Die Geschichte von Harley-Davidson und CPO: Ein Blick auf Innovation und Tradition

Die Geschichte von Harley-Davidson ist reich an Innovationen und Entwicklungen. Parallel dazu hat sich eine lebendige Customizing-Szene entwickelt, in der Unternehmen wie CPO eine wichtige Rolle spielen.

Die Anfänge und Innovationen von Harley-Davidson

Bereits 1995 wurden in Harleys Touring-Modellen mit Einspritzung die ersten Bus-Technologien verbaut. Vier Jahre später konnten sich fast alle Modelle auf diesem Weg mit dem Servicetechniker austauschen. Mit der Implantation des elektronischen Security Systems im Jahre 2001 konnte das neu entwickelte Einspritzmodul schon mit den Blinkern kommunizieren, um aufgrund der gemessenen Geschwindigkeit die Blinker automatisch abzuschalten. Im Folgejahr hielt bei den Vertragshändlern dann das „Digital Technican Computer Service-Modul“ Einzug.

Die 2011er Softail-Modelle bekamen als erste das HD-LAN von der Company spendiert. LAN bedeutet das gleiche wie bei den Computern: lokales Netzwerk. Natürlich bedient es sich der CAN-Bus-Technologie. Es ist aber ein umfassendes System, das alle Elektro-Komponenten in sich vereint. Das BCM (Body Control Modul), welches das Gehirn des Ganzen darstellt, übernimmt die Überwachung und schaltet im Bedarfsfall den jeweiligen Verbraucher ab. Außerdem schaltet es das Abblendlicht ein, wenn das Fernlicht ausfällt; oder es schaltet den Motor aus, wenn das Motorrad umfallen sollte, der Scheinwerfer bleibt aus Sicherheitsgründen aber an.

Auch wenn die Schaltereinheiten am Lenker auf den ersten Blick aussehen wie vorher, haben auch sie ihren Vorteil gezogen. Links ist die Trip- und rechts eine separate Warnblinklicht-Funktion mit aufgenommen worden. Neben diesen Nützlichkeiten sind die Taster aber allesamt schöner zu bedienen. Selbst durch den Handschuh merkt man bei der Betätigung ein spürbares Einrasten.

Harley-Davidson hat natürlich schon seit Jahren alle Modellreihen auf CAN-Bus umgestellt. In den neuen Tourern Street Glide und Road Glide gibt es gar vernetzte Infotainment-Optionen, die von Harley-Davidsons Skyline Operation System unterstützt werden.

Die Magnetzündung: Ein wichtiger Schritt

Ein Ingenieur bei der noch jungen Firma von Robert Bosch kombinierte einen Hufeisenmagnet aus einem Niederspannungszünder mit einem als Trafo gewickelten Anker, dazu noch einen Unterbrecherkontakt und Zündkerzen - et voilà: Das Teil funktionierte richtig gut! Die Erfindung dieses Apparats, der seinen eigenen Strom produziert, diesen verlässlich in Hochspannung transformiert und die Spannung an eine oder mehrere Zündkerzen leitet, brachte ab 1903 tatsächlich die Verbrennungsmotoren innerhalb weniger Jahre richtig in Schwung.

Mit dem Modelljahrgang 1909 bot auch Harley-Davidson Magnet-Zündung ("magneto ignition") an, bei den Einzylindern als Option, bei den V-Motoren bis 1914 als alleinige Zündung. Magnetos wurden in den 1930er Jahren noch einmal entscheidend verbessert. Bei der Bauart Bosch rotiert die Spule in einem feststehenden Magnet. Die elektrischen Verbindungen müssen deshalb teilweise über Schleifkontakte laufen, die natürlich Verschleißteile sind. Wenn man stattdessen die Spule fest im Gehäuse unterbringt und den Magnet rotieren lässt … Edison, Fairbanks, Wico, Morris, alle Magnetos, die seit den 40er Jahren in den V Motoren eingesetzt wurden, haben diese entscheidende Verbesserung!

