Hardtail Tourenrad: Erfahrungen und Vergleich

Viele Bike-Käufer verstehen schon bei den Basics nur Bahnhof. Der Begriff Hardtail beschreibt ein Fahrrad ohne Hinterrad-Federung, ein Fully (Full Suspension) ist ein vollgefedertes Rad, bei dem auch das Heck gefedert ist.

Fully vs. Hardtail im Alltag

Um der Frage Fully vs. Hardtail im Alltagseinsatz auf den Grund zu gehen, haben wir zwei Bikes gesucht, die sich möglichst ähnlich sind. Bei CENTURION sind wir fündig geworden, denn das Hardtail Backfire Fit E und das Fully Lhasa E weisen extrem viele Gemeinsamkeiten auf und sind damit prädestiniert für einen direkten Vergleich.

Für diesen Test haben wir uns für das 3.249 € teure Hardtail Backfire Fit E R850 EQ entschieden, das ähnlich ausgestattete Fully Lhasa E R850i EQ kostet 4.099 € und ist damit um 850 € teurer. Beide Modellbezeichnungen verfügen über den Zusatz EQ, der für equipped steht und bedeutet, dass die Bikes mit Schutzblechen, Gepäckträgern und Licht bestens für den Alltagseinsatz gerüstet sind.

CENTURION beschreibt das Lhasa E als „All Terrain Bike“ für Tour und Trekking und trifft es damit ziemlich gut. Es will nicht so recht in eine der üblichen Kategorien passen, denn es vereint verschiedene Elemente aus der Mountainbike- und Trekking-Welt zu einem einzigartigen Gesamtkonzept.

Einziger nennenswerter Unterschied zwischen beiden Rädern ist - abgesehen von der Hinterradfederung - der Akku. Das Backfire Fit E kommt mit einem semi-integrierten Unterrohr-Akku, das Lhasa E verfügt über einen voll integrierten Bosch PowerTube-Akku. Ansonsten ist die Ausstattung identisch, beide Bikes verfügen über eine Shimano SLX-Schaltung, Shimano Deore-Bremsen und eine SR Suntour Mobie45-Federgabel mit 100 mm Federweg.

Es gibt jeweils fünf Rahmengrößen, die kleinste ist ausschließlich mit 27,5”-Laufrädern verfügbar, die drei größten nur mit 29”-Rädern. Bei Rahmengröße 43 hat der Kunde die Wahl, denn diese Größe wird in beiden Laufradgrößen angeboten.

Fahrverhalten und Komfort

Wir haben die beiden CENTURION E-Bikes auf verschiedenen Strecken und im Pendler-Alltag gegeneinander verglichen. Zuerst fallen die vielen Gemeinsamkeiten auf. Die Sitzposition ist auf beiden Rädern sehr ähnlich, man sitzt aufrecht komfortabel, aber keineswegs unsportlich. Die Schwalbe Smart Sam-Reifen erweisen sich als perfekte Allrounder, sie bieten auf Schotter ausreichend Grip und rollen leicht und leise auf Asphalt.

Schutzbleche und Gepäckträger sind stabil und gut integriert, beide Bikes punkten im Alltagseinsatz mit einem Ständer. Die Lichtanlage ist leider kein Highlight, reicht für Stadt und Radweg aber aus. Der Bosch CX-Motor geht gewohnt kraftvoll ans Werk.

Beide Räder verfügen über den eMTB-Modus, bei dem die Unterstützung des Motors dynamisch an den Input des Fahrers angepasst wird. Der eMTB-Modus eignet sich nicht nur für’s Gelände, sondern gefällt auch mit seiner harmonischen Abstimmung beim Pendeln.

Will man in der Ebene über 25 km/h fahren, bremst einen das Getriebe des Motors etwas aus. Doch dank der großen Laufräder und den leicht rollenden Reifen lassen sich beide Bikes überraschend gut über der Unterstützungsgrenze bewegen.

Bei den Komponenten gibt es nichts zu meckern, die Shimano SLX-Schaltung wechselt präzise die Gänge, die Deore-Bremse bietet für den Einsatzbereich genügend Bremskraft. Die SR Suntour-Federgabel ist nicht nur komfortabel, sondern auch steif und setzt Lenkimpulse präzise um.

Doch bei so vielen Gemeinsamkeiten stellt sich zwangsläufig die Frage, ob das Lhasa E seinen 850-€-Aufpreis wert ist? Der voll integrierte Akku ist zwar nicht das Kernthema dieses Vergleichs, dennoch zeigt er deutlich die Evolution heutiger E-Bikes.

