funktioniert auch, ist allerdings kurzlebiger. Die offenen Drähte müssen natürlich vor Wasser geschützt werden. Ein Schrumpfschlauch erfüllt den Job am besten, Isolationsband ist keine dauerhafte Lösung.
Schritt 3: Minuspol verbinden
Damit der Stromkreis geschlossen wird, muss auch der Minuspol der Ladebuchse, also das schwarze Kabel, angeschlossen werden. Hierfür kann zum Beispiel die Masse des Standlichts verwendet werden. Das Vorgehen ist identisch wie beim Abgreifen der Spannung - allerdings wird nun das schwarze (oder teilweise blaue) Kabel genutzt. Alternativ lässt sich das Kabel mit der bereits montierten Ringöse am Hauptrahmen des Motorrades befestigen.
Hier ist ein guter Kontakt sehr wichtig, am besten wird er an einer unlackierten Stelle erreicht. Bei vielen Motorrädern kann die Öse zum Beispiel an den Verschraubungspunkten für Verkleidungsteile zwischen Rahmen und Verkleidung geklemmt werden. Hinweis: Die Verbindung mit der Fahrzeugmasse sollte nur am Hauptrahmen erfolgen. Wer den Strom über den Lenker, die Gabel oder der Schwinge wandern lässt, schadet dem Lenkkopf- beziehungsweise Schwingenlager. Daher bitte nur den Hauptrahmen verwenden.
Schritt 4: Funktion überprüfen
Nun ist die Ladebuchse korrekt angeschlossen und kann zum ersten Mal in Betrieb genommen werden. Dafür muss zunächst die Batterie wieder angeklemmt und die Zündung eingeschaltet werden. Wenn alles funktioniert, leuchtet an der 12V-Ladebuchse ein blaues Licht auf. Falls nicht, sollten die Verbindungen überprüft werden.
Problemlösungen
Es kann vorkommen, dass das Smartphone trotz angeschlossenem Ladegerät nicht lädt. Hier sind einige mögliche Ursachen und Lösungen:
- Zu geringe Stromstärke: Das Ladegerät liefert nicht genügend Strom, um das Smartphone zu laden. Verwenden Sie ein stärkeres Ladegerät.
- Defektes USB-Kabel: Das USB-Kabel ist beschädigt oder nicht kompatibel. Verwenden Sie ein anderes Kabel.
- Probleme mit der Bordsteckdose: Die Bordsteckdose ist defekt oder liefert nicht genügend Spannung. Überprüfen Sie die Steckdose und gegebenenfalls die Sicherung.
Praktische Tipps
- Verwenden Sie ein wasserdichtes Ladegerät, um Schäden durch Regen zu vermeiden.
- Achten Sie auf eine sichere Kabelführung, damit die Kabel nicht beim Lenken behindern.
- Nutzen Sie ein kurzes USB-Kabel oder ein Spiralkabel, um Kabelsalat zu vermeiden.
- Befestigen Sie das Ladegerät und das Kabel sicher am Motorrad, z.B. mit Kabelbindern.
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