Die Geschichte von Harley Davidson in Polen

Die Geschichte von Harley Davidson in Polen ist eng mit der Motorradgeschichte des Landes verbunden. Exemplarisch für Hinterpommern und den heute polnischen Teil Vorpommerns mit der Hauptstadt Stettin/Szczecin steht das Motorrad »Junak«.

Die "polnische Harley Davidson"

Die polnische Harley Davidson, wie Kurator Gunter Dehnert das Krad scherzhaft bezeichnet, wurde nach dem Krieg in den ehemaligen Stoewer-Werken gebaut. Stoewer war vor 1945 ein Vorzeigebetrieb in Stettin: Hier entstanden Nähmaschinen, Fahrräder und Autos.

Ein polnischer Motorradtraum

Die aufregende und tragische Geschichte der Erfüllung eines polnischen Motorradtraums während des „Kalten Krieges“. Nein, dies ist keine Harley-Davidson - nicht einmal annähernd, ausgenommen einiger weniger Teile, die sich tief im Innern des Motors verbergen.

Stanislaw Szydelko aus Polen baute über zwölf Jahre an seinem Traum einer Harley-Davidson - und konnte das Ergebnis nicht einmal mehr selbst fahren: Stanislaw starb 1992 kurz vor Vollendung des Bikes. Sein Enkel Tomasz Szydelko vollendete die Arbeiten und ließ das Bike sogar für den Straßenverkehr zu!

Im August des Jahres 1979 wird die FLT „Tour Glide“ als erste Serien-Harley mit rahmenfester Verkleidung vorgestellt. Wir wissen nicht, wann und wo Stanislaw Szydelko Bilder der FLT „Tour Glide“ gesehen hat, aber sie haben Eindruck bei ihm hinterlassen; einen so großen Eindruck, dass er sich Anfang 1980 dazu entschied, ein solches Motorrad selbst zu bauen, denn die Aussichten, eine Harley-Davidson FLT (oder sonst irgendeine Harley) jenseits des Eisernen Vorhangs erwerben zu können, war ähnlich unwahrscheinlich, wie mit einem selbst gebauten Raumschiff auf dem Mond zu landen. Unwahrscheinlicher zumindest, als die selbst gestellte Aufgabe, ein komplettes Motorrad quasi aus dem Nichts selbst zu erschaffen.

Der Bau der "Polski-Harley"

Die Arbeit begann am Herzstück seiner „Polski-Harley“, er hatte die ersten Skizzen des Motors gezeichnet. Irgendwo hatte er sogar einen WLA-Rahmen aufgetrieben, die Militär-Modelle von Harley und Indian waren über das „Lend and Lease“-Abkommen auch an die russische Armee geliefert worden. Der von Polski-Fiat ab 1972 gebaute 126p „Maluch“ (Kleiner) entspricht in seiner Bedeutung für die Motorisierung Polens dem VW Käfer in Deutschland und dem Trabi in der DDR.

Folgerichtig konstruierte Szydelko seinen Motor mit jenen Teilen, von denen er erwartete, dass sie noch über Jahrzehnte verfügbar sein würden. Folgerichtig sitzen die vier Fiat-Kolben auf Harley-Pleuel und einer selbst gefertigten Kurbelwelle mit NSU-Gegengewichten, die in zwei Rollenlagern und einem Kugellager läuft. Die Kolben laufen in eigens gefertigten Gussstahlbuchsen, verkupfert für eine bessere Wärmeübertragung an die gefrästen Zylinder. Das vierteilige Kurbelgehäuse ist aus Aluminium gegossen und in der Zylindermitte vertikal teilbar.

Das Mittelteil zwischen den Zylindern lässt sich zur Montage der Kurbelwelle horizontal teilen.

Unfassbar: Der selbst konstruierte Motor ist ein Konvolut aus Polski-Fiat-Teilen, Harley-Pleueln, einer selbst gefertigten Kurbelwelle und einem selbst gegossenen Kurbelwellengehäuse.

Eine besondere Herausforderung stellten die Zylinderköpfe dar: Ein Eigenbau mit hemisphärischen Brennräumen und je zwei Ventilen aus einem polnischen „Star“-Lkw, selbst gebaute Kipphebel und modifizierte Nockenwellen vom Polski-Fiat steuern jeweils die vordere und hintere Nockenwelle, der Antrieb erfolgt auf der rechten Motorseite über eine Zwischenwelle.