Trotz Dämpfer und Umlenkwippe wirkt das Lhasa E deutlich aufgeräumter als das Backfire Fit E, außerdem bietet es Platz für einen Flaschenhalter im Rahmendreieck. Der Ladeport sitzt beim Lhasa E eindeutig besser zugänglich auf dem Oberrohr, der integrierte Akku lässt sich dennoch leicht entnehmen.

Das Lhasa E Fully wiegt zwar über 2 kg mehr als das Backfire Fit E, im Fahrverhalten merkt man das Mehrgewicht jedoch kaum. Beide Bikes fühlen sich auf Schotterwegen am wohlsten, machen jedoch ohne Murren einen Abstecher ins leichte Gelände mit.

Das Lhasa E erweist sich dabei als erheblich komfortabler und vielseitiger. Die Heckfederung mit 90 mm Federweg nimmt Schlaglöchern und kleinen Hindernissen den Schrecken und sorgt für ein deutlich entspannteres Fahrgefühl - die Bandscheibe wird es danken. Bergauf sorgt die Federung dafür, dass das Hinterrad förmlich am Boden klebt und so bietet das Lhasa E auf unbefestigten Wegen mehr Traktion als sein ungefedertes Pendant.

Den größten Vorteil bietet die Hinterradfederung aber bergab. Sobald der Weg etwas uneben wird, vermittelt das CENTURION Lhasa E Fully dem Fahrer deutlich mehr Sicherheit und Stabilität als ein Hardtail.

Da ein Fully bereits durch das Gewicht des Fahrers immer etwas einfedert, sitzt man auf dem Lhasa E spürbar weniger frontlastig. Hinzu kommt, dass der Lenkwinkel von Haus aus bereits etwas flacher ist. So fühlt man sich bergab auch bei höheren Geschwindigkeiten nicht unwohl, das Lhasa E ist erstaunlich laufruhig und ausbalancierter als das Hardtail.

Beim Backfire Fit E hingegen lastet mehr Gewicht auf den Händen, was mit der Zeit unangenehm werden kann. Außerdem muss der Körper auf dem Hardtail deutlich mehr Schläge abfangen und ermüdet daher früher also auf dem Fully.

Zwar ist das Lhasa E kein reinrassiges Mountainbike, dennoch ist es erstaunlich geländegängig. Mit dem Fully nimmt man auf dem Weg zur Arbeit gerne die Abkürzung über den Trail, während man mit dem Backfire Fit E lieber außen herum fährt. Doch auch in der Stadt kann das Lhasa E punkten, denn durch die Heckfederung ist es erheblich leichter, über Bordsteine und Hindernisse zu kommen. Einziger Wermutstropfen: Die Funktion der Federung hängt vom Beladezustand des Heckträgers ab. Denn wer mit viel Gepäck unterwegs ist, muss sich mit einer hohen ungefederten Masse abfinden, was die Sensibilität deutlich reduziert.

Das CENTURION Backfire Fit E ist ein klasse Rad für Alltag und Touren, doch in diesem Vergleich muss es sich dem vollgefederten Lhasa E deutlich geschlagen geben. Das Fully bietet mehr Komfort und Sicherheit und beweist damit, dass eine Hinterradfederung auch an einem Alltagsrad viele Vorteile bietet.

Hardtail-MTB für Trekkingtouren?

Wie geeignet sind MTB-Hardtails für Trekkingtouren? Die Antwort heißt: Nicht immer. Im Test wurden leichte Hardtails der 1000-EUR-Klasse insbesondere daraufhin überprüft, wie sie sich ausgerüstet mit zusätzlichem Gepäckträger fahren. Wird daraus dann auch ein potentes Touring-Rad? Das gelingt im Trekkingbike-Test nicht immer. Das Cube-Modell überzeugte beispielsweise als hervorragendes Mountainbike, beim Einsatz als Touringrad rutscht es wie andere der zehn Modelle auch jedoch auf „befriedigend“ ab.

Gravel Bike versus Mountainbike Hardtail

Gravel Bikes erobern zunehmend den Markt und die Herzen passionierter Radfahrer:innen. Doch was genau ist eigentlich ein Gravel Bike? Und wo liegen die Unterschiede zu einem Mountainbike Hardtail? Genau das möchten wir Dir im folgenden Beitrag aufzeigen. Du erfährst die Stärken und Schwächen beider Radgattungen, um Dir Deine Kaufentscheidung zu erleichtern.

Unterschiedliches Design, ähnliche Zielgruppe!

