Heutzutage nutzen wir unsere Handys für beinahe alles: zum Fotografieren, zum Einkaufen und natürlich auch als Navigationsgerät. Ein Gerät für verschiedene Zwecke zu nutzen, ist praktisch. Doch während der Fahrt das Handy aus der Tasche zu holen ist nicht nur verboten, sondern auch viel zu gefährlich. Lange ist’s her!
Doch immer häufiger übernimmt das Smartphone ihren Job. Seit Mobiltelefone große Displays haben, oft wasserdicht und robust sind und zudem flotten Zugang ins Internet bieten, sind sie die erste Wahl. Eine sichere Befestigung des Handys am Motorrad ist essentiell. Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen und mit verschiedenen Befestigungsmechanismen.
Wofür wird eine Handyhalterung fürs Motorrad benötigt?
Der wichtigste Verwendungsgrund ist die Nutzung des Handys als Navigationsgerät. Fahren nach Karten war gestern. Heute spüren Biker:innen mit Navigationssoftware den schönsten Kurven und höchsten Pässen nach. Dazu braucht man einen Handyhalter fürs Motorrad.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Wenn Sie sich nach einem für Sie passenden Handyhalter umschauen, sollten Sie zunächst evaluieren, auf welche Merkmale Sie Wert legen. Muss die Halterung staub- und wasserfest sein? Auch die Größe Ihres Smartphones und die Lenkerdicke Ihres Motorrads sind entscheidend. Denn nicht alle Handyhalterung passen zu jedem Gerät.
Da moderne Handys sündteuer sein können, ist eine zuverlässige und stabile Halterung wichtig. Außerdem sollte sie sämtliche Vibrationen auch auf schlechtem Untergrund eliminieren, sehr variable Justierungsmöglichkeiten für den Betrachtungswinkel und praktische Einhandbedienung bieten.
Befestigung des Handys
Wie wird das Handy in der Halterung befestigt? Das Handy wird entweder eingeklemmt oder in eine Handytasche gelegt. Mehr zur Befestigung von Handy und Halterung lesen Sie hier. Die meisten Handyhalterungen werden mit einer Klemme am Lenker befestigt und können je nach Modell angepasst werden. Das Handy wird entweder ebenfalls mit einer Klemmvorrichtung an der Halterung befestigt oder in eine Schutzhülle bzw. Tasche gelegt.
Die Halterungen mit Klemme haben den Vorteil, dass sie auf verschiedene Smartphonegrößen angepasst werden können. Dennoch sind die Halterungen hier in der Regel nur in einem gewissen Umfang flexibel. Ob das Smartphone in der Halterung festgeschraubt, per Federklemmung, Magnet (für die meisten Handys kein Problem, mit dem Hersteller klären!) oder Bajonettverschluss gehalten wird, ist letztlich Geschmackssache.
Jede Methode kann bei ordentlich durchdachter Ausführung und Konstruktion das Handy sicher halten. Mit dem Hebel rechts wird das Handy zuverlässig eingeklemmt. Es hält so fest, dass es auch in waagerechter Position genutzt werden kann, obwohl es nur auf drei Seiten gehalten wird.
Wichtige Eigenschaften
Welche Eigenschaften sind bei einem Motorrad-Handyhalter besonders wichtig? Das Gerät sollte sicher befestigt und drehbar sein. Auch sollte es freien Zugriff auf alle Tasten und Anschlüsse geben. Worauf Sie beim Kauf besonders achten sollten, erfahren Sie hier. Sie sollten die Handyhalterung so drehen können, dass sie für Sie bestmöglich ausgerichtet ist.
Denn je nach Fahrergröße und Sonnenstand muss die Ausrichtung verändert werden. Auch die schnelle Formatänderung von hoch nach quer sollte im Idealfall ohne Werkzeug und Einhand während der Fahrt möglich sein. Motorrad-Handyhalterungen sind meist aus Kunststoff oder Aluminium gefertigt und dadurch relativ leicht. Sie sind üblicherweise in schwarz oder auch in silber erhältlich.
Stoßdämpfung
Die Stoßdämpfung sorgt dafür, dass das Handy die durch die Fahrt verursachten Stöße nicht bzw. weniger stark abbekommt. Sie kann unterschiedlich ausgestaltet sein. In vielen Smartphone-Modellen sind sehr sensible Mechanikbauteile oder Sensoren etwa zur Bildstabilisierung integriert. Apple schreibt dazu beispielsweise recht allgemein: „Motorradmotoren mit hoher Leistung und großem Hubraum erzeugen intensive Vibrationen mit hoher Amplitude, die über das Fahrgestell und den Lenker übertragen werden.
