Handyhalterung Fahrrad Test Vergleich

Smartphones sind heutzutage ein fester Bestandteil unseres Lebens. Sie erleichtern und bereichern den Alltag, können ihn aber auch komplizieren. Auf jeden Fall sind sie fast immer dabei und werden in beinahe jeder Lebenssituation genutzt. Daher ist es nur logisch, dass Smartphones auch beim Radfahren eine Rolle spielen.

Zwar passen Smartphones in jeden Rucksack sowie in Jacken- oder Hosentaschen. In der Trikotasche kann es je nach Modell aber schon etwas eng werden. Wirklich verlustsicher sind sie da auch nicht. Gut erreichbar in keinem Fall. Nicht wirklich praktischer ist es, immer dafür anhalten zu müssen. Um das zu vermeiden, sind Smartphonehalter die perfekte Lösung. Das sorgt auch für Sicherheit. Eine Bedienung wäre auch gut möglich, sollte aber ebenfalls aus Sicherheitsgründen auf Pausen verschoben werden.

Inzwischen sind viele E-Bike-Systeme mit Apps gestützt, manch Pedelec verzichtet gar aufs Display. Lenker, Vorbau oder Ahead-Kappe (Steuerrohr-Kopf): das sind die üblichen Orte für die Anbringung der Halter. Manche beherrschen auch zwei oder sogar alle drei Optionen zugleich. Bei anderen gibt es entsprechende Varianten. Für E-Bikes gelten mitunter Einschränkungen, da Displays und Smartphonehalter sich gegenseitig im Platz stören können. Wer Lenkertaschen benutzt, ist damit ebenfalls gut bedient.

Verschiedene Varianten und ihre Vorteile

Die Varianten orientieren sich nicht nur an individuellen Vorlieben. Sie haben auch handfeste Vorteile. Je nach Sitzhaltung kann das Telefon dann ideal im Blickfeld platziert werden: Für Sportler ist daher die Vor-Vorbau- Position (Outfront) ideal, für Trekkingfahrer meist der Lenker.

Am Fahrrad werden die Halter in verschiedenen Variationen mehrheitlich per Schelle, Spanngummi oder Kabelbinder befestigt. Das geht erfreulich oft werkzeuglos und ist nicht selten auch unkompliziert erledigt. Wir haben alle Modelle an Fahrrädern mit 31,8 m Lenkerdurchmesser und üblichem Vorbau getestet. Das hat allgemein jeweils problemlos funktioniert.

Haltesysteme im Vergleich

Entscheidender im Alltag ist allerdings die Verbindung von Halter und Smartphone. Dabei gibt es vier bis fünf Prinzipien:

  • Universell nutzbare Halter setzen auf Klemmbacken oder -ecken, Spanngummis und Taschen.
  • Haltesysteme setzen prinzipiell auf eine zweiteilige Konstruktion mit eigenem Systemadapter.

Die oberen Teile sind entweder passgenaue Smartphonehüllen oder Universallösungen. Zum Verbinden werden die Oberteile eingedreht oder einfach aufgesetzt und dabei mit Einrasten, per Federspannung oder Magnet gesichert.

Vor- und Nachteile der verschiedenen Systeme

Klemm- und Spannhalter bieten die größte Universalität und Neutralität. Ob Einsetzen und Herausnehmen des Telefons einfacher oder aufwendiger sind, hängt vom System ab. Manches auch von den Vorlieben. Je nach Modell (Telefon und Halter) können Klemmbacken aber genau die Bedienknöpfe treffen. Nicht in allen Fällen lässt sich das umgehen. Universalhüllen bieten oft Platz für große Geräte. Kleinere sitzen dann weniger gut und können nur eingeschränkt genutzt werden, etwa mit Kamera oder Tasten. Das Telefon hineinzustecken oder herauszunehmen kann etwas umständlicher sein, geht aber meist problemlos. Kamera und Tasten können nur sehr eingeschränkt oder gar nicht benutzt werden.

