Hardtail Nabenschaltung im Test: Was du wissen musst

Die Frage, ob es ein Fully oder lieber ein Hardtail sein soll, stellt sich Mountainbikern immer wieder. Das gilt gleichermaßen für ein E-MTB Hardtail oder Fully. Der elementare Unterschied liegt dabei in der beim E-Bike Hardtail fehlende Federung des Hinterrades. Dadurch unterscheiden sich vor allem die Einsatzgebiete für Hardtail E-Bike und Fully etwas voneinander.

Ein E-MTB Hardtail ist ein E-Mountainbike mit gefederter Frontgabel, aber ohne Hinterbaufederung. Diese Bauweise sorgt für eine direkte Kraftübertragung und ein geringeres Gewicht im Vergleich zu vollgefederten E-Mountainbikes (E-MTB Fullys). Besonders effizient sind Hardtail E-MTBs auf Anstiegen und im flachen Gelände. E-MTB Hardtails sind die perfekte Wahl für dich, wenn du ein vielseitiges Bike suchst, das sowohl im Alltag als auch auf Touren und im Gelände überzeugt.

Was macht ein E-MTB Hardtail aus?

Im Wesentlichen bietet ein E-Bike Hardtail drei wesentliche Vorteile aufgrund seiner Bauweise. Die fehlende Hinterradfederung sorgt dafür, dass ein komplexes Bauteil weniger verbaut ist. Dadurch gibt es auch ein Teil weniger beim Hardtail E-MTB, das regelmäßiger Pflege bedarf. Der anfallende Pflegeaufwand fällt also spürbar geringer aus. Gleichzeitig spart man zusätzliches Gewicht ein, das dieses Bauteil erfordern würde. Sehr sparsam konstruierte Modelle können ein Gewicht von unter 20 Kilogramm erreichen. Nicht zuletzt fallen die Anschaffungskosten für ein Hardtail E-Bike spürbar günstiger aus als für ein Fully. Das können durchaus Beträge im hohen dreistelligen bis niedrigen vierstelligen Bereich sein, die sich mit einem Hardtail E-MTB einsparen lassen. Wer eine günstigere Lösung für das Gelände sucht, ist mit einem Modell dieser Art also hervorragend aufgehoben.

Die klassische Frage, die sich Mountainbikern stellt ist die, ob es ein Fully oder lieber ein Hardtail sein soll. Das gilt gleichermaßen für ein E MTB Hardtail oder Fully. Der elementare Unterschied liegt dabei in der beim E Bike Hardtail fehlende Federung des Hinterrades. Dadurch unterscheiden sich vor allem die Einsatzgebiete für Hardtail E Bike und Fully etwas voneinander. Das E Bike Hardtail lässt sich vor allem auf Wald- und Forstwegen hervorragend einsetzen. Außerdem ist es auch für den gemäßigten Einsatz Downhill und ausgedehnte Touren auf halbwegs soliden Untergründen gut geeignet. Dem gegenüber steht das Fully, das sich auch hervorragend für MTB-Rennen oder deutlich hindernisreichere Strecken gut eignet.

Wichtig zu wissen ist, dass der entscheidende Nachteil gegenüber einem Fully die etwas schlechtere Kontrolle ist. Durch die fehlende Federung am Hinterreifen werden Schläge sehr direkt auf den Fahrer übertragen. Dadurch fährt sich das E-MTB Hardtail schlechter in sehr unwegsamem Gelände. Man hat einfach weniger Einfluss durch die stärkere Schlagübertragung. Andererseits kann man dadurch in unwegsamem Gelände auch nur langsamer fahren. Mit einem Fully sind durch das höhere Maß an Kontrolle ebenso deutlich höhere Geschwindigkeiten möglich. Wer also ein Maximum an Komfort und Leistung erreichen möchte, kommt um ein E-MTB Fully nicht herum. Ohne diese Anforderung ist das E-Bike Hardtail der bessere Begleiter. Solange die Untergründe nicht zu rau oder steinig sind, kommst du fast überall gut durch. Für richtige Downhill-Strecken und in technisch anspruchsvollem Gelände kommen E-Hardtails allerdings an ihre Grenzen. Dann solltest du lieber ein E-Fully wählen.

