Das Opel Test-Center Rodgau-Dudenhofen feierte am 10. September 2016 sein 50-jähriges Bestehen mit 70 Kilometern Teststrecken und zahlreichen Prüf- und Entwicklungsständen.
Ein halbes Jahrhundert Fahrzeugtests
Im vergangenen halben Jahrhundert haben die Opel-Ingenieure dort jedes neue Modell bis zur Belastungsgrenze getestet und dabei insgesamt über 200 Millionen Kilometer zurückgelegt.
Zum Jubiläum öffnete der Autohersteller sein Test- und Entwicklungszentrum für Mitarbeiter und alle Freunde der Marke.
Opel erwartete bis zu 20 000 Gäste, darunter Prominente aus Sport, Politik und Wirtschaft.
Als besonderes Highlight präsentierte sich die Klassik-Tour Kronberg, angeführt von Opel-Chef Dr.
Das neue "Skid Pad"
Von 10 bis 16 Uhr öffneten sich die Pforten für die Öffentlichkeit, wobei Dreh- und Angelpunkt das kürzlich fertiggestellte neue „Skid Pad“ war.
Die knapp 80 000 Quadratmeter große Fläche und die sich anschließende zwei Kilometer lange Gerade ermöglichen in Zukunft unter anderem Tests für automatisiertes Fahren.
Dort befanden sich am Jubiläumstag die Hauptbühne und das Catering; zahlreiche Programmpunkte fanden an diesem zentralen Platz statt.
Professionelle Rennfahrer zeigten, was die im Rahmen von VLN-Langstreckenmeisterschaft, Rallyes und Tourenwagenrennen eingesetzten GTC OPC, Adam R2 und Astra TCR zu leisten vermögen.
Zudem gab es einen BVB-Event-Bereich.
Der Partnerverein von Opel bot jungen Fans auf 700 Quadratmetern Geschicklichkeitswettbewerbe und Spiele von Fußballgolf und Fußballkegeln bis zum Mini-Opel-Adam-Rennen.
Für die Nachwuchs-Testfahrer hat das Dudenhofen-Team seinige seiner Tests im Kleinen nachgestellt.
Wer die Mini-Marterstrecke erfolgreich meistert, dem winkt ein Zertifikat als „anerkannter Testfahrer“.
Einblick in die Entwicklung
Viel zu entdecken gab es auch im zweiten Event-Bereich rund um die Werkstätten und neuen Gebäude für die Entwicklung von Antriebssystemen.
Erlkönige und Konzeptfahrzeuge waren hier ebenso zu sehen wie eine Ausstellung zur historischen Entwicklung vom Prüffeld hin zum hochmodernen Test- und Entwicklungscenter.
Praktische Informationen für Besucher
Parkplätze befanden sich auf der neuen „Langen Geraden“ direkt am Test-Center.
Sollte die dortige Kapazität nicht ausreichen, standen weitere Parkmöglichkeiten am Strandbad Rodgau zur Verfügung.
Von dort und von der S-Bahn-Station Rodgau-Dudenhofen fuhren Shuttlebusse zum Veranstaltungsgelände.
Besuchern aus den umliegenden Ortschaften wurde empfohlen, das Fahrrad zu benutzen.
Hierfür waren ausreichend Abstellplätze am Haupteingang vorhanden.
Das Opel Test Center Dudenhofen im Detail
Dass dieses Testgelände sich heute im hessischen Dudenhofen befindet, ist nur einem Zufall zu verdanken.
Das Unternehmen hatte sich zwar für ein Gelände in Dudenhofen interessiert, allerdings lag die gemeinte Stadt in der Pfalz in der Nähe von Speyer und nicht in Hessen.
Opel hatte sein Anliegen per Post an den Bürgermeister von Dudenhofen geschickt - allerdings ohne Postleitzahl, was dazu führte, dass der dicke Umschlag mit den Unterlagen 1963 bei dem damaligem Ortsbürgermeister Dudenhofens, Ludwig Kratz, auf dem Schreibtisch landete, adressiert an den „Bürgermeister zu Dudenhofen“.
Kratz las interessiert in dem Schreiben des Maklers, dass ein internationaler Automobilhersteller mit der Gemeinde Dudenhofen in der Pfalz seit einiger Zeit über ein Gebiet für ein neues Prüffeld verhandele.
Der Bürgermeister ergriff die Initiative und bot kurzerhand ein Gelände im Wald seines Ortes - Rodgau-Dudenhofen - im Kreis Offenbach an.