Es kann also zu Schäden kommen, muss aber nicht. Letztlich bleibt ein gewisses Risiko. Und die Entscheidung, ob das Smartphone am Lenker montiert wird oder nicht, muss jeder für sich treffen. Auf dem Motorrad sind Handyhalter Wind und Wetter ausgesetzt. Deshalb müssen sie besonders robust und gut zu befestigen sein.
Montage
Der erste Schritt ist die sichere und korrekte Montage einer Handyhalterung: Komfortabel ist es schon, wenn sich eine Klemmschelle mit Rändelschraube nach kurzer Zeit stramm und sicher am Lenker des Motorrades befindet. Werkzeugfreie Montage ist praktisch und wohl nur unter dem Betrachtungspunkt der Diebstahlsicherheit nicht ideal. Manche Hersteller im Test setzen auf klassische Verschraubungen der Klemmschellen mit einer oder zwei Innensechskantschrauben.
Das ist zwar für Langfinger weniger schnell demontiert, kann aber je nach Lenkerart und Konfiguration des Cockpits Probleme bereiten, wenn etwa die Schrauben in der optimalen Position der Klemme nur schlecht festzuziehen sind oder die Schrauben unten lang aus dem Gewinde hervorstehen und an einem Fahrzeugteil anstoßen. Zu bedenken ist auch der freie Lenkeinschlag nach rechts und links sowie in beide Ausrichtungen der Halterung horizontal und vertikal, sofern die Option gegeben ist.
Ebenso sollte der vielleicht nur gelegentlich montiere Tankrucksack im Reiseformat einmal aufgesattelt werden. Hier zeigte sich im Test, dass die gut im Blickfeld befestigten Halterungen samt Handy beim Lenkereinschlag früh am Tankrucksack anlagen. Lenkerdurchmesser können je nach Modell und Typ des Motorrades sehr unterschiedlich ausfallen, bei konifizierten Griffstangen verjüngt sich der Durchmesser von der Klemmung nach außen hin sogar.
Dafür müssen bei den Halterungs-Sets möglichst viele verschieden dicke Gummieinsätze für die Klemmschellen beigelegt sein. Spiegelhalterungen sind ein eher seltenes Zubehörteil. Praktisch sind sie allerdings, wenn sich auf dem Lenker partout kein Platz für die manchmal recht große Halterung finden lässt. Auch lässt sich das Handydisplay so besser und direkter in das Blickfeld bringen, der Weg der Augen vom Verkehrsgeschehen hin zur Information wird kürzer.
Stromversorgung
Auf langen Touren kann der Akku mächtig gefordert werden, wenn die Displayhelligkeit auf max. steht und gleichzeitig GPS und mobile Daten für möglichst genaue Orientierung sorgen. Spielt dann noch die Lieblingsmusik via Bluetooth in das im Helm verbaute Headset, ist der Energiespeicher schnell auf null Prozent. Die externe Powerbank im Tankrucksack ist als Krücke okay, eleganter ist die Lademöglichkeit über einen USB-Anschluss in der Halterung oder sogar induktives Laden, wenn das Handy dafür geeignet ist.
Größe und Abmessungen
Länge, Breite und Höhe aktueller Handys unterscheiden sich zum Teil extrem. Das muss bei den Innenabmessungen der Halterungen bedacht werden. Insbesondere bei der angegebenen maximalen Dicke (Höhe) sind die Werte oft knapp oder Angaben kaum nachvollziehbar. Wenn dann noch besonders robuste und dicke Outdoormodelle oder normale Handys in wasserdichten Hüllen (Cases) sicher eingeklemmt werden sollen, muss reichlich Platz vorhanden sein.
Mindestens elf oder zwölf Millimeter hoch sollten die Schutzecken der Halteärmchen innen sein. Große Smartphones sind heute Standard. Wenn du ein Handy bis 6,8 Zoll dein Eigen nennst, braucht es ein großes Zuhause. Hier punkten das S957B von GIVI oder der PRO Motorrad Telefonhalter von Shapeheart.
Testergebnisse
Testsieger: SP Connect Moto Bundle
Der Testsieger kommt von SP Connect und versüßt das Leben schon bei der Montage: In den drei Schachteln, in denen das kostspielige Trio aus Halter, Handyhülle und optionalem Vibrationsdämpfer versendet wird, steckt auch ein Beutel Gummibärchen. Daneben gibt es hochwertige Frästeile, die auch ein Premium-Bike nicht entstellen, einen großen Verstellbereich und eine wirksame Vibrationsdämpfung. Foto: AUTO ZEITUNG
Die Installation dauert ob der Vielzahl der Teile und Möglichkeiten etwas länger. Auch sind nicht für alle marktgängigen Smartphones die notwendigen passgenauen Hüllen erhältlich, und das Fixieren des Handys mit einer Vierteldrehung verlangt nach ein bisschen Gewöhnung und Fingerfertigkeit. Dafür ließ der SP Connect das iPhone im Test auch bei Vollgas nicht aus den Klauen.
