Hardtail vs. Fully: Welches Mountainbike ist das Richtige für Dich?

Du suchst ein Fahrrad für Abenteuer abseits asphaltierter Straßen? Dann ist das Mountainbike die richtige Wahl für dich! Ob holprige Wald- und Feldwege, grober Schotter oder anspruchsvolle Trails - mit einem Mountainbike bewältigst du jedes Gelände.

Mountainbike Fullys kosten meist deutlich über 2000 €. Hardtails, also Bikes die ausschließlich eine Federgabel und kein gefedertes Heck haben, sind schon deutlich günstiger zu bekommen. Da stellt man sich natürlich die Frage, was die Vor- und Nachteile von vollgefederten Bikes sind. Lohnen sich die Mehrkosten eines Fullys für dich oder kannst du auch mit einem Hardtail glücklich werden?

Was ist der Unterschied zwischen einem Hardtail und einem Fully?

Der Unterschied der zwei Mountainbike-Kategorien liegt im Bereich der Federung. Hardtails (engl. für harter, hinterer Teil) kombinieren einen ungefederten Rahmen mit einer Federgabel. Im Vergleich zum Hardtail besitzt das Fully daher - zusätzlich zu der Federgabel - auch einen beweglichen Hinterbau, der über einen Dämpfer kontrolliert wird.

Fullys - auch Full-Suspension-Bikes genannt - weisen ein vollgefedertes Rahmenset auf. Bis vor etwa zehn Jahren war die Reifengröße 26 Zoll bei allen Mountainbikes der Standard. Heutzutage stehen sowohl Hardtails als auch Fullys auf 27,5 Zoll beziehungsweise 29 Zoll-Rädern.

Das Hardtail im Detail

Ein Hardtail ist die ursprüngliche Form des Mountainbikes. Der Rahmen ist zwar ungefedert, dadurch aber besonders leicht und wartungsarm. Auch wenn Hardtails im Vergleich zu Fullys in der Regel günstiger sind, kommen bei der Konstruktion hochwertige Materialien und moderne Fertigungstechniken zum Einsatz. Die Rahmen bestehen heutzutage meist aus hydrogeformtem Aluminium oder Carbon, um das Gewicht weiter zu reduzieren. Innerhalb der gleichen Preisklasse sind Fullys in der Regel schwerer als Hardtails. Auch bei der Kraftübertragung liegen die Hardtails in der Regel vorne, da die Energie nicht vom Fahrwerk verschluckt wird.

Hardtails eignen sich somit besonders gut für diejenigen, die bergauf schnell unterwegs sein wollen. Einige Mountainbike-Profis sind zudem der Ansicht, dass die bestmögliche Fahrtechnik zunächst auf einem Hardtail erlernt werden sollte, da mit einem Hardtail „bewusster“ gefahren werden muss und man so den Trail besser „lesen lernt“.

Fakt ist, dass Hardtails nicht per se „schlechter“ als Fullys sind. Die „Nachteile“ eines Hardtail-MTBs machen sich für Diejenigen bemerkbar, die ein besonders komfortables Mountainbike suchen oder auch mal Trails mit Sprüngen fahren wollen.

Vorteile des Hardtails:

  • Geringerer Preis
  • Geringeres Gewicht
  • Wartungsarmut
  • Effiziente Kraftübertragung

Nachteile des Hardtails:

  • Weniger Komfort auf unebenem Gelände
  • Weniger Kontrolle bei anspruchsvollen Trails

Das Full-Suspension-Bike (Fully) im Detail

Ein Fully glänzt gerade dort, wo das Hardtail an seine Grenzen kommt. Durch die zusätzliche Federung bietet es eine größere Bodenhaftung und kann Schläge besser aufnehmen. So sorgt ein Fully besonders bei Abfahrten für eine bestmögliche Kontrolle und Sicherheit. Allerdings ist nicht jedes Fully auch für den Bikepark geeignet.

Ambitionierte Mountainbikerinnen und Mountainbiker, die anspruchsvollere Trails mit hohen Geschwindigkeiten fahren wollen, profitieren also von einem Fully. Die verbesserte Traktion eines Fully kann sich aber auch beim bergauf fahren in unwegsamen Gelände bemerkbar machen. Solltest du mit Rückenproblemen zu kämpfen haben, empfiehlt sich ebenfalls ein Fully, da es - wie oben erwähnt - Schläge besser abfedert und bei längeren Touren den Rücken schont.

Fakt ist, dass Fullys durch das Einfedern, die Kraftübertragung beeinflussen können. Dies gilt jedoch nur dann, wenn der hintere Dämpfer nicht blockierbar ist. Neuere Fully-Modelle sind meist mit blockierbaren Dämpfern ausgestattet. Im Falle der Fully-E-Mountainbikes ist diese Thematik durch die Motorunterstützung eigentlich hinfällig, da die geringere Effizienz durch die Motorunterstützung kompensiert wird.

Im Vergleich zum Hardtail fallen beim Fully nicht nur die Anschaffungs- sondern auch die Wartungskosten höher aus.

Vorteile des Fullys:

  • Mehr Komfort auf unebenem Gelände
  • Bessere Kontrolle bei anspruchsvollen Trails
  • Höhere Geschwindigkeit im Gelände
  • Bessere Traktion bergauf in unwegsamem Gelände

Nachteile des Fullys:

  • Höherer Preis
  • Höheres Gewicht
  • Höherer Wartungsaufwand
  • Potenziell geringere Kraftübertragung (wenn Dämpfer nicht blockierbar)

Die Kardinalfrage: Hardtail MTB oder Fully MTB?

Das optimale Mountainbike, also die eierlegende Wollmilchsau, zu finden, ist aufgrund der großen Auswahl und vielen verschiedenen Aspekte nicht ganz einfach. Mountainbikerinnen und Mountainbiker sollten sich im ersten Schritt die Frage nach dem geplanten Einsatzbereich stellen: Welcher (E-)Mountainbike-Typ bin ich und was will ich mit meinem (E-)MTB unternehmen? Im zweiten Schritt geht es um die objektiven Aspekte: Was gestattet mir mein Geldbeutel und wie viel Zeit, Muße und Geld will ich in die Wartung stecken?

Solltest du dir immer noch unsicher sein, dann kannst du dich digital sowie in Filialen beraten lassen.

Einsatzgebiete von Hardtail und Fully

Wofür ist ein Hardtail geeignet?

Wenn du ein Mountainbike hauptsächlich zum Fahren auf gut befestigten Straßen und Feld- und Forstwegen suchst und nur hin und wieder auf einem unbefestigten Weg bzw. Downhill-Singletrail unterwegs bist, dann ist ein Hardtail das richtige Mountainbike. Mit ihm hast du genügend Bodenhaftung und aufgrund der Steifigkeit des Bikes kannst du damit die Kraft am besten auf den festen Untergrund übertragen. Am besten sperrst du die Gabel auf dem Weg nach oben oder stellst sie möglichst hart ein. So eignet sich das MTB bestens für lange Tagestouren.

Wofür ist ein Fully geeignet?

Wenn du praktisch ausschließlich auf Singletrails, schmalen unbefestigten Wegen oder grobschottrigen Untergrund fahren möchtest, dann solltest du zu einem Fully greifen. Durch die Federgabel vorne sowie den Hinterbaudämpfer hinten hast du in unwegsamem Gelände eine bessere Bodenhaftung. Bei gesperrtem Dämpfer eignet sich das Fully auch für das Fahren auf flachem, “glattem” Terrain.

Wer es bergab im Singletrail richtig krachen lassen will, kommt um ein Fully nicht herum. Mit zunehmenden Federweg (konkret ab 150 Millimeter) wird mit einem Fullys sogar der Bikepark-Einsatz und damit auch große Sprünge und waghalsige Abfahrten möglich. Ein MTB Fully hat zusätzlich zur Federgabel auch einen Dämpfer im Heck. Der sorgt nicht nur für mehr Fahrspaß im Gelände, sondern auch für mehr Komfort. Mit einem Fully werden deshalb technisch anspruchsvolle, steile Abfahrten selbst für Bike-Einsteiger bezwingbar. Diese Eigenschaft sorgt für die magische Aura von vollgefederten Mountainbikes.

Der zweite große Vorteil von Fullys liegt in ihrem deutlich größeren Komfort gegenüber Hardtails. Im Gelände schont ein Fully durch seine Federung die komplette Haltemuskulatur des Oberkörpers und sorgt so für weniger Ermüdung auf langen Touren. Im technischen Gelände bergauf hat ein Fully außerdem mehr Grip am Hinterrad und klettert dadurch besser.

Weitere Aspekte bei der Wahl

Gewicht

Im Vergleich zu einem Hardtail im gleichen Preissegment wiegt ein voll gefedertes Mountainbike immer ein bis zwei Kilo mehr. Der Grund dafür sind die zusätzlichen Bauteile, die für die Federung des Hinterrads nötig sind. Ein weiterer Grund warum Fullys in den meisten Fällen schwerer sind als Hardtails ist, dass sie meist etwas abfahrtslastiger ausgestattet sind. Grobe Reifen sorgen für mehr Grip, größere Scheibenbremsen für bessere Verzögerung, und dickere Federgabeln für mehr Sicherheit im Singletrail bergab.

Wartung

Die teilweise komplexen Hinterbausysteme (nicht Biker würden auch von Hinterradaufhängungen sprechen) bringen nicht nur Gewicht, sondern oft auch Ärger mit sich. Fullys brauchen deshalb jede Menge Wartung. Der Service eines Mountainbike Fullys ist kein Hexenwerk, wird aber dennoch in den meisten Fällen vernachlässigt. Das Resultat: klappernde oder knarzende Hinterbauten welche auf Tour die Nerven strapazieren. Ist ein Lager verschlissen, muss es ausgetauscht werden.

Kraftübertragung

Hinterbau Fullys wippen beim Fahren bergauf oder in der Ebene oft leicht. Verschluckt das Fully durch seinen wippenden Hinterbau wichtige Energie, die man eigentlich für den Vortrieb braucht? Moderne Hinterbausysteme von Fullys sind über die letzten Jahrzehnte so extrem gut geworden, dass die meisten von ihnen kaum mehr nennenswerte Antriebseinflüsse haben. Auch wenn sich der Dämpfer leicht bewegt, kostet das kaum Kraft. Vor allem bei langen Touren merkt man hinten raus, dass ein Hardtail den ganzen Körper deutlich mehr Energie kostet. Hochwertige Fullys haben in der Regel auch immer die Option, den Dämpfer mit einer Plattform oder einem Lockout ruhig zu stellen.

Budget

Bevor du dich jetzt aber auf den Kauf eines Mountainbike Fullys versteifst, ist es wichtig, dass du nochmal dein Budget checkst. Fullys sind technisch gesehen die überlegenen Bikes. Während man für 1500 € schon ein sehr gutes Hardtail bekommt, kann man die meisten Fullys in dieser Preisklasse nur bedingt empfehlen. In dieser Preisklasse sind Fullys meist einfach zu schwer und haben zu schlechte Komponenten verbaut. Das hemmt den Fahrspaß. Liegt dein Budget über 1500 €, kann man über ein Fully nachdenken. Wenn du keinen Bock hast dich mit der Technik zu beschäftigen und dein Bike regelmäßig zu warten, solltest du auch in der Preisklasse über 3000 € zu einem Hardtail greifen.

Laufradgrößen bei Mountainbikes

Sehr lange waren 26 Zoll das Nonplusultra in der MTB-Szene. Mittlerweile haben 27,5 Zoll und 29 Zoll Laufräder die beliebten „Oldies“ fast gänzlich abgelöst. Größere Laufräder ermöglichen es dir deutlich einfacher über Hindernisse zu rollen, ohne dein Rad lupfen zu müssen.

Größere Laufräder sind schwerer, bieten dafür aber deutlich mehr Laufruhe und bessere Abrolleigenschaften. Kleinere Laufräder sind agiler und etwas leichter, sie könnten je nach Fahrstil für dich die richtige Wahl sein.

Du möchtest schnellstmöglich beschleunigen und bist eher auf schmalen Strecken und in engen Kurven unterwegs?

  • 26 Zoll: 26-Zoll-Räder sind leicht und wendig.
  • 27,5 Zoll: 27,5-Zoll-Räder rollen besser über Hindernisse wie Wurzeln, bieten mehr Traktion als 26-Zoll-Räder und sind immer noch relativ leicht und wendig.
  • 29 Zoll: 29-Zoll-Laufräder bieten dank ihrer Größe noch mehr Traktion und die beste Performance und Sicherheit im Trail. Damit sind sie in vielen Mountainbike-Disziplinen und bei Abfahrten die beste Wahl.

Zusammenfassung der Vor- und Nachteile

Merkmal Hardtail Fully
Preis Günstiger Teurer
Gewicht Leichter Schwerer
Wartung Geringer Höher
Komfort Weniger Mehr
Traktion Weniger Mehr
Effizienz Höher Geringer (kann durch Lockout kompensiert werden)
Geeignet für Befestigte Wege, leichte Trails, lange Touren Anspruchsvolle Trails, unwegsames Gelände, Abfahrten

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