Handy Lenkerhalterung Motorrad Test: Sicher navigieren auf zwei Rädern

Handys sind selbstverständliche Begleiter im Alltag geworden, über die wir uns kaum noch Gedanken machen. Doch wohin mit dem Ding, wenn man es auch am Motorrad befestigen möchte, um die Navigations- oder sogar die Kamerafunktion nutzen möchte? Eine Motorrad-Handyhalterung ermöglicht es, ein Smartphone während der Fahrt zu nutzen, ohne es in die Hand zu nehmen, zum Beispiel zum Musikhören oder als Motorrad-Navigationssystem.

Heutige Smartphones sind leistungsfähiger denn je und bieten derart vielfältige Funktionen, dass sie so manchen PC in die Tasche stecken. Zudem sind die Navigations-Apps so gut geworden, dass sie separate Navigationsgeräte adäquat ersetzen. Anbieter gibt es viele und die Preisspanne reicht von günstigen zwanzig Euro bis hin zu weit über einhundert Euro.

Worauf ist beim Kauf einer Motorrad-Handyhalterung zu achten?

Mit einer Handyhalterung fürs Motorrad wird das Smartphone auf dem Bike zur praktischen Navigationsalternative. Und auch Musik und Kommunikation sind in Reichweite. Doch worauf ist beim Kauf zu achten?

Wichtig ist zudem: Das Mobiltelefon sollte bestmöglich vor Spritz- und Regenwasser sowie Vibrationen geschützt sein. Dabei ist natürlich Vorsicht geboten und eine Bedienung über Sprachsteuerung dringend zu empfehlen - etwa mit einem Motorrad-Headset oder einem Bluetooth-Helm.

Was muss eine Handyhalterung fürs Motorrad können?

Handyhalter sollen das Smartphone sicher und stabil am Motorrad befestigen. Aber nicht jeder Halter passt für jedes Motorrad und Smartphone. Motorrad-Smartphonehalter gibt es als magnetische und klemmbare Modelle, geschlossene Handy-Taschen und auch mit Schnelldrehverschluß.

Um die optimale Variante für die persönlichen Bedürfnisse zu finden, muss man sich folgende Fragen stellen:

  • Kompatibilität: Eignet sich das Halterungs-Modell für das eigene Smartphone? Wichtig ist hier die Größe des Geräts (in Zoll) und ob es in einer festen Hülle steckt.
  • Stabilität: Welches Befestigungssystem passt zu Fahrzeug und Sicherheitsbedürfnis? Je nach Motorrad kommen unterschiedliche Systeme infrage: am Lenker oder der Lenkeraufnahme, den Spiegelauslegern, dem Bremszylinder, der Gabelbrücke oder am Tank.
  • Funktionen: Welche Features sind wichtig? Soll das Gerät in der Halterung bedient werden können?

Montagemöglichkeiten und Testbedingungen

Auch die Montagemöglichkeiten sind vielfältig. Der meistgenutzte Montage-Ort wird in der Regel der Lenker sein, aber auch Armatur, Gabelbrücke oder Spiegel sind Optionen. Am Ende liegt es an den baulichen Möglichkeiten am Motorrad und am persönlichen Geschmack, wo das Handy seinen Platz findet.

Als Testmotorrad haben wir uns für eine Harley-Davidson FXR entschieden, die mit ihrem ehrwürdigen Evolution-V2 angenehme Vibrationen durchs Chassis schickt, um die Probanden auf ihre Schüttelfestigkeit zu testen. Hier zeigte sich auch sofort der Unterschied hinsichtlich des Preises. Die günstigen Halterungen ließen aufgrund ihrer einfachen Verarbeitung schon mal das Handy wackeln, während die teureren ihre Stärken ausspielten. Absolut sicherer Sitz ist unbedingt notwendig und sollte keinen Kompromissen unterworfen werden. Dennoch gab es keine echten Ausfälle im Test. Die Montage erfolgte in unserem Fall ausnahmslos am Lenker. Hier waren die Halterungen mit Kugelkopfgelenken im Vorteil, da sich bei ihnen der Blickwinkel beliebig und schnell einstellen ließ. Ihre Drehbarkeit haben wir mit der Angabe „360 Grad“ in den Datenkästen aufgeführt. Ist die Einstellung nur vertikal und horizontal über Scharniere möglich, muss man ein wenig probieren, um die optimale Position zu finden.