Technische Ausstattung eines Hardtail E-Bikes

Viel Ausstattung bringt ein Hardtail E-MTB meist nicht mit sich. Beispielsweise wird man in den meisten Fällen auf zusätzliche Komponenten wie Beleuchtung, Schutzbleche oder Gepäckträger verzichten müssen. Trotz - oder gerade wegen - ihrer einfacheren Bauweise ermöglicht dies eine maximale Gewichtsersparnis. Damit sind auch im soliden Geländebereich gute Geschwindigkeiten möglich.

Zentraler Aspekt bei der Konstruktion ist natürlich der Akku. Dieser ist bei nahezu jedem E-MTB Hardtail am Unterrohr angebracht. Das bietet den Vorteil, dass sich das Gewicht des Motors relativ natürlich auf die Fahrleistung auswirkt. Man bekommt nicht das Problem, dass die Fahrleistung zu hecklastig oder zulasten der Wendigkeit beeinflusst wird. Außerdem fügt sich gerade ein in den Rahmen integrierter Akku optisch hervorragend in das Gesamtbild des Hardtail E-MTB ein. Da das MTB für längere Touren ausgelegt sein soll, haben die meisten Modelle eine relativ hohe Kapazität. Mit meist ungefähr 500 Wattstunden kann das Hardtail E Mountainbike eine sehr ausgedehnte Unterstützungsleistung bieten.

Ein weiterer zentraler Aspekt beim E-Bike Hardtail sind die Reifen. Zwar kann die fehlende Federung des Hinterreifens nicht völlig kompensiert werden. Allerdings kann es sich als Vorteil erweisen, wenn man auf möglichst große Reifen setzt. Viele Anbieter, beispielsweise Cube oder Haibike, bieten eine breite Auswahl sowohl für Modelle mit 27,5 Zoll und 29 Zoll großen Reifen. Wer hierbei auf die größeren Reifen setzt, profitiert davon, dass sich Unebenheiten besser ausgleichen lassen und man einen größeren Komfort sowie mehr Kontrolle beim Fahren genießt. Die Reifen im kleineren Format hingegen bieten mehr Wendigkeit beim Fahren. Hier sollte man sich also überlegen, welche Eigenschaften letztlich beim E-MTB Hardtail vorzugsweise genutzt werden sollen. Für beide Varianten bieten sich zahlreiche verschiedene Modelle an.

E-Hardtails im Gelände

Mit einem E-Hardtail kannst du sehr viele Untergründe problemfrei befahren. Dazu zählen zum Beispiel Feldwege, Wirtschaftsstraßen und moderate Wanderwege. Sogar auf gemäßigten Trails, also Trampelpfaden macht das Fahren mit einem Hardtail E-Mountainbike Spaß. Wenn das Gelände nicht allzu schroff und steinig ist kommst du mit einem E-Hardtail immer gut und vor allem entspannt durch und kannst richtige Abenteuer erleben. Wenn die Steine allerdings zu große werden oder der Boden nur noch aus einem Wurzelteppich besteht, solltest du doch lieber ein E-Fully nehmen.

E-Mountainbikes liegen voll im Trend - das belegen auch die Verkaufszahlen aus dem Jahr 2024, die der Zweirad-Industrie-Verband herausgegeben hat. Demnach liegt ihr Verkaufsanteil bei über 40 Prozent, so viel wie in keiner anderen E-Bike-Kategorie. Der Grund liegt auf der Hand. Die kernigen Räder kombinieren sportliche Geländetauglichkeit mit kraftvoller Motorunterstützung und ermöglichen Fahrspaß auf jedem Untergrund. Egal ob steile Trails, Schotterwege oder der Alltag in der Stadt: Moderne E-MTBs sind vielseitige Allrounder.

Tipp: In aktuellen E-MTB Hardtail Tests schneiden Modelle mit Bosch Performance Line CX Motor und hochwertigen Akkus besonders gut ab.