Auf den ersten Blick wirken Mountainbike Hardtails und Gravel Bikes höchst unterschiedlich, aber dennoch haben sie eine ähnliche Zielgruppe. Sie sind gar nicht so verschieden, wie man zunächst meinen könnte. Beide richten sich an sportive Fahrerinnen und Fahrer, die ein möglichst vielseitiges Fahrrad zu schätzen wissen.

Gravel Bike: Geländegängiger als ein Rennrad, leichter als ein Mountainbike

Was zeichnet ein Gravel Bike aus? Was bei einem Gravel Bike sofort ins Auge sticht und auch optisch den Unterschied zu einem Mountainbike verdeutlicht, ist der gebogene Rennlenker, der an ein Rennrad erinnert. Tatsächlich ist ein Gravel Bike quasi eine Mischung aus Rennrad und Mountainbike Hardtail, von beiden Radgattungen wurden Eigenschaften übernommen. Der Lenker hat zwar die Form eines Rennradlenkers, ist dabei aber um einiges breiter. Das sorgt für mehr Stabilität und Sicherheit in technisch anspruchsvollem Gelände.

Auf der Straße oder wenn Du besonders schnell unterwegs sein möchtest, bietet Dir die Griffposition am Unterlenker aerodynamische Vorteile. Im Gegenteil zum Mountainbike Hardtail haben Gravel Bikes in der Regel keine Federgabel und sind somit ungefedert - es gibt allerdings einige Ausnahmen mit einer Federgabel, die dann etwas extra Komfort bietet. Geländegängig ist ein Gravel Bike durch die im Vergleich zum Rennrad deutlich breiteren Reifen dennoch. Das Gravel Bike glänzt durch niedriges Gewicht und damit einhergehend guten Vortrieb, das hat es sich von seinem großen Bruder dem Rennrad abgeschaut.

Der leichte Rahmen und der Verzicht auf eine Federgabel sorgen im Vergleich zum Mountainbike Hardtail für deutliche Gewichtsersparnis. Gravel Bikes verbinden also die Geländetauglichkeit eines Mountainbikes mit der Schnelligkeit eines Rennrads. Generell fühlen sich Gravel Bikes (auf Deutsch wortwörtlich übersetzt: Schotterfahrrad) auf vielen Untergründen zu Hause.

Auf Asphalt und in der Stadt bist Du dank der relativ schmalen Reifen mit wenig Rollwiderstand immer zügig unterwegs. Auch das geringe Gesamtgewicht und eine aerodynamische Fahrposition tun ihr Übriges, um Dich schnell von A nach B zu bringen. Doch die profilierten Reifen machen auch Offroad-Abenteuer gut mit, stecken Schotter- und Wurzelpassagen auf Wald- und Feldwegen bestens weg und sorgen für ein sicheres und präzises Fahrverhalten. Die Scheibenbremsen sorgen für eine gute Verzögerung und sicheres Bremsen. In Sachen Komfort und Reserven in technischen Abfahrten und auf ruppigem Untergrund kann ein Gravelbike mit einem Mountainbike jedoch nicht ganz mithalten.

Ein Gravel Bike ist dynamisch im Fahrverhalten und bietet dank dem niedrigen Gewicht besten Vortrieb. Abstriche machen musst Du in Sachen Komfort und Reserven im schwierigen Gelände. Es ist somit ein gute Wahl für alle, die eher in der Stadt und im leichten Gelände unterwegs sind.

Mountainbike Hardtail: Der Klassiker!

Was zeichnet ein Mountainbike Hardtail aus? Ein Mountainbike Hardtail hat einen geraden Lenker, der im Unterschied zum Gravel Bike nur eine Griffposition zulässt. Man muss damit auf die aerodynamisch günstigere Unterlenkerposition verzichten. Doch wenn Du viel im Gelände unterwegs bist, wirst Du das verschmerzen können, denn die Griffposition an einem Mountainbike-Lenker ist relativ entspannt und damit für lange Touren gut geeignet.

Der Lenker ist deutlich breiter als bei einem Gravel Bike und sorgt für mehr Stabilität und Sicherheit in Abfahrten und fahrtechnisch anspruchsvollen Passagen. Im Gegenteil zum Gravel Bike haben Hardtails eine Federgabel vorne und bieten somit ein Plus an Komfort und Sicherheit. Die Federgabel schluckt im Gelände effektiv Stöße und bewährt sich vor allem auf anspruchsvollen Abfahrten, wenn Du sicher und dynamisch über Wurzelpassagen und Steine hinweggleitest.

