Die Geschichte von Harley-Davidson in Dänemark ist eng mit der Entwicklung von Biker-Gemeinschaften und der Leidenschaft für die Marke verbunden. Ein bemerkenswertes Beispiel hierfür ist das Hanseaten Chapter, dessen Ursprünge in Hamburg liegen und das sich im Laufe der Zeit zu einer unabhängigen Vereinigung entwickelt hat.
Die Anfänge des Hanseaten Chapters
Im Jahr 2000 wurde das Hanseaten Chapter ursprünglich als Dealer-Chapter von Harley Hamburg-Nord gegründet. Bereits Anfang des Jahres 2000 waren die ersten Mitglieder aktiv, die den Verein bis heute prägen. Diese Art „Harley-Kundenprogramm“ ist also der Ursprung des Hanseaten Chapters, wie wir es heute kennen. Ein Dealer-Chapter zu sein bedeutet, dass Käuferinnen und Käufer einer Harley die Möglichkeit haben nach dem Kauf gemeinsam mit einer Gruppe zu fahren, die ihr Motorrad beim selben Händler erworben haben. Allerdings steht bei einem Dealer-Chapter der Händler der Vereinigung vor und bestimmt die interne Rollenverteilung.
Nicht nur mit jeder Ausfahrt, sondern auch während der Veranstaltungen, die das Hanseaten Chapter seit ihren Anfängen ausrichtet, wächst die Gruppe zu einer Gemeinschaft zusammen. Schon in den frühen Jahren wurde nicht nur gefahren, sondern auch ausgiebig gefeiert. Die Gemeinschaft wuchs stetig und überzeugte mit Stolz, Zusammenhalt und einer unverwechselbaren Präsenz. Im Jahr 2003 hängt die Fahne des Hanseaten Chapters sogar am Fahnenmast des Atlantik Hotels an der Hamburger Außenalsteralster. Früh macht sich der Charakter dieser Truppe bemerkbar.
Der Weg zur Unabhängigkeit
Besonders in den späten Monaten des Jahres 2003 wuchs der Wunsch nach Unabhängigkeit. Nachdem das Hanseaten Chapter, vom Wunsch nach Unabhängigkeit getrieben, sich von seinem Dealer-Chapter abspaltet, geht es im Jahr 2004 erst richtig los. Am 25.02.2004 wird das Hanseaten Chapter unter der Nummer VR 18055 beim Amtsgericht Hamburg ein eingetragener Verein. Die Rolle des Präsidenten, seines Stellvertreters und einem Treasurer waren gewählt und dem E.V stand nichts mehr im Wege.
In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung vom 14.09.2005 wird eine überarbeitete Satzung verabschiedet und der Vereinsname wird auf „HANSEATEN Chapter e.V.“ verkürzt. Die Hanseaten-Chapter Familie wächst stetig und das spiegelt sich auch in der Satzung. Sie wird angepasst, um dies zu reflektieren. Es werden immer mehr neue Mitglieder.
Gemeinschaft und Zusammenhalt
Wenn du einmal mit uns gefahren bist, spürst du sofort: Das Hanseaten Chapter ist mehr als nur ein Harley-Davidson-Club. Es ist Zusammenhalt, gegenseitiger Respekt und das unbeschreibliche Gefühl, gemeinsam unterwegs zu sein - bei Sonne, Regen oder Gegenwind. Von Anfang an waren Leidenschaft und Elan der Motor dieser Gemeinschaft, die sich aufmacht die Straßen des Kontinents zu erobern. Die Gemeinschaft existiert nun schon als eingespieltes Team und der Beginn von diversen Biker-Freundschaften in ganz Europa zeichnet sich ab. Aus allen Ecken des Landes und Umgebung kommen mittlerweile befreundete Chapter, deren Geschichten und gemeinsame Stunden wir in unserer Erinnerung tragen.
Ungefähr zu dieser Zeit gewinnt die Bewegung der Ladies of Harley (LOH) auch bei uns im Chapter an Bedeutung. Diese Organisation, bietet weiblichen Harley-Enthusiastinnen die Möglichkeit ihre Interessen auf einer breiteren Plattform auszuleben und sich zu vernetzten.