Womit wir beim nächsten Thema wären, denn Optik spielt am Motorrad nunmal für die meisten eine große Rolle. Da überlegt man sich schon, ob dauerhaft eine klobige Halterung, die zwar funktional, aber eben immer am Motorrad verbleibt, die Lösung ist. Oder ob man etwas mehr Geld investiert und nach Entnahme des Smartphones nur ein kleiner, formschöner Aluminiumhalter sichtbar bleibt. Hier haben die Systeme von Sp-Connect, Quadlock, Harley-Davidson und auch SW-Motech eindeutig einen Vorteil. Ein Dreh und das Handy samt Case ist entfernt.

Keine Überraschung war dagegen, dass, bis auf die Halterung von Ram-Mounts, alle Probanden in Fernost produziert werden. Europa ist ein teures Pflaster und die Margen für die Hersteller sind anscheinend zu gering. Der Qualität tut das aber keinen Abbruch.

Wer Wert auf Optik und Funktionalität legt, wird tiefer in die Tasche greifen müssen. Universalhalterungen erfüllen ihren Zweck am Motorrad.

Die genannten Produkte wurden von unserer Redaktion persönlich und unabhängig ausgewählt.

Einzelne Modelle im Überblick

Smartphone-Tasche von Ullermoto

Die Gabelbrücken-Smartphone-Tasche von Ullermoto ist in verschiedenen Größen erhältlich und damit auch für nahezu alle gängigen iPhones und Samsung-Smartphones tauglich. Hülle und Reißverschluss sind wasserabweisend. Zusätzlich gibt es die Option, das Handy während der Fahrt mit Strom zu versorgen. Direkt an der Gabelbrücke oder Lenkeraufnahme mit stabilem Klettverschluss befestigt, ist dieses Modell auch schnell wieder abmontiert. Die "schwebende" Lage dieser Halterung dämpft Vibrationen und Stöße während der Fahrt.

Fazit der Redaktion: Die Motorrad-Handyhalterung HPB10018 L von Ullermoto überrascht mit einer simplen Gestaltung und dem Verzicht auf überflüssige Extras. Dennoch überzeugt sie uns mit sicherem und stabilem Halt - ein wichtiges Kriterium für uns. Mit einem Gewicht von nur 90 Gramm liegt sie zudem deutlich unter dem Durchschnitt vergleichbarer Produkte, was uns gut gefällt.

Universal Handy Lenkerhalterung Motorrad und Fahrrad von Grefay

Die Motorrad-Handyhalterung von Grefay ist eine universelle Lösung, für die man bei der Montage kein Werkzeug benötigt. Der Smartphone-Halter kann an einem Lenker mit 20 bis 40 mm Durchmesser durch einen Drehmechanismus schnell an- und abmontiert werden. Integrierte Silikonpads schützen das Handy vor Kratzern und Verrutschen. Die Halterung eignet sich für die meisten gängigen Telefone von vier bis sieben Zoll Bildschirmdiagonale. Sie nimmt bevorzugt Motorradlenker in die Klemme, lässt sich aber auch an Fahrräder, ans Laufband oder den Kinderwagen montieren, und kann das Handy im Hoch- oder Querformat halten.

Lamicall Motorrad Handyhalterung

Mit Silikondämpfern und Federn sorgt die Handyhalterung für Motorräder von Lamicall für Schutz gegen Vibrationen. Sie wird ohne Werkzeug an Lenkerrohren mit Durchmessern von 15 bis 40 mm montiert. Die Einhandbedienung erleichtert die Nutzung.

Fazit der Redaktion: Die Lamicall-Motorrad-Handyhalterung stellt eine bemerkenswerte Option im mittleren Preissegment dar. Ihre Kompatibilität mit einer Vielzahl aktueller Smartphone-Modelle macht sie für einen breiten Nutzerkreis ansprechend. Besonders hervorzuheben ist die doppelte Vibrationsdämpfung, die während der Nutzung für eine verbesserte Stabilität sorgt. Diese Eigenschaft könnte insbesondere für Fahrer von Interesse sein, die auf unebenen Straßen unterwegs sind. Wenngleich der Preis für einige potenzielle Käufer eine Hürde darstellen mag, bietet die Halterung eine solide Leistung für ihren Wert.

