Harley-Davidson Blinkermodule: Ein umfassender Überblick

Oft stellt sich die Frage, welcher Blinkgeber für welche Blinker und welches Modell geeignet ist. Die Auswahl ist groß und es ist nicht immer einfach, den Überblick zu behalten. Grundsätzlich gibt es zwei Typen von Blinkgebern:

Typ 1: Blinkgeber mit zwei Anschlüssen

Der erste Typ hat nur zwei Anschlüsse. Am einen Anschluss kommen 6 oder 12 V vom Zündschloss in den Blinkgeber, und am zweiten kommt "zerhackter" Strom für die Blinker heraus. Dieser Blinkgeber befindet sich im Kabelbaum vor dem Schalter oder Taster. Wenn die Harley Taster hat, wie z.B. eine 1979er Sportster, muss der Finger während des Blinkens auf dem Tasterknopf bleiben.

Diese einfachen Blinkgeber gibt es original(-identisch) (WW 13-297, 13-435 und -436) oder elektronisch (WW 11-089 oder 11-658).

Typ 2: Blinkgeber mit mindestens sechs Anschlüssen

Der zweite Typ Blinkgeber hat mindestens sechs Anschlusskabel und ist - egal ob ein Originalteil von Harley oder eines aus dem Zubehör - mit einem Mikroprozessor bestückt. Zwei der Kabel sind 12 V und Masse, zwei der Kabel sind der Ausgang für die Blinker rechts und links, und über zwei Kabel bekommt der Mikroprozessor einen Aktivierungsimpuls für die rechten oder linken Blinker.

Da ein Mikroprozessor viel mehr kann als nur Strom für Lampen zu takten, sind meist Komfortfunktionen integriert: zeitabhängige Selbstabschaltung oder Dauerblinken, Kurzbetrieb für Fahrbahnwechsel, programmierbare Anzahl von Blinktakten. Die Aktivierungsimpulse kommen von Tastern am Lenker. In der Originalkonfiguration, bei den Teilen von Badlands oder bei WW 11-684 geben die Taster einen 12 V-Impuls an den Mikroprozessor. Bei den meisten anderen Varianten von elektronikbox, Kellermann oder motogadget legen die Lenkertaster die Aktivierungskabel kurz an Fahrzeugmasse. Das erfährt man aber vor dem Kauf in den Anleitungen oder Schaltplänen auf den Webseiten.

Die elektronischen Varianten vom ersten Blinkgebertyp und alle Zubehörausführungen von diesem zweiten Blinkgebertyp haben eine fest einprogrammierte Blinkfrequenz, egal ob man Glühbirnen oder LEDs anschließt.

Was lässt Blinker überhaupt blinken?

Die Blinker selbst sind eigentlich nur Leuchten. Das Blinkerrelais macht sie zum Blinker. Der Techniker und der W&W Shop sprechen hier richtiger vom Blinkgeber. Ursprünglich war das ein Teil mit zwei Anschlüssen in Größe eines normalen Relais (vielleicht sagen viele deshalb einfach "Blinkerrelais"). An dem einen Anschluss hat man Gleichstrom aus der Batterie hineingeschickt, am anderen Anschluss kam dann getakteter Strom einer bestimmten Frequenz heraus, also An-Aus-An-Aus-An … Manche Blinkgeber hatten noch einen Anschluss für die Masse, so die allerersten von Harley-Davidson eingesetzten. (Im Teilehandbuch kann man es sehen.) Die Funktion war elektrothermisch, die Frequenz über ein Bimetall-Element oder einen Hitzedraht geregelt. Schlau gemacht, das Ganze, aber im großhubigen Harley-Davidson-Vibrator verschleißfreudig.

Blinken goes electronic

In den 1970ern kamen zunehmend elektronische Blinkgeber auf den Markt. Zuerst mit elektronischen Einzelbauteilen, dann mit integrierten Schaltkreisen. Letzteres ist inzwischen die Norm. Diese Blinkgeber bekamen mit der Zeit zusätzliche Jobs zugewiesen: Aktivierung auf Knopfdruck, dann hörten sie geschwindigkeitsabhängig von selbst auf zu blinken, zu guter Letzt wurde noch eine Alarmanlage draufgepackt. Alles zur Bequemlichkeit des Kunden. (Fördert leider auch die Unachtsamkeit der Motorradfahrer.) Die neuesten Harley-Davidson Modelle mit CAN-Bus haben schließlich keine Blinkgeber mehr, die Funktion wurde in die zentrale Leuchten-Steuerung (BCM = Body Control Module) integriert.

Häufige Probleme und Fehlerbehebung

Wenn die Blinker zu schnell blinken

In den allermeisten Fällen liegt das an einem ungeeigneten Blinkgeber. Ungeeignet heißt, er ist für mehr Leistung ausgelegt, als die Blinker verbrauchen. Eine Blinkerglühlampe an der Harley-Davidson hat original 21 oder 23 W. Der originale Blinkgeber ist also für insgesamt 42 bis 46 W (vorne + hinten) ausgelegt. Fällt eine Glühbirne aus oder habt ihr LED-Blinker mit viel weniger Watt, stimmt die Frequenz nicht mehr.

Einseitiger Ausfall der Blinker

Wenn nur eine Seite der Blinker nicht funktioniert, kann das verschiedene Ursachen haben. Gelegentlich liegt es darin begründet, dass ein Kabel an der Armatur beim Zusammenbau durchgequetscht wird. In diesem Fall kann ein Masseproblem auftreten. Es ist ratsam, die Verkabelung an den Armaturen zu überprüfen. Nach Kenntnisstand des Autors ist in dem TSM (Turn Signal Module) nur EIN "Taktgeber" für beide Seiten. Das bedeutet, dass ein Fehler im TS(S)M sehr unwahrscheinlich ist, wenn die Blinker auf einer Seite (vorne/hinten bzw. links/rechts) noch funktionieren.

Mögliche Ursachen für einseitigen Ausfall:

  • Durchgequetschtes Kabel an der Armatur
  • Masseproblem
  • Defekter Blinkerschalter

Blinkermodul mit zusätzlichen Funktionen

Es gibt Blinkermodule, mit denen Ihre vorhandenen Blinker um eine zusätzliche Rück- und Bremsleuchte erweitert werden können. Bei eingeschaltetem Scheinwerfer glimmen die roten Lampengläser und leuchten hell auf, wenn Bremsen oder Blinker aktiviert werden. Die Montage ist einfach, da das Kit einfach in den vorhandenen Kabelbaum gesteckt wird. Rote Blinkergläser sind im Lieferumfang enthalten. Diese Module entsprechen den DOT-Anforderungen und sind für verschiedene Softail®- und Touring-Modelle geeignet.

Kompatible Modelle:

  • Softail® '96-'17
  • Touring Modelle '97-'08 (außer FLHX) mit Blinker mit flachem Glas der Serienausstattung
  • FLHR, FLHRC, FLHTC, FLHTCU und FLHTK Modelle '09-'13

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0