Der US-amerikanische Motorradhersteller Harley-Davidson hat bekanntgegeben, dass er sich bei Diversity-Themen in Zukunft zurückhalten will. Das Unternehmen werde einige seiner Ziele in Bezug auf Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion (DEI) aufgeben, nachdem es in den sozialen Medien von Kritikern unter Druck gesetzt worden war.
In einer Stellungnahme, die auf der Onlineplattform X gepostet wurde, erklärte das in Milwaukee ansässige Unternehmen Harley-Davidson, dass es derzeit keine „DEI-Funktion“ habe und ein solches Programm seit April 2024 nicht mehr betreibe. Das Unternehmen fügte hinzu, dass es keine Einstellungsquoten und keine „Ziele für Lieferantenvielfalt“ mehr hat, die darauf abzielen, die Ausgaben der Firma auf Unternehmen zu verteilen, die von Minderheiten betrieben werden. Die Diversity-Abteilung wurde also abgeschafft.
Harley-Davidson deutete zudem an, dass das Sponsoring für LGBTQ+ Pride Festivals aufgeben wird. Man wolle sich in Zukunft ausschließlich auf das Wachstum des Motorradsports konzentrieren, hieß es. Darüber hinaus erklärte Harley-Davidson, dass es sich nicht mehr an der Bewertung der Human Rights Campaign (HRC) beteiligen und alle „sozial motivierten Inhalte“ aus seinen Schulungsunterlagen für Mitarbeiter streichen werde.
Hintergrund für die Entscheidung waren demnach vor allem Diskussionen und kritische Kommentare in den sozialen Medien. Harley-Davidson sah sich offenbar vor allem dem Druck von Robby Starbuck ausgesetzt, einem 35-jährigen konservativen Aktivisten, der bereits mehrfach erfolgreich gegen die DEI-Politik amerikanischer Unternehmen vorgegangen ist. Der ehemalige Musikvideoregisseur mit kubanischen Wurzeln hat mehr als eine halbe Million Follower auf der Onlineplattform X.
Die Kritik an Harley-Davidson
Am 23. Juli hatte Starbuck erstmals über das Unternehmen gepostet und erklärt: „Es ist an der Zeit, Harley-Davidson zu entlarven.“ Er zählte rund 20 Beispiele dafür auf, wie das Unternehmen „völlig woke“ geworden sei. Demnach habe der Motorradbauer ein Bootcamp für LGBTQ-Unternehmer gesponsert, Werbung für das Einstellen von Mitarbeitern mit Diversity-Hintergrund gemacht und an Nonprofit-Organisationen gespendet.
CNN berichtet, dass Harley-Davidson besonders unter dem Druck des konservativen Aktivisten Robby Starbuck stand, der seine mehr als eine halbe Million Follower gegen die Politik des Unternehmens mobilisierte. Starbuck und seine Unterstützer, darunter auch X-Chef Elon Musk und rechtsgerichtete Politiker, kritisierten die Teilnahme des Unternehmens an LGBTQ-Programmen und -Initiativen.
Laut Berichten des amerikanischen Nachrichtenportals CNN wird Harley-Davidson künftig keine LGBTQ+ Pride Festivals mehr sponsern und sich von der Human Rights Campaign, einer führenden LGBTQ+ Interessenvertretung, zurückziehen. Das Unternehmen erklärte zudem, dass es alle seine Sponsoring-Verträge und externen Partnerschaften überprüfen und gegebenenfalls beenden werde.
Der rechte Aktivist Starbuck wertete den Rückzug von Harley-Davidson als „Sieg für unsere Bewegung“ - und plant bereits seine nächste Kampagne.
Weitere Unternehmen unter Druck
Der international berühmte Motorradbauer folgt damit anderen Großunternehmen wie John Deere und Tractor Supply, die ähnliche Entscheidungen getroffen hatten, um aus den Diversitätsprogrammen zu Beginn dieses Sommers auszusteigen. Der Motorrad-Hersteller reiht sich in eine Liste von US-Unternehmen wie Einzelhändler Tractor Supply und Landtechnik-Hersteller John Deere ein, die nach Kampagnen unter der Führung von Starbuck ihr Streben nach Vielfalt aufgaben.
Es scheint, als habe der Druck in den sozialen Medien mehr Gewicht als eine fortschrittliche Unternehmenspolitik. Der seit Jahren in den USA zwischen konservativen und progressiven Kräften ausgetragene Kulturkampf zwingt immer häufiger auch Unternehmen zur Neujustierung ihrer Markenwerte.
Die Reaktion des Unternehmens
„Wir sind traurig über die negativen Äußerungen in den sozialen Medien in den letzten Wochen, die darauf abzielen, die Harley-Davidson Gemeinschaft zu spalten“, so das Unternehmen in seiner Ankündigung.
Doch jetzt knickt der stolze Motorradhersteller offenbar ein, der Eindruck drängt sich jedenfalls auf, wenn man das Statement liest, das am Montag auf der Plattform X gepostet wurde. „Die Negativität, die sich in den vergangenen Wochen in den sozialen Medien gezeigt hat und die darauf ausgerichtet ist, die Harley-Davidson-Community zu spalten, stimmt uns traurig“, heißt es da. Man nehme die Entwicklung sehr ernst und antworte nun mit Klarheit, konkreten Handlungen und Fakten.
Laut eigenen Angaben beendet der weltberühmte Motorradhersteller seine Diversity-Programme. Das Unternehmen sei im Internet zunehmend unter Druck geraten.
Finanzielle Konsequenzen für Unternehmen
Harley-Davidson ist dabei nicht die erste große US-Marke, die durch queere Diversity einen finanziellen Verlust erleidet. Der weltweit größte Bierproduzent Anheuser-Busch erklärte im Mai dieses Jahres nach dem PR-Destaster um die Biermarke Bud Light und die Werbepartnerschaft mit Trans-Influencerin Dylan Mulvaney 2023, künftig auf jedwede „kontroverse Themen“ zu verzichten. Die PR-Kampagne mit Mulvaney schmälerte den Wert des Gesamtkonzerns Anheuser-Busch um rund sechs Milliarden US-Dollar.
Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:
- Harley-Davidson beendet seine Diversity- und Inklusionsprogramme.
- Das Unternehmen reagiert auf wachsenden Druck in den sozialen Medien, insbesondere von konservativen Aktivisten.
- Harley-Davidson wird keine LGBTQ+ Pride Festivals mehr sponsern und sich von der Human Rights Campaign zurückziehen.
- Andere Unternehmen wie John Deere und Tractor Supply haben ähnliche Entscheidungen getroffen.
- Der Kulturkampf in den USA zwingt Unternehmen zur Neujustierung ihrer Markenwerte.
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