Erlebnisse und Ausfahrten
Im Jahr 2006 stand dann auch schon ein großes Ereignis an. Die allererste Amerika-Ausfahrt. Die legendäre Route 66 mit dem Motorrad zu befahren ist ein Erlebnis, dass bis heute in den Erzählungen der teilnehmenden widerhallt. Im Jahr 2008 und 2010 werden Ausfahrten nach Amerika folgen. Aus all diesen Jahren blieb der Nationalpark Yellowstone allen in Erinnerung und eine Begegnung mit einem neugierigen Bison, der sich den Motorrad-Fahrern in den Weg stellte.
Zu diesem Zeitpunkt hat das Hanseaten-Chapter schon einige Ecken des heimischen Kontinents gesehen. Österreich, Italien, Ungarn, Schweden sind nur einige dieser Orte. 2021 und 2022 sind die Jahre der Ausfahrten. Zur Sommer-End Tour 2021 geht es von der Gemeinde Kropp knapp an Dänemark vorbei bis nach Langballig und wieder zurück. Der Besuch beim Principal Chapter in Münster, der mit einer ausgelassenen Tanzparty gekürt wurde, lässt sich in unserer Fotogalerie nochmal nacherleben. Es geht an die Mosel und an die Ostsee aber eben 2022 auch ins Allgäu. Vom 06.08-13.08.2022 kurven die Hamburger Biker durch Berg und Tal, die Schweiz und erkunden die Bodensee-Region.
Die Britannia-Rally des TOMCC Schweden hatten wir am vorherigen Wochenende bei bestem Wetter und mit guten Freunden in Uddevalla verbracht, Sonntag setzten wir dann mit der bewährten Stena-Line nach Dänemark über und legten ein paar erholsame Tage in Grenaa an der dänischen Ostsee ein. Freitags packten wir wieder unsere Sachen und machten uns auf nach Rødkærsbro zur Britannia Rally des TOMCC Dänemark.
Dänische Britannia-Rallyes und die Biker-Szene
Die skandinavischen und besonders die dänischen Rallyes gehörten schon immer zu meinen liebsten Motorradtreffen. Im Laufe der Zeit haben sich durch die regelmäßigen in- und ausländischen Rally-Besuche gute Freundschaften mit anderen Stammbesuchern entwickelt, die man auf anderen WATOC-Treffen immer wieder pflegen und erneuern kann. So saßen Eva und Otto (S), Igel und Frank (D), Gary und Lucy (GB), Janne und Karin (S), Martin (GB) und einige andere schon gemütlich bei isotonischen Getränken zusammen, als wir auf dem Treffenplatz ankamen. Etwas später trafen noch Mike und Patty Hudson ein. Als ehemaliger Präsident des TOMCC England lässt sich Mike auch im Alter von 80 Jahren kaum ein WATOC-Treffen entgehen, verständlicherweise jetzt im Camper.
Die dänischen Britannia-Rallyes finden traditionell im Clubhaus und dem großzügigen Außengelände des Jolly Rogers MC statt, direkt am Ortsrand von Rødkærsbro idyllisch am Rand zwei kleiner Seen gelegen. Direkt an das Gelände grenzt ein Erholungs- und Spielgelände der Stadtverwaltung an, das den jährlichen Britannia-Rallyes großzügig zur Verfügung gestellt wird. Auf dem parkähnlichen Gelände waren einige solide Unterstände mit Tischen und Bänken verteilt, die von den angereisten Clubs gern in Anspruch genommen wurden. Neuerdings wurden dort auch einige „Shelter“ errichtet: flache, vorn offene Holzhütten, in denen man für kleines Geld übernachten konnte.
Die gleiche Toleranz, wie sie die Kleinstadtbevölkerung den ‚wilden Bikern‘ entgegenbringt, herrscht auch zwischen den teilnehmenden Motorradfahrern. Da einerseits die Jolly Rogers vorwiegend Harley Davidson orientiert sind und andererseits der Bruder von Palle Munk - langjähriger TOMCC DK Präsident - stark in der Italo-Szene verwurzelt ist, sind entsprechende Überschneidungen nicht nur unvermeidbar, sondern auch willkommen. Als echte Exoten gehört zu den Stammbesuchern des Treffens auch der Puch Maxi-Club, der mit seinen gnadenlos frisierten Mofas Wheelies und Burnouts vorführte.