Auswahl und Testberichte

Im Test konnten vor allem das Canyon Grand Canyon:ON 8 überzeugen und den Testsieg holen. Preis-Leistungssieger wurden hingegen das Rockrider Hardtail 29 Zoll E-Expl 700* von Decathlon. Folgende Räder haben am Test teilgenommen:

  • Canyon Grand Canyon:ON 8
  • Decathlon Rockrider Hardtail 29 Zoll E-Expl 700
  • Stevens E-Juke (2. Generation)
  • Hepha Mountain 7 Ultra
  • HoheAcht SentoMonto

Die IMTEST-Favoriten

Kraftvolle Motoren und leistungsstarke Akkus - das zeichnet die E-Mountainbikes aus. Wie der Test- und Preisleistungssieger dabei im Labor und in der Praxis performt haben, fasst IMTEST hier zusammen.

Testsieger: Canyon Grand Canyon:ON 8

Das Grand Canyon:ON 8 von Canyon richtet sich an alle, die sportlich im Gelände unterwegs sein wollen. Dafür ist es auf das wesentlichste reduziert: kein Display, kein Ständer, keine Klingel. Der Motor der Bosch Performance Line (85 Nm) sorgt für gleichmäßige Unterstützung. In Tests bei 6 % Steigung erreichte das Grand Canyon:ON 8 laut Qima 22,7 km/h, mit einem Unterstützungsfaktor von 3,6. Die Kombination aus breiten Reifen und 120 mm Federweg sorgt für Komfort, auch auf rauem Untergrund. Auf Asphalt gleitet das Bike weich dahin. Die XT-Schaltung von Shimano (1×12) schaltet exakt. Bremshebel mit griffiger Beschichtung, ein breiter Lenker und eine absenkbare Sattelstütze runden die Ausstattung ab.

PRO: Sehr angenehmes Fahrgefühl auf allen Untergründen, dazu eine kraftvolle und gleichmäßige Unterstützung.

Imtest Ergebnis: gut 1,9

Preis-Leistungsieger: Decathlon Rockrider Hardtail 29 Zoll E-Expl 700

Der Preis-Leistungs-Sieger von Decathlon überzeugt nicht nur aufgrund seines Preises von 2.599 Euro, sondern durch seinen hohen Fahrkomfort. Wie Canyon, HoheAcht und Hepha fährt auch das E-Expl 700 auf 61 Millimeter breiten 29-Zoll-Reifen - laufruhig auf jedem Untergrund. Die 130-Millimeter-Federgabel glättet Unebenheiten spürbar. Die absenkbare Sattelstütze hilft im Gelände und im Stadtverkehr - etwa beim Ampelstopp. Der Sattel ist bequem, der Lenker dagegen wie beim Hepha etwas breit. Der Brose-Motor liefert mit 70 Newtonmetern weniger Drehmoment als andere Modelle. Antritt und Unterstützung wirken im Vergleich schwächer. Auch der Lauf ist weniger gleichmäßig - gelegentlich spürt man ein Nachziehen. Mit 541 Wattstunden fällt die Akkukapazität eher gering aus. Im R200-Test reichte das für 62,33 Kilometer. Es zeigt Ladestand, gefahrene Kilometer und Geschwindigkeit.

Im Labortest bei 6 % Steigung erreichte das Rockrider Expl 700 mit 23,7 km/h den zweitschnellsten Wert hinter dem Hepha. Der Unterstützungsfaktor lag bei 3,7.

Das E-MTB bietet vier Unterstützungsstufen. Nach jedem Einschalten startet es jedoch in der niedrigsten - die höchste Stufe muss jedes Mal neu aktiviert werden. Die 1×10-Gang-Schaltung von microShift arbeitet zuverlässig und präzise.

PRO: Viel Fahrspaß zu niedrigem Preis, hohe Laufruhe.

KONTRA: Für ein E-Mountainbike vergleichsweise mit einem nicht so starken Motor ausgestattet, geringste Reichweite im Test.

Imtest Ergebnis: gut 2,5

Weitere Empfehlenswerte E-MTBs

Auch die verbleibenden drei E-Mountainbikes versprechen eine Menge Spaß im Gelände.