Die Systemhalter sind nicht nur sehr vielseitig nutzbar, sondern dank intuitiver Mechanismen auch leicht zu benutzen. Dazu kommt der Vorteil der passgenauen Hüllen, die eben nicht nur perfekt sitzen, auch über den Tasten, sondern auch Stoßschutz bieten. Sie sind daher so etwas wie die Ideallösung. Nachteil ist, dass es diese passgenauen Hüllen nur für Premium-Smartphones gibt. Noch dazu oft beschränkt auf die Modelle von Apple und Samsung. Für Google, Huawei und Xiaomi gibt es sie teils ebenfalls.

Testbedingungen und Ergebnisse

Alle Halter haben wir mit dem iPhone 12 getestet. Die passgenauen Hüllen waren entsprechend ausgelegt. In Einzelfällen wurde die Passung auch mit einem 6,5-Zoll-Samsung geprüft.

Die Preisspanne ist mit fast 200 Prozent enorm. Dennoch gibt es auch hier Lichtblicke. So überzeugt der zweitgünstigste Halter im Test mit durchweg guter Bedienung und gutem Halt. Da es sich aber um ein Produkt handelt, das man typischerweise im großen Onlinehandel erhält, der Preis volatil ist und niemand sicher für die Qualität bürgt, verzichten wir auf eine offizielle Empfehlung.

Eine clevere Idee im Hosentaschenformat ist der extrem reduzierte Silikonhalter „Finn“ von Bike Citizens. Sein Preis ist im Gesamtangebot immer noch gering. 16 Euro erscheinen uns allein für den Halter aber doch viel. Lohnend wird es erst, wenn man die zugehörige App und dann den inkludierten Premiumzugang nutzt.

Weitere getestete Modelle

Im großen Mittelfeld tummeln sich die allermeisten Universalhalter, die ihre Ideen alle etwas anders umsetzen. So setzt Thule auf den eigenen Lenkertaschen-Halter als Basis, der hier aber umgekehrt montiert wird. Ohne Umbau, der sehr aufwendig ist, kann man ihn daher leider nicht universell nutzen.

Ab etwa 40 Euro beginnt mit SKS die Welt der Systemhalter. Interessant ist der an Lenker, Vorbau und Gabelkopf montierbare und vielfach einstellbare Halter von Topeak.

Für die großen Systemanbieter muss man ab 60 Euro bezahlen. Das benötigt etwas Kaufüberwindung, insbesondere wenn es wie bei Peak Design fast noch einmal so viel Geld ist. Qualität, Gewicht, Bedienung: Die Hersteller machen hier vieles sehr richtig.

Bei Quadlock ist das am größten, dicht gefolgt von SP Connect, deren Adapter dafür oft schon an Fahrrädern vormontiert ist. Überhaupt gefallen die Australier mit niedrigem Gewicht. Fidlock, bekannt für seine Magnetverschlüsse unter anderem an Helmen, hat auch ein umfangreiches Angebot, das mit einer gelungenen Kombination aus Magnet und Vakuum miteinander verbunden wird.

Fazit

Während im unteren und mittleren Preissegment Highlights gut herausstechen, wird es an der Preisspitze eng. Jeder Anbieter hat seine eigenen großen Vorteile und kleinere Nachteile. Da hängt viel vom eigenen Geschmack ab. Ausgehend davon, welches System im Test am leichtesten und damit am häufigsten in die Hosentasche rutschte, bekommt SP Connect im Top-Segment die hervorgehobene Empfehlung.

Der Smartphonehalter Test zeigt, Geld kann, muss aber nicht zwingend entscheidend sein für die Praxis. Lösungen mit passgenauen Telefoncovern wären für alle Nutzer ideal. Leider gibt es sie nur für Premium-Modelle. Aufklebbare Adapter für die eigene Smartphonehülle sind dann die besten Substitutionen. Wie andere Universallösungen, sind sie gut auch abwechselnd mit mehreren Telefonen nutzbar.

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