CPO: Eine schwäbische Firma schreibt Choppergeschichte

Wenn wir uns fragen, wer in Deutschland zu den Vorreitern des legalen Chopperbaus zählt, kommt neben AME sofort auch CPO ins Spiel. CPO, das stand Anfangs für Cycle-Products Oferdingen. Das schwäbische Oferdingen nahe Reutlingen war nämlich seit 1976 die Brutstätte, das Epizentrum des schwäbischen Chopperbaus. Anfangs waren es acht Mann, die zusammen schraubten und feierten. 1980 im Oktober kam es zur rechtlichen Gründung der GmbH. Was nebenberuflich begann, änderte sich mit der steigenden Nachfrage nach Chopperteilen rapide. So fing einer nach dem anderen »fest« bei CPO an.

Alles, was zum Chopperbau nötig ist, wie das Polieren, Verchromen, Speziallackierung, der Sitzbankbau, Gabel- und Lenkerherstellung sollte der Kunde nun hier in einem Haus erledigt bekommen. Durch die mögliche Montage der Teile vor Ort und mit einer abschließenden TÜV-Abnahme, wurde dem Kunden ein perfektes Paket geschnürt. Doch TÜV-Einzelabnahmen waren eine teure Angelegenheit, Komplettaufbauten ebenso.

Chopper-Tanks waren im Juni 1981 die ersten geprüften CPO-Produkte mit TÜV-Attest, die über die Ladentheke gingen. Nach und nach wurden dann auch andere Teile mit Gutachten angeboten und verkauft. Besonders die langen Gabeln waren im Fokus.

Ein Riesenproblem war die Legalisierung von längeren Standrohren und den damit zusammenhängenden Tests auf Festigkeit und Fahrbarkeit der Motorräder. Beim TÜV galten Chopperteile als unsinnig, viele Vorurteile mussten ausgeräumt werden. Zähen Gesprächen folgten Materialprüfungen und Tests, wie es sie bis dahin für Motorradzubehörteile kaum gab.

CPO konnte im August 1981, noch vor AME, die erste TÜV-geprüfte vorverlegte Fußrastenanlage für Harley-Davidson und Yamaha vorweisen. Daneben bemühte sich die Firma, für viele Marken und Modelle TÜV-Gutachten für dicke Hinterräder erstellen zu lassen.

Die Entwicklung von CPO

Im Winter 1981/82 folgte bei CPO der fällige Umzug nach Kirchentellinsfurt bei Tübingen. Schon im März 1982 war der erste Teilekatalog erschienen und CPO hatte vom Kraftfahrt-Bundesamt eine Fahrzeugherstellernummer erhalten. Somit war es möglich, ein zum Chopper umgebautes Motorrad (mit CPO als Hersteller im Fahrzeugbrief) zuzulassen.

Ursprünglich hatte man zusammen mit Krafft Harley-Davidson in Ludwigshafen diese Starrrahmen bauen wollen. Differenzen bezüglich des Designs hatten allerdings zur separaten Entwicklung geführt. Der positive Ausgang der Prüfungen führte letztlich zur Fertigung von insgesamt 18 CPO-Starrrahmenkits. Doch der TÜV-Südwest war generell gegen einen technischen Rückschritt, wie er ihn in ungefederten Fahrwerken sah.

Die TÜV-Obmänner blieben damals hart: Keine weiteren Zubehörrahmen ohne Federung! Das gab zwar für die Zukunft die Richtung vor, man entwickelte aber trotzdem weiterhin Chopperparts, wie Rahmenheckteile, Lenkerhalter, Luftfilter und Kastenschwingen mit Gutachten.

Harley-Davidson bestimmte zu einem Großteil mit, wie sich die Firma weiterzuentwickeln hatte. »1991 wurde der Laden umgebaut und gleichzeitig Platz für die Harley-Davidson Bekleidungspräsentation geschaffen«, so schildert Rolf Schietinger, wie sich die Firma dem allgemeinen Diktat beugte, dem sich alle Harley-Davidson Händler zu fügen hatten. »Im Spätjahr 1995 wurde der Laden dann vergrößert und mit dem Harley-Davidson Ladenbausystem ergänzt.«

Ende 2009 wird von Harley-Davidson die Vertragshändlerschaft gekündigt. CPO war dem Wunsch Harley-Davidsons, sich zum Glaspalasthändler weiterzuentwickeln, nicht nachgekommen. Nach 28 Jahren Harley-Davidson- und 13 Jahren Buell-Vertretung war Schluss.

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