Die Harley-Davidson Softail Breakout ist ein Factory-Custombike, das Emotionen weckt. Viele Fahrer verbinden mit ihren Harley-Davidson Motorrädern eine besondere Liebe. Die Breakout verkörpert, was die meisten von der Marke aus Milwaukee erwarten.
Sitzbank-Erfahrungen und Modifikationen
Die originale Sitzbank der CVO-Breakout wurde als unpassend empfunden, da sie den Fahrer zu weit nach vorne positionierte und einen unbequemen Kniewinkel verursachte. Eine Sitzbank der "normalen" Breakout von eBay brachte eine deutliche Verbesserung. Einige Fahrer haben auch mit dem Gedanken gespielt, die Sitzbank vom Sattler abpolstern und mit wasserdichtem Alcantara beziehen zu lassen, um die Sitzposition weiter zu optimieren. Super Reach Sitze mit nach vorn verlagerter Sitzposition sind dafür ausgelegt, weniger große Fahrer näher an den Lenker und ihre Beine näher aneinander zu bringen, so dass ihre Füße sicheren Stand auf dem Boden finden.
Einige Fahrer empfanden die Sitzposition der Breakout als "Klappmesser-Sitzposition" und ordneten sie eher der Sparte "Cafe-Racer" zu, zumindest in Bezug auf die Körperhaltung. Es gab auch den Vorschlag, die Position durch Verschieben nach vorne zu verändern.
Weitere Modifikationen und Zubehör
- Lenker: Der Umbau des Lenkers kann Rücken- und Nackenprobleme verursachen, insbesondere bei größeren Fahrern. Ein Lenker, der weiter zurückreicht, kann hier Abhilfe schaffen.
- Fußrasten: Einige Fahrer haben an den Fußrasten herumgebastelt, um eine größere Schräglagenfreiheit zu erreichen.
- Spiegel: Die originalen Spiegel bieten oft keine ausreichende Sicht nach hinten. Hier können Zubehörspiegel Abhilfe schaffen.
- Reifen: Einige Fahrer ziehen es vor, andere Reifengrößen oder -marken auszuprobieren, um das Fahrverhalten zu verbessern.
Vergleich: Harley-Davidson Breakout vs. Ducati Diavel
Die Ducati Diavel und die Harley-Davidson Breakout sind zwei Motorräder derselben Gattung, aber mit völlig unterschiedlichen Philosophien. Die Ducati Diavel landete bei der Wahl zum Motorrad des Jahres in der Kategorie Cruiser auf dem ersten Platz, die CVO-Breakout von Harley-Davidson belegte den zweiten Platz.
Zwei MOTORRAD-Helden testeten die beiden Maschinen, Frank Schaffert, Besitzer einer 2008er-Harley-Fat-Bob, und Manfred Beer, der sich für den Test gleich eine hohe Diavel-Sitzbank mitbrachte, die er auch privat auf seiner Ducati verbaut hat.
Die extrem flach gestylte Breakout verfügt konstruktionsbedingt nur über geringe Schräglagenfreiheit. Frank interessierte sich für die Diavel und das 103 Kubikinch große Harley-Triebwerk. Manfred ist noch nie Harley gefahren und konnte sich nicht vorstellen, wie man mit so einem Harley-Brummer sportlich unterwegs sein kann.
Fahrverhalten und Leistung
Frank war von der Beschleunigung der Diavel begeistert. Manfred fand die Breakout entspannend, bemängelte aber den trägen Motor und die Sitzposition. Beim Kapitel Bremsen waren sich beide einig: Die Breakout bekommt gerade noch so ein „Ausreichend“, die Diavel dagegen ein „Sehr gut“.
Die Leistungsmessung untermauerte die unterschiedlichen Meinungen. Während sich bei der Ducati alle versprochenen 153 PS auf dem MOTORRAD-Prüfstand einfanden, hinken die gemessenen 69 PS (Harley) der Herstellerangabe von 75 ein wenig hinterher. Der Harley-Twin kann ab Leerlaufdrehzahl extrem niedertourig bewegt werden, man fährt den Milwaukee-Twin im Bereich zwischen 2000 und 3000 Touren. Ganz anders die Ducati, deren wassergekühlter Kurzhub-Antrieb unterhalb von 2500/min unwirsch ruckelt, darüber jedoch ein wahres Leistungsinferno freisetzt, das der Drehzahlbegrenzer erst bei knapp 10 000/min stoppt.
Verbrauch und Optik
Die Test-Ducati genehmigte sich 7,1 Liter, die Breakout beließ es bei 6,4 Litern. Frank fand, dass die Italiener bei der Diavel alles richtig gemacht haben. Manfred umrundete die Diavel und meinte, dass sie nicht nur optisch fast alles richtig gemacht haben, sondern auch fahrwerksseitig.
Fazit der Tester
Frank könnte sich die Diavel gut als Zweitmotorrad vorstellen, will aber nicht auf seine Harley verzichten. Manfred ist rigoroser: Die Breakout ist ihm zu schwer, zu behäbig und zu lahm. Falls Geld übrig ist, kauft er lieber noch eine Ducati dazu.
Harley-Davidson Softail Breakout im Detail
- Baujahr 2013-2017: Erste Generation mit Twin Cam 103B-Motor, Drag-Style-Lenker, 240 mm breitem Hinterreifen und 18-Liter-Tank.
- Baujahr 2018-2022: Neuauflage mit neuem Softail-Rahmen und Milwaukee-Eight 107-Motor (in Europa Milwaukee-Eight 114).
- Baujahr 2023-2024: Aktuelle Generation mit Milwaukee-Eight 117-Motor und 18,9-Liter-Tank.
Technische Daten im Vergleich
Die Harley-Davidson Softail Breakout 114 FXBRS mit ihrem 4-Takt V 2-Zylinder-Motor mit Einspritzung und einem Hubraum von 1.868 Kubik steht der Harley-Davidson Touring Road Glide ST mit ihrem 4-Takt V 2-Zylinder-Motor mit 1.923 Kubik gegenüber.
| Merkmal | Harley-Davidson Softail Breakout 114 FXBRS | Harley-Davidson Touring Road Glide ST |
|---|---|---|
| Leistung | 94 PS bei 5.020 U / min | 104 PS bei 5.450 U / min |
| Drehmoment | 155 Nm bei 3.000 U / min | 168 Newtonmeter bei 3.500 Touren |
| Vorderradbremse | Einzelscheibe | Doppelscheibe mit 300 Millimeter Durchmesser und Vierkolben-Zange |
| Hinterradbremse | Scheibe | Scheibe mit 300 mm Durchmesser und Vierkolben-Zange |
| Vorderreifen | 130 / 60 - 21 | 130/60-19 |
| Hinterreifen | 240 / 40 - 18 | 180/55-18 |
| Radstand | 1.695 Millimeter | 1.625 mm |
| Sitzhöhe | 665 Millimeter | 715 Millimeter |
| Tankinhalt | 13,2 Liter | 22,7 Liter |
Weitere Vergleiche
Die Harley-Davidson Softail Breakout 114 FXBRS steht auch der Harley-Davidson Touring Street Glide Special FLHXS mit ihrem V 2-Zylinder-Motor mit gleichem Hubraum gegenüber. Das maximale Drehmoment der Touring Street Glide Special FLHXS von 158 Newtonmeter bei 3.250 Touren bietet ähnlich viel Schub als die 155 Nm Drehmoment bei 3.250 Umdrehungen bei der Softail Breakout 114 FXBRS.
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