Der Freitagnachmittag verlief entspannt, an weiteren TMOC-Mitgliedern stießen noch Michael und Angela zu uns und wir spähten auch Gary, Theresa und Liam auf, die ihr Familienzelt standesgemäß mit dem Welsh Dragon dekoriert hatten. Damit war der TMOC diesmal überdurchschnittlich gut auf einem WATOC-Treffen vertreten - so kann‘s bleiben! Die Küchencrew der Jolly Rogers sorgte für lecker Fastfood und an Getränken war auch kein Mangel, als besonderer Service kreiste auf dem Platz ein Ural-Gespann, aus dessen Beiwagen man Getränke beziehen konnte - bequemer geht’s nicht.
Nach einem ruhigen Samstagvormittag startete die Ausfahrt mit 58 Motorrädern über ländliche Nebenstraßen nach Silkeborg zum Oldtimerladen CC-Cars Original and Classics. Dort gab es nicht nur legendäre Autoklassiker von Aston Martin über Bugatti, Chevrolet, Jaguar E-Type bis Volkswagen T1 Bullys zu sehen, sondern auch ein paar erstklassig restaurierte englische Motorräder. Nachdem beim Start der Ausfahrt schon einige Familien die Ortsdurchfahrt säumten und uns zuwinkten, belebte sich am Nachmittag der Platz noch um einige Sonntagsspaziergänger, die sich rege für das zweiradfahrende Volk und ihre Fahrzeuge interessierten. Eine andere örtliche Hilfstruppe hatte auch ihren Dienst aufgenommen: wie auf vorherigen Treffen waren auch diesmal wieder Teenies mit der Sackkarre auf dem Platz unterwegs, wuselten zwischen den Bikern rum und sammelten leere Flaschen, um sich mit dem Pfand das Taschengeld aufzubessern. Insgesamt eine sehr familiäre Atmosphäre, eben „hyggelig“ wie die Dänen so schön sagen.
Bei der nachfolgenden Preisverteilung für die üblichen Kategorien konnte der TMOC auch drei Preise absahnen: Liam Jones erhielt den Preis für den jüngsten Triumph-Fahrer des Treffens, Papa Gary Jones den Preis für die weiteste Anfahrt und der Igel wurde mit einem Sonderpreis geehrt, da er sich trotz Beeinträchtigung als treuester und regelmäßigster Rally-Besucher bewiesen hat - allen einen herzlichen Glückwunsch!
Während die Preisverleihung ablief, drehten sich hinter der Küche über einem Holzkohlegrill schon eine ganze Weile zwei Schweine am Spieß und hatten mittlerweile eine appetitliche Bräune angenommen. Fachgerecht zerlegt landeten sie zusammen mit anderen leckeren Beilagen auf dem Büffet und bald herrschte auf dem Treffenplatz verfressene Stille, nur gelegentlich vom Zischen geöffneter Bierflaschen und dezenten Verdauungsgeräuschen unterbrochen.
In der Festhalle baute dann eine Band auf und schon während des Soundchecks belegten wir einen TMOC-Tisch. Die Band hat es echt draufgehabt, in kürzester Zeit eine Mords-Stimmung herzustellen, so dass bald ein großer Teil der Teilnehmer auf der Tanzfläche herumtobte. Zu vorgerückter Stunde und nach ausreichend flüssiger Ermunterung enterte auch unser schwedischer Freund Kent-Oluf mit seiner Mundharmonika die Bühne und bescherte der Band den richtigen Groove bei einigen Bluestiteln.
Bei guter Musik, gutem Bier und netter Gesellschaft verging die Zeit wie im Flug, aber auch die schönste Party hat mal ein Ende, schließlich lagen am Sonntag über 600 km Heimfahrt vor uns. Also zeitig aufstehen, Müdigkeit abduschen, gut frühstücken und los ging’s.
Fazit: die skandinavischen Treffen sind immer einen Besuch wert und werden weiterhin einen festen Platz auf meinem Terminplan haben.
Das Jubiläum und die Zukunft
Mittlerweile sind es 25 Jahre Hanseaten-Chapter. Es haben sich Freundschaften fürs Leben geformt und aus dem Ausleben eines Hobbys ist weit mehr geworden. Das Bestehen unseres Vereins seit 2000 bedeutet, dass eine Jubiläumsfeier bevorsteht. Wir haben das Fahren noch lange nicht Satt! Auch in den kommenden Jahren wollen wir nicht nur auf Vergangenes zurückblicken, sondern aktiv neue Erlebnisse schaffen. Unsere Touren und Partys für 2025 sind geplant und die Vorfreude steigt. Besonders am Herzen liegt uns das Wachstum unseres Vereins um neue, junge Gesichter.
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