Die Zündanlage stammt ebenfalls vom Polski-Fiat 126p, während die Lichtmaschine dem Vorgänger 125p entnommen wurde. Nach dem Tod von Stanislaw ersetzte der Enkel die beiden MZ-250-Vergaser durch moderne Keihins und verbesserte damit die Beatmung erheblich. Obwohl das Bike weit über 400 Kilo auf die Waage bringt, kann man auch im zweiten oder dritten Gang anfahren. Das nutzbare Drehzahlband endet bei etwa 5000 U/min.

Da das Triebwerk ein absolutes Einzelstück ist, wurde die Leistung nie auf einem Prüfstand gemessen.

Weil für die Trockensumpfschmierung des Motors keine passende Ölpumpe verfügbar war, entwickelte Stanislaw einfach seine eigene, inklusive des kompletten Kreislaufs und eines Eigenbau-Ölkühlers aus Kupfer.

Nach diesem Vorspiel wird es niemanden verwundern, dass Stanislaw auch Rahmen und alle dazugehörenden Fahrwerkskomponenten selbst entwickelte und baute. Weil das Ergebnis optisch so nah wie möglich an einer Harley-Davidson Tour Glide liegen sollte, ist auch der V4 in Gummi gelagert. Selbst das Rücklicht fertigte Stanislaw selbst.

Ein weiteres Beispiel für den Grad des Einfallsreichtums des Erbauers sind die Räder. Wer denkt, dass hier ein paar Harley-Gussräder aus den früheren Achtzigerjahren ihren Weg nach Breslau gefunden hätten, liegt falsch! Stanislaw zeichnete die Räder nach den Fotos komplett neu - baute eigene Formen und goss vier Radhälften die den Originalrädern zum Verwechseln ähneln, wären da nicht die Verschraubungen.

Nach dem Fahrwerk und den Motor- und Getriebedetails - sämtliche Deckel, Gehäuse und Abdeckungen sind selbstverständlich Eigenbauten - waren nun die Karosserieteile an der Reihe: Tank und Fender wurden aus solidem Stahl, die rahmenfest montierte Verkleidung aus Alu gehämmert. Alles möglichst nahe am Vorbild Harley, aber angepasst an die verfügbaren Komponenten. Packtaschen und Topcase sind zwar im Harley-Stil handgehämmert, bestehen aber aus Aluminium und besitzen völlig eigene Schließmechanismen. Auch in der Frontverkleidung sind zwei abschließbare Gepäckfächer eingelassen.

Während Stanislaw Szydelko an den letzten Details seines Eigenbaus arbeitet, fällt die Mauer in Berlin - und plötzlich steht der Weg nach Westen offen: Westliche Zeitschriften, Motorräder, Ersatzteile - alles kein Problem mehr.

Die Karosserieteile seines Groß-Tourers sind lackiert und letzte Details angefertigt, alles ist bereit, um die Maschine im Frühjahr 1993 auf die Straße zu bringen, rechtzeitig zum 90. Da schlägt das Schicksal zu und Stanislaw Szydelko stirbt im Dezember 1992, ohne jemals das Ergebnis seiner zwölfjährigen Arbeit auf der Straße bewegt zu haben.

Ein wenig Happy End hat die Geschichte dennoch: Stanislaws Enkel Thomasz Szydelko begeistert sich für das Projekt und stellt die Maschine nicht nur fertig, sondern bringt sie auch durch die polnische Straßenzulassung.

Es besteht aus zwei runden MZ-Rücklichtern, die kombiniert sind mit Teilen eines Autorücklichts Tragisch: Der Erbauer hat sein monumentales Werk nie gefahren Informationsflut auf Polnisch: Gleich sechs Uhren und elf Warnlämpchen verbaute Stanislaw in seinem opulenten Cockpit Verkleidung und Koffer sind aus Aluminiumblech gedengelt Auch die Fußrastenanlage ist natürlich selbstgefertigt.

Harley Davidson 42 WLA

Ford T - der erste in Serie produzierte PKW, Buick Deluxe, dessen gepanzerte Version von Al Capone selbst gefahren wurde oder Harley Davidson 42 WLA - das berühmteste Militärmotorrad der Geschichte kann man im Automuseum in Gdynia sehen. Es beherbergt eine beeindruckende Sammlung von Autos und Motorrädern aus dem 20. Jahrhundert, die in einer stimmungsvollen Umgebung präsentiert werden, die einer Gdingener Straße von vor 100 Jahren nachempfunden ist.