Nachdem sämtliche Unklarheiten beseitigt waren, stimmte die Opel AG zu.
Am 15. Oktober 1964 wurde der Kaufvertrag geschlossen.
Mit der Eröffnung des Test-Centers im April 1966 begann die Erfolgsgeschichte des 2,6 Quadratkilometer großen Areals.
Die Mitarbeiter des Opel Test Centers Dudenhofen arbeiten, auf dem heute mit 2,8 Quadratkilometer etwas größerem Gelände, an sieben Tage in der Woche in drei Schichten.
Die Teststrecken haben insgesamt eine Länge von 70 Kilometern. Pro Tag legen alle Testfahrer zusammen im Schnitt rund 40 000 Kilometer zurück.
Seit der Eröffnung vor 50 Jahren summiert sich dies auf mehr als 200 Millionen gefahrene Test-Kilometer.
Das entspricht fast 5000 Erdumrundungen.
Aktuell stehen in Dudenhofen eine Hochgeschwindigkeits-Rundbahn mit 4,8 Kilometern Länge, sie querkraftfrei Geschwindigkeiten bis 250 km/h erlaubt, eine Dauerteststrecke mit einer Länge von fünf Kilometern, Steigungen und Gefälle mit 30, 20, zwölf und acht Prozent, eine zehn Kilometer lange Geräusch- und Komfortstrecke, vier Bahnen Marterstrecken und eine Handlingstrecke mit je 900 Metern, ein „Altes“ Skid Pad zur Kontrolle des Lenk- und Kurvenverhaltens mit einem Durchmesser von 100 Meter mit integriertem City Kurs, ein „Neues“ Skid Pad mit 300 Metern Durchmesser, eine lange Gerade (1,7 km), eine Komfortstrecke (4 km), eine Performance Area, Zwei-Kilometer-Oval mit 300 x 60 Meter Fläche, eine Powertrain-Kalibrierung (1,5 km) und eine Geräuschmessung (0,3 km) sowie eine Airbag-Funktionsstrecke (0,5 km).
Zudem befinden sich auf dem Opel-Testgelände eine Großtankstelle mit 32 Zapfpistolen für 16 verschieden Kraftstoffe, vier Emissions-Prüfstände, drei Dauerhaltbarkeits-Rollenprüfstände, eine Chassis-Werkstatt inklusive Reifenlager, eine Dauerhaltbarkeits-Werkstatt, eine Fahrleistungs-Werkstatt und eine Klimakammer für Temperaturen von -40 bis +60 Grad Celsius sowie ein Airbag-Labor.
Auf dem Test-Gelände finden zudem Fahrzeugpräsentationen, Opel-Fahrtrainings, Verkäufertrainings oder OPC-Performance-Trainings statt.
Das zeigt, dass das Opel-Test-Center nicht mehr nur ein streng abgeschirmtes Gelände, sondern gleichzeitig Bühne für vielfältige Veranstaltungen für Partner, Kunden und Gäste der Adam Opel AG ist.
Eine besondere Faszination strahlt dabei das OPC-Training aus, wenn auf der hauseigenen Rennstrecke mit 16 Kurvenradien OPC-Neulinge lernen, sich schnell und sicher auf der Ideallinie zu bewegen.
Einblicke in andere Testzentren
Die Zäune sind hoch, die Mauern nahezu unüberwindbar und der Eintritt ist härter als im Münchner Szeneclub P1. Die geheimen Teststrecken schützen die Autohersteller wie ihre Augäpfel.
Und das ist kein Wunder, denn egal ob in Aschheim, Dudenhofen, Phoenix oder Arjeplog - auf den Testgeländen sind zumeist im 24-Stunden-Betrieb die geheimsten Prototypen der jeweiligen Marke unterwegs.
Der Hyundai Konzern, zu dem unter anderem die Marken Hyundai, Kia und Genesis gehören, hat nicht nur ein streng gesichertes Testcenter im südkoreanischen Namyang, sondern ein weiteres am Fuße der kalifonischen Mojave-Wüste.
Das 2005 eröffnete Gelände rund eineinhalb Fahrstunden nordöstlich von Los Angeles hat mit mehr als 1700 Hektar riesige Ausmaße.
Neben zahlreichen On- und Offroadstrecken gibt ein rund zehn Kilometer langes Hochgeschwindigkeitsoval, einen vier Kilometer langen Handlingkurs, Berg- und Abfahrten, sowie Nachbauten von Fahrbahnen auf der ganzen Welt.