2. Platz: Stevens E-Juke (2. Generation)

Das Stevens E-Juke unterscheidet sich rein optisch deutlich von allen anderen Testkandidaten, da es als einziges mit sogenannter Vollausstattung samt Fernlicht sowie etwas kleinere 28-Z0ll-Reifen kommt. Der Fahrer sitzt aufrechter als beim Modell von Canyon. Sattel und Griffe sind bequem. Das 2-Zoll-Farbdisplay Kiox 300 zeigt klar Fahrdaten und Navigation. Es dient zusätzlich als digitaler Schlüssel. Laut Qima liegt die Reichweite bei 98,7 Kilometern und damit knapp hinter dem Modell von Hepha. In der Bergfahrt-Simulation war das E-Juke mit 20,1 km/h langsamer. Der Unterstützungsfaktor lag bei 2,8 - ebenfalls unter dem Durchschnitt. Ein Grund dafür dürfte das hohe Gewicht sein: Mit 28 Kilogramm ist das E-Bike rund drei bis vier Kilo schwerer als die Konkurrenz. Wie Canyon setzt auch Stevens auf eine Shimano-XT-Schaltung, hier mit 1×11 Gängen. Die Bremshebel liegen gut in der Hand, bestehen aber aus Plastik statt Metall. Durch Sitzposition und Ausstattung eignet sich das E-Mountainbike auch für längere Touren. Das zulässige Gesamtgewicht von 140 Kilogramm erlaubt reichlich Gepäck. Wer viel auf Schotter fährt, muss sich allerdings an das ständige Klackern gewöhnen - kleine Steine treffen oft das Schutzblech.

PRO: Zwei-höchste Reichweite unter allen Testkandidaten, dank Vollausstattung als Alltags-, Pendel- und Reiserad gut geeignet.

KONTRA: Schwerstes und teuerstes E-Bike im Test.

Imtest Ergebnis: gut 2,2

3. Platz: Hepha Mountain 7 Ultra

Hepha verbaut den stärksten Motor im Test: 100 Newtonmeter Drehmoment. Kombiniert mit einem Akku von 804 Wattstunden erreichte das Mountain 7 Ultra im Reichweitentest 111,5 Kilometer - Bestwert im Vergleich. Auch in der Bergfahrt-Simulation überzeugte das Rad: Es fuhr mit 23,9 km/h und erhielt mit einem Unterstützungsfaktor von 3,8 deutlich Schub. Allerdings war stets ein lautes Surren zu hören. Beim Komfort muss man Abstriche machen: Der breite Lenker belastete bei längeren Touren die Handgelenke, der Sattel wirkte hart. Als einziges Rad im Test besitzt das Hepha keine absenkbare Sattelstütze - ein Nachteil im Gelände. Der Motor spricht bereits in der niedrigsten Stufe direkt an, braucht in der höchsten einen Moment, um voll durchzuziehen. Der Preis von 2.999 Euro ist attraktiv - möglich durch Eigenentwicklungen bei Motor und Akku. Bei der Schaltung wurde ebenfalls gespart: Die Shimano Cues (1×11) arbeitete zuverlässig, reagierte aber nicht so direkt wie die XT-Variante der Konkurrenz.

PRO: Sehr hohe Laufruhe, mit 111,5 km höchste Reichweite im Test.

KONTRA: Vergleichsweise nicht ganz so hoher Fahrkomfort, laute Fahrgeräusche als ständiger Begleiter.

Imtest Ergebnis: gut 2,3

5. Platz: HoheAcht SentoMonto

Auffällig ist die Lackierung in Rosenkäfer-Optik des SentoMonto: je nach Licht schimmert das Rad grünlich oder violett-braun. Unter der Hülle arbeitet ein Shimano EP801-Mittelmotor mit 85 Newtonmeter Drehmoment. Der Antrieb unterstützt gleichmäßig und kraftvoll. Im Bergtest erreichte das Sento Monto 22,7 km/h - ein solider Wert, der mit einem Unterstützungsfaktor von 3,2 einherging. Die Reichweite fiel mit 66 Kilometern am niedrigsten im Test aus. Ursache war die geringe gemessene Akkukapazität von 482,2 Wattstunden. Dennoch überzeugt das E-Mountainbike beim Fahrkomfort: Die ergonomisch geformten Griffe mit Noppenstruktur entlasten die Hände spürbar. Der Sitz ist bequem, die Sitzhaltung ausgeglichen. Diese arbeitet präzise und direkt - vergleichbar mit der Shimano XT. Die Federung glättet Unebenheiten souverän. Das Rad fährt stabil und agil zugleich. Auch in der niedrigsten Unterstützungsstufe tritt es sportlich an. Per Shimano-App lassen sich Fahrdaten anpassen und Zusatzfunktionen freischalten. Die App ist funktional, aber weniger intuitiv als das Bosch-Pendant.