Quad Lock Handyhalterung

Der Spezialist für Outdoor-Handyhalterungen Quad Lock hat einen alternativen Befestigungsort am Motorrad gefunden: Diese Handyhalterung krallt sich nicht am Lenker oder Spiegel fest, sondern wird an die Bremszylinderabdeckung geschraubt. Die kompatible Handyhülle ist für iPhones, aber auch die meisten gängigen Android-Geräte erhältlich. Die Arretierung mit einer Achteldrehung des Smartphones verspricht besonders sicheren Halt. Zum Entriegeln muss man einen blauen Hebel drücken. Ein integrierter Vibrationsdämpfer soll die sensible Elektronik schützen und die Ablesbarkeit des Bildschirms verbessern. Mit einer optionalen, "Poncho" genannten Hülle, wird das Smartphone wasserfest gemacht. Auch eine Möglichkeit zum induktiven Laden des Handys ist erhältlich.

Brcovan Motorrad-Handyhalterung

Die Handyhalterung fürs Motorrad von Brcovan nimmt das Smartphone gleich von vier Seiten und mit acht Armen in die Zange. Sie besteht aus Aluminium, Edelstahl und Kunststoff. Die Greifarme sind silikonbewehrt, um Beschädigungen, Vibrationen und Verrutschen zu vermeiden. Das Handy lässt sich auch einhändig einklemmen und eine mittige Aussparung verhindert, dass der Ladeanschluss blockiert wird.

Fazit der Redaktion: Die Motorrad-Handyhalterung von Brcovan ist aus einer Aluminiumlegierung gefertigt und bietet damit einen guten Schutz für das Smartphone. Dabei bleiben die Anschlüsse und Tasten des Geräts zugänglich, was für uns eine positive Überraschung war. Allerdings ist die Handyhalterung auch etwas teurer als andere Varianten auf dem Markt. Insgesamt ist sie optimal für Motorradfahrer, die auf der Suche nach einer robusten und eleganten Lösung für ihr Smartphone sind.

Halterung Motorrad mit Schnellspanner von Tiakia

Leichte Aluminiumlegierung und drehbar um 360 Grad: Die Tiakia Handyhalterung soll dank hochwertigen Materialien besonders robust und langlebig sein. Sie eignet sich fürs Motorrad ebenso wie fürs Fahrrad und ist mit Schrauben aus rostfreiem Stahl ausgestattet. Der Teleskoparm mit Verriegelungsschraube hält das Smartphone wie eine Schraubzwinge.

Fazit der Redaktion: Die universale Tiakia-Handyhalterung beeindruckt durch ihre werkzeugfreie Installation und ist vielseitig einsetzbar. Mit ihrer 6-Krallen-Technologie und der 360°-Drehungsfunktion bietet sie einen optimalen Halt und hohe Flexibilität. Die Halterung ist kompatibel mit Telefonen von 4,5 bis 7 Zoll, was sie besonders für die Nutzung während des Fahrradfahrens oder Motorradfahrens empfiehlt. Wir haben festgestellt, dass sie einfach zu bedienen ist und einen starken Griff hat. Einziger Nachteil: Die Halterung ist etwas groß und könnte leicht sperrig wirken. Trotzdem würden wir sie aufgrund ihrer Funktionalität und Qualität interessierten Nutzern empfehlen.

SPC Connect+ Bike Halter

Das SPC Connect+ Moto Bundle bietet mit dem zusätzlichen, wasserdichten Weather Cover Schutz vor Regen, Schmutz und Stößen. Es ermöglicht eine stabile und vibrationsarme Befestigung per Drehverschluss. Er ist für Standard- bis Oversize-Lenker geeignet.

Fazit der Redaktion: Das SP CONNECT Moto Bundle Universal ist eine großartige Handyhalterung für Motorräder. Im Gegensatz zu vielen anderen Produkten wird es mit einem Klebeadapter an der Handyhülle befestigt. Dadurch kann die Halterung um 360 Grad gedreht werden und ist einfach und schnell zu montieren. Die kompakte Halterung ist sehr stabil und sicher. Darüber hinaus ist die Anbringung an verschiedenen Motorrädern möglich, wodurch sie eine großartige und vielseitige Lösung darstellt.

Bluefire X-Grip Universal Handyhalterung Motorrad

Für einen attraktiven Preis bietet der X-Grip-Halter von BlueFire sogar eine Ladefunktion. Der dafür benötigte USB-Port ist bereits integriert. Die Halterung aus Aluminium ist für Handys zwischen 3,5 und sechs Zoll Größe geeignet. Die X-Form ermöglicht schnelles Einspannen.