Zusätzlich kann bei fast allen modernen Hardtails die Federung durch einen Lockout-Schalter am Lenker blockiert werden, sodass Du bei Fahrten auf der Straße die Federung ausschalten kannst. Dadurch federt die Gabel nicht unnötig ein und Du kannst die Kraft immer ideal auf den Untergrund übertragen. Mehr Komfort bedeutet in der Regel auch mehr Gewicht.

Mountainbike Hardtails haben im Vergleich zu Gravel Bikes nicht nur eine Federgabel, die zusätzliches Gewicht bedingt, auch die breiteren Reifen und der in der Regel etwas voluminösere Rahmen sorgen dafür, dass Hardtails im direkten Vergleich etwas schwerer ausfallen als Gravel Bikes. In Sachen Komfort und Sicherheit ist das Mountainbike Hardtail dem Gravel Bike deutlich überlegen. Die Federgabel schluckt Unebenheiten und die relativ breiten Reifen sorgen für den nötigen Grip im Gelände und zusätzliche Reserven.

Der gesteigerte Komfort sorgt dafür, dass sich speziell bei längeren Touren im Gelände ein Hardtail oft deutlich angenehmer fährt. Oder darf es vielleicht sogar ein voll gefedertes Mountainbike sein? Gewichtsmäßig kann ein Mountainbike Hardtail nicht ganz mit einem Gravel Bike mithalten, dafür überzeugt es aber mit mehr Komfort und Reserven für schwieriges Gelände abseits der Straßen. Wenn Du also häufiger im Gelände unterwegs sein möchtest als auf Feldwegen oder in der Stadt, dann bist Du mit einem vielseitigen Hardtail sicherlich gut beraten!

Egal ob Gravel Bike oder Hardtail, beide Radgattungen bieten Dir ein dynamsiches Bike-Erlebnis, eine gute Alltagstauglichkeit und sind sehr vielseitig. Während sich Gravel Bikes durch niedriges Gewicht und eine sportive Position auszeichnen, glänzen Mountainbike Hardtails vor allem mit Komfort im Gelände und einer entspannteren Haltung.

Auswahl von MTB-Kandidaten fürs Bikepacking

Hier ist eine subjektive Auswahl an möglichen MTB-Kandidaten, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Canyon Exceed: Im Kern alles, was ein sehr gutes XC Hardtail braucht: eine vernünftige Federung, einen leichten und stabilen Rahmen, ein gutes Rahmendreieck, was Taschen und Flaschen zulässt und - je nach Modell-Variante - eine gute bis sehr gute Ausstattung. Mich stört einzig die integrierte Sattelklemmung, denn beladen ist diese schwer erreichbar und wenn es da einen Defekt gibt, dann bekommt man das nicht mehr hin.
  • Rose PDQ (Pretty Damn Quick): Luisa Werner und Sebastian Breuer sind Prototypen dieses Rades beim Atlas Mountain Race gefahren und beide waren offensichtlich nicht nur erfolgreich, sondern auch sehr zufrieden. Das PDQ ist ein Hardtail mit einer 120mm Federgabel, einem Carbon-Rahmen, einem Carbon Cockpit.
  • Specialized Epic Hardtail: Dieser MTB-Klassiker war unter den am meisten gefahren Modellen beim AMR, HMR und SRMR in diesem Jahr und kommt mit einer 100mm Federgabel, hat einen - je nach Modell - sehr leichten Carbon-Rahmen, Carbon-Felgen und - bei jedem Modell - einem 73mm BSA Innenlager.
  • Trek Procaliber XC MTB: Allerdings ist das Rahmendreieck beim Trek kleiner, als bei den anderen Modellen. Das macht es schon etwas schwerer Rahmentaschen und Flaschen unterzubekommen.
  • Orbea Alma: Für mich käme besonders das Orbea Alma in Frage. Das Alma ist das Race Hardtail MTB von Orbea und es gibt es entweder mit einem besonders leichten Carbon Rahmen, den sogenannten OMX Carbon mit 830g. Oder mit Alu-Rahmen.
  • Scott Scale und Spark: Das Scale ist das klassische XC Hardtail der Schweizer Amerikaner. Interessant ist allerdings auch das Scott Spark. Das sogenannte NUDE Federungssystem kann eingestellt und angesteuert werden.
  • Cervelo ZHT-5: Seit kurzer Zeit darf man bei XC Hardtails auch Cervelo nennen. Der um die 1kg leichte Rahmen und die offensichtlich sehr gut funktionierende Geometrie des ZHT-5 scheint zu überzeugen.

Fully oder Hardtail?