PRO: Leichtestes E-Bike im Test, sportlicher Antritt in allen Unterstützungsstufen.

KONTRA: Etwas niedrige Reichweite, etwas niedrige Akkukapazität

Imtest Ergebnis: befriedigend 2,6

Fazit: Canyon bietet das rundeste Gesamtpaket

Wer ein E-Mountainbike mit kraftvollem Antrieb, hoher Reichweite und zuverlässiger Technik sucht, liegt mit dem Grand Canyon:ON 8 richtig. Es überzeugte im Test durch gute Bremswerte, komfortable Ausstattung und ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis bei 3.799 Euro. Eine absenkbare Sattelstütze, ein Lenkeranschlag und das auffällige Design runden das Gesamtbild ab. Wer weniger ausgeben will, findet mit dem Rockrider E-Expl 700 von Decathlon eine gute Alternative. Die Unterstützung ist etwas schwächer und die Reichweite kürzer, der Fahrspaß bleibt dennoch hoch.

Hardtail oder Fully? Ein Vergleich

Klaus Röhr ist nicht nur selbst leidenschaftlicher E-Mountainbiker, sondern auch Inhaber des Fahrradgeschäfts „IhrFahrradprofi“ in der Nähe von Lübeck. Im Interview hat IMTEST mit ihm über Einsatzzweck und Ausstattung von E-MTB Hardtails gesprochen. Darüber hinaus zeigt Klaus Röhr die Unterschiede auf, die zwischen einem Hardtail und einem Fully liegen.

IMTEST: Welches Segment ist derzeit stärker gefragt?

Das Hardtail setzt die Kraft der Fahrenden gefühlt etwas direkter um, „hängt besser am Gas“ und ist in der gleichen Qualitätsstufe etwas 500-600 Gramm leichter, bei hochwertigen Bikes unter 10 kg schon ein Argument. Sobald es vom Waldweg ins Gelände mit Wurzeln, Löchern, Steinen geht, zieht das Fully vorbei, das Hinterrad weicht der Unebenheit noch oben in den Federweg aus und das Bike muss nicht zur Gänze über die Unebenheiten „gehoben“ werden. Das spart Energie. Das Fully gibt es in verschiedenen Kategorien, vom Crosscountry/Marathon Fully mit minimalem Federweg in straffer Abstimmung über Trailbikes für die große Mitte bis zum Enduro/Downhillbike, wo die Abfahrtsqualitäten im Vordergrund stehen. Das Trailbike macht den größten Marktanteil von 80% aus und wird von unseren Kunden für Biketouren, Alpenüberquerungen und Bikeparkbesuche genutzt.

Klaus Röhr, Inhaber „IhrFahrradprofi“

IMTEST: Das Mountainbike gibt es fast nur noch mit E-Antrieb - nachvollziehbar oder übers Ziel hinausgeschossen?

Nachvollziehbar, das Fahrerlebnis steht im Vordergrund, nicht der Wettkampfgedanke. Körperliche Leistungsunterschiede lassen sich per Knopfdruck ausgleichen und alle haben Spaß. Die körperliche Beanspruchung ist trotzdem nicht zu verachten, da meist längere Touren im mittleren Belastungsbereich unternommen werden, dankt es einem die Grundlagenausdauer und Fettverbrennung, anstatt sich im Spitzenbereich kurz und hart zu batteln. Das E-Bike macht aus Einzelkämpfern und Gruppen ohne Leistungsharmonie hochzufriedene Bikefreunde.

Klaus Röhr, Inhaber „IhrFahrradprofi“

IMTEST: Welche Schaltung in Bezug auf Gängen sollte ein E-MTB mitbringen?

Es sollt nur noch ein Kettenblatt im vorderen Bereich sein, der dort früher agierende Umwerfer war oft ein Problemkind und die Drehpunkte Federung bei Fully lassen sich viel besser auf ein Blatt abstimmen, da die beim Treten oben gezogene Kette Einfluss auf das Federungsverhalten nimmt. 12-Gänge sind gut und reichen aus, das Kettenblatt vorn gibt es in verschiedenen Größen und ist flott gewechselt, falls man mal in fremden Regionen mit anderen Topografien unterwegs ist.