Bauer Motorbike Reduced 2.0 Motorrad Handyhalterung

Wer ein Bike mit metallischem Tank sein Eigen nennt, dürfte sich für die Handyhalterung von Bauer Motorbike interessieren. Die besteht im Grund nur aus einem Magneten, der sich an den Tank saugt und das Handy festhält. Falls das Smartphonegehäuse oder seine Hülle nicht metallisch genug sein sollten, kann man auch ein mitgeliefertes Metallplättchen auf die Rückseite des Geräts kleben, damit sich der Halt verbessert.

Waccet Handyhalterung Motorrad Wasserdicht

Speziell für unverkleidete Motorräder eignet sich die Handyhalterung von Waccet. Sie wird an die Befestigungssockel der Rückspiegel montiert. Smartphones mit bis zu 7,2 Zoll Bildschirmdiagonale finden in einem wasserabweisenden Etui Platz, das an den Ausleger am Spiegel geclippt werden kann.

Peak Design Handy-Lenkerhalterung fürs Motorrad

Das Peak Design Smartphone-System mit Magneten ermöglicht die bombenfeste Fixierung am Gegenstück, beispielsweise am Motorrad- oder Fahrradlenker.

Peak Design hat sich nicht nur auf Taschen spezialisiert, sondern auch auf Handy-Hüllen mit sehr starken Magneten. Smartphone in die passende Peak Design-Hülle, und ab da kann das Handy an praktisch allen magnetischen Flächen fixiert werden.

Fürs Motorrad gibt es bei Peak Design das passende Gegenstück, das die Hülle mitsamt Handy fest am Motorradlenker fixiert - und zwar nicht nur magnetisch, sondern sicherheitshalber zusätzlich mit einem Klick-Mechanismus, von Peak Design "Slim-Link" genannt.

"Slim", zu Deutsch schlank, bringt es auf den Punkt. Denn die Smartphone-Hülle ist trotz starker Magnete und dem Klick-System erfreulich dünn und dürfte selbst in der Hosentasche nicht stark auftragen.

Für die Befestigung am Lenker bei Motorrad oder Fahrrad kann auf verschiedene "Mounts", also Gegenstücke, zurückgegriffen werden. Der "Universal Bar Mount" lässt sich ohne Werkzeug per Silikonband an jeglicher Art Lenker fixieren, kann also vom Motorrad ans Fahrrad wechseln, vom Kinderwagen an den Roller usw.

Der "Bar Mount" wiederum wird klassisch mittels verschraubter Klemme am Lenker befestigt, mit diversen Abstandhaltern. Dies funktioniert an den meisten Lenkern problemlos. Anschließend kann die Stellung des (abnehmbaren) Auslegers über eine Mutter und ineinandergreifende Verzahnungen individuell justiert werden.

Mit einer Hand und ohne Drehbewegung schnappt das Handy magnetisch in die Halterung ein und hält bombenfest - selbst bei Enduros im Gelände. Abnehmen lässt es sich ebenfalls einhändig über einen Mechanismus auf der Rückseite.

Ein Vibrationsdämpfer für das empfindliche Smartphone-Innenleben ist direkt hinter der magnetischen Platte integriert.

Weitere wichtige Aspekte

Sind Handyhalter fürs Motorrad wasserdicht?

Nein, nicht alle Handyhalterungen fürs Motorrad sind völlig wasserdicht. Es gibt jedoch einige Modelle, die für den Einsatz bei Regen oder Nässe entwickelt wurden und stark wasserabweisend sind. Manche Hersteller bieten zusätzlich Abdeckungen für den Bildschirm an. Das ist besonders ratsam bei Handys, die nicht von Werk aus wasserdicht sind.

Was ist der beste Ort für die Motorrad-Handyhalterung?

Der beste Ort für die Handyhalterung an einem Motorrad hängt stark von den persönlichen Vorlieben und dem jeweiligen Motorradtypen ab. Insgesamt gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Lenkerhalterung: Gängigste Variante, hier wird das Handy direkt am Lenker oder an der Gabelaufnahme befestigt. Teils kann auch die Abdeckung des Bremszylinders als Basis herhalten.
  • Spiegelhalterung: Alternative Lösung, wenn am Lenker kein Platz ist, allerdings weniger stabil und nicht bei allen Motorradspiegeln (unsere Tipps und Empfehlungen) möglich.
  • Tankhalterung: Ideal für großflächige Displays oder Navigationsgeräte - sofern diese in den Halter passen.