Du willst dir ein Mountainbike kaufen, hast aber keinen Plan, ob du ein Fully oder ein Hardtail brauchst? Mountainbike Fullys kosten meist deutlich über 2000 €. Hardtails, also Bikes die ausschließlich eine Federgabel und kein gefedertes Heck haben, sind schon deutlich günstiger zu bekommen. Da stellt man sich natürlich die Frage, was die Vor- und Nachteile von vollgefederten Bikes sind. Lohnen sich die Mehrkosten eines Fullys für dich oder kannst du auch mit einem Hardtail glücklich werden?

Wer es bergab im Singletrail richtig krachen lassen will, kommt um ein Fully nicht herum. Mit zunehmenden Federweg (konkret ab 150 Millimeter) wird mit einem Fullys sogar der Bikepark-Einsatz und damit auch große Sprünge und waghalsige Abfahrten möglich. Ein MTB Fully hat zusätzlich zur Federgabel auch einen Dämpfer im Heck. Der sorgt nicht nur für mehr Fahrspaß im Gelände, sondern auch für mehr Komfort. Mit einem Fully werden deshalb technisch anspruchsvolle, steile Abfahrten selbst für Bike-Einsteiger bezwingbar. Diese Eigenschaft sorgt für die magische Aura von vollgefederten Mountainbikes.

Der zweite große Vorteil von Fullys liegt in ihrem deutlich größeren Komfort gegenüber Hardtails. Im Gelände schont ein Fully durch seine Federung die komplette Haltemuskulatur des Oberkörpers und sorgt so für weniger Ermüdung auf langen Touren. Im technischen Gelände bergauf hat ein Fully außerdem mehr Grip am Hinterrad und klettert dadurch besser.

Im Vergleich zu einem Hardtail im gleichen Preissegment wiegt ein voll gefedertes Mountainbike immer ein bis zwei Kilo mehr. Der Grund dafür sind die zusätzlichen Bauteile, die für die Federung des Hinterrads nötig sind. Ein weiterer Grund warum Fullys in den meisten Fällen schwerer sind als Hardtails ist, dass sie meist etwas abfahrtslastiger ausgestattet sind.

Die teilweise komplexen Hinterbausysteme (nicht Biker würden auch von Hinterradaufhängungen sprechen) bringen nicht nur Gewicht, sondern oft auch Ärger mit sich. Fullys brauchen deshalb jede Menge Wartung. Der Service eines Mountainbike Fullys ist kein Hexenwerk, wird aber dennoch in den meisten Fällen vernachlässigt.

Vorteile von Fullys:

  • Mehr Fahrspaß im Gelände
  • Mehr Komfort auf langen Touren
  • Bessere Klettereigenschaften im technischen Gelände

Nachteile von Fullys:

  • Höheres Gewicht
  • Höherer Preis
  • Höherer Wartungsaufwand

Moderne Hinterbausysteme von Fullys sind über die letzten Jahrzehnte so extrem gut geworden, dass die meisten von ihnen kaum mehr nennenswerte Antriebseinflüsse haben. Auch wenn sich der Dämpfer leicht bewegt, kostet das kaum Kraft. Vor allem bei langen Touren merkt man hinten raus, dass ein Hardtail den ganzen Körper deutlich mehr Energie kostet.

Hochwertige Fullys haben in der Regel auch immer die Option, den Dämpfer mit einer Plattform oder einem Lockout ruhig zu stellen. Fullys sind technisch gesehen die überlegenen Bikes. Während man für 1500 € schon ein sehr gutes Hardtail bekommt, kann man die meisten Fullys in dieser Preisklasse nur bedingt empfehlen. In dieser Preisklasse sind Fullys meist einfach zu schwer und haben zu schlechte Komponenten verbaut. Das hemmt den Fahrspaß. Liegt dein Budget über 1500 €, kann man über ein Fully nachdenken.

Fullys sind technisch gesehen die überlegenen Mountainbikes. Aber sie sind schwerer, teurer und wartungsintensiver als Hardtails. Das erklärt, warum Hardtails auch über 40 Jahre nach ihrer Erfindung noch immer eine große Fangemeinde haben.

Empfehlungen

  • Wenn dein Budget unter 1500 € liegt oder du keinen Bock auf die regelmäßige Wartung des Hinterbaus hast, solltest du ein Hardtail wählen.
  • Wenn dir der Fahrspaß in der Abfahrt besonders wichtig ist, oder du viel Wert auf Komfort legst, solltest du dir ein Fully kaufen.
Merkmal Hardtail Fully
Federung Nur vorne Vorne und hinten
Komfort Geringer Höher
Gewicht Leichter Schwerer
Wartung Weniger Mehr
Preis Günstiger Teurer
Geländetauglichkeit Gut Sehr gut

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