Klaus Röhr, Inhaber „IhrFahrradprofi“

Nabenschaltungen am MTB

Im MTB ist der Einsatz einer Kettenschaltung eigentlich Gang und Gäbe: leicht, hohe Schaltperformance und eine breite Spreizung z.B. bei den aktuellen Shimano oder Sram-Schaltgruppen sind Argumente, die schwer zu entlasten sind. Doch es gibt auch einige Nachteile: Schon ein kleiner Ausrutscher auf der rechte Seite verbiegt oft das Schaltauge mit der Folge, dass der Schaltkäfig bzw. das Schaltwerk nicht mehr präzise zur Kassette steht und die Schaltvorgänge nicht mehr oder nicht mehr exakt durchgeführt werden können. Ein anderer Aspekt ist die permanente Pflege des Antriebsstranges, das gerade bei Kettenschaltsystemen einer gehobenen Aufmerksamkeit bedarf.

Alternativ kommt die Nabenschaltung ins Spiel: sie ist zwar tendetiell etwas schwerer als ein Kettenschaltsystem, aber wesentlich robuster und weniger pflegebedürftig. Ein versehentlicher Ausrutscher auf die rechte Seite verbiegt hier nix; aufstehen und weiterfahren ist die Maxime.

Kindernay VII und XIV

Das norwegische Unternehmen Kindernay hat mit seinen beiden Nabenschaltungen Kindernay VII und XIV zwei außergewöhnliche Nabenschaltsysteme im Programm. Mit einer Gesamtübersetzung von 428% der sieben-Gang-Schaltung und 543% des 14-Gang-Schaltsystems sind die beiden Kindernay Nabenschaltungsgetriebe vielseitig einsetzbar.

Systeme im Gesamtübersetzungs-Vergleich

Kindernay VII und XIV liegen im Vergleich zu den Marktteilnehmern im Bereich der Gesamtübersetzung, also der Übersetzung vom ersten (leichtesten Berg-) Gang bis zum schwersten (Bergab-)Gang, vorne mit dabei. Die Gangsprünge der Kindernay XIV fallen mit jeweils 14% Steigerung zwischen den einzelnen Gängen recht fein aus, sodass unterwegs auf jeder Steigung eine adäquate Klettergeschwindigkeit und Trittfrequenz gefunden werden kann. Bei der Kindernay VII sind die Gangsprünge zwischen 28% und 30% gröber, was bei 428% Gesamtübersetzung verteilt auf sieben Gänge technisch anders nicht darstellbar ist.

Betrachtet man die kleinste und größte Übersetzung isoliert, erzielt man je nach Kettenblatt mit dem kleineren 20er Ritzel am Hinterrad locker eine Enfaltung von zwei Meter und weniger, was für echt steile Passage völlig ausreicht; ein sehr guter Berggang. Hinten heraus erreicht man mit einer solchen Kombi rund 7m pro Kurbelumdrehung, fürs Gelände allemal und beim Einsatz in der Stadt ebenso ausreichend.

Drehmomentaufnahme

Mit 160 Nm maximaler Drehmomentaufnahme ist die Kindernay-Nabe äußerst robust aufgestellt und sollte unterwegs die Antriebsmomente sämtlicher CE zugelassender Mittelmotoren am Hinterrad mitsamt der eigenen Tretkraft auf jeden Fall aushalten.

Hydraulische Ansteuerung HYSEQ

Die Kindernay Nabenschaltungen werden nicht wie die herkömmlichen Systeme der Marktteilnehmer mittels Bowdenzügen geschaltet, sondern über ein Hydrauliksystem. Die Kraftübertragung vom Schalthebel zur Getriebenabe findet bei Kindernay mit Hydrauliköl statt. Das ermöglicht äußerst exaktes Schalten und die einfache Schalthebelmontage. So ist z.B. der Wechsel der Schaltlogik von Twosie (rechter und linker Schalthebel) jederzeit problemlos durch Umstecken möglich. Justage oder Syncronisation entfällt.