Kann man eine Handyhalterung fürs Motorrad auch im Auto nutzen?

Manchmal ist es machbar, eine Handyhalterung fürs Motorrad auch im Auto zu nutzen. Dazu benötigt man aber eine Möglichkeit, den Handyhalter stabil im Cockpit des Wagens zu installieren, klassischerweise an den Lüftungsgittern. Dies ist allerdings nur selten gegeben, da die meisten Handyhalterungen fürs Motorrad den Lenker umklammern. Daher ist in der Regel eine gute Auto-Smartphonehalterung die bessere Alternative.

Kann man eine Handyhalterung fürs Auto auch fürs Motorrad nutzen?

Am Motorrad müssen Handyhalterungen sehr spezifische Anforderungen erfüllen: Wind- und Wettereinflüsse, starke Beschleunigungen und Vibrationen sind ein Stresstest fürs Handy und den:die Halter:in. Die Handyhalterungen für Motorräder sind daher in der Regel stabiler gebaut als ihre Pendants fürs Auto und auch teurer. Auch die Befestigungsmöglichkeiten sind nicht die gleichen. Daher sind Handyhalterungen fürs Auto im Regelfall nicht für Motorräder geeignet.

Die Qual der Wahl: Welcher Halter ist der Richtige?

Ob nun eine günstige Halterung ihren Zweck erfüllt oder ob es teurer sein darf, ist natürlich primär eine Frage der eigenen Ansprüche. Wer auf Tour geht und das Handy als Navinutzen will, braucht externen Strom, sonst ist das Teil nach wenigen Stunden durch die permanente Nutzung von GPS leergesaugt. Manche Motorräder verfügen ab Werk über USB-Buchsen, andere nicht.

Auf langen Touren kann der Akku mächtig gefordert werden, wenn die Displayhelligkeit auf max. steht und gleichzeitig GPS und mobile Daten für möglichst genaue Orientierung sorgen. Spielt dann noch die Lieblingsmusik via Bluetooth in das im Helm verbaute Headset, ist der Energiespeicher schnell auf null Prozent. Die externe Powerbank im Tankrucksack ist als Krücke okay, eleganter ist die Lademöglichkeit über einen USB-Anschluss in der Halterung oder sogar induktives Laden, wenn das Handy dafür geeignet ist.

Die Montage: So geht's richtig

Der erste Schritt ist die sichere und korrekte Montage einer Handyhalterung: Komfortabel ist es schon, wenn sich eine Klemmschelle mit Rändelschraube nach kurzer Zeit stramm und sicher am Lenker des Motorrades befindet. Werkzeugfreie Montage ist praktisch und wohl nur unter dem Betrachtungspunkt der Diebstahlsicherheit nicht ideal.

Manche Hersteller im Test setzen auf klassische Verschraubungen der Klemmschellen mit einer oder zwei Innensechskantschrauben. Das ist zwar für Langfinger weniger schnell demontiert, kann aber je nach Lenkerart und Konfiguration des Cockpits Probleme bereiten, wenn etwa die Schrauben in der optimalen Position der Klemme nur schlecht festzuziehen sind oder die Schrauben unten lang aus dem Gewinde hervorstehen und an einem Fahrzeugteil anstoßen.

Zu bedenken ist auch der freie Lenkeinschlag nach rechts und links sowie in beide Ausrichtungen der Halterung horizontal und vertikal, sofern die Option gegeben ist. Ebenso sollte der vielleicht nur gelegentlich montiere Tankrucksack im Reiseformat einmal aufgesattelt werden. Hier zeigte sich im Test, dass die gut im Blickfeld befestigten Halterungen samt Handy beim Lenkereinschlag früh am Tankrucksack anlagen.

Lenkerdurchmesser können je nach Modell und Typ des Motorrades sehr unterschiedlich ausfallen, bei konifizierten Griffstangen verjüngt sich der Durchmesser von der Klemmung nach außen hin sogar. Dafür müssen bei den Halterungs-Sets möglichst viele verschieden dicke Gummieinsätze für die Klemmschellen beigelegt sein.

Spiegelhalterungen sind ein eher seltenes Zubehörteil. Praktisch sind sie allerdings, wenn sich auf dem Lenker partout kein Platz für die manchmal recht große Halterung finden lässt. Auch lässt sich das Handydisplay so besser und direkter in das Blickfeld bringen, der Weg der Augen vom Verkehrsgeschehen hin zur Information wird kürzer.

Über das Aussehen dieses Montageortes lässt sich trefflich streiten. Ein klares Manko hingegen ist es, wenn der Adapter für die Halterung zu dick bemessen ist. Das klingt einfach, jedoch muss auf ein kleines, aber essenzielles Detail geachtet werden: Bei dem Spiegel des verwendeten Testmotorrades zum Beispiel lugten nach dem Aufstecken des Halterungsadapters nur noch wenige Millimeter des Gewindebolzens hervor. Zu wenig für eine sichere Verschraubung des Spiegels. Als Faustregel sollte immer mindestens so viel Gewinde eingedreht werden können, wie es dem Gewindedurchmesser entspricht.

Größe und Kompatibilität

Länge, Breite und Höhe aktueller Handys unterscheiden sich zum Teil extrem. Das muss bei den Innenabmessungen der Halterungen bedacht werden. Insbesondere bei der angegebenen maximalen Dicke (Höhe) sind die Werte oft knapp oder Angaben kaum nachvollziehbar. Wenn dann noch besonders robuste und dicke Outdoormodelle oder normale Handys in wasserdichten Hüllen (Cases) sicher eingeklemmt werden sollen, muss reichlich Platz vorhanden sein. Mindestens elf oder zwölf Millimeter hoch sollten die Schutzecken der Halteärmchen innen sein.

Ob das Smartphone in der Halterung festgeschraubt, per Federklemmung, Magnet (für die meisten Handys kein Problem, mit dem Hersteller klären!) oder Bajonettverschluss gehalten wird, ist letztlich Geschmackssache. Jede Methode kann bei ordentlich durchdachter Ausführung und Konstruktion das Handy sicher halten.

Praktisch ist es auch, wenn sich der Betrachtungswinkel des Displays ohne Werkzeug ändern lässt. Auch die schnelle Formatänderung von hoch nach quer sollte im Idealfall ohne Werkzeug und Einhand während der Fahrt möglich sein.

Vibrationen und ihre Auswirkungen

In vielen Smartphone-Modellen sind sehr sensible Mechanikbauteile oder Sensoren etwa zur Bildstabilisierung integriert. Apple schreibt dazu beispielsweise recht allgemein: „Motorradmotoren mit hoher Leistung und großem Hubraum erzeugen intensive Vibrationen mit hoher Amplitude, die über das Fahrgestell und den Lenker übertragen werden. Es kann also zu Schäden kommen, muss aber nicht. Letztlich bleibt ein gewisses Risiko. Und die Entscheidung, ob das Smartphone am Lenker montiert wird oder nicht, muss jeder für sich treffen.

Testergebnisse im Detail

Die hier getestete 3in1-Smartphone-Halterung Moto Bundle AVM Universal Phone Clamp SPC+ trumpft mit Einhandbedienung und einwandfreier Verarbeitung auf. Als gute und zugleich sehr kompakte Halterung für die Spiegelstange zeigt sich im Test die Quad Lock Mirror Mount. Einhandbedienung und fester Halt überzeugen. Mit dem Prädikat »Luxusklasse« läuft die Smartphonehalterung für Motorradlenker von Peak Design Motorcycle Bar Mount. Die gefräste Aluminiumhalterung mit Kugelgelenk lässt sich sehr variabel an den Blickwinkel anpassen und mit einer Hand bedienen.

Im Fahrtest zeigt die 3in1 von SP Connect mit dem Anti-Vibrations-Modul beste Ergebnisse. Dank des Moduls dringen selbst auf der nahezu unerträglichen Kopfsteinpflaster-Strecke nur minimale Vibrationen bis zum Handy durch, alle Informationen bleiben nicht nur gut erkennbar, sondern auch ablesbar. Auf der Schnellstraße gibt es keine Ruckeleien, das System ist sehr stabil.

Mit einer Innensechskantschraube klemmt sich die Metallschelle sehr fest an den Lenker, ein etwa zehn Zentimeter langer Metallarm kann daran in feinsten Schritten bis zum optimalen Winkel per Schraube ausgerichtet werden. Die eigentliche geschraubte Telefonhalterung aus Kunststoff verbleibt zumindest während der Tagestour am Handy. In ihr befindet sich das Gegenstück zum Drehverschluss, das das Einhand eingesetzte Telefon sehr zuverlässig und stramm hält. Nur mit Werkzeug lässt sich die Halterung von hoch nach quer drehen.

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