Anno 1942, der Zweite Weltkrieg ist in vollem Gange. Die deutsche Wehrmacht schickt sich an, ganz Europa zu unterjochen und wird am Ende noch ihr blaues Wunder erleben. Und auf irgendeinem Montageband wird vermutlich gerade diese Harley Flattie zum Kriegseinsatz zusammengebaut - von Frauenhänden nach dem Motto »Your country needs you«.

Ob das nun so genau stimmt, wissen wir natürlich nicht.

Das Fahrgefühl auf einer alten Harley ist besonders reizvoll, aber durchaus auch harte Arbeit. 60 Jahre später kommt Klaus aus der Deckung. Doch Vorsicht: Sie sind alles andere als Einsteiger-Harleys, sondern wirklich was für fortgeschrittene Schrauber.

Klaus aber hat keine Angst, schließlich schraubt er schon seit 18 Jahren an Motorrädern - seinen eigenen und an denen der Kumpels. Dann endlich Startschuss für das Flattie-Projekt, 13 Jahre stand das Rolling Chassis des Bikes zu dem Zeitpunkt schon auf dem Abstellgleis.

Der Motor ist ein Scheunenfund aus Polen. Klaus’ Grundidee für den Aufbau war es, der WLA einen britischen Look zu verpassen, standesgemäß natürlich auch mit englischen Teilen.

Und so arbeitet am V2 das Vierganggetriebe einer Pre-unit-Triumph. Den Motor überholte Klaus, soweit möglich, ebenfalls mit Originalteilen. Ein Dell’Orto-Vergaser war trotzdem seine erste Wahl, auch wenn Puristen den normalerweise zugehörigen Linkert bevorzugen würde. Anstatt der schwer angesagten Springer entschied sich unser Schrauber für den Einbau einer Hydra-Glide-Gabel. Für eine martialische Sitzposition sorgt der Dragbar-Lenker auf kurzen Risern.

Als Schutzbleche dienen british-style Fender, die zusätzlich verstärkt werden, um ohne Halter oder Struts auszukommen. Vorne und hinten bremst die Flattie mit vernünftigen Scheibenbremsen.

Für einen besseren Verkehrsfluss sorgt mit Sicherheit auch der Umbau der Schaltung von rechts, wie es das Triumph-Getriebe vorgibt, auf links. Ein weiteres britisch angehauchtes und ins Auge stechende Accessoire ist der Tank, der von einer Enfield Bullet stammt.

Seine erste Ausfahrt unternahm Klaus in die Nachbarschaft nach Gladbeck - trotz lausigstem Wetter war sie äußerst zufriedenstellend.

Die wird allerdings erst fertig aus seiner kleinen Werkstatt rollen, wenn er die Honda CB 400 im Racing-Look für seine Frau und die Vespa für seinen Sohnemann aufgebaut hat.

Custom Bikes aus Polen

Zuhause in der polnischen Stadt Lisie Jamy ist die Custombike Schmiede “Game Over Cycles” bereits zum vierten Mal am Faaker See dabei gewesen und hat zum vierten Mal den “Choice Award People“ Preis erhalten.

Viermal haben sie bereits am Faaker See den sehr begehrten „Peoples Choice Award“ abgeräumt!

Die Maschine wurde auch im Wettbewerb von Custom Chrome Europe ausgezeichnet. Der Cafe Racer wurde für das Hard Rock Cafe Kraków Customized und ist ein Bike, das die Motorradwelt mit der Welt der Musik verbindet.

Der Batteriekasten ist einem Verstärker nachempfunden worden und wer die Noten vom Sattel nachspielen kann, hört Highway to Hell. Die Hard Rock Cafe Kette verbindet sich immer wieder besonders mit Harley-Davidson, gehören doch Besuche von Harley Fans, die auf Reisen sind in den Cafes genauso dazu, wie ein Besuch beim örtlichen Harley-Dealer.

Die Wettbewerbe auf der European Bike Week waren ersten öffentlichen Vorführungen des Custombikes, seine offizielle Enthüllung findet am 21. Die European Bike Week ist Europas größtes und für alle offene Motorrad-Festival, die Veranstaltung zählt zu einer der größten in der Welt.

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