Onesie und Twosie

Zum Schalten stehen zwei verschiedene Schalthebelsysteme zur Verfügung. Mit dem Doppelschalthebel Onesie schaltet man mit dem rechten Daumen über zwei Schalthebel die Gänge hoch und runter. In Richtung der leichteren Gänge/kleineren Übersetzungen (unterer Schalthebel) lassen sich bis zu drei Gangsprünge auf einmal schalten, zu den größeren Übersetzungen (mit dem oberen Schalthebel) führt nur ein Gang nach dem anderen.

Kindernay Twosie beinhaltet zwei einzelne Schalthebel: jeweils rechts und links. Die Schaltlogik legt man selbst fest, ist aber, wie oben bereits erörtert, im Nu wechselbar. Twosie erlaubt an beiden Hebeln von bis zu drei Gangsprünge.

Swap Cage

Der Swap Cage ist der Nabenkäfig, in welchem die Nabe selbst mit sieben schrauben fixiert wird. Am Kindernay Swap Cage widerum ist die Felge eingespeicht. Dies erlaubt den schnellen Wechsel des Getriebes ohne Aus- und wieder Einspeichen.

Praxistest: Kindernay im Gelände

Um die anspruchsvolle Steigung und ihren wechselnden Steigungswinkeln mit kraftschonender flüssiger Trittfrequenz zu erklimmen, fand sich stets schnell der passende Gang. Schon auf den ersten Metern zeigt die Kindernay-Nabe, wie exakt sie auf die Schaltbefehle reagiert. Die Hydraulik ermöglicht schnelles Schalten ohne leichtes Vorspannen, wie man es teilweise von bowdenzuggebundenen Schaltsystemen gewohnt ist. Wie bei allen Nabenschaltungen mit Planetengetriebe ist beim Schaltvorgang ein kurze Tret-Unterbrechung nötig, damit das Planetengetriebe schalten kann. Die Tretunterbrechung ist sicherlich für Kettenschaltroutinierte eine kleine Umstellung; jedoch kann auch eine Kettenschaltung bei übermäßigem Zug auf der Ketten den beim Schaltvorgang gewünschten Wechsel von einem Ritzel aufs nächste nicht durchführen.

Mit gewohnter Routine ließ sich das Hardtail-Testrad flott durch den Jurasteig pilotieren. Gerade die gezwungene Tretunterbrechung zeigte beim Schalten im winkeligen und mitunter verblockten Trail ihre ungeahnten Vorteile: man schaltet im Rollen, z.B. in der Kurve, Anlieger o.ä. und beim Beschleunigen "sitzt" der gewünschte Gang. so verfliegen bald die Gedanken ob des außergewöhnlichen Schaltsystems und es bleibt der Spaß am Biken.

Die Kindernay XIV konnte bergauf und bergab überzeugen. Die breitgefächerte Entfaltung bietet die passende Übersetzung für jede Topographie. Bei der Kindernay VII sind die Gangsprünge größer mit der Konsequenz, dass man weniger schaltet und auf anspruchsvollem Terrain eher mal den leichteren Gang stehen lässt. Beide Schaltnaben beeindruckten unterwegs mit präziser Schaltperformance, wie man es nur von elektronischen Schaltungen her kennt.

Der Einsatzbereich der Kindernay-Naben ist breit gefächert und reicht vom Trekkingbike, City, Gravel oder MTB; mit und ohne E-Unterstützung.

Top Hardtails aus 2024

Hardtails bleiben ein fester Bestandteil der Mountainbike-Szene - zeitlos, direkt und unschlagbar wartungsarm. Neben den bekannten Größen überraschen 2024 vor allem einige spannende Exoten, die das Hardtail neu interpretieren.

  • VPace C4M: Leichtbau zum fairen Preis
  • Canyon Grand Canyon 8: Günstiger Einsteiger-Liebling
  • Marin Alcatraz 24: Kinder-Bike mit Style
  • Rose Bonero Plus 2: Leichtes Carbon-Hardtail mit Motor
  • Bike Ahead The Frame
  • Cube Reaction C:62 Pro: Der Publikums-Liebling
  • Trek Procaliber Gen 3: Racer mit der Extraportion Komfort
  • Kona Unit X: Die Sorglos-Dampfwalze aus Stahl
  • Ghost Lector HT Worldcup 30: Länger als ein Enduro, leichter als ein Gravelbike
  • Liv Lurra E+: E-MTB-Hardtail speziell für Frauen

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