„Das kalifornische Testgelände von Hyundai Motors wird sicherstellen, dass Hyundai und Kia weiterhin Fahrzeuge von höchster Qualität entwickeln“, so der seinerzeitige zweite Vorsitzende Kim.
Wie bei den meisten Testcentern befindet sich auch das Hyundai Areal weitab jeglicher Zivilisation.
Und so groß die Anlage auch ist: auf dem Gelände selbst arbeiten im Normalbetrieb gerade einmal 50 Personen.
Das sieht auf den anderen Teststrecken in Japan, Frankreich, en USA oder Deutschland kaum anders aus.
Nissan betreibt im Konzernverbund mit Renault, Infiniti und Mitsubishi ein vergleichbares Testzentrum in der Nähe von Phoenix / Arizona.
Während auf dem Handlingkurs die Fahrzeuge ihren fahrdynamischen Feinschliff bekommen, fährt der getarnte Prototyp eines Nissan Pick-Up immer wieder besonders hohe Bordsteinkanten herauf und wieder herunter, die eigens dafür aufgebaut wurden.
Der Testalltag der Ingenieure ist nicht immer spannend.
Zeitgleich blubbern auf dem Zehn-Kilometer-Rundkurs zwei Harley Davidson Motorräder bei ihren Runden im Dauerlauf.
Nissan vermietet sein Testcenter auch an die Motorradfirma oder den Kooperationspartner Daimler, der hier seine Mercedes-Prototypen auf Herz und Nieren unter heißen Temperaturen rannimmt.
Daimler hat erst 2019 ein neues Areal im Schwarzwald in Betrieb genommen.
Einst probte die Bundeswehr in Immendingen - ebenfalls weitab der Zivilisation - den kriegerischen Ernstfall.
Nachdem die Fahrzeuge mit dem Y auf dem Kennzeichen verschwunden, Altbestände und Munition abgezogen sind, wurde das Areal von Daimler mit gewaltigem Aufwand umgebaut.
BMW betreibt ebenso wie die internationale Konkurrenz gleich mehrere Testcenter.
Ist das kalifonische Oxnard mehr eine Station für Testfahrten auf öffentlichen Straßen, so sieht es in Aschheim bei München oder im südfranzösischen Miramas ganz anders aus.
Auf den Arealen fahren die streng geheimen Prototypen geschützt vor Blicken und Kameras der Öffentlichkeit rund um Uhr - an sieben Tagen in der Woche.
Zudem betreibt BMW seit einigen Jahren ein Wintertestareal in der Nähe des nordschwedischen Arjeplog, wo zwischen Dezember und Februar die meisten der Autohersteller ihre Wintertests auf Schnee und Eis fahren.
Hierzu werden die im Winter zugefrorenen Seen zu Quadratkilometer großen Testarealen - insbesondere für Fahrdynamik und Assistenzsysteme.
Porsche ist wie Audi, Seat, Skoda oder Volkswagen auf verschiedene Testgeländen des VW Konzerns unterwegs.
Am liebsten wird jedoch in Weissach - unweit von Stuttgart - in heimischen Gefilden getestet.
Hier kann man Fahrzeuge - streng gesichert vor neugierigen Blicken - einmal kurz im Fahrbetrieb unter die Lupe nehmen, bevor an den einzelnen Komponenten weiter experimentiert wird.
Wenn das nicht reicht oder die Hochgeschwindigkeitsstrecke im süditalienischen Nardo nicht frei ist, geht es nach Ehra-Lessin nördlich von Hannover, wo VW ein mächtiges Testareal betreibt, den auch Audi nutzt.
Weitere Testrecken der Ingolstädter sind in Neuburg und Neustadt - beides im Großraum Ingolstadt.
Verkehrskontrollen in der Region
Am Freitag im Zeitraum von 08.00 Uhr- 12.30 Uhr führten Beamte der Polizei Speyer sowohl in Dudenhofen in der Iggelheimer Straße als auch in Speyer in der Nachtweide sowie im Bereich des Festplatzes Verkehrskontrollen durch.
Bei insgesamt 35 kontrollierte Fahrzeugen wurden sieben Mängelberichte ausgehändigt.
Einer der Kontrollierten nutzte während der Fahrt sein Mobiltelefon. Gegen ihn wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.
Darüber hinaus wurde ein Augenmerk auf den Radverkehr in der Bahnhofstraße in Speyer gelegt. Bei geringem Verkehrsaufkommen nutzte ein Radfahrer den Radweg in entgegensetzte Richtung. Der Mann wurde verwarnt.
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