Hardtail MTB mit Riemenantrieb: Vorteile und Nachteile

Kette vs. Riemenantrieb: Ein Vergleich

Bei Fahrrädern gibt es hauptsächlich zwei Antriebssysteme: Ketten- und Riemenantrieb. Beide haben ihre Vor- und Nachteile, die je nach den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben des Fahrers überwiegen können.

Der Kettenantrieb

Der Kettenantrieb überträgt die Kraft der Pedale über eine Metallkette auf das Hinterrad. Er kommt bei allen Fahrradtypen zum Einsatz, doch besonders bei sportlichen Rädern überzeugt der Kettenantrieb durch seine Flexibilität!

Der Kettenantrieb erfordert regelmäßige Pflege, um eine lange Lebensdauer zu gewährleisten. Eine Kette sollte etwa alle 1 bis 2 Monate oder nach ca. 150 bis 200 Kilometern gereinigt und geschmiert werden, insbesondere nach Fahrten bei schlechtem Wetter. Durch mangelnde Pflege kann die Kette schneller verschleißen und muss dann häufig ersetzt werden.

Der Riemenantrieb

Der Riemenantrieb basiert auf einem Carbonriemen, der die Pedalkraft auf das Hinterrad überträgt. Anders als bei der Kette gibt es hier keine beweglichen Metallglieder, was den Verschleiß minimiert.

Der Riemenantrieb benötigt kaum Pflege. Es reicht aus, den Riemen gelegentlich mit klarem Wasser zu reinigen, um Schmutz zu entfernen. Da kein Öl oder Fett verwendet wird, ist der Wartungsaufwand deutlich geringer.

Riemenantrieb am E-MTB: Die haltbare Alternative zur Kettenschaltung?

Der Riemenantrieb könnte eine Lösung für das Verschleißproblem sein. Bislang an E-MTBs eher unüblich soll er mit geringem Wartungsaufwand und hoher Langlebigkeit punkten. Größter Vorteil: Der Riemen kommt ohne Schmierung aus und zieht so weniger Schmutz an. Außerdem längt sich der Riemen auch bei Verschleiß nicht. Lediglich die Zähne werden abgenutzt, irgendwann kann der Riemen auch reißen. Die Haltbarkeit soll jedoch rund dreimal so hoch sein wie bei einem Kettenantrieb.

Über ein Zahnprofil überträgt der Gates-Riemen die Kraft auf das Hinterrad. Zugrunde liegt ein leichtes Kohlefaserskelett, eine Führungsrille in der Mitte verhindert, dass der Riemen von den Riemenscheiben rutscht. Der Riemenspanner gleicht die Hinterbaubewegung beim Einfedern aus.

Getriebenabe am E-MTB: Neue Chance dank Motorpower?

Gerade E-MTBs könnten eine neue Chance für die Getriebenabe sein. Denn dank der Motorpower klassischer E-MTBs könnte das Problem der nötigen Zugkraftunterbrechung beim Schalten etwas in den Hintergrund rücken. Speziell dann, wenn Nabe und Motor wie bei Rohloffs elektronischer E14 miteinander kommunizieren.

Defekte und Riemenantrieb: Hinterrad mit Riemen ausbauen

Und bei Defekten, wie lässt sich das Hinterrad mit Riemenantrieb ausbauen? Der schnellen Wartung zwischendurch steht der Riemeneinsatz ebenfalls nicht im Weg. Ist der Riemenspanner arretiert, lässt sich der Riemen einfach von den Riemenscheiben heben und das Hinterrad kann ausgebaut werden - etwa um einen Platten zu flicken. Sollte der Riemen unterwegs reißen, lässt er sich zwar nicht wieder flicken, doch ein Multitool und etwas Schraubergeschick reichen bei vielen Bikes aus, um sogar auf dem Trail in gut zehn Minuten einen neuen Riemen einzubauen. Dass der Riemen beim Transport nicht geknickt werden darf, ist dabei die größte Schwierigkeit. Leider hat die vermeintliche Sorglos-Technik aktuell noch ihren Preis.

Erfahrungsbericht eines Alltagsfahrers

Zur Info: Ich fahre jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit. Und ich meine wirklich JEDEN. Mein bisheriges Fahrrad hatte eine Standard-Shimano XT-irgendwas Schaltung und ich war ständig mit dem Pflegen der Kette beschäftigt. Alle ein, zwei Jahre war aber dann auch trotz fleißigem Reinigen und Fetten eine neue Kette fällig. Die vielen Fahrten durch Regen und Matsch, und im Winter der Schnee und das Salz, beanspruchen die Kette, die Kettenblätter und die Ritzel doch sehr stark.

All diese Nachteile wollte ich an meinem Pendler-Fahrrad nicht mehr hinnehmen. Mit einem Riemen kommt auch immer eine Nabenschaltung einher, da der Riemen ja nicht flexibel wie eine Kette ist und nicht von einem Zahnkranz auf den nächsten springen kann. Er läuft also immer exakt parallel auf seinen Riemenscheiben. Der Riemen selbst ist aus Polymer/Carbonfasern. Ihm machen Nässe, Schnee und Salz so schnell nichts aus. Die vordere Riemenscheibe ist bei meinem Rad aus Kunststoff, die hintere aus Edelstahl. Also auch dort besteht nicht in nächster Zeit Gefahr, dass es zu Verschleiß kommen könnte.

Der Vorteil bei der Nabenschaltung ist eindeutig, dass es keine außenliegenden Teile gibt. Alles spielt sich im Innern der Nabe ab und ist somit von den Wettereinflüssen geschützt. Das Cube Travel SL, für das ich mich entschieden habe, besitzt eine Shimano Alfine SG-S700 Schaltung mit 8 Gängen. Das ist für mich und meinen flachen Arbeitsweg völlig ausreichend.

Ich glaube auch, dass der Riemen und die Nabenschaltung in Kombination leichter sind als eine komplette Ketten/Schaltungsgarnitur. Nun, einen kleinen Nachteil, zumindest bei genau meiner Alfine SG-S700 Nabenschaltung ist, dass der vierte Gang etwas „spürbar“ ist. Man spürt durch minimale Vibrationen, dass dort die Kraft übersetzt wird. Der fünfte Gang ist direkt übersetzt, was bedeutet, dass die Kraft nicht über zusätzliche Zahnräder umgelenkt wird. Aber das stört mich nicht. Der vierte Gang kommt bei mir so gut wie nie zum Einsatz. Im Flachen bin ich nur in Gang 5, 6 und 7 unterwegs. Bei starkem Rückenwind schalte ich auch kurzzeitig in den achten. Alle Gänge oberhalb des Vierten laufen komplett vibrationsfrei und lautlos.

Seit knapp fünf Monaten fahre ich also mit meinem neuen Cube Travel SL Trekkingrad und ich bin rundum zufrieden damit. Ich bin damit nun den kompletten Winter hindurch gefahren und habe mich nicht einmal um das Bike und den Riemen kümmern müssen. Gut, es sieht auch dementsprechend aus, wie ihr auf den Bildern sehen könnt. Das Rad läuft viel leichter als das alte Rad mit der Kette. Es dringen keinerlei Geräusche zu mir vom Riemen durch. Auf eine Federgabel konnte ich sehr gut verzichten, die hatte ich beim alten Bike sowieso blockiert. Das hat zusätzlich Gewicht gespart.

Für wen ist ein Riemenantrieb geeignet?

Ein Riemenantrieb kann für viele Anwender sinnvoll sein. Ein wichtiger Faktor ist der geringe Verschleiß und die daraus resultierende deutlich längere Lebensdauer eines solchen Antriebs. Dies kann vor allem für Vielfahrer interessant sein, da ein regelmäßiger Austausch der Kette und der dazugehörigen Zahnräder entfällt. Hinzu kommen der geräuscharme Lauf und die geringere Reibung des Riemens.

Da am Riemenantrieb weder Kettenöl noch Kettenfett verwendet wird, ist er auch völlig schmutzfrei und kann z.B. problemlos mit einer Anzughose gefahren werden. Damit eignet sich der Riemenantrieb gleichermaßen für sportliche Mountainbiker, Trekking-Fahrer, Commuter und alle, die einen wartungsfreien, leisen und effizienten Antrieb an ihrem Fahrrad wünschen.

Vor- und Nachteile eines Riemenantriebs

Hier ist eine Übersicht über die Vor- und Nachteile eines Riemenantriebs:

Vorteile Nachteile
Minimaler Verschleiß des Riemens und deutlich längere Lebensdauer Nur in Kombination mit einer Naben- oder Tretlagerschaltung möglich
Muss nicht gewartet werden Für die Montage wird meistens ein Rahmenschloss benötigt
Kettenöl oder -fett werden nicht benötigt
Geringes Gewicht
Sehr leise

Nachrüstung eines Riemenantriebs

Die Nachrüstung eines Fahrrades mit einem Riemenantrieb ist grundsätzlich möglich, wobei einige Faktoren zu beachten sind. Zunächst ist zu prüfen, ob der Fahrradrahmen mit einem Rahmenschloss ausgestattet werden kann, um den geschlossenen Riemen aufziehen zu können. Bei Stahlrahmen ist dies deutlich einfacher als beispielsweise bei Aluminium- oder Carbonrahmen.

Ist der nachträgliche Einbau eines Rahmenschlosses nicht möglich, kannst du auch einen teilbaren Riemen verwenden. Damit entfällt das Öffnen des Rahmens mit einem Rahmenschloss. Dies gilt jedoch nicht für die Kettenblätter und Ritzel. Diese müssen in beiden Fällen durch Riemenscheiben ersetzt werden, da ein Riemen nur auf spezielle „Antriebsräder“ aufgezogen werden kann. Grundvoraussetzung ist übrigens auch eine Naben- oder Tretlagerschaltung oder ein Singlespeed-Hinterrad. In Kombination mit einer Kettenschaltung ist die Montage eines Riemens nicht möglich.

Bei senkrechten Ausfallenden des Fahrradrahmens ist zusätzlich die Montage eines Riemenspanners erforderlich, da der Riemen sonst nicht auf die erforderliche Spannung gebracht werden kann. Bei waagerechten Ausfallenden ist dies nicht notwendig, da das Hinterrad horizontal verschoben werden kann, um den Riemen zu spannen.

Montage eines Riemenantriebs

Was muss bei der Montage eines Riemenantriebs beachtet werden?

  • Die Ketten- bzw. Riemenlinie muss zwingend gerade sein, da eine reibungslose Funktion sonst nicht gewährleistet ist und der Riemen schneller verschleißen bzw. reißen kann.
  • Der Riemen ist unter keinen Umständen zu knicken, da sonst irreparable Schäden entstehen können.
  • Die Montage des Riemens kann nur in Kombination mit entsprechenden Riemenscheiben erfolgen.
  • Der Antriebsriemen benötigt eine entsprechende Spannung, sodass entweder horizontale Ausfallende oder ein Riemenspanner notwendig sind.

Ein Riemenantrieb macht grundsätzlich an fast jedem Fahrrad Sinn, allerdings müssen die zuvor genannten Bedingungen erfüllt sein, um einen Umbau realisieren zu können.

Aufbau eines Riemenantriebs

Der geschlossene Antriebsriemen besteht aus extrem zugfesten Carbonfasern und längt sich somit auch nach sehr langer Benutzung nicht. Auf der Innenseite des Riemens sind Zähne geformt, die so in die Zähne der Riemenscheiben greifen. Das Aufbau-Prinzip ist also dem einer Kettenschaltung gleichzusetzen, auch wenn es unterschiedliche Faktoren gibt, die für und gegen einen Riemenantrieb im Vergleich zur Kettenschaltung sprechen.

Platzhirsch auf dem Gebiet der Fahrradriemen ist der Hersteller Gates Carbon Drive. Aber auch die Contitech Power Transmission Group hat sich diesem Thema gewidmet wie auch Veer Cycle. Dieser Hersteller hat sich sogar dem Problem angenommen, dass man einen Riemen bisher nur fahren konnte, wenn der eigene Fahrradrahmen über ein Rahmenschloss verfügt. Als Lösung hat Veer Cycle einen teilbaren Riemen gebaut.

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