Preis-Leistungssieger: Moggam Motorrad-Handyhalter
Die zweite Stufe des Siegerpodests erklimmt der unscheinbare Moggam-Handyhalter. Er sieht zwar weniger wertig aus als der Testsieger, überzeugt aber mit grundsolider Materialqualität und einem integrierten Dämpfer, der Vibrationen auf ein geringes Maß reduziert. Außerdem kann man ihn nicht nur am Lenkerrohr, sondern dank eines mitgelieferten Auslegers auch am Rückspiegel montieren. So soll das sein.
Der Moggam nimmt das Handy nur von drei Seiten in die Zange. Das aber tut er mit seinem seitlichen Klemmhebel so energisch, dass man das Smartphone auch im Querformat nutzen kann.
Sehr empfehlenswert: Quad Lock Handlebar Mount Pro
Unter Biker:innen gelten die Handyhalter von Quad Lock fast schon als Institution. Wer das beste und schönste für Maschine und Smartphone verlangt, greift gerne zu den kostspieligen, aber hochwertig verarbeiteten Handyhaltern mit dem charakteristischen blauen Entsperrhebel. Doch gerade dieser kann ein Problem darstellen: Je nach Einbauposition des Smartphones ist der Hebel nämlich verdeckt und damit schwer zugänglich, sofern man nicht den (mitgelieferten) Inbusschlüssel bemüht, um die Handyaufnahme in die optimale Position zu bringen.
Außerdem erfordert das Einklinken des soliden MagCase einigen Kraftaufwand, und zumindest am teils leicht ovalen Lenkerrohr unserer Test-Triumph hält der Quad Lock-Halter nicht so felsenfest wie seine Rivalen von SP Connect oder Moggam, die mit Schellen aus Metall verschraubt werden, während Quad Lock hier auf Kunststoff vertraut. Mit dem optionalen Dämpfer absorbiert er Vibrationen hingegen so souverän, dass das Smartphone auch auf der als Autobahn A3 getarnten Hardcore-Rüttelpiste nicht herunterfiel.
Ergebnisse der Top 3
| Produkt (Punkte max.) | SP Connect Moto Bundle | Moggam Motorrad-Handyhalter | Quad Lock Handlebar Mount Pro |
|---|---|---|---|
| Funktionalität (50) | 33 | 33 | 31 |
| Qualität (20) | 19 | 15 | 18 |
| Sicherheit (20) | 20 | 20 | 18 |
| Nachhaltigkeit (10) | 10 | 10 | 10 |
| Gesamtpunkte (100) | 82 | 78 | 77 |
| Bewertung | Gut | Gut | Gut |
| Prädikat | Testsieger | Preis-Leistungssieger | Sehr empfehlenswert |
Weitere Empfehlungen
- Rockbros Handyhalter fürs Motorrad: Komplett aus Metall gefertigt und sehr wertig.
- iMestou-Handyhalter mit Ladefunktion: Bietet eine Ladefunktion für kompatible Handys.
- Lamicall Handyhalter fürs Motorrad: Ermöglicht eine echte Einhandbedienung.
Übersicht weiterer getesteter Produkte
Neben den Top-Platzierten wurden noch weitere Handyhalterungen getestet, darunter Modelle von Grefay, Joyroom, Btneeu, Waccet und Turnaroundtech. Die Ergebnisse dieser Tests fielen unterschiedlich aus, wobei einige Modelle in Bezug auf Funktionalität, Qualität und Sicherheit Abstriche machen mussten.
Zusätzliche Informationen
- Kompatibilität: Eignet sich das Halterungs-Modell für das eigene Smartphone?
- Stabilität: Welches Befestigungssystem passt zu Fahrzeug und Sicherheitsbedürfnis?
- Funktionen: Welche Features sind wichtig? Soll das Gerät in der Halterung bedient werden können?
Fazit
Die Wahl der richtigen Motorrad-Handyhalterung hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Größe des Smartphones, die Art des Motorrads und die persönlichen Vorlieben. Der Testvergleich bietet eine gute Grundlage, um eine informierte Entscheidung zu treffen und die passende Halterung für die eigenen Bedürfnisse zu finden.
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