Harley Davidson Modelle der 1940er Jahre

Seit 1903 produziert Harley-Davidson bereits Motorräder. Das bedeutet, dass der Hersteller aus Milwaukee dieses Jahr das 120. Jubiläum feiert, was genügend Grund ist, einen Sprung in die Vergangenheit zu machen. Hier ein Rückblick auf 120 Jahre Harley-Davidson!

Die Anfänge und die Wirtschaftskrise

Hauptdarsteller waren William S. Harley und die Brüder Arthur, Walter und William H. Davidson. Unterstützung erhielten sie von Arthurs Brüdern William H. Davidson sowie Vater William C. Trotzdem, am 22. September 1903 offiziell registrieren.

Amerikaner geben nicht auf, meint man auch im Harley-Davidson-Headquarter. Stattdessen entscheiden sich Bill Harley und seine Kompagnons Arthur, Walter und William Davidson für die Flucht nach vorn und für die Entwicklung eines völlig neuen Technologieträgers - stark, schnell und schön.

Die "Knucklehead" Ära (1936-1947)

Von dem "überragenden Motorrad der heutigen Zeit" und zugleich dem "Motorrad der Zukunft" spricht man 1936 in Milwaukee, USA. Die Rede ist vom Harley-Davidson Modell E. Die Rede ist vom Harley-Davidson Modell E. Dass dies übersetzt nicht nur "Knöchel-", sondern auch "Schwachkopf" bedeutet, sei hier nur beiläufig erwähnt.

Vier Jahre arbeitet man in Milwaukee fieberhaft an dem neuen Motorrad. Am 25. November 1935 ist es so weit: Harley enthüllt erstmals seine Neuheit, das Bike für das Jahr 1936, wegweisend in Look und Technik. Die Maschine soll sich in den USA und überall auf der Welt vermarkten lassen, einer Welt, die langsam einen gewissen Aufschwung spürt.

Und tatsächlich: Kunden und Presse sind gleichermaßen begeistert. Sie wollen Motorräder, und sie wollen Leistung. Bessere Kraftstoffe ermöglichen den Einsatz höherer Verdichtungen, und es ist sinnvoll, Konstruktionen mit obenliegenden Ventilen einzusetzen - Konstruktionen wie die E.

Dass sie eine komplette Neuentwicklung ist, erkennt man schon von weitem an der Form des Motors. 61 Kubikzoll (1000 cm³) misst der Hubraum, aus dem der Twin bis zu 40 PS schöpft. In der Version EL kommt das Bike mit dem Beinamen "Special Sport Solo" und höherer Verdichtung. Erstmals setzt Harley Druckumlaufschmierung ein, bei der das Öl durch den Motor und zurück in den Öltank gepumpt wird, statt ins Freie zu entweichen.

Neben todschicken Mützen kam in den 40er Jahren der „Buddy Seat“ in Mode, der die traute Zweisamkeit förderte. Was 1936 noch niemand ahnt: Der Knucklehead-V2 ist der veritable Urahn aller künftigen Harley-Motoren. Grundsätzliche Konstruktionsprinzipien wie Zylinderzahl und -anordnung sowie Art der Kühlung und Ventilsteuerung haben sich bei den Big Twins aus Milwaukee nie wieder geändert.

Doch sie ist mehr als ein Technik-Highlight. William G. Davidson, Firmengründer-Enkel, Designpapst und H-D-Markenikone, ist sich sicher: "Die Knuckle ist eines der schönsten Modelle, die wir je hergestellt haben, schließlich definierte sie einen Look, der bis heute unsere Motorräder kennzeichnet." Er schätzt ihren charakteristischen Motor, die Anmut der Silhouette, die stimmigen Proportionen und die eleganten Details wie die Tankkonsole, die 1936 erstmals alle Anzeigen bündelt. Zu diesen zählt ein Tachometer - der erste, den Harley-Davidson serienmäßig an ein Motorrad montiert.

1526 Knuckles rollen 1936 aus den Werkshallen, knapp 400 Dollar wandern für jede Einzelne über die Ladentheke.

Das 1937er Modell kommt mit mehr als 100 technischen Änderungen - unter anderem mit neuen Motorlagern und Pleuelzapfen sowie diversen neuen Ölabdichtungen. Die Knucklehead soll jetzt zeigen, was in ihr steckt.

1941 gibt Harley noch mal mächtig Gas und erhöht den Hubraum seines OHV. 74 Kubikzoll (1213 cm³) sind jetzt gut für bis zu 48 PS. F und FL heißen die neuen, stärkeren Versionen. Im letzten Monat dieses Schicksalsjahrs ist dann für Amerika Schluss mit lustig: Am 7. Dezember bombardieren japanische Flieger Pearl Harbour und einen Tag später treten die USA in den Zweiten Weltkrieg ein - jeder Arbeiter wird fortan für die Militärproduktion benötigt. Ab 1943 fertigt man offiziell gar keine Motorräder mehr für den zivilen Markt.

Erst nach Kriegsende geht es mit der Knuckle weiter. Nicht so rasch, wie man es sich in Milwaukee wünscht, denn wichtige Rohstoffe werden für den Wiederaufbau in Europa benötigt. Zu den technischen Goodies zählt 1946 der neue hydraulische Stoßdämpfer - nicht etwa am Heck, sondern an der Springergabel. Eine Telegabel, bereits 1946 erprobt, kommt in der Knuckle nicht mehr zum Einsatz, denn 1947 endet ihre Produktion. Zum Abschied spendiert ihr die Motor Company die Streamline-Instrumentenkonsole und das Tombstone Rücklicht. 605 Dollar kostet die 47er-FL, für 590 Dollar gibts die "kleine" EL.

Der Preis tut dem Erfolg der Knuckle keinen Abbruch. Von den knapp 36900 Einheiten, die zwischen 1936 und 1947 entstehen, verkauft Harley über 10000 im letzten Produktionsjahr.

Joe Petrali's Rekordfahrt

Werksfahrer Joe Petrali übernimmt den Job auf dem topfebenen Strand von Daytona. Joe fährt eine mächtig aufgebrezelte Knuckle: Vorn rotiert ein Scheibenrad in der verkleideten Gabel, auf der ein zur Cockpitverkleidung umfunktionierter Benzintank thront, während das Heck aus einer stromlinienförmigen Blechflosse besteht.

Der von zwei Vergasern gefütterte V2 wird mit einem teuflischen Alkohol-Benzol-Gemisch gedopt, um 67 PS zu mobilisieren. Der von zwei Vergasern gefütterte V2 wird mit einem teuflischen Alkohol-Benzol-Gemisch gedopt, um 67 PS zu mobilisieren.

Harley-Davidson WLA (1940-1945)

Die Harley-Davidson WLA wird ab 1940 speziell für den militärischen Einsatz der US-Armee entwickelt. Sie basiert auf dem zivilen Modell WL, das zur Baureihe der 45-Kubikzoll-Flathead-V2-Motorräder gehört. Die Bezeichnung „WLA“ steht für „W“ (Baureihe), „L“ (zivile Hochkompression, bei der WLA jedoch mit niedrigerer Verdichtung für schlechte Kraftstoffqualität) und „A“ (Army).

Baujahre und Modifikationen

  • 1940: Beginn der militärischen Fertigung mit dem "Type I"-Modell.
  • 1941-1942: Serienanpassungen für den Kriegseinsatz (Type II und III) mit verstärkten Schutzblechen, geänderter Auspuffanlage und verbesserter Luftfiltereinheit.
  • 1943-1945: Standardisierung und Massenproduktion (Type IV und V) mit Blackout-Beleuchtung und Tarnscheinwerfer.

Technische Details der WLA

Die WLA verfügt über einen 45-Kubikzoll-Flathead-V2-Motor, ein handgeschaltetes Dreiganggetriebe mit Fußkupplung und eine Springer-Vorderradgabel. Eine Teleskopgabel wird bei der WLA zu keinem Zeitpunkt verbaut. Die Fahrzeuge sind in Olive Drab lackiert und mit militärischer Zusatzausstattung versehen, darunter ein Gewehrhalter am Vorderrad, ein seitlich montierter Luftfilter, ein 6-Volt-Elektriksystem und ein Einzelsattel mit Federung. Die Hinterradaufhängung ist starr.

Ab 1943 wird die Produktion weiter standardisiert. Die WLA-Modelle dieser Jahre (Type IV und V) verfügen serienmäßig über eine Blackout-Beleuchtung mit Tarnscheinwerfer und abgedecktem Rücklicht. Die Reifen stammen überwiegend von Firestone, Modell „Deluxe Champion“, in der Größe 5.00-16. Die Motorräder werden in Holzkisten („Crate Bikes“) verpackt und weltweit an alliierte Streitkräfte verschifft. Die Lackierung bleibt Olive Drab, teils mit matter Oberfläche zur Reduktion von Lichtreflexionen. Der Tankinhalt beträgt 3,5 US-Gallonen (13,25 Liter). Die offizielle Reichweite liegt laut technischen Unterlagen bei rund 120 Meilen (193 km).

Nachkriegsverwendung

Nach Kriegsende 1945 wird die Produktion der WLA eingestellt. Viele Fahrzeuge gelangen als Überschussmaterial in den zivilen Markt oder werden an alliierte Streitkräfte übergeben. Zahlreiche WLA-Modelle werden zivil umgebaut, wobei militärische Komponenten wie Tarnbeleuchtung oder Gewehrhalter entfernt werden.

Technische Daten im Überblick

Merkmal Details
Motor 45-Kubikzoll-Flathead-V2
Getriebe 3-Gang, handgeschaltet mit Fußkupplung
Vorderradgabel Springer
Hinterradaufhängung Starr
Tankinhalt 3,5 US-Gallonen (13,25 Liter)
Reichweite Ca. 120 Meilen (193 km)

Ist die Harley-Davidson WLA für Anfänger geeignet?

Die WLA ist nicht für Einsteiger geeignet. Die Bedienung mit Fußkupplung und handgeschaltetem Getriebe erfordert Erfahrung im Umgang mit historischen Motorrädern.

Harley-Davidson WLA vs. WL - Unterschiede?

Die WLA basiert auf dem Modell WL, unterscheidet sich jedoch durch militärische Ausstattung wie Tarnbeleuchtung, Gewehrhalter, verstärkte Schutzbleche, abgeschirmte Zündung und spezielle Luftfilter. Auch die Verdichtung des Motors ist für den Einsatz mit minderwertigem Kraftstoff reduziert.

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