Jährlich gelangen Tausende von Autos und Motorrädern aus den Vereinigten Staaten nach Europa, wo sie auf Auktionen angeboten werden. Fast immer handelt es sich um Fahrzeuge mit Schäden.
"Salvage" Titel: Was bedeutet das?
Ein "salvage“ Titel wird ausgestellt, wenn ein Fahrzeug aufgrund von Schäden infolge eines Unfalls, Wasserschadens, Feuers oder eines anderen Vorfalls nicht mehr für den Straßenverkehr geeignet ist. Wenn der Besitzer des Motorrads einen Unfall meldet, schickt die Versicherung einen Gutachter, um die Reparaturkosten im Verhältnis zum Wert des Motorrads zu bewerten. Wenn die Reparaturkosten den akzeptablen Prozentsatz des Motorradwerts übersteigen, wird es als „salvage“ eingestuft.
Im Allgemeinen wird ein Totalschaden angenommen, wenn die Reparaturkosten mehr als 70 oder 80% des Wertes des Motorrads betragen. Hierbei ist es wichtig zu beachten, dass ein Fahrzeug mit dem Titel "salvage" nicht zwangsläufig als Schrott betrachtet werden muss, obwohl dies manchmal der Fall ist.
Statistik zu "Salvage" Titeln
Etwa 80 % der Motorräder, die aus den USA importiert werden, haben den Titel "salvage". Das bedeutet jedoch nicht zwingend, dass sie schwer beschädigt sind. Es ist vorteilhafter, ein etwas teureres Motorrad mit geringfügigen Schäden zu kaufen als ein günstigeres mit schwerwiegenden Schäden.
Mit steigenden Reparaturkosten geht der Import von stark beschädigten Fahrzeugen allmählich zurück und betrifft nur noch Nischenmotorräder.
Vor- und Nachteile des Imports beschädigter Motorräder
Importeure behaupten einstimmig, dass sie fast ausschließlich beschädigte Motorräder importieren, da dies sowohl für sie als auch für die Kunden die besten Gelegenheiten sind, hochwertige Maschinen günstiger zu erwerben. Doch hier ist Vorsicht angesagt. Man sollte sich bewusst sein, dass Importeure oft schnelles Geld verdienen wollen und die Qualität der Reparaturen zweifelhaft sein kann. Es ist jedoch äußerst schwierig, die Unfallschäden und die tatsächliche Qualität der Reparaturen beim Kauf zu überprüfen, da Importeure oft darauf aus sind, Kosten zu sparen und schnellstmöglich Gewinn zu erzielen.
Einige Motorräder gelangen nicht einmal aufgrund von Schäden auf Auktionen, sondern aufgrund zu hoher Reparaturkosten. Zweitens sind die Kosten für Motorradreparaturen in den USA stark gestiegen, und selbst kleinere Reparaturen sind sehr teuer. Während Ersatzteile wirklich günstig sein können, gestaltet sich die Suche nach einer kostengünstigen und qualitativ hochwertigen Reparatur schwierig.
Drittens sind Versicherungsgesellschaften nur ungern bereit, Motorräder mit einem "rebuilt" Titel nach einem "salvage" Schaden zu versichern. Die Kosten für die Versicherung eines solchen Fahrzeugs können zu hoch sein, und im Falle eines erneuten Schadens kann man nicht mit angemessener Entschädigung rechnen. Im Gegensatz dazu haben Motorräder mit leichten Schäden in Europa praktisch den gleichen Wert wie unfallfreie Fahrzeuge.
Diese Unterschiede verdeutlichen, wo der eigentliche Preis eines Fahrzeugs aus den USA liegt - in seiner Historie. Ein Motorrad mit sauberer Historie ist nicht dasjenige, das sich lohnt zu importieren. Zusätzlich kommen dann noch Zoll und MwSt. auf den Kaufpreis.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Um zu überprüfen, ob die importierte Harley einen Unfall hatte, können Sie diverse Anbieter wie z.B. Carfax in Anspruch nehmen, die einen Zugang zu den Datenbanken der Versicherungen ermöglichen. In der Regel reicht es aber einfach die Fahrgestellnummer der Harley zu googeln.
Wichtig! : Die Fahrgestellnummern der Harleys beginnen in Europa mit 5HD und in den USA mit 1HD. Oft wissen Besitzer einer Harley nicht, dass Sie einen reparierten US-Import fahren.
Zusammenfassung
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Motorräder in den USA im Vergleich zu Europa oft günstiger sind. Dies liegt zum einen daran, dass sie dort generell preiswerter verkauft werden und somit auch als Gebrauchtmotorräder zu niedrigeren Preisen angeboten werden. Ein weiterer Faktor ist die höhere Kostenstruktur für Motorradreparaturen in den USA, wodurch beschädigte Motorräder oft zu einem "salvage" Titel führen und günstig verkauft werden.
Es ist von größter Bedeutung, sich bewusst zu sein, dass der Kauf solcher Motorräder ein hohes Risiko birgt. Die bereits reparierten Motorräder werden oft als vermeintlich hochwertige Umbauten angeboten, die äußerlich in gutem Zustand erscheinen. Doch die Käufer wissen nicht, ob strukturelle Schäden vorhanden sind oder wichtige Komponenten ordnungsgemäß repariert wurden. Die vermeintlichen Schnäppchenpreise, die Motorräder aus den USA oft bieten, sollten keinesfalls den Blick auf die potenziellen Risiken verstellen. Die Importeure möchten möglicherweise schnelles Geld verdienen, und die korrekte Reparatur solcher Unfallmaschinen ist fraglich.
Es ist daher äußerst wichtig, vorsichtig zu sein und gründliche Recherchen anzustellen, bevor man sich für den Kauf eines Motorrads aus den USA entscheidet.
Beispiele für Harley-Davidson Motorräder auf Auktionen (USA)
Hier sind einige Beispiele von Harley-Davidson Motorrädern, die kürzlich auf Auktionen in den USA angeboten wurden:- 2021 Harley-Davidson Street Glide
- VIN: 1HD1KBC19MB605836
- Motorgröße: 1.746 ccm
- Details: Scattered light scratches, left saddle bag scratches
- 2021 Harley Davidson Touring Street Glide
- VIN: 1HD1KRP14MB629772
- Motorgröße: 1.745 ccm
- Details: Front fender dented, scattered scratches
- 2020 Harley-Davidson FLHX
- VIN: 1HD1KRC17HB690500
- Motorgröße: 1.746 ccm
- Kilometerstand: 18,725
- 2016 Harley Davidson Street Glide
- VIN: 1HD1KRM12GB673357
- Motorgröße: 1.690 ccm
- Kilometerstand: 12.273 KM
- Farbe: Cosmic Blue
- Zustand: Excellent
- 2016 Harley Davidson Street Glide
- VIN: 1HD1KBM1XGB647824
- Motorgröße: 1.688 ccm
- Working Condition: Runs and Operates
- 2016 Harley-Davidson FLHXS Street Glide
- VIN: 1HD1KRM15GB689035
- Motorgröße: 